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Letzte Änderung: 8.8.2002
 
 

Überblick 

 
nach Themen
 
Globalisierung: Informationspolitik 
Privatheit und Vertraulichkeit
Inhaltsregulierung
Universeller Zugang
 
nach Erscheinungsjahr
 
2002
  • Der Großkoordinator
  • Eine ziemlich schräge Nummer
  • Katastrophenalarm bald über Handy
  • Neuralgische Punkte
  • 2001
  • Kritik an Kontrolle des Internet
  • Cookies und Cybernauten
  • Der gute Geist der Hacker
  • Verdatet und verkauft
  • Ist die Realität wirklich?
  • Fußballprofis im Internet: "Nichts als die reine Wahrheit"
  • Ein kleiner Cyberkrieg gegen Internet-Provider?
  • Fernsehen ohne Gefühlsterror
  • Lücken beim Datenschutz im Internet
  • Was lernen sie eigentlich?
  • Erst das Fressen dann die Moral
  • Wider Stereotypen und Feinbilder
  • Geld spielt keine Rolle
  • Brutale Bilder, die sich ins Gedächtnis graben
  • Wie der Geist zur Beute wird
  • Kreditkartenmißbrauch im Internet nimmt drastisch zu
  • In Echtzeit Daten weiterleiten
  • Null Schamgefühl
  • Jede dritte Deutsche besucht Erotik-Seiten im Internet
  • Grenzen der Öffentlichkeit
  • www.KingLao2000.de
  • Illusion der E-Demokratie
  • Wie aus dem Gutmenschen aus Gütersloh "Dirty Berty" geworden ist
  • Quellen: 
    DIE ZEIT 
    FAZ 
    DER SPIEGEL 
    Neue Zürcher Zeitung 
    u.a. 
     
     
         
     
    2002
     
     
     
    Der Großkoordinator
    Wie die Medien die politische Wirklichkeit auf den Kopf stellen
     
    Quelle: FAZ, 10.8.2002, Nr. 184, S. 6 
    von Prof. Dr. Peter Lösche 

    "Machen Medien Kanzler?" fragt Peter Lösche, Professor für Politikwissenschafat an der Universität Göttingen, oder verhält es sich umgekehrt, nämlich dass die Politik(er) die Medien instrumentalisieren? Dabei handelt es sich nicht, so Lösche, um eine "Präsidentialisierung" der Kanzlerdemokratie, sondern eher um die Analogie zu einem amerikanischen Präsidenten "als einem relativ ohnmächtigen Akteur in einem System von checks and balances." Die "Amerikanisierung" des Wahlkampfes betrifft vor allem die "Personalisierung" sowie auch die Professionalisierung durch Wahlkampfexperten und die Medialisierung. Dennoch spielen politische Inhalte und Partei-Identifikation eine wichtige Rolle. Die Präsidentenwahl 2000 in den USA, dem Land der "Amerikanisierung", ließ sich aber nicht personalisieren. 

     
     

     

    Eine ziemlich schräge Nummer
     

    Quelle: DIE ZEIT, 8.8.2002, Nr. 33, S. 16 
    von Gunhild Lütge 

    "Viele Telefonkunden und Surfer gehen skrupellosen 0190-Anbietern auf den Leim", so Gunhild Lütge in diesem Beitrag zum Thema Pornographie in den Medien. Ein Verbraucher soll mit einem einzigen Klick € 900,- bezahlt haben müssen. Beim Surfen ist die Gefahr besonders groß, dass der Nutzer die Sache gar nicht merkt. Eine Verordnung soll Abhilfe schaffen: Auf der Telefonrechnung sollen künftig Name und Anschrift sowie eine kostenfreie Servicenummer des jeweiligen Netzbetreibers angegeben werden. Diese Verordnung nützt aber wenig, so Lütge, wenn es um die schwarzen Schafen der Branche geht. Eine zweite Vorschrift soll "die Netzbetreiber dazu verpflichten, bei "gesichterter Kenntnis" über Rechtsverstöße von Inhalteanbiertern, diese abzumahnen und bei Wiederholung die Nummern zu sperren." Für den Nutzer ist es schwierig, vor dem Richter zu beweisen, dass sie nichts davon gewußt haben. Deshalb der Rat der Verbraucherschützer: Beweise sichern, z.B. die Computer schlummernde Rufnummer des 0190-Anbieters auf Diskette speichern, Bildschirmausdrucke anfertigen usw. Selbstkontrolle durch Schutzprogramme kann Abhilfe schaffen. Inzwischen werden aber auch 0193 und 0192-Nummern benutzt und sogar die 118 mit zwei Folgeziffern zweckentfremdet. Eine wirksamere Regulierung und empflindliche Strafen wären nötig. 

     
     
     
    ine ziemlich schräge Nummer
     

    Quelle: DIE ZEIT, 8.8.2002, Nr. 33, S. 16 
    von Gunhild Lütge 

    "Viele Telefonkunden und Surfer gehen skrupellosen 0190-Anbietern auf den Leim", so 

     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Katastrophenalarm bald über Handy
    Neues Wanrsystem Schilys
     
    Quelle: FAZ, 17.1.2002, Nr. 14, S. 9 

    Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und Telekom-Chef Ron Sommer vereinbarten ein neues Warnsystem zu entwickeln: Statt heulende Sirenen sollen SMS-Kurznachrichten, klingelnde Funkuhren oder Warnfenster im Internet die Bürger auf Gefahren aufmerksam machen. Zunächst wird voraussichtlich der Internetdienst der Deutschen Telekom AG ("T-Online") an das System angeschlossen werden.

     
     
     
     
    Neuralgische Punkte
     
    Quelle: DER SPIEGEL, 2/2002, S. 31 
    von Ralf Beste 

    Die Bundesrepublik wäre, so Ralf Beste, einem organisierten Cyber-Angriff hilflos ausgeliefert. In einer Regierungsstudie  analysieren Planungsstäbe des Auswärtigen Amtes und des Verteidigungsministeriums die Gefahren durch Angriffe aus dem Netz. Das Ergebnis: Durch gezielte Angriffe könnte das gesellschaftliche Leben lahm gelegt werden. Das Problem: Abwehr ist teuer. Die gefährlichsten Cyber-Angriffe drohen nicht aus "Schurkenstaaten", sondern, technisch gesehen, aus den USA: "Die Supermacht "dürfte heute ein Monopol in der Fähigkeit besitzen", heißt es in dem Berliner Papier, "kritische Infrastrukturen wirkungsvoll anzugreifen."

     
     
     
    2001
     
     
    Kritik an Kontrolle des Internet
     
    Quelle: FAZ, 17.12.2001, Nr. 293, S. 2 

    Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Joachim Jacob, hat sich kritisch über die  
    verschärfte Überwachung des Internets und den weitrechenden Zugriff des Verfassungsschutzes auf das Ausländerzentralregister geäußert. Er begrüßte zugleich die Begrenzung der Auskunftsersuchen von Nachrichtendiensten gegenüber Banken, Finanzdienstleistern oder Telekommunikationsunternehmen. Er fügte aber hinzu: "Auch bin ich nicht glücklich, daß künftig die Verfassungsschutzbehörden einen weitreichenden Online-Zugriff auf das Ausländerzentralregister haben und Gruppenauskünfte aus diesem Register bereits bei allgemeinen Gefahrenlagen möglich sein werden. Und es gefällt mir auch nicht, daß die Nutzung erkennungsdienstlicher Daten von Asylbewerbern, nämlich ihre Fingerabdrücke, künftig für allgemeine Zwecke des Strafverfahrens und der Gefahrenabwehr möglich ist, obwohl diese Daten in erster Linie der Identitätsfeststellung dienen sollen."

     
     
     
     
    Cookies und Cybernauten
    Christiane Schulzki-Haddouti zur Gefährdung der Privatsphäre im Internet
     
    Quelle: Frankfurter Rundschau, 12.12.2001, Nr. 263, S. 12 
    von Martin Klaus 

    Besprechung des Buches von Christiane Schulzki-Haddouti: "Datenjagdt im Internet. Eine Anleitung zur Selbstverteidigung" (Rotbuch Verlag, Hamburg 2001). Wie erhält man Daten über Cybernauten? Am einfachsten über Fragebögen, die trotz privacy statements öfter die Privatsphäre der Nutzer bedrohen. Sodann über Cookies, Webbugs ("Webkäfer", die die Benutzerinformationen wie die IP-Adresse des Gast-Computers übermitteln) oder Gadgets (Kleigeräte mit Online-Zugang). Wie kann man sich schützen? 

    • WAU ("Webzugriff anonym und unbeobachtbar") des virtuellen Datenschutzbüros von Schlesweig-Holstein
    • Safeweb: Der Datenaustausch zwischen Nutzer und Web wird von einem Server verschlüsselt
    • Onion Routing: nach Expertenmeinung das beste Schutzsystem.
     
     
     
    Der gute Geist der Hacker
    Zum Tod von Wau Holland, dem bekanntesten deutschen Datenpiraten
     
    Quelle: DIE ZEIT, 2. August 2001, Nr. 32, S. 28 
    von Detlef Borchers 

    Bericht über Wau Holland, Alterspräsident des Chaos Computer Club, der am 29. Juli im Alter von 49 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls starb. Holland gab die Zeitschrift Datenschleuder seit 1984 heraus. Ihm war es zu verdanken, dass das Hacken in Deutschland zunächst mit einem kreativen Umgang mit der IT gleichgesetzt wurde. Sein Gegenspieler war die Bundespost, "Gilb" genannt. Holland beschäftigte sich besonders mit der Ethik des Hackers: "Computer und Dateien sollten geöffnet, nicht zerstört werden, und die Ergebnisse des Hackens sollten veröffentlicht werden, um den Einzelnen nicht erpressbar zu machen." Er kritisierte auch das eigene Lager: "Wir müssen die Rechte der anders Denkenden selbst dann beachten, wenn sie Idioten oder schädlich sind." Eines seiner Hauptanliegen war, die Jugendlichen einzubinden.

     
     
     
     
    Ist die Realität wirklich?
    Die Bilderwelt gehört zum menschlichen Lebenszusammenhang
     
    Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 19./20 Mai 2001, Nr. 115, S. 99 
    von Gernot Böhme 

    Gernot Böhme, Professor für Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt, untersucht in diesem Beitrag die Frage nach der Bilderwelt und ihrer Einwirkung auf die menschliche Existenz. Böhme unterscheidet dabei zunächst zwischen Dingen und Bildern: Dinge werden durch die Seinsweise der Möglichkeit bestimmt, d.h. sie aktualisieren sich erst in einer bestimmten Interaktion, wenngleich sie in einer Mannigfaltigkeit von Wirklichkeiten erscheinen. Bilder dagegen, sind reine Wirklichkeit. Das gilt besonders für digitale Bilder, deren Informationsgehalt im Prinzip abzählbar ist. Der Sinn der Simulation ergibt sich dadurch, dass unsere Interaktion mit der Realität weitgehend technisch vermittelt ist. Wir haben, so Böhme, "unsere Einwirkung auf die Realität an Servomechanismen abgegeben". Diese treten in energetischer Wechselwirkung mit ihr, während wir uns auf Informationsaustausch mit dem Servomechanismus beschränken. Es ist also eine Verkürzung zu behaupten, dass die Bilderwelt sich von der Realität entkoppelt. Menschliche Tätigkeit, vermittelt durch Servomechanismes, wird selbst zu einem "Agieren in Bilderwelten". Mit anderen Worten, die Wirklichkeit der Bilder gehört zur menschlichen Lebenswirklichkeit.  

    Für viele Menschen spielt sich ein Teil ihres Lebens im Netz ab, wie schon früher im Romanlesen oder im Bereich von Film und Fernsehen. Das bedeutet keine Verwirklichung einer Utopie des Reichs der Freiheit, sondern eine Form von "Psychoökonomie", wobei das gewöhnliche Leben oft ereignisarm und undramatisch gestaltet wird. "Unsere emotionale Beteiligung an der Welt ist weitgehend bildvermittelt. (...) Das reale Leben ist zwar reicher an Möglichkeiten als die Welt der Bilder, aber es bleibt weitgehend latent, ist stets unentschieden und wesentlich unbestimmt. Bilder dagegen sind prägnant, entschieden und bleibend, und sei es durch ihre Reproduzierbarkeit", so Böhme in Anschluß an Walter Benjamin ("Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit", Frankfurt a.M., 1. Aufl. 1979), der ein Menschenrecht, gefilmt zu werden, forderte. Dem kommen heute Fernsehserien wie "Big Brother" entgegen. Das Fernsehen wird zum Ort politischer Öffentlichkeit. Die traditionelle an Platon orientierte Kritik der Bilderwelt kann, so Böhme, nicht mehr den Rahmen für die heute erforderliche Kritik medialer Inszenierung bieten, da die Bilderwelten zum genuinen Anteil des Lebens geworden sind. Böhme wendet sich in diesem Zusammenhang gegen die Bilderkritik von Baudrillard, Flusser und Horkheimer/Adorno zugunsten einer "inneren Kritik", d.h. einer Kritik "des Wie ihrer Erzeugung und ihres Gebrauchs", wie etwa im Bereich der Flugsimulation, der Chirurgie, der Architektur usw. Der Bildgebrauch dient dann der Befriedigung genuiner menschlicher Bedürfnisse insbes. des Bedürfnisses nach "Lebenssteigerung". Böhme befürwortet auch den Einsatz der Medien als Funktion politischer Öffentlichkeit "wenn nur die Medienstruktur pluralistisch und demokratisch offen bleibt." 
     

     
     
     
     
    Verdatet und verkauft
    Die Angst vor dem Missbrauch persönlicher Daten droht den E-Commerce zu blockieren. Die Wirtschaft ist alarmiert
      

    Quelle: DIE ZEIT, 26. April 2001, Nr. 18, S. 28 
    von Gunhild Lütge 

    Elektronischer Angriff auf den Rechner beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos, wo persönliche Daten (darunter Kreditkartennummern) der angereisten Prominenz gespeichert waren: Datenschutz, ein für tot erklärtes Thema, ist, so Gunhild Lütge, wieder aktuell. Die Angst vor dem Missbrauch persönlicher Daten alarmiert die Wirtschaft. Lütge beschreibt das Problem wie folgt: "Wer persönliche Daten ins Netz gibt, per Mausklick einkauft oder sich im World Wide Web informiert, hinterlässt jede Menge Spuren."  Nach Meinung des Bundesdatenschutzbeauftragten Joachim Jacob lassen die neuen Informationstechnologien den Menschen "gläserner, berechenbarer und manipulierbarer werden." Unternehmen können ihre Kunden genau kennen und - diskriminieren. Sie werden in der Hotline hängen gelassen oder nicht mehr akzeptiert. Man kann auch ins Visier von Datenjägern geraten, wie von Gerhard Reischl in seinem soeben erschienenen Buch Gefährliche Netze beschrieben. Daraus folgt, dass viele das Netz meiden zum Nachteil derjenigen, die Geld im Netz verdienen wollen. IBM-Chef Louis Gerstner erklärte auf einer von Microsoft veranstalteten Sicherheitskonferenz den Datenschutz zum wichtigen Faktor für den Erfolg von E-Commerce. 

    Consumers International, ein Dach von 260 Verbraucherschutzorganisationen, fand bei der Prüfung von 750 Websites in den USA und Europa heraus, dass eine große Zahl von Anbietern, persönliche Daten sammeln, ohne dass die Surfer eine Kontrolle darüber hätten. Persönliche Daten werden z.B. durch Anbieter von Gewinnspielen gesammelt. Dazu dienen auch Cookies und ihre Nachfolger, Web-Käfer oder Web-Bugs (kleine Bilder, die in anderen Grafiken versteckt werden können). Schließlich kann durch shareware eine zweite Software auf die Computer des Anwenders geschmuggelt werden. 

    In Deutschland rühmen wir uns des Teledienstedatenschutzgesetzes, aber es happert bei der Kontrolle. Denn aufgrund der Struktur des Internet lassen sich Gesetzesbrecher oft nicht ermitteln und nationales Recht läßt sich nicht exterritorial durchsetzen. Das Zauberwort heißt deshalb Selbstschutz. Als Hoffnungsträger gilbt das W3C, ein internationales Konsortium, der aber nur für technische Spezifikationen zuständig ist und keine Rechtsregeln durchsetzen kann. Helmut Bäumler, Landesbeauftragter für den Datenschutz in Schleswig-Holstein, setzt auf "den langen Marsch durch die Gesetzgebung und durch internationale Abkommen." Er hat ein virtuelles Datenschutzbüro eingerichtet (www.datenschutz.de) wo Werkzeuge zum Selbstschutz bereitstehen. 

    Bücher zum Thema: 

    • Helmut Bäumler Hrsg.: E-Privacy. Datenschutz im Internet. Braunschweig/Wiesbaden 2000
    • Jürgen Zimmerling/Ulrich Werner: Schutz vor Rechtsproblemen im Internet. Handbuch für Unternehmen. Berlin-Heidelberg 2001
    • Gerhard Reischl: Gefährliche Netze. Stuttgart 2001
    Datenschutz in der Europäischen Union: 
    • Eine neue Broschüre der Europäischen Union will Unternehmen und Bürger informieren: Sie erklärt die Grundzüge der EU-Datenschutzgesetzgebung und enhält Kontaktadressen für weitergehende Informationen und Beschwerden bei Verstößen: http://europa.eu.int/citizens 
    • Dieser Leitfaden basiert auf einer Reihe von Broschüren, die aus der Initiative "Dialog mit Bürgern und Unternehmen" entstanden sind. Unternehmen können sich über: http://europa.eu.int/business in die "Dialog" einschalten
    • Speziell über Datenschutz informiert die Website: http://europa.eu.int/comm/internal_market/de/media/dataprot
    • Die Website des Bundesbeauftragten für den Datenschutz lautet: http://www.bfd.bund.de
     
     
     
     
    Fußballprofis im Internet: "Nichts als die reine Wahrheit"
     

    Quelle: FAZ, 19.4.2001, Nr. 91, S. 48 
    von Oliver Trust 

    "Es muß daran liegen", so Oliver Trust, "daß sich Fußballspieler mehr als alle anderen Sportler dieser Welt im Dschungel der Medienlandschaft mißverstanden fühlen." Das Internet ist dafür "ein wahrer Segen" nämlich im Hinblick auf eine "objektive Selbstdarstellung". "Die Seite im Netz gibt her, was zum freien Konsum bestimmt ist. Und ganz nebenbei nutzt mancher die Sache zum einträglichen Nebenverdienst mit direktem Zugang zu seinen Sponsoren." Meldungen werden schneller über die eigenen Homepages transportiert als es dem Verein und der Presse lieber ist: "Der Frankfurter Heldt teilt mit, der Verein kümmere sich nicht genug (...), der Berliner Dariusz Wosz greift Trainer Jürgen Röber an, der Bayer Giovane Elber fordert millionenschwere Verstärkungen, der Stuttgarter Pinto teilt beiläufig mit, er verlasse den Verein". Dabei werden vermarktungsrechtliche Fragen tangiert. Der norwegische Klub Rosenborg Trondheim hat seinen Spielern die eigene Homepage untersagt: "Die hatten munter Fanartikel auf eigene Rechnung verkauft." Der Unterhalt einer Website kann, so Trust, bis zu DM 100 000,- pro Jahr kosten, "ein Betrag der als Werbungskosten geltend gemacht werden kann." Spieler wie Fredi Bobic (bis zu 150.000 Klicks im Monat), Oliver Kahn und Michael Preetz unterhalten eine Seite "mit persönlicher Note": "Eines allerdings wird es bei Fredi Bobic trotz aller Kundenpflege nicht geben: Bilder seiner Kinder. Dabei geht es nicht nur um die Privatsphäre, sondern auch um Sicherheit."

     
     
     
     
    Ein kleiner Cyberkrieg gegen Internet-Provider?
     

    Quelle: FAZ, 17.4.2001, Nr. 89, S. 4 
    von Wolfgang Wischmeyer 

    "Schily will gegen "Haß-Seiten" vorgehen und soll dabei auch unkonventionelle Methoden in Blick haben". Die Kampagne gegen Haß-Seiten zeigt Wirkung: Sie sind nicht mehr bei deutschen Providern zugänglich. Dafür aber, fast ausnahmslos, bei US-Providern. Ihre Zahl hat sich, so Wischmeyer, innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Nach dem "Freedom of Information Act" lassen sie sich nicht in den USA strafrechtlich verbieten. Es kursiert ein Gerücht, wonach Innenminister Schily auf technischem aber rechtlich nicht zulässigem Wege - z.B. über "Denial-of-Service-Attacken - einen Cyberkrieg plane. Das wird vom Ministerium bestritten: "Wir prüfen weiter, welche rechtlich zulässigen Möglichkeiten es gibt", so ein Ministeriumssprecher.

     
     
     
     
     
    Fernsehen ohne Gefühlsterror
     

    Quelle: DIE ZEIT, 11.4. 2001, Nr. 16, S. 36 
    Dominik Graf im Gespräch mit Nils Minkmar 

    Zu den Fernsehfilmen des Regisseurs Dominik Graf, der vorwiegend für das ZDF arbeitet, zählen z.B. Serienepisoden  zu "Sperling", "Tatort" und "Der Fahnder". In diesem Gespräch über den Zustand des deutschen Fernsehfilms stellt Graf zunächst fest, dass das Problem bei der Unterscheidung dessen beginnt, "was man sich an besonderen Filmen gewissermaßen ehrenvoll leisten will, und dem, was man dann andererseits für leichte Unterhaltung hält." Der Quoten- und Erfolgsdruck setzt Redakteure, Produzenten, Filmmusiker usw. in einer "Art von Marktterror", der wiederum ein Gefühlsterror ist: "die Hauptfiguren müssen alle gnadenlos kleinbürgerlich-sympatisch sein." Als Gegenbeispiele nennt Graf Gambit aus den achtziger Jahren und Trenck vom Anfang der Siebziger. Die Professionalisierung der Filmherstellung ist eher eine Standardisierung. Seit zehn Jahren schießen die Filmbudgets in die Höhe: "Wir gebärden uns, als hätten wir eine supergut funktionierende Industrie. Das ist eine Behauptung. Diese Industrie ist großenteils subventioniert, sie steht nicht auf eigenen Beinen." Diese industrielle Arbeitsweise läßt sich, so Graf, seit Beginn der Neuziger feststellen. Graf versucht diese Entwicklung mit anderen Themen und Techniken zu konterkarieren.

     
     
     
     
     
    Lücken beim Datenschutz im Internet
     

    Quelle: FAZ, 6.4.2001, Nr. 82, S. 1-2 

    "ff. BERLIN, 5. April. Einen strafrechtlichen Schutz vor heimlichen Bildaufnahmen hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Jacob, am Donnerstag in Berlin gefordert. Im Internet würden Fotos von Personen veröffentlicht, die weder von der Aufnahme noch von deren Verbreitung Kenntnis hätten, sagte Jacob bei der Vorlage des Datenschutzberichtes für die Jahre 1999 und 2000. Oft hielten sich diese Personen in Räumen auf, in denen sie sich bewußt der Öffentlichkeit entziehen wollten, etwa in Privatwohnungen oder Umkleidekabinen von Schwimmbädern. Jacob verwies darauf, daß im Strafgesetzbuch die heimliche Aufnahme des nichtöffentlich gesprochenen Wortes und dessen Veröffentlichung unter Strafe gestellt seien. Vorschriften gegen das unbefugte Aufnehmen des Bildes von Menschen und deren Verbreitung existieren jedoch nicht; diese Regelungslücke müsse geschlossen werden. (...) Jacob wandte sich dagegen, zur Bekämpfung der Kriminalität im Internet vorsorglich alle personenbezogenen Daten zu speichern. Eine solche Maßnahme sei unverhältnismäßig und erzeuge einen unzumutbaren Überwachungsdruck. Das zwangsweise Speichern aller Daten aus der Nutzung des Internet sollten demokratische Gesellschaften denen überlassen, die Gründe hätten, die Informationsfreiheit zu fürchten, sagte der Bundesbeauftragte. Er sprach sich zugleich für einen besseren Schutz vertraulicher Daten bei Geschäften aus, die im Internet getätigt werden. Er wies darauf hin, daß bei einer Bestellung im Internet von Waren für die Daten, die im Online-Teil dieses Handels anfallen, das Teledienstedatenschutzgesetz gelte, das die Weitergabe an Dritte verbietet. Die Daten der Bestellung selbst, das heißt die Lieferadresse und die Bezeichnung der bestellten Ware, die für die Abwicklung des Handels außerhalb des Internets notwendig seien - etwa für die Lieferung auf dem Postwege -, fielen aber unter das weniger strenge Bundesdatenschutzgesetz."

     
     
     
     
     
    Was lernen sie eigentlich?
     

    Quelle: FAZ, 31.3.2001, Nr. 77, S. 41 
    von Wolfgang Krischke 

    Wolfgang Krischke berichtet über die Internet-kritischen Ansichten von Clifford Stoll, der in San Francisco zum Idol der Antiinternetbewegung geworden ist. Schüler ans Netz? Das Internet ist eine pädagogische Falle. Nötig wäre es, "Kinder davon zu bewahren, sich von der bunten Welt des Cyberspace völlig vereinnahmen zu lassen." Für Krischke ist Stolls Fundamentalkritik richtig, "auch wenn sie manchmal von der Oberflächlichkeit ist, gegen die sie sich eigentlich richtet." Stolls Versicherung, er liebe Computer aber nicht deren Idolisierung klingt, so Krischke, glaubhaft, auch wenn er teils mit guten Argumenten teils mit Binsenwahrheiten polemisiert.

     
     
     
     
    Erst das Fressen dann die Moral
     

    Quelle: FAZ, 31.3.2001, Nr. 77, S. 14 
    von Karen Horn 

    Karen Horn berichtet über die Tagung "Globale Unternehmen und Globales Ethos", die von der Stiftung Weltethos veranstaltet wurde. Der Präsident der Stiftung, der Theologe Hans Küng, setzte den Akzent auf "negative Aspekte der grundsätzlich bejahten Globalisierung". Für den Konstanzer Wirtschaftsethiker Josef Wieland bringt die Globalisierung nicht nur einen verschärften Wettbewerb mit sich, sondern auch eine gestärkte Kooperationsfähigkeit. Daraus leitete Küng einen ethischen Imperativ und forderte ein globales Ethos, dem der frühere Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer beipflichtete. Zugleich warnte er aber vor einer Festlegung ethischer Werte, sofern nämlich in der pluralistischen Welt diese Werte alle andere als einheitlich sind. Jürgen Strube (BASF) forderte zwar als grundlegende Werte, Respekt gegenüber der Menschenwürde und Toleranz, meinte aber, dass diese Werte uneinheitlich interpretiert würden. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass Wirtschaftsethos eine "Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg" darstellt. Wenn aber die unternehmerische Existenz nicht aufgrund ethischer Überlegungen aufs Spiel zu setzen ist, dann bedeutet dies, so Horst Teltschik (BMW) letztlich: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral" (B. Brecht). Hans-Peter Stihl, ehem. Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, meinte, Ethik könne man nicht verordnen. Peter Brabeck-Letmathe (Nestlé) kritisierte die Zunahme an Kodizes. Küng betonte, dass Shareholder-Value-Denken hätte dazu geführt, dass elementare Gebote der Menschlichkeit nicht mehr geachtet werden. Nach Tietmeyer sollten die vorhandenen Institutionen durch informelle Gremien unterstützt werden, denn solange man sich nicht auf global einheitliche Regeln einigen kann, müssten zwischenstaatlich vereinbarte Mindeststandards gefunden werden.

     
     
     
     
    Wider Stereotypen und Feindbilder
     

    Quelle: FAZ, 30.3.2001, Nr. 76, S. 4 

    "hcr. BERLIN, 29. März. Bundespräsident Rau hat am Donnerstag dazu aufgerufen, islamische Gesellschaften differenzierter zu betrachten. Allzu oft werde "der Islam" pauschal als Hort von Fundamentalismus und Despotismus verdammt, sagte Rau in einer Rede zur Eröffnung der Konferenz "Ethik und Journalismus in westlichen und islamischen Kulturkreisen" in Berlin. Er kritisierte aber auch, daß vor allem Islamisten in muslimischen Ländern immer wieder "den Westen" mit Gottlosigkeit und einer Konsumgesellschaft nach amerikanischem Vorbild gleichsetzen. Fundamentalismus sei jedoch nicht auf den Islam beschränkt, sondern gebe es auch unter Christen, sagte Rau. (...)  
    Die Konferenz im Schloß Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, ist das erste konkrete Projekt eines Dialogs zwischen westlichen und islamischen Gesellschaften. In Berlin soll ausgelotet werden, wie verhindert werden kann, daß über Medien Feindbilder und Stereotypen verbreitet werden. Zudem wollen die teilnehmenden Wissenschaftler, Politiker und Journalisten Chancen erörtern, inwieweit ein internationaler Ethikkodex oder gar ein "Welt-Medienrat" sinnvoll sein kann. Die internationale Initiative hat Raus Vorgänger, Roman Herzog, Ende der neunziger Jahre vor dem Hintergrund der Debatte über einen befürchteten "Zusammenprall der Kulturen" ins Leben gerufen. Die Staatsoberhäupter zwölf weiterer Länder von Malaysia bis Norwegen hatten gemeinsam mit ihm die Schirmherrschaft übernommen. Ziel ist es, auf den Gebieten Bildung, Medien, Wirtschaft und Umwelt gemeinsam Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen und zur Entschärfung von Konflikten beizutragen. Zu diesem Zweck entsteht seit 1999 ein internationales Netzwerk vor allem von Fachwissenschaftlern. Deutscher Dialogpartner ist das Orient-Institut, das auch die Journalismus-Konferenz ausrichet. In Ägypten ist es die renommierte Al-Azhar-Universität."

     
     
     
     
    Geld spielt keine Rolle
     

    Quelle: FAZ, 24.3.2001, Nr. 71, S. 10 
    von Britta Demmer 

    Britta Demmer berichtet über "Jugendliche und ihre Handy-Schulden". Das Handy ist für Jugendliche längst eine Selbstverständlichckeit geworden. Benutzt wird das Handy vor allem, um Textnachrichten (SMS) zu schreiben. Davon wrden in Deutschland täglich 60 Millionen verschickt. Nach einer Befragung durch Sabine Schweinoch von der Schuldnerhilfe Köln telefonieren Jugendliche im Schnitt für DM 250,- monatlich. Allerdings kommt eine weitere Kostenlawine hinzu, nämlich in Zusammenhang mit der dritten Handy-Generation. Damit wird es möglich, im Internet zu surfen, Musik herunterladen usw. Dass kann dann der Beginn einer Schuldenfalle sein. Das Leben "auf Pump" wird zur Gewohnheit. Deshalb is es wichtig, "daß Jugendliche bereits sehr früh den Umgang mit Geld lernen", so Sabine Schweinoch.

     
     
     
     
    Brutale Bilder, die sich ins Gedächtnis graben
     

    Quelle: FAZ, 17.3.2001, Nr. 65, Leben S. 9 
    von Frank Heike 

    "Der Hamburger Verein "Dunkelziffer" zeigt Polizisten und Richtern, wie Kriminelle das Internet für die Verbreitung von Kinderpornographie nutzen." Nach Angaben des KA werden jedes Jahr etwa 20 000 Fälle von sexuellem Mißbrauch an Kindern angezeigt. Das Medium Internet wird dabei mehr und mehr genutzt. Einige Bilder werden 10 000mal abgerufen oder heruntergeladen. Nach einer Schätzung von Unicef gibt es derzeit ca. 1,5 Millionen Bilder kinderpornographischen Inhalts im WWW, davon vermutlich 40 000 auf deutschen Seiten. Der Verein "Dunkelziffer" fordert, dass der Besitz von Kinderpornographie schärfer bestraft wird.

     
     
     
     
    Wie der Geist zur Beute wird
     

    Quelle: DIE ZEIT, 15.3.2001, Nr. 12, S. 17-22 
    von Jörg Albrecht 

    Der Artikel befaßt sich mit der Frage des Copyright im Internet. Die These des Autors kommt im Untertitel deutlich zum Ausdruck: "Das Internet zerstört den Kulturmarkt. Es verschenkt, was andere erschaffen: Musik, Literatur, Wissen. Die Urheber zahlen für die große Freiheit." Es wird zunächst auf den Fall Napster Bezug genommen. Das geistige Eigentum ist der wichtigste Produktionsfaktor der postindustriellen Gesellschaft. Es herrscht deshalb, so der Autor, kein Mangel an Regeln in diesem Gebiet. Dazu zählen das Patentgesetz und das Urheberrechtsgesetz. Der Gegensatz stellt sich aber zwischen der Forderung nach maximalem Schutz - Beispiel: Bio-Tech-Industrie, natürliche Ressourcen verwandeln sich in Patentanträge - und der nach maximaler Freiheit. Der Autor behauptet: "Piraterie ist im Internet nicht Ausnahme, sondern Regel" und kritisiert dabei u.a.die Thesen von John Pery Barlow in seinem Aufsatz Selling Wine Without Bottles. Urheberrecht könne sich nur auf die Form, nie auf den Inhalt beziehen. Im globalen Netz gebe es keine Flaschen mehr. Es gilt ein "Copyleft" im Umgang mit geistigem Eigentum.  

    Es folgen Hinweise auf die Geschichte des Copyright. 1774: das House of Lords verfügt, dass in Zukunft nicht die Buchhändler, sondern die Schriftsteller die Verfügungsgewalt über ihre Werke haben sollen. Der Autor tritt an die Stelle des Königs, der bis dahin allein das Recht hatte, royalties zu verlangen. Die französische Nationalversammlung führte 1794 das droit d'auteur ein. Im Deutschen  Reich wurden nacheinander: Urheberrecht (1871), Schutz von Marken (1874), Geschmacksmuster (1876), Patente (1877), Gebrauchsmuster (1891) eingeführt. 

    Die gegenwärtige Debatte bringt Albrecht so auf den Punkt: "Die Anhänger des "Dot-Kommunismus" und die großen Medienkonzerne sitzen in Wahrheit im selben Boot. Ohne die Bastelei der Hacker gäbe es kein Internet. Ohne die Content-Provider wäre es sterbenslangweilig. So finden sich beide zur unfreiwilligen Allianz gezwungen, weil die wahren Analogien lauten: Wein ohne Flaschen verdunstet, Flaschen ohne Wein will niemaden haben. Und das Ehrgeizigste Projekt der Informationsgesellschaft gerät in Gefahr, zu enden wie der Turmbau zu Babel: Auf dem Höhepunkt der technischen Entwicklung würde sich das Wissen in alle Winde zerstreuen. Weil es in Tresoren  verschwindet. Oder weil es niemand honorieren will." 

    Vier Szenarien sind, so der Autor, denkbar: 
    1. Die Forderung nach maximalem Schutz setzt sich durch (Vorbild: Pay-TV) 
    2. Maximale Freiheit (Vorbild: Linux) 
    3. Eine "Währungsreform" (jeder Klick wird in "Hypercoins" abgerechnet) 
    4. Zurück zur Tauschgesellschaft (Vorbild: McCoy "Mojo Nation") 

    "Ein Königsweg ist nicht in Sicht. Solange keine neuen Regeln für den Umgang mit geistigem Eigentum gefunden werden, herrscht das Gesetz des Wilden Westens." (Vorbild: Andy Müller-Maguhn)

     
     
     
     
     
    Kreditkartenmißbrauch im Internet nimmt drastisch zu
     
    Quelle: FAZ, 7.3.2001, Nr. 56, S. 23 
     
    "Vom 1. April an Prüfnummer für Transaktionen ohne Unterschrift / Eurocard behauptet Marktfüherschaft knapp. 
    Euro Kartensyteme Eurocard und Eurocheque GmbH, Frankfurt. Mit der steigenden Verbreitung des Internethandels nimmt auch der Kreditkartenmißbrauch weiter zu. So verzeichnete Euro Kartensysteme - als Unternehmen der deutschen Banken und Sparkassen für Marketing und Akquisition der Kreditkartenmarke Eurocard/Mastercard zuständig - bei Kreditkartenzahlungen im Internet sowie über Telefon und Post im vergangengen Jahr eine starke Zunahme des Mißbrauchs um 32 Prozent auf ein Bruttovolumen von mehr als 6 Millionen Euro. Dies teilte Geschäftsführer Manfred Krüger anläßlich der Jahrespressekonferenz mit. 
    Von den Euroard-Besitzern setzten nach Angaben Krügers im vergangenen Jahr 1,5 Millionen oder jeder sechste seine Kreditkarte auch im Internet ein, berichtete Krüger. Nach wie vor führten 10 Prozent aller Internettransaktionen zu Reklamationen. Den dadurch entstandenen Schaden bezifferte Krüger auf 12 Millionen DM. Bei einem Online-Umsatz von 300 Millionen DM (rund 1 Prozent des gesamten Eurocard-Umsatzes) entspreche dies einer Betrugsquote von 4 bis 5 Prozent. Dagegen sei die Betrugsquote "in der realen Welt" mit 0,1 Prozent deutlich niedriger. Diese eingeschlossen, verzeichnete Euro Kartensysteme im Jahr 2000 beim Kreditkartenbetrug ein Bruttovolumen (vor Rückerstattung) von 23 (Vorjahr: 26) Millionen Euro. Rund 80 Prozent davon entfielen auf deutsche Karten im Ausland. 
    Um Kreditkartenzahlungen, bei denen der Karteninhaber die Transaktion nicht mit seiner Unterschrift bestätigt, künftig sicherer zu machen, sollen Eurocard-Besitzer vom 1. April an zusätzlich die letzten drei Ziffern einer auf der Kartenrückseite eingeprägten Prüfnummer angeben müssen, erklärte Krüger. Auch ein Gütesiegel für Internethändler solle weitere Sichrheit garantieren. Eine höhere Sicherheitsstufe versprechen man sich aber anch wie vor von dem Einsatz des SET-Verfahrens (Secure Electronic Transaction), dessen Verbreitung vorangetrieben werden solle."
     
     
     
     
    In Echtzeit Daten weiterleiten
     

    Quelle: FAZ, 7.3.2001, Nr. 56, S. 12 
    von Udo Ulfkotte 

    "Zahlen Internet-Benutzer bald für das Mitlauschen staatlicher stellen?" Nach dem Willen des Bundeswirtschaftsministerium sollen die Betreiber von Telekommunikationsanlagen staatlichen Stellen (Polizei, BKA, Verfassungsschutz) das Mitlauschen ermöglichen. Die Kosten tragen die Unternehmen bzw. die Kunden. Die angeforderten Schnitte müssen dan "in Echtzeit" an die Strafverfolger weitergeleitet werden. Es ist fraglich, ob die neue Regelung verfassungsgemäß wäre. 
     

     
     
     
    Null Schamgefühl
     
    Quelle: DIE ZEIT, 22.2.2001, Nr. 9, S. 35 
    von Dirk Krömer 

    Die Internet-Klatschseite Thema1 nennt sich in den Worten ihres Betreibers Bernd Heusiger eine "GSG 9 des Boulevards". Ihre Hauptaufgabe besteht darin, für Gesprächsstoff zu sorgen "und das aus allen Bereichen, die man auf dem Boulevard für so wichtig hält." "Medien", so Heusiner, "sind niemals objektiv oder wahrhaftig. Wir sagen uns: Wenn wir schon Teil der Lüge sind, dann gehen wir lieber offensiv damit um." Vorbild ist da Matt Drudge (Lewinski-Affäre). Im Februar wird der Dienst die Grenze von einer Million page impressions (Klicks) (durchschnittlich 10 000 Leser am Tag) durchbrechen. 

     
     
     
     
     
    Jede dritte Deutsche besucht Erotik-Seiten im Internet
     
    Quelle: FAZ, 5.2.2001, Nr. 30, S. 29 

    "Ein Drittel der privaten Internet-Nutzer in Deutschland besuchte im November Erotik-Seiten im Netz, hat das Marktforschungsunternehmen Netvalue ermittelt. 81,7 Prozent der Besucher sind Männer. Deutsche Männer bleiben mit durchschnittlich 81 Minuten sehr lange auf den Seiten. Zum Vergleich: Die Briten weisen nur eine durchschnittliche Verweildauer von 37 Minuten im Monat auf. Die Altersgruppen zwischen 15 und 24 Jahrn sowie zwischen 25 und 34 Jahren machen mit einer Reichweite von 30 Prozent die größten Anteile der Besucher aus. Mit durchschnittlich 148,6 Minuten bleibt die Altersgruppe der mehr als 65 Jahre alten Deutschen besonders lange auf den Internet-Seiten. Die deutschen Frauen besuchen mit 22,3 Minuten im europäischen Vergleich diese Seiten besonders eifrig. Nur die spanischen Frauen weisen mit 46,1 Minuten je Monat eine längere Nutzungsdauer auf. Die beliebtesten Websites sind meist amerikanischen Ursprungs." 

     

     
     
    Grenzen der Öffentlichkeit
     
    Quelle: FAZ, 25.1.2001, Nr. 21, S. 1 

    "So tief in Stein gemeißelt, wie es auf den ersten Blick scheinen könnte, ist de Karlsruher Spruch nicht, er es den audiovisuellen Medien weiterhin untersagt, mit "O-Tönen" und "O-Bildern" aus Gerichtsverhandlungen zu berichten. (Für sich selbst hat das Bundesverfassungsgericht da eine begrenzte Ausnahme gemacht, die mit seiner Stellung als Verfassungsorgan begründet wurde, aber sicherlich auch mit dem persönlichen Bedürfnis mancher Richter zu tun hatte, von allen Bürgern wahrgenommen zu werden." Denn das Gericht konstatiert zwar, daß der Verfassungsgeber befugt sei, die Öffentlichkeit auf die im Gerichtssaal Anwesenden zu beschränken, es sagt aber auch, daß dies von der Verfassung nicht geboten sei. 
    Das abweichende Votum von drei Richtern befürwortet nicht die uneingeschränkte Zulassung audiovisueller Medien in allen Gerichtssälen. Die Begrenzungen sollten nach Meinung dieser Richter nur gelockertwerden, wobei Verfahren vor Verwaltungsgerichten als Beispiel dienen, die in der Tat viele Bürger interessieren, was ihren Ausgang angeht, aber bei audiovisuellen Medien, was die Spannungseffekte des Ablaufs betrifft, schwerlich Quotenrenner würden. 
    Übereinstimmung herrscht darüber, daß es keine "Prangerwirkung" geben darf. Das spielt auf Erfahrungen mit amerikanischen Strafprozessen an, was nicht ganz fair ist, weil es zwei völlig verschiedene Rechtssysteme über einen Leisten schlägt. Das Wort, Prozesse fänden "in der Öffentlichkeit, aber nicht für die Öffentlichkeit" statt, wird im Gedächtnis bleiben."

     
     
     
     
    www.KingLao2000.de
     
    Quelle: DIE ZEIT, 11.1.2001, Nr. 3, Leben S. 2 
    von Iris Mainka 

    Der Artikel befaßt sich mit dem an Muskelschwund leidenden 16-jährigen Alexander Leppert, der im Rollstuhl sitzt und mit Hilfe des Internet ein neues Leben führt. Mit Hilfe seiner interaktiven Homepage: www.KingLao2000.de knüpft er Kontakte in aller Welt.Da gibt es ein Gästebuch, den Bereich "Games" sowie Links zu www.googles.de und www.liebe.de, "einen "super Chat mit super Leuten", wie Alex schreibt. Und mit wem chattet er so? "Nur mit Mädchen", sagt er und grinst. Jenna und Lina, zwei hübsche girls, hat er, mit Foto, sogar in die Reihe seiner friends aufgenommen. Dass er im Rollstuhl sitzt, verrät die Seite nicht; das ergebe sich ja meist "ganz normal im Gespräch", meint er." 
     
     

     
     
     
    Illusion der E-Demokratie
     
    Quelle: DIE ZEIT, 11.1.2001, Nr. 3, S. 6 
    von Rüdiger Soldt, landespolitischer Korrespondent in Berlin-Teil der "Welt" 

    "Die deutschen Parteien sind im Internet-Fieber", so Rüdiger Soldt. Guido Westerwelle kündigt an, das "Internet zum wichtigsten Kommunikationsmittel der Liberalen zu machen." Im Jahr 2006, so Thomas Mickeleit, Leiter der Unternehmenskommunikation bei IBM und Mitglied der CDU-Internet-Kommussion, könne eine Bundestagswahl per "E-Vote" stattfinden. Soldt fragt sich, ob das die richtige Antwort auf den Vertrauensverlust der Politik ist. Seine Skepsis richtet sich u.a. gegen den Glauben, das Internet könnte dabei etwas ändern: "Nichts spricht gegen die Nutzung des Netzes zur Straffung von Parteistrukturen zur Verbesserung der innerparteilichen Kommunikation. Doch das Internet ist keine Antwort auf die Krise des Parteienstaates. 

    Vgl. Wähler im Netz 
     

     
     
     
    Wie aus dem Gutmenschen aus Gütersloh 
    "Dirty Berty" geworden ist
     
    Quelle: FAZ, 2.1.2001, Nr. 1, S. 52 
    von Sonja Zekri 

    "Napsters Erben lassen sich nicht lange bitten: Der Liederdiebstahl im Internet geht munter weiter, Nazis, Bombenbastler und Perverse täuschen und tauschen fleißig mit", so Sonja Zekri in diesem Bericht über Bertelsmann ("Berty") und Napster. Die Ironie beim deal zwischen "Berty" und Napster besteht nach Meinung Zekris darin, dass ausgerechnet Bertelsmann ("die Gutmenschen aus Gütersloh), der Befürworter von Selbstkontrollen und Schmutzfiltern,  "klingenden Nazis unter dem eigenen Dach" birgt. Aber auch z.B. die "Universal Music Group", der weltgrößte Musikkonzern und Naptser-Verfolger, hat hunderte  von Titeln ohne Lizenzierung angeboten. Nach Meinung von NobuzukiIdei, Präsident von Sony Music, gibt es viele, die wie Napster arbeiten, so dass die Partnerschaft zwischen Bertelsmann und Napster keine Lösung darstellt. Insbesondere zählen dazu: Open-Nap, Gnutella, Freenet, MojoNation und JungleMonkey. Die Zauberformel lautet: P2P (Peer-to-Peer), was soviel bedeutet wie von Privatrechner zu Privatrechner, ohne Server, ohne Kontrolle, ohne Gebühren. Das ist nur der Anfang: "Die Technische Fortentwicklung aber wird bald die makellose Übertragung ganzer Filme, Bücher und Bilder erlauben." 
     
     

     
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