FREMDDARSTELLUNG - SELBSTDARSTELLUNG

Über Grenzen der Medialisierung menschlichen Leidens

Rafael Capurro

aidsschleife


 
  
Zuerst veröffentlicht in: Stefan Alkier und Kristina Dronsch (Hrsg.): HIV / Aids. Ethische Perspektiven. Berlin: de Gruyter 2009, 143-156.

aids

Proceedings der Interdisziplinären Fachtagung, 19.- 21. Juni 2008, Fachbereich Evangelische Theologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Kurzfassung

Fremddarstellung menschlichen Leidens durch die Massenmedien scheint im Gegensatz zu den Möglichkeiten der Selbstdarstellung im Internet zu stehen. Diese Gegenüberstellung ist inzwischen aufgrund der Konvergenz der Medien fragwürdig. Dennoch unterscheidet sich die heutige mediale Situation weitgehend von der fremdbestimmten medialen Konstruktion menschlichen Leidens durch die Massenmedien im 20. Jahrhundert. Das wirft neue Fragen nach Grenzen der verantwortbaren Medialisierung menschlichen Leidens insbesondere mit Bezug auf Aids auf. Der Beitrag setzt sich mit Autonomie, Privatheit, Meinungspluralismus, Stigmatisierung und Aufklärung auseinander.


 
  

Anlässlich des II. Internationalen Bibliothekskongresses im Jahre 1935 hielt der spanische Philosoph José Ortega y Gasset eine Rede mit dem Titel „Die Mission des Bibliothekars“ in der er die Demokratie als ein „Kind des Buches“ und das Buch als „der Sieg des menschlichen Schriftstellers über das von Gott geoffenbarte Buch sowie über das von der Autokratie diktierte Gesetzesbuch“ bezeichnete (Ortega 1962, 66-67). Ortega ist der Ansicht, dass soziale Bedürfnisse ein entscheidender Grund für die Erfindung neuer Techniken sind.

Welches soziale Bedürfnis ging der Erfindung des Internet voraus? Meine Antwort: Es war das Bedürfnis nach selbstbestimmter Kommunikation gegenüber der Fremdbestimmung durch die Massenmedien des 20. Jahrhunderts. Das Internet trat mit dem Anspruch auf, dieses soziale Bedürfnis in allen Varianten, Eins-zu-vielen, Viele-zu-eins, Eins-zu-eins, Wenige-zu-eins, usw. gegenüber dem hierarchischen Eins-zu-vielen Format der Massenmedien zu erfüllen. Daraus entstand eine für die Massenmedien beunruhigende Situation: Sie wurden nämlich von einem Medium beobachtet, das sich außerhalb ihres Herrschaftsgebiets und ihrer hierarchischen Strukturen befand. Diese Kränkung haben sie bis heute nicht verwunden.

Gegenwärtig und wohl auch in Zukunft kommt der digitalen interaktiven Weltvernetzung eine kaum zu überschätzende Rolle in allen Lebensbereichen zu. Das Internet verwandelt sich immer mehr zu einem Netz von Personen und auch von Dingen, eine Entwicklung, die gegenwärtig mit Begriffen wie Web 2.0, social software und ubiquitous computing gekennzeichnet wird. Man kann das zugrundeliegende soziale Bedürfnis in Form eines moralischen Imperativs ausdrücken, nämlich: „Kommuniziere!“ oder genauer: „Teile alles allen mit!“. Man vernimmt dabei das Erbe der Aufklärung worauf ich noch zu sprechen komme.
 

Die Art und Weise wie die Massenmedien und das Internet sich gegenseitig kontaminieren ist noch weitgehend offen (Cardoso 2006, Capurro 2001). Der Kampf um die mediale Vormacht in einer Gesellschaft sowie auf globaler Ebene ist ein Kampf um die Maßgabe dessen, was ist. Die Deutungsmacht von Medien, Botschaften und Interpreten stellt sich als eine zugleich ontologische, politische, ökonomische und moralische Frage, die Gegenstand der Informationsethik ist (Capurro 2006). Die Grundfrage menschlichen Existierens, die Seinsfrage, ist eine bleibende Streitfrage, die nur teilweise der Deutungsmacht des Menschen unterworfen ist. Die Unverfügbarkeit der Welt und unseres In-der-Welt-seins drückt sich in der Form einer sich kontingent verwirklichenden Vernunft, die immer nach dem Maß der Freiheit suchen muss. Ich stelle die Frage nach den Grenzen der Medialisierung menschlichen Leidens, der dieser Beitrag am Beispiel der Medialisierung von Aids gewidmet ist, in diesem medienethischen Kontext.

 

AIDS ALS MEDIENKONSTRUKTION

 
Fremddarstellung menschlichen Leidens durch die Massenmedien scheint im Gegensatz zu den Möglichkeiten der Selbstdarstellung im Internet zu stehen. Diese Gegenüberstellung ist inzwischen aufgrund der Konvergenz der Medien fragwürdig. Dennoch unterscheidet sich die heutige mediale Situation von der fremdbestimmten medialen Konstruktion menschlichen Leidens durch die Massenmedien im 20. Jahrhundert. Ich möchte diese Differenz anhand einiger Beispiele erläutern.

Elke Lehmann hat eine detaillierte Analyse der Medienkonstruktion von Aids in Großbritannien vorgelegt (Lehmann 2003). Ihr Ziel ist herauszufinden, ob besonders die von The Times und The Guardian als Vertreter jeweils einer konservativen und einer links-liberalen Presse produzierte „Medienrealität“ der „Aids Realität“ entspricht. Sie untersucht die Berichterstattung von 1983 an, das Jahr in dem die ersten Artikel über Aids in beiden Zeitungen erschienen, bis zum Jahr 2000. In der Times erschienen im Berichtszeitraum 2307 und im Guardian 1961 Artikel, aber nur eine geringere Anzahl auf der ersten Seite (Lehmann 2003, 57). Die dominierenden Themen in der Times waren Prävention und Screening, während Ursprung und Übertragungswege eine geringere Rolle spielten. Im Guardian wurde über Infektionsrate, Opfer und Forschung/Behandlung berichtet. Beide Zeitungen bezogen sich überwiegend auf Geschehnisse in Großbritannien, während Afrika, der Kontinent mit der höchsten Infektionsrate, ein viel kleinerer Prozentsatz von Aufsätzen gewidmet war (Lehmann 2003, 63). Die Berichterstattung erreichte einen Höhepunkt in der Times im Jahr 1987 und nahm dann in den folgenden Jahren stark ab. Diese Daten sind insofern bedeutsam als die Zahl der HIV-Neuinfizierungen in Großbritannien seit 1988 stetig zunahm. Offenbar erfüllten die Aids-Meldungen die üblichen Konstruktionskriterien von Nachrichten in den Massenmedien, nämlich neu, relevant und negativ zu sein. Die Konstruktion von Aids in Times und Guardian ist, so Lehmann, der in den Boulevardzeitungen vergleichbar. Obwohl aber sie davon spricht, dass die Massenmedien die Realität konstruieren, erwartet sie, zumindest von Massenmedien dieser Qualität, dass sie die Realität widerspiegeln, was sie ihrer Meinung nach in diesem Fall nicht tun (Lehmann 2003, 85).

Mein zweites Beispiel für die fremdbestimmte Konstruktion von Aids durch die Massenmedien ist die Analyse von Petra Eiden und Klaus Schönbach mit dem Titel „1987: AIDS erreicht Deutschland. Die ‚Bild’-Zeitung und die Furcht vor einer neuen Seuche – eine Fallstudie“ (Eiden und Schönbach 2007). Die Autoren zeigen, wie die Massenmedien die öffentliche Wahrnehmung besonders dann beeinflussen, wenn unschuldige Opfer leicht identifizierbar sind und eine scheinbare einfache Ursache-Wirkung-Kette vorliegt. Die Phase der größten Aufmerksamkeit für Aids in Deutschland lag in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre, genauer zu Beginn des Jahres 1987 (Eiden und Schönbach 2007, 526). Nach Meinung der Autoren spielte die ‚Bild’-Zeitung einer Vorreiterrolle bei der Verbreitung des Themas Aids. Sie stützen ihre These anhand einer Auswertung dieses Massenblattes in der Zeit zwischen 1986 und 1994. Die Berichterstattung spiegelt aber, wie auch die vorherige Studie von Lehmann zeigte, die Verbreitung dieser Krankheit nicht wider. Ein Folgeeffekt dieser Berichterstattung könnte gewesen sein, dass durch den Druck des so erzeugten öffentlichen Bewusstseins die Bundesregierung im März 1987 das „Sofortprogramm zur Bekämpfung von Aids“ beschloss (Eiden und Schönbach 2007, 537). Es war aber interessanterweise nicht die Tagesaktualität des Themas, die diese Berichterstattung auslöste, sondern das Blatt bediente sich des Themas um Aufmerksamkeit und Angst zu erzeugen. Ein weiterer Priming-Effekt war möglicherweise die Zunahme der Aids-Tests in Deutschland (Eiden und Schönbach 2007, 537). Nach 1987 lässt die massenmediale Aufmachung trotz der Zunahme der Fälle bis 1991 langsam nach.

Seit es das Internet gibt, hat sich auch die Realität der Massenmedien gewandelt. Das Internet ist eine Differenz, die eine Differenz macht. Waren die Massenmedien des 20. Jahrhunderts Werkzeuge der Fremddarstellung, so bietet das Internet Möglichkeiten der Selbstdarstellung, die es bisher zwar in Form von Buch und Film gab, allerdings jetzt für eine potentiell sehr große Zahl von Menschen, mit vielfältigen Formen multimedialer Interaktion. Eine Google-Suche über „AIDS“ ergibt im März 2008 ca. 127 Millionen Einträge. Sucht man  nach „HIV“  dann sind es immerhin 500.000. Die Zahl der Aids-Blogs wird auf 2.000 geschätzt. YouTube meldet unter dem Stichwort „AIDS“ ca. 91.000 Videos, wobei das neueste Video im März 2008, „The N word“ des US-amerikanischen schwulen Internetpublizisten Chris Croker, 633.518 mal abgespielt wurde. Natürlich kann man den Selbstdarstellungen im Internet nicht deshalb mehr trauen als im Falle der Massenmedien, aber diese Skepsis gilt generell für jede Form zwischenmenschlicher Kommunikation. Vertrauen wird nicht technisch hergestellt. Nebenbei bemerkt: Auch im Falle einer face-to-face Interaktion ist die Herstellung von Vertrauen schwierig. Solche Zahlen sagen auch nicht unbedingt etwas über die Qualität des Angebots aber doch über die Bedeutung von Aids in der heutigen „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ aus (Franck 1998). Die Rede von Interaktivität und Selbstdarstellung bezieht sich in diesem Zusammenhang nicht nur auf individuelle, sondern auch auf institutionelle Akteure. In Deutschland sind zum Beispiel die Webseiten des Robert Koch Instituts, der Deutschen AIDS-Stiftung, der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit umfangreichen Material und Interaktionsmöglichkeiten besonders zu erwähnen.

Die durch das Internet eröffneten Möglichkeiten interaktiver Selbstdarstellung stoßen nicht selten auf lokale und globale Widerstände aller Art vor allem dann, wenn sie in Widerspruch zu etablierten medialen Machtverhältnissen geraten. Das zeigt zum Beispiel der Fall des chinesischen Aids- und Umweltaktivisten Hu Jia, der seit 2005 immer wieder unter Hausarrest gestellt und im Dezember 2007 wegen „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ festgenommen wurde (netzzeitung 2007, Bartsch 2007). Aids wurde in China jahrelang als eine Epidemie des dekadenten Westens ignoriert oder mit Polizeikräften gegen Drogenhandel und Prostitution bekämpft. Das änderte sich erst im Jahr 2003 mit der SARS-Epidemie (Blume und Zhaohui 2004). Was sich heute im Internet zeigt, ist die Folge eines sich ankündigenden gesellschaftlichen Bedürfnisses nach Selbstdarstellung, die in der Vor-Internet-Zeit und in der Zeit danach, auch in Film und Literatur zum Ausdruck kommt. Ich erinnere zum Beispiel an den Film „Blue“ (1993) des an Aids verstorbenen schwulen englischen Filmregisseurs Derek Jarman (1942-1994). Der US Romanist David Caron hebt hervor, dass die Aids-Literatur in den USA, wo die ersten Texte zu Beginn der 80er Jahre erschienen sind, im Gegensatz zu Frankreich wesentlich kollektiv und politisch waren (Caron 2003). In Frankreich hingegen finden die Texte erst ein Echo bei einem großen Publikum als sie sich in die französische Tradition autobiographischer Geschichten einreihen. Die Erklärung dafür findet Caron in einer Kultur in der Sexualität und Krankheit zum Bereich des Privaten gehören. Das hat im Falle einer Epidemie, die bestimmte Gruppen stärker als andere traf, fatale Konsequenzen. Als sich aber die gay community in Frankreich etabliert, ändern sich die Parameter der Erzählungen. Aids hat jetzt nicht mehr primär mit dem Tod als vielmehr mit dem Leben in und für eine Gemeinschaft zu tun. Dadurch werden aber diese Texte weniger von einem großen Publikum als von der gay Kultur selbst rezipiert. Diese verschließt sich aber dadurch nicht notwendigerweise in sich, sondern tut ihren Widerstand gegen eine heterosexuelle Hegemonie kund. Caron sieht im nachlassenden Interesse an Aids-Literatur ein beunruhigendes Zeichen des Desinteresses und der Blindheit der Gesellschaft insgesamt und heute vor allem, wie ich hinzufügen möchte, ihrer Massenmedien, gegenüber Aids.

Die Gegenüberstellung Massenmedien als Fremddarstellung vs. Internet als Selbstdarstellung stimmt aber inzwischen, aufgrund der Medienkontamination, nur auf den ersten Blick. Das Internet hat das gesellschaftliche Bedürfnis nach Interaktion und Selbstdarstellung für eine große Anzahl von Menschen erfüllt aber das globale und lokale Problem des digitalen Ausschlusses („digital divide“) ist virulent. Das bedeutet der faktische Ausschluss der Möglichkeit interaktiver Selbstbestimmung in diesem Medium für Millionen von Menschen. Wir haben, mit anderen Worten, mit einer digitalen Aids-Spaltung zu tun. Die UNESCO hat in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission im vorigen Jahr einen Aids-Bericht mit dem Titel „Another Way to Learn“ mit Fallstudien aus Afrika, Asien und Lateinamerika veröffentlicht bei denen allerdings, bis auf wenige Fälle in Jamaica und Barbados, das Internet kaum eine Rolle spielt im Vergleich etwa zu Gemeinschaftszentren, soziale Netzwerke, Schulbildung, Arbeitsprojekte, Musik, Sport, Theater, Photographie, Video sowie Radio und Fernsehen (UNESCO 2007).

 

AIDS ALS METAPHER


Im Rahmen einer Konsultation europäischer Kirchenleiter zum Thema Aids, die im April 2004 in Odessa (Ukraine) stattfand, äußerte sich die damalige Direktorin der Abteilung für Theologie und Studien des Lutherischen Weltbundes,  Karen Bloomquist, gegen einen moralisierenden Umgang mit Aids bei dem Aids als Strafe Gottes und die Betroffenen mit dem Etikett „Sünderinnen/Sünder“ versehen werden (The Lutheran World Federation 2004). Die moralisierende Missdeutung von AIDS wird dann besonders grotesk, wenn Kondome als Schutz aus moralischen Gründen ausgerechnet im Namen des Lebens verboten werden. Genau auf diese Gefahr weist Susan Sontag in ihrem Buch „Aids und seine Metaphern“ hin. Sie schreibt, dass man zwar nicht ohne Metaphern denken kann, dass es aber welche gibt, vor denen „wir auf der Hut sein oder die wir abschaffen müssen.“ Wer sind „wir“? Und was bedeutet „abschaffen“? Ich stelle Sontags Überlegungen im Kontext einer ethischen Reflexion über die Grenzen der Medialisierung menschlichen Leidens dar.

Wo liegen die Grenzen einer verantwortbaren Medialisierung menschlichen Leidens? Ansätze zur Beantwortung dieser Frage bietet zunächst Susan Sontags kritischer Reflexionen aus dem Jahre 1977 über den Metaphergebrauch mit Bezug auf epidemische Krankheiten (Sontag 1989a). Krebs oder Tuberkulose sind oft als Metaphern benutzt worden, um eine Gesellschaft als korrupt oder krank an den Pranger zu stellen. Für die Nazis waren Menschen von gemischter „rassischer“ Herkunft wie Syphiliskranke. Trotzki verglich den Stalinismus mit Cholera, Syphilis und Krebs (Sontag 1989, 87). Moralisch entscheidend ist für Sontag, dass die Krankheit selbst nicht mit militärischen Metaphern umschrieben und auf die Gesellschaft angewandt wird. Eine mit diesen Charakteristiken aufgeladene Krebsmetapher sagt wenig über die Krankheit aber viel über die Gesellschaft aus, die sie so anwendet. Unsere Anschauungen sind dann, wie Susan Sontag schreibt, ein Vehikel

„für unsere oberflächliche Haltung dem Tod gegenüber, für unsere Ängste gegenüber dem Gefühl, für unsere rücksichtslosen, leichtsinnigen Reaktionen auf unsere wirklichen „Wachstumsprobleme“, für unsere Unfähigkeit, eine fortgeschrittene Industriegesellschaft aufzubauen, die den Konsum in angemessener Weise reguliert, ein Vehikel auch für unsere berechtigte Furcht vor dem zunehmend gewalttätigen Verlauf der Geschichte.“ (Sontag 1989, 104)

Eine Versachlichung unserer Anschauungen würde dazu führen, so Sontag, dass eines Tages die Krebsmetapher als schiefe kriegerische gesellschaftliche Metapher obsolet ist. Eine ethische Überlegung über die Grenzen des medialen Umgangs mit menschlichem Leiden lässt sich in Beziehung auf die Grenzen der metaphorischen Anwendung von Krankheiten auf die Gesellschaft setzen. Aufgrund der Deutungsmacht der Medien wirken diese an der Entstehung und Verbreitung solcher Metaphern sowie auch an deren Kritik mit. Es sind, mit anderen Worten, solche zugleich kritischen und leidenschaftlichen Appelle vor allem von Seiten der Betroffenen, die Selbstdarstellungen also, die das Bewusstsein für die moralischen Grenzen der Medialisierung menschlichen Leidens wecken und schärfen können.

Das sich auf dem kritischen Denken Einzelner aufbauende soziale Bedürfnis nach freierer und selbstbestimmter sozialer Interaktion zeigt sich gegenwärtig nicht nur etwa in Form von Protestaktionen oder Manifesten im Internet, sondern vor allem in der Bildung von Lebens- und Interessengemeinschaften die dann Teil jener von Michel Foucault beschriebenen „Technologien des Selbst“ werden (Foucault 1988). Dadurch können sich die Akteure, Individuen und Gemeinschaften, zu eigenständigen moralischen Subjekte entwickeln und sich in der Singularität ihres körperlich-seelischen Leidens selbst bestimmen – jenseits nicht nur der Herrschaftsstrukturen der Massenmedien, sondern auch der Institutionen und Produkte des medizinischen Kapitalismus (Capurro 1995, 1996). Die Subjekte konstituieren sich auf der Basis ihres biologischen Substrats, indem sie um ihr Leiden gemeinsam Sorge tragen. Angesichts problematisch gewordener Situationen können sie neue Formen des Zusammenlebens oder „global assemblages“ erfinden und austragen (Ong und Collier 2005). Das führt unter anderem dazu, dass gängige Metaphern, allen voran die Kriegsmetaphorik, in Frage gestellt werden, sofern sie sich gegen das Leben selbst richten, sei es gegen das Leben der an Krankheit leidenden Menschen oder gegen die kriegsmetaphorische Anwendung dieser Krankheit auf das soziale Leben selbst. Das ist der entscheidende Punkt in Susan Sontags Kritik der Aids-Metaphern. Kriegsmetaphern bewirken die Stigmatisierung bestimmter Krankheiten und der an ihnen Erkrankte (Sontag 1989a, 14). Ich schließe daraus, dass genau entlang dieser Strategie der Abgrenzung besonderes durch eine kriegsmetaphorisch bedingte Stigmatisierung die moralische Grenze der Medialisierung menschlichen Leidens verläuft.

Für Susan Sontag hat die Kriegsmetaphorik im Falle von Aids einen zweifachen Ursprung. Erstens, ähnlich wie im Falle von Krebs, handelt es sich um eine „Invasion“ oder, wie bei der Syphilis, um eine „Verunreinigung“. Aber im Falle von Aids und im Gegensatz zu Krebs kommt diese „Invasion“ von außen. Auf die Gesellschaft angewandt ist diese Metapher, so Sontag, „die Sprache der politischen Paranoia mit ihrem typischen Mißtrauen gegen eine pluralistische Welt“ (Sontag 1989a, 20). Von hier aus wird die Krankheit wiederum als „Infiltration der Gesellschaft“ wahrgenommen. Auch die Metapher der „Kontamination“ der Medien könnte in diesem Zusammenhang als kriegerische Krankheitsmetapher missbraucht werden, so dass zum Beispiel das Internet als eine virale Bedrohung der „sauberen“ und „ordentlichen“ Massenmedien wahrgenommen wird. Ich meine, dass die Massenmedien seit dem Aufkommen des Internet oft davon Gebrauch machen und ihr Heil, in der Missdeutung des Internet als einen bloßen zusätzlichen Kanal für die massenhafte Verbreitung („broadcasting“) ihrer Botschaften darstellen, also als etwas, was ihre Herrschaft weiter konsolidieren würde. So gesehen, hängen metaphorisch die Konstruktion von Krankheit und Medien eng zusammen. Das betrifft nicht nur die Vorstellung von einer Gefahr durch das Äußere und Fremde, sondern auch durch die Vorstellung, dass man an der Krankheit, sei es Aids oder Internet, zum Beispiel in Form von Internetsucht, selbst die Schuld trägt. Die eigentliche moralisch saubere Selbstbestimmung wäre die der Massenmedien also die Fremdbestimmung. Damit wäre die Möglichkeit der selbstbestimmten Sorge auf dem Kopf gestellt. Die an Aids leidenden Menschen unterschieden sich kaum von den vom Internet Angesteckten. Wir befinden uns hier offenbar mitten in einem potentiellen paranoiden Diskurs auf der Basis der Moralisierung einer Krankheit und ihres Missbrauchs und Missdeutung für die Austragung eines medialen Machtkonflikts.

Die Hauptmetapher für die Aids-Epidemie lautet, so Sontag, „Pest“, was auch die Vorstellung einer Strafe wegen der menschlichen Hybris nach Selbstdarstellung impliziert (Sontag 1989a, 47). Das ließe sich täglich  anhand der großen Amoralität und Immoralität des Netzes belegen. Wie im Falle von Krebs vor dreißig Jahren, werden durch diese Metapher sowohl die Krankheit als auch die Gesellschaft aus einer schiefen Perspektive gedeutet. Das war ex post die exemplarisch analysierten Situation aufgrund der Fremdbestimmung von Aids durch die Massenmedien. Auch wenn diese Analyse nicht annähernd die Komplexität der Realitätskonstruktion und die Deutungsmacht der Massenmedien wiedergibt, zeigt sie in ausgezeichneter Weise wo die moralischen Grenzen der Medialisierung menschlichen Leidens liegen. Das Internet ist keineswegs gegen die Gefahr der Übertretung dieser Grenzen gefeit aber es bietet Möglichkeiten der Selbstdarstellung, die bisher nur Intellektuellen vom Rang einer Susan Sontag weitgehend vorbehalten waren. In diesem Sinne kann und wird die Aids-Epidemie für vielfältige politische Zwecke metaphorisch und medial missbraucht sei es um einzelne Länder oder sogar ganze Kontinente zu stigmatisieren oder um die Augen vor den realen Gefahren zu verschließen und die Menschen weiter auch mittels medialer Fremdbestimmung sterben zu lassen obwohl inzwischen unbestreitbar ist, dass Aids kein Problem von moralisch abweichenden Minoritäten, sondern alle betrifft. Wenn dies auf der Basis einer paternalistischen Haltung mit der moralischen Kontrolle des Einzelnen durch politisch monopolisierte Massenmedien sowie durch eine mit harten Strafen einhergehende Zensur der freien Interaktion im Internet verknüpft wird, dann werden Freiheit und Menschenwürde mit den Füßen getreten.

Die neuen medialen Verhältnisse erlauben den Ausgegrenzten sich besser dagegen zu wehren als dies im Zeitalter der Massenmedien der Fall war. Das bedeutet zugleich eine neue Strategie moralischer Selbstkonstitution. Gegen solche Verletzungen der Menschenwürde helfen auch quasi-rechtliche Normen, internationale Vereinbarungen und Deklarationen. Wir haben glücklicherweise keine Weltkontrollinstanz mit der Machtfülle des Machtmonopols der Nationalstaaten. So unentbehrlich aber universale Moralkodizes für die praktische Politik auch sind, so wenig können sie aber die Selbstsorge ersetzen. Diese hatte bisher kaum eine Chance, sich jenseits eingeschränkter geographischer Lokalitäten zu bilden so dass vor allem die mediale Fremdbestimmung auch machtpolitisch ausschlaggebend war. Das neue technologische Regime globaler Interaktion, das mit dem Internet zum Durchbruch kam, hat die Macht- und somit auch die Lebensverhältnisse so verändert, dass Moral im Sinne von Sorge über das eigene Leben  eine größere Chance hat, sich auszubilden.

Aids naheliegende Begriffe wie Virus und Kontamination im Informationszeitalter bestimmen metaphorisch die Computersprache mit. Die mechanistischen Metaphern unseres Zeitalters vermischen sich mit animistischen Vorstellungen einer Krankheit, die so unberechenbar und insofern auch moralisch zweifelhaft ist, wie die in den weltweiten Netzen kursierenden Codes und messages oder wie die Pest namens SPAM.

Während Aids als gesellschaftliche Metapher das endlose und globale Zirkulieren von Menschen, Bildern, Waren, Müll, Informationen und Kapital anzeigt (Sontag 1989a, 97), deutet inzwischen eine andere Krankheit, nämlich Alzheimer, sozusagen auf das Herz oder genauer gesagt auf das Gehirn der Informationsgesellschaft hin, nämlich auf den Verlust nicht nur der biologischen, sondern auch der digitalen Gedächtnis- und Erinnerungsfunktionen, aufgrund zum Beispiel einer Überwucherung von Information oder von geheim gehaltenen Selektionsmechanismen  oder, schließlich, durch Störungs- und Löschungsmöglichkeiten aller Art aufgrund von Eingriffen von Außen und Innen. Alzheimer als Metapher der Informationsgesellschaft verbindet sozusagen Aids und Krebs. Wir werden durch Fremddarstellungen vom eigenen Selbst entfremdet aber wir ersticken ebenso sehr in der Flut der eigenen Selbstdarstellungen und geraten dabei in lokalen und globalen Identitätskrisen. Wie Ortega schon erkannte, die Lösung eines sozialen Bedürfnisses verwandelt sich allmählich zu einem Problem. Das ist die Stunde der Informationsethik im Sinne eines Krisensymptoms, das die Notwendigkeit einer Problematisierung der moralischen Verfassung unseres medialisierten Seins und seiner Herrschaftsstrukturen anzeigt.


ÜBER GRENZEN DER MEDIALISIERUNG MENSCHLICHEN LEIDENS

 
Aids als Metapher für Kontamination und Mutation lädt zu Rückschlüssen über unsere tatsächliche Unkenntnis für die Ursachen und die Natur dieses Virus ein. Das ist aber nicht etwas, was allein diesem Begriff eigen wäre. Menschliche Sprache ist wesensmäßig metaphorisch in dem Sinne, dass sie sich auf etwas anderes als sich selber bezieht oder beziehen kann. Die Kluft zwischen Denotans und Denotatum ist nur teilweise aufgrund eines „Hinüber-Gehens“ oder „Mit-hinüber-Nehmens“ („meta-pherein“) überbrückbar. Dies ist auch ein Grund, warum alle wissenschaftliche auf ein Eindeutigkeit zielenden Aussagen letztlich Vermutungen oder Interpretationen sind. Ich schließe mich hiermit den bahnbrechenden Untersuchungen über „Metaphorologie“ von Hans Blumenberg an (Blumenberg 1960, Konersmann 2007, Haverkamp 1983). Wie Ralf Konersmann richtig ausführt, entwickelt Kant in der Kritik der Urteilskraft sowie auch in der Anthropologie eine positive Auffassung über die Erkenntnisleistung von Metaphern, indem er auf die schöpferische Funktion der Beziehung zwischen Begriffen und „Symbolen“ eingeht (Konersmann 2007a, 9). Demnach ist menschliches Leiden, und ich meine damit sowohl das seelische als auch das körperliche Leiden, eine „Vernunftidee“, d.h. ein Begriff, dem es letztlich keine Anschauung völlig adäquat sein kann. Kant nennt in diesem Zusammenhang den Tod (Kant 1962, A 191). Und umgekehrt: Bilder menschlichen Leidens sind „ästhetische Ideen“ sofern sie auf etwas hinweisen, dem kein Begriff völlig adäquat sein kann. Kein Bild eines Aids-Kranken kann, mit anderen Worten, dem Leidensbegriff entsprechen und der Leidensbegriff ist, von hier aus gesehen, eine „Vernunftidee“, der keine Vorstellung oder, wie wir heute sagen können, keine Medialisierung ausreichend darstellen kann. Die Vernunftidee des Leidens ist, Kantisch ausgedrückt, „indemonstrabel“, so wie die Bilder menschlichen Leidens „inexponibel“ sind. Hier zeigt sich auch die Grenze der Medialisierung menschlichen Leidens sofern nämlich die schöpferische Funktion der Metaphern aufgrund ihrer medialen Fixierung und Instrumentalisierung ein trügerisch Wissen vorspielen. Wir können uns durch noch so viele Bilder von an Aids Leidenden keinen Begriff davon machen und umgekehrt. Man kann dieses wechselseitige Verhältnis zwischen Begriff und Anschauung auch so ausdrücken: Bilder menschlichen Leidens können keine begriffliche Erklärung oder gar moralische Rechtfertigung davon abgeben. Dagegen richtet sich Susan Sontags Kritik.

Aber auch der umgekehrte Versuch, für den Leidensbegriff eine adäquate Erfahrung zu finden, scheitert. In diesem nüchternen Tatbestand gründet letztlich auch die Tragik menschlichen Existierens. Sowohl das Moralisieren menschlichen Leidens im Sinne einer scheinbaren Erklärung desselben, als auch der Versuch durch Bilder in den Medien das (potentielle) Leiden anschaulich zu machen, scheitern. Und dennoch sind beide Erkenntnisformen nicht nur legitim, sondern höchst kreativ, denn sie eröffnen dem Verstand neue metaphorische Wege und sie bieten der Anschauungskraft Möglichkeiten der Sinnsuche. Die Grenzen der Medialisierung menschlichen Leidens stehen also nicht ein für allemal fest, sondern sie müssen fallweise anhand der jeweiligen Nutzung und in sich verändernden Kontexten kritisch analysiert werden. Entscheidend dabei ist die Reflexion auf die jeweiligen Möglichkeiten und Grenzen von Begriffen und Bildern zu achten, die moralisch verwerflich sind, wenn aus Ideen instrumentalisierte Begriffe oder Bilder werden, die durch eine scheinbare Sinnfixierung zur Ausgrenzung, Stigmatisierung und letztlich auch zur Vernichtung des Anderen missbraucht werden. Diese grundsätzliche Ambivalenz menschlicher Erkenntnis und Anschauung im Hinblick auf die Konstitution eines selbständigen moralischen Subjekts lässt sich, aufgrund unserer Endlichkeit, nicht aufheben. Der medienethische Imperativ, „Teile allen Dein Leiden mit“, kann als legitime Aufgabe der Selbstdarstellung gegenüber der Entfremdung durch Fremddarstellungen aber auch als eine Strategie der Selbsttäuschung verstanden werden. Zwischen biologischem Reduktionismus und moralisierender Scheinrechtfertigung bleibt für eine zugleich kritische und medienbezogene Selbstkonstitution des moralischen Subjekts nur der Weg der Metapher offen. Die Metaphorologie hat dann den Sinn kritisch-ethischer Begleitreflexion. Metaphern sollten einen irritierenden aber keinen stigmatisierenden das Leiden und Leben des Anderen vernichtenden Sinn haben. „Metaphorisches Wissen ist Orientierungswissen“ (Konersmann 2007a, 15).

Es ist gut, wenn unser Rechtsystem sich, wenngleich nicht uneingeschränkt, auf der Seite der Rede-  und Darstellungsfreiheit stellt. Das Anprangern gesellschaftlicher Missstände kann durch Fremddarstellungen in Voyeurismus verfallen (Schneider 2008). Dem entspricht auf der Seite der Selbstdarstellung die Verfallsform des Exhibitionismus, die zum Beispiel dazu führt, dass immer mehr Menschen freiwillig ihre Privatsphäre nicht nur in MySpace oder StudiVZ, sondern auch mittels der öffentlichen und lauten Nutzung ihrer Handys in öffentlichen Räumen offenbaren. Informationsethik und -recht müssen den öffentlichen Diskurs nicht nur über die Bedrohung des Verlustes der Privatsphäre, sondern paradoxerweise über den Verfall öffentlicher Räume durch Selbstdarstellungen intensivieren gerade dann, wenn die Informationsfreiheit in Widerspruch zu geltenden rechtlichen oder moralischen Normen gerät. Der digitale Exhibitionismus ist die Kehrseite des massemedialen Voyeurismus. Wenn Staat und Massenmedien sich dazu berufen fühlen, den Bürger zu schützen, dann kann dies mit handfesten Machtinteressen zu tun haben. Staatlicher Paternalismus geht einher mit massenmedialen Infantilismus sowie auch mit allen Möglichkeiten des „Exhibitionismus der Handy und Internet-Gesellschaft“ (Prantl 2008). Schamgrenzen sind von Epoche zu Epoche und von Kultur zu Kultur unterschiedlich, was eine besondere Sensibilität seitens der Fremd- und Selbstmitteilenden in einer digital globalisierten Welt aber auch der wissenschaftlich darüber Reflektierenden verlangt. Der Weg zur Freiheit, der Ausgang aus der „Rohigkeit“ (Kant), geht über Aufklärung und Dialog, nicht über Verbot und Herrschaft. „Ein Publicum (kann) nur langsam zur Aufklärung gelangen“ schreibt Kant (Kant 1968, 36). Dies gilt um so mehr im Falle des heutigen hochkomplexen globalen und interaktiven Medienpublikums. Auch hier scheint mir der beste Weg zu sein, den Menschen nicht nur Möglichkeiten der Fremddarstellung, sondern eben so sehr der Selbstdarstellung zu öffnen, zu erhalten und zu fördern, ihnen zu erlauben, durch den „öffentlichen Gebrauch“ (Kant) ihrer Vernunft, sich selbst zu gestalten.

 

AUSBLICK


Der medienethische Imperativ in der Gestalt: „Teile allen alles mit!“ will er nicht die Freiheit zu denken und wohl auch die Freiheit zu handeln, verscherzen, muss sich selbst die Frage nach Grenzen im Sinne von Gründen und Regeln stellen, denen letztlich die eine „Maxime der Selbsterhaltung der Vernunft“ zugrunde liegen können soll. Der hier umrisshaft angezeigte Weg einer Genealogie heutiger Krisensymptome der Informationsgesellschaft ist nur ein Torso. Diese Darstellung bleibt auch einer kulturvergleichenden Aufgabe schuldig, welche die Grenzen informationsethischer Problematisierung auf der Grundlage abendländischen Denkens anzeigt und sich einem geduldigen interkulturellen Dialog öffnet, ohne vorschnell im trügerischen Glauben zu verfallen, man könnte durch die Aufstellung von universellen Prinzipien und Idealen ein transkulturelles Weltethos eindeutig, für alle Kulturen und Zeiten, festschreiben (Capurro 2008). Man würde dabei die Grenzen kategorialen Denkens überschreiten und die geschichtliche Kraft regulativer Ideen, ihr metaphorisches Wesen, depotenzieren. Die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien gehören aus dieser Perspektive zu den von Foucault analysierten „Technologien des Selbst“ (Capurro 1996, 1995). Die interaktiven und singularisierbaren Möglichkeiten der digitalen Weltvernetzung ermöglichen die Bildung neuer Formen transnationaler Gemeinschaften, die aus der Globalisierung Kräfte zur Selbstdarstellung und Selbstgestaltung schöpfen und sich den lokalen und globalen Uniformierungs- und Instrumentalisierungstendenzen des medizinischen Warenverkehrs und der damit verbundenen Kapitalinteressen, sowie der Stigmatisierung durch Fremddarstellungen widersetzen.

 

DANKSAGUNG

Ich danke Dr. Michael Nagenborg (Universität Tübingen, Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften) für Kritik und bibliografische Hinweise.

 
LITERATURVERZEICHNIS

Bartsch, Bernhard (2007). Sehr wichtige Störenfriede. In: Berliner Zeitung, 8. Oktober 2007

Blume, Georg und Zhaohui, Qiang (2004). Die ausländische Krankheit. Jahrelang wurde Aids in China als Epidemie des dekadenten Westens abgetan. Erst mit Sars wandelt sich die offizielle Politik. In: ZEIT Online, 49/2004, S. 18

Blog: Welt-Aids-Tag.de

Blumenberg, Hans (1960). Paradigmen zu einer Metaphorologie. Archiv für Begriffsgeschichte 6. Bonn: Bouvier.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Capurro, Rafael (2008). Intercultural Information Ethics. In: Kenneth Einar Himma und Herman T. Tavani (Eds.): The Handbook of Information and Computer Ethics. New Jersey, Wiley & Sons, 639-665 

Capurro, Rafael (2006). Towards an Ontological Foundation of Information Ethics. In: Ethics and Information Technology, Vol.8, Nr. 4, 157-186.

Capurro, Rafael (2001) Strukturwandel der medialen Öffentlichkeit. Wird das Medienethos ausgehöhlt? In: Internet-Zeitschrift für Rechtsinformatik, JurPC Web-Dok. 136/2001, Abs. 1-35. Auch hier.

Capurro, Rafael (1996). Information Technology and Technologies of the Self. In: Journal of Information Ethics, Vol. 5, No.2, 19-28.

Capurro, Rafael (1995). Leben im Informationszeitalter. Berlin: Akademie Verlag.

Cardoso, Gustavo (2006). The Media in the Network Society. Browing, News, Filters and Citizenship. Lissabon: Centre for Research and Studies in Sociology.

Caron, David (2003). La littérature du sida. In: Magazine littéraire, Nr. 426 Dezember 2003, 53-55.

Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH)

Deutsche Aids-Stiftung

Eiden, Petra und Schönbach, Klaus (2007). 1987: AIDS erreicht Deutschland. Die ‚Bild’-Zeitung und die Furcht vor einer neuen Seuche – eine Fallstudie. In: Publizistik, Heft 4, Dezember, 52. Jahrgang, 524-538.

European Commission: Public Health

Foucault, Michel (1988). Technologies of the Self. A Seminar with Michel Foucault. Ed. By L. H. Martin, H. Gutman, P. H. Hutton. The University of Massachusetts Press. 

Franck, Georg (1998). Ökonomie der Aufmerksamkeit. Ein Entwurf. München: Hanser

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Letzte Änderung: 2.11.2009


 
    

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