INFORMATION, ZEICHEN, KOMPETENZ

Ein Interview mit Rafael Capurro zu aktuellen
und grundsätzlichen Fragen der Informationswissenschaft
 
von

Linda Treude

  
 
 
  
Dieses Interview wurde in der Zeitschrift Information. Wissenschaft & Praxis, 62 (2011)  1, 37-42 veröffentlicht. Für eine erweiterte und aktualisierte englische Übersetzung siehe hier. Vgl. Ben Kaden, Maxi Kindling und Heinz Pampel: Stand der Informationswissenschaft 2011. Libreas. Library Ideas, 20, 2012, 83-96.



 


Information ist zu einem omnipräsenten Begriff geworden. Wir begegnen ihm in der Wissenschaft ebenso wie in unserem Alltag. Man spricht von der Informationsgesellschaft, von Informationsprozessen, von Informatik und wahlweise von Informationsflut oder -mangel. Information wird als Ding, als Eigenschaft, als Relation oder Ware betrachtet. Aber was meinen wir (jeweils), wenn wir von Information sprechen?

Der Philosoph und Informationswissenschaftler Rafael Capurro beschäftigte sich bereits in seiner 1978 erschienenen Dissertation mit dem Titel Information. Ein Beitrag zur etymologischen und ideengeschichtlichen Begründung des Informationsbegriffs [1] mit den verschiedenen Dimensionen des Informationsbegriffs. Die Motivation zu einer solchen Arbeit gab Capurro vor allem die fehlende philosophische Auseinandersetzung mit dem Informationsbegriff in Deutschland. Der konkrete Anlass jedoch war die Lektüre der Schriften Carl Friedrich von Weizsäckers, bei der er auf Sätze stieß, die ihm die Bedeutung des Problems klar vor Augen stellten. Weizsäcker formulierte es wie folgt:

„Man beginnt sich [...] heute daran zu gewöhnen, daß Information als eine dritte, von Materie und Bewußtsein verschiedene Sache aufgefaßt werden muß. Was man aber damit entdeckt hat, ist an neuem Ort eine alte Wahrheit. Es ist das platonische Eidos, die aristotelische Form, so eingekleidet, daß auch ein Mensch des 20. Jahrhunderts etwas von ihnen ahnen lernt.“ [2]

Dieser ideengeschichtliche Rückgriff gab Capurros Werk seine besondere Ausrichtung. Rafael Capurro setzt sich seitdem besonders mit Problemen der Informationsethik auseinander. Angesichts der technischen Ent- wicklung und ihrer Folgen ist heute zu fragen, wie Begriffsklärung, Anwendungsmöglichkeit und gesellschaftliche Bedeutung in Bezug gesetzt werden können. Im Umgang, vor allem mit digitalen Medien ist scheinbar eine neue Kompetenz oder sogar eine neue Kulturtechnik erforderlich. Als Reaktion darauf entstehen im bibliothekarischen Bereich immer neue Projekte, die den Begriff der „Informationskompetenz“ im Titel tragen. Derartige Vermittlungskonzepte, welche eine steigende Konjunktur erfahren, sind mit der angesprochenen terminologischen Unklarheit konfrontiert und zeigen so eine Lücke zwischen Theorie und Praxis im informations­wissenschaftlichen Diskurs auf. Welche Forderungen an die Informationswissenschaft ergeben sich daraus? Die Diskussion dieser Problematik und deren Lösungsansätzen, wie sie aktuell beispielsweise die Semiotik bietet, bilden den Hintergrund für das folgende Interview.


Herr Capurro, heutzutage wird „immer mehr Gewicht auf das Erzeugen von reinen Informationen und immer weniger Gewicht auf das Erzeugen‘ informierter Gegenstände‘ gelegt.“ So formuliert es Vilém Flusser in seinem Vortrag „Die Informationsgesellschaft“. Sehen Sie diese Diskrepanz ebenso und was macht die Frag-würdigkeit der Information in Zeiten des World Wide Web aus?

Wenn Flusser mit „informierten Gegenständen“ die Herstellung intelligenter, das heißt digitalisierter und vernetzter Artefakte meint, dann hätten wir heute eher das umgekehrte Problem, das mit dem Schlagwort „Internet der Dinge“ gekennzeichnet wird. Das Cyberspace ist keine von der alltäglichen Welt abgetrennte Sphäre, wie sie von John Perry Barlow 1996 in Davos verkündet wurde, sondern die digitale Weltvernetzung dringt in alle Lebensbereiche ein. In diesem Sinne leben wir in digital ‚in-formierten’ Gesellschaften, wobei der Anteil und die Fähigkeit der Menschen damit zu recht zu kommen, unterschiedlich ist. Deshalb führen wir seit Jahren auch in der Informationsethik eine Diskussion um die ‚digitale Spaltung’, die mehr ist eine Frage des technischen Zugangs zum Internet da diese Art von Spaltung mit anderen gesellschaftlichen Spaltungen, Differenzen und Spannungen verknüpft ist [3].


Den Begriff Informationskompetenz (bzw. information literacy) als Schlüsselkompetenz im Umgang mit Informationen tragen zur Zeit geradezu inflationär Projekte des Bildungs- und Bibliothekswesens im Titel. Dies suggeriert, dass man heute spezielle Fähigkeiten haben müsse, um den Anforderungen einer „Informations- gesellschaft“ gewachsen zu sein. Für wie brauchbar halten Sie den Begriff und auf welche Kompetenz(en) [4] verweist er Ihrer Meinung nach?

Wenn man diesen Begriff nicht auf den Umgang mit verschriftlichten Informationen einschränkt, sondern auf ein theoretisches und praktisches Sichauskennen mit den vielen Formen der Digitalisierung und der Handhabung digitaler codes und devices erweitert, dann finde ich die Frage nach der Entwicklung dieser Fähigkeiten bereits in der schulischen Ausbildung sehr wichtig. Es müsste dabei kritisch reflektiert werden wie digitale Technologien in verschiedenen Bereichen des Alltags eindringen und welche positiven und negativen Auswirkungen sie haben oder haben können. Ich meine damit konkret die Erziehung zu einem verantwortlichen Umgang zum Beispiel mit Blogs, E-Mail oder social software bis hin zur kreativen Nutzung des Internet für Lernprozesse und sozial-politisches Engagement.

Die Demokratie wird zukünftig vermehrt durch interaktive digitale Prozesse bestimmt sein. In diesem Sinne bedeutet Informationskompetenz auch Demokratiekompetenz und nicht bloß, dass man fähig ist, eine Suchmaschine benutzen, die, wie am Beispiel von Google, so wenig eine bloße Suchmaschine ist wie ein smartphone kein bloßes Telefon mehr ist. Ich glaube also, dass wir unterschiedliche Informationskompetenzen (im Plural!) in verschiedenen theoretischen und praktischen Bereichen thematisieren müssen, ohne diese Vielfalt auf eine Grundkompetenz reduzieren zu können. Jeder Bereich hat eigene Qualitätsstandards und Kreativitätspotentiale, so dass die Informationskompetenzen sich dynamisch und auf verschiedenen Ebenen entwickeln müssen. Schließlich sollten wir bedenken, dass Informationskompetenzen im Sinne von interaktiver Kommunikation zu verstehen sind. In einer globalisierten Welt sind diese Fähigkeiten mit ihren jeweiligen intellektuellen, technischen, rechtlichen und ethischen Dimensionen beinah überlebensnotwendig. Dazu gehören zum Beispiel das Sprachenlernen, sich mit Menschen anderer Kulturen auseinandersetzen und dabei die Sensibilität für unterschiedliche Normen und Werthaltungen zu schärfen. Die Aufgabe einer éducation sentimentale ist medial gesehen komplexer geworden. Die Formen und sozialen Konventionen Gefühle auszudrücken, in digitalen und nicht-digitalen Medien werden ständig neu definiert, auch im globalen Maßstab.

 
Hans Blumenberg untersucht in seinem Werk Die Lesbarkeit der Welt die hermeneutische Hintergrundmetapher des Buches. Welche Beziehungen bestehen ihrer Meinung nach zwischen Informations- kompetenz und Literalität?

Der spanische Philosoph José Ortega y Gasset (1883-1959) hat einmal gesagt, dass die Demokratie „Tochter des Buches“ ist. In seiner Schrift „Die Aufgabe des Bibliothekars“ gehalten beim Internationalen Bibliothekarkongress am 20. Mai 1935 in Paris, schreibt er wörtlich:

„Die demokratische Gesellschaft ist Tochter des Buches, es handelt sich um den Erfolg des von einem Schriftsteller geschriebenen Buches über das von Gott verkündeten Buches sowie auch über das Gesetzesbuch der Autokratie“ [5]

Die Frage ist nun, welche demokratiepolitischen Formen – denn es gibt ja nicht die eine Demokratie, sondern verschiedene Formen derselben – heute und in naher Zukunft die interaktiven digitalen Medien ermöglichen, jenseits der von den Massenmedien des 20. Jahrhunderts bestimmten Demokratieverständnisse und -ausformungen. Zur Pressefreiheit gesellt sich heute die Freiheit – manche sprechen sogar von einem Menschenrecht – des Zugangs zum Internet. Diese Frage wurde bekanntlich beim World Summit on the Information Society sehr kontrovers diskutiert. Wir befinden uns mitten in einer Umbruchzeit, in der die Möglichkeiten der politischen Partizipation mittels interaktiver Technologien sich zu entfalten beginnen. Mit anderen Worten, es geht heute nicht mehr nur um die „Lesbarkeit der Welt“, sondern um die Mitteilungskompetenz in einer Welt, die nicht nur lesbar, sondern auch gestaltbarer und digital ‚in-formierbar’ geworden ist. Auch hier, bei der digitalen Informierbarkeit der Welt, befinden wir uns in den Anfängen vergleichbar vermutlich mit der Gutenbergzeit. Die Menschen wollen nicht nur informiert und ‚in-formiert’ werden, sondern sie wollen selber informieren und ‚in-formieren’ so wie damals als sie nicht nur die ‚maßgebenden’ Bücher lesen, sondern auch selber Bücher schreiben wollten.


Das Begriffsaufkommen von Informationskompetenz verhält sich korrelativ zu der Entwicklung des WWW oder der digitalen Medien- und Kommunikationstechnik generell. Daher stellt sich die Frage wie relevant das Trägermedium oder die Form generell für den Inhalt ist. Was sagen Sie in diesem Kontext zu McLuhans viel zitierter These „the medium ist the message“?

Das schließt sich an das vorher Gesagte an. Ein Dualismus zwischen Inhalt und Medium lässt sich nicht aufrecht erhalten schon seit Platons Zeiten als er in Dialog „Phaidros“ die erste Medienkritik des Abendlandes verfasste mit dem Paradoxon, dass im Mythos von der Erfindung der Schrift durch den ägyptischen Gott Theut, der dem griechischen Hermes entspricht, Platon die Schrift gegenüber dem mündlichen logos abwertet, unter anderem mit der Begründung, dass Schriften sich nicht gegenüber dem Leser verteidigen können da ihr „Vater“ abwesend ist. Das zielt auf den Vorteil des lebendigen Dialogs, in dem der Philosoph als Erzieher sich auf das individuelle Vorverständnis des anderen sowie auf seine – es waren vor allem athenische männliche Bürger an diesen Dialogen beteiligt – Lernentwicklung einstellen kann. Der französische Philosoph Jacques Derrida hat diese Abwertung der Schrift als „Logozentrismus“ kritisiert. Was man also mündlich sagt, hat nicht denselben Wert, dieselbe Qualität und vor allem dieselbe Wirkung als wenn man es schriftlich mitteilt. Ein bestimmtes Medium ermöglicht nicht nur unterschiedliche Formen der Verbreitung, sondern auch der Deutung. Dabei muss man nicht an ein hierarchisches Modell wie bei Platon denken. Die Differenz zwischen Inhalt und Träger ist uns durch die griechische Philosophie mitgegeben. Wir haben inzwischen gelernt, sie nicht unkritisch zu akzeptieren.

McLuhans Satz „the medium is the message“ steht im Kontext seiner Erörterungen von „heißen“ und „kalten“ Medien im Hinblick auf die größere oder kleinere Arbeit, die der Rezipient beim Verstehen einer Botschaft leistet, etwas was in den Erörterungen McLuhans manchmal kontraintuitiv wirkt. Es kommt letztlich weniger auf den Inhalt der Botschaft, so McLuhan, als eben auf das Medium selbst an. McLuhan war nicht nur ein Medien- sondern auch ein Botschaftstheoretiker. Hinter seiner Medientheorie verbirgt sich eine Boten-/Botschaftstheorie, wobei die Frage was Boten und Botschaften sind, sowohl in der Medienwissenschaft als auch in der Informationstheorie m.E. kaum beachtet wurde. Man versteht Medien wie ein Fluidum  – ‚medium’ ist das lateinische Wort für Mitte – zwischen einem Sender und einem Empfänger. Eine andere Deutung von Medium besagt, dass es sich weniger um eine Mitte als um ein Mittel oder Werkzeug handelt. In beiden Fällen bleibt aber jene Dimension des Bringens einer Botschaft ungefragt, die in Luhmanns Theorie der Kommunikation mit dem Ausdruck „Mitteilung“ oder „Sinnangebot“ thematisiert wird. Ich halte Luhmanns Kommunikationstheorie mit der Differenz zwischen „Mitteilung“, „Information“ und „Verstehen“ für die anspruchsvollste Kommunikations- und Medientheorie, über die wir zur Zeit verfügen.


Im Kontext meiner Magisterarbeit [6] habe ich die verschiedenen Dimensionen des Informationsbegriffs als theoretische Grundlage für das Konzept der Informationskompetenz untersucht. Laut ihrem „Trilemma“ ist es unmöglich, einen einheitlichen Informationsbegriff
zu formulieren. Wie beurteilen Sie die Versuche zur Schaffung eines einheitlichen Informationsbegriffs?

Die Frage lautet zunächst was „einheitlich“ heißt und dann wer einen solchen einheitlichen Informationsbegriff braucht. In vielen anderen Bereichen arbeiten wir mit unterschiedlichen nicht-einheitlichen Begriffen wie zum Beispiel der Arbeitsbegriff selbst, oder der Begriff der Kraft oder der Masse oder der Geschwindigkeit und so weiter die im Laufe der Entwicklung von wissenschaftlichen Theorien vor allem seit der Neuzeit gegenüber dem alltäglichen Gebrauch neu oder anders bestimmt wurden als der alltägliche Wortgebrauch. Wortgebrauch und wissenschaftlichen Definitionen in eingeschränkten Bereichen und im Rahmen einer bestimmten Theorie müssen also nicht einheitlich sein. Es gibt aber ein Sich-gegenseitig-Bedingen vom Alltagsgebrauch und präziser Definition, worauf zum Beispiel Carl Friedrich vom Weizsäcker im oben erwähnten Vortrag hingewiesen hat. Hans-Georg Gadamer, der Gründer der philosophischen Hermeneutik in Anschluss an Martin Heidegger, hat immer wieder darauf hingewiesen. Gerade die angebliche Ungenauigkeit und Veränderung des Alltagsgebrauchs bietet oft der Wissenschaft Grundlage für neue Definitionen die über eine verkrustete wissenschaftliche Sicht hinausgehen. So war es zum Beispiel mit dem durch Claude Shannon geprägten Informationsbegriff, der dem Alltagsgebrauch entgegengesetzt ist aber im Rahmen der Shannonschen Theorie gute Dienste leistet. Das Problem entsteht aber dann, wenn andere Wissenschaften, unter ihnen auch die Informationswissenschaft selbst, mit diesem Informationsbegriff wenig anfangen können da sie andere Phänomene im Blick haben, bei denen zum Beispiel die semantische und pragmatischen Aspekte, die Shannon ausschloss, im Vordergrund stehen. So ist also vor im Laufe der letzten fünfzig Jahren eine Fülle von Informationsbegriffen entstanden, die sich teilweise überlagern teilweise aber äquivok sind. Das gab meinen Wiener Kollegen Peter Fleissner und Wolfgang Hofkirchner Anlass vom „Capurros Trilemma“ zu sprechen, das eigentlich auf die aristotelische Unterscheidung zwischen univoken, analogen und äquivoken Bedeutungen basiert.

Es war nämlich Aristoteles derjenige, der musterhaft zu Beginn beinah einer jeden Untersuchung sich fragte, in welchen verschiedenen Bedeutungen ein Begriff gebraucht wird und in welchem semantischen Zusammenhang sie miteinander stehen. Am bekanntesten und für die Philosophie einflussreichsten Analyse der verschiedenen Bedeutungen eines Begriffs gilt seine Aussage, dass der Seinsbegriff sich vielfältig aussagen lässt („to ón légetai pollachós“) etwa im Sinne von Potentialität und Aktualität oder von Materie und Form oder von Ursache und Wirkung und so weiter. Er setzte damit eine Diskussion im Gang die bis heute anhält.

Man kann das Trilemma dadurch auflösen, dass eine bestimmte Definition, die in einem Wirklichkeitsbereich angesiedelt ist, als die erste und maßgebende nimmt – das nennt man dann das primum analogatum – und alle anderen Anwendungen und Definitionen nur im Vergleich, also im analogischen Sinne versteht. Da ist die von Peter Janich befürwortete Lösung, indem er den Informationsbegriff im zwischenmenschlichen Bereich primär ansiedelt und dadurch seine analogische Anwendung zum Beispiel in der Biologie nur in einem eingeschränkten und eher irreführenden Sinne zulässt. Das hat den Nachteil, dass man eine Hierarchie von Bedeutungen schafft, die für andere nicht-soziale Bereiche nicht annehmbar oder nicht nützlich ist, da man ungern mit Analogien wissenschaftlich argumentiert. Eine andere Form der Auflösung des Trilemmas besteht darin, die verschiedenen Begriffe in den unterschiedlichen Wissenschaften ‚einfach’ Nebeneinander stehen zu lassen. Das kann, muss aber nicht zu Äquivokationen führen. Ich ziehe eine Auflösung nach Art der „Sprachspiele“ und „Familienähnlichkeiten“ von Wittgenstein vor. Die abendländische Philosophie führt am Beispiel des Begriffs „forma“ (Griechisch „idéa“ oder „eidos“ oder „morphé“) vor, welche Vor- und Nachteile die Verwendung eines abstrakten Formbegriffs hat, worauf vor allem Platons Schüler Aristoteles hingewiesen hat. Die platonischen und aristotelischen Bestimmungen des Formbegriffs sind, wie von Weizsäcker bemerkte, mit der Problematik des heutigen Informationsbegriffs eng verwandt. Ich bin diesen Weg in meiner Dissertation gegangen später aber skeptisch geworden, da mir diese Lösung zu sehr unter den Vorgaben der Metaphysik stehen schien.


In Bezug auf das Trilemma: Inwiefern wäre es zur Begriffsklärung des Informationsbegriffs hilfreich die pragmatische Maxime von Peirce anzuwenden?

Wenn wir das vorher Gesagte bedenken, würde ich eher sagen, dass der jeweilige Sprachgebrauch nicht metaphysisch am Verhältnis von Sache und Zeichen orientiert ist, sondern eine dritte Instanz, nämlich den von Peirce eingeführten „Interpreten“ einschließt, womit das „semiotische Dreieck“ entsteht. Dies macht möglich, von einer Ebene auf die nächste zu wechseln. So kann zum Beispiel in der Informationswissenschaft Information als Zeichen verstanden werden, welches auf der Objektebene auf die Bedeutung einer Mitteilung in Relation auf den Interpreten (Informationserzeuger, -vermittler, -rezipient) bezogen ist. Aber auf der nächsten Ebene, sagen wir die eines Dokuments, bedeutet Information (als Objekt) das Mitgeteilte, sofern dies in Dokumenten niedergeschrieben wurde. Denen stehen andere Formen von Zeichen zur Verfügung, wie etwa die Speicherung in einer Bibliothek oder einem Computer und auch spezielle Formen von Erzeugern (Autoren), Vermittlern (Dokumentaren) und Nutzern. Was also hier ‚einheitlich’ ist, ist nicht ein Informationsbegriff im Rahmen eines Anwendungsgebietes, sondern ein formales triadisches Verhältnis das auch zur Bestimmung eben dieses Gebietes dient. In ähnlicher Form hat die Hermeneutik das Verhältnis von Autor, Text und Interpret reflektiert. Ich habe diese Ansätze in meiner „Hermeneutik der Fachinformation“ (S. 61-67) anhand der von Norbert Henrichs für die Informationswissenschaft eingeführten semiotischen Ansätzen thematisiert. Wenn es also bei Peirce heißt;

„Überlege, welche Wirkungen, die denkbarerweise praktische Relevanz haben könnten, wir dem Gegenstand unseres Begriffs in unserer Vorstellung zuschreiben. Dann ist unser Begriff dieser Wirkungen das Ganze unseres Begriffes des Gegenstandes." [7]

dann bedeutet das, dass durch das Dreieckverhältnis ein Seinsgebiet oder eine Regionalontologie, wie man sie in der Philosophie nennt, konstituiert wird. Peirce argumentiert in der Kantischen metaphysikkritischen Tradition, indem er die „Wirkungen“ von Begriffen „nur“ auf den durch die Sinnlichkeit bestimmten Bereich einschränkt und keine metaphysischen Objekte zulässt. Die „praktische Relevanz“ bezieht sich also auf diese Möglichkeit der Anwendung von Begriffen im Bereich der Sinnlichkeit oder der sinnlichen „Anschauung“ wie Kant es ausdrückte. Dem steht eine im Kantischen Sinne sozusagen rein spekulative Relevanz gegenüber, die Kant lediglich im Bereich der Moral mittels des kategorischen Imperativs zulässt. Letzteres setzt aber wiederum einen anderen Begriff von Pragmatismus oder von Pragmatik voraus, als der von Peirce anvisierte.


Im sogenannten DIKW-Modell [8] wird der Informationsbegriff in einer hierarchischen Beziehung mit Daten, Wissen und Weisheit gesehen. In welcher Relation steht dann der Zeichenbegriff zum Informationsbegriff? Sind diese beiden Begriffe eindeutig von- einander trennbar und wenn ja wie?

Eine solche Hierarchie ist im vielfachen Sinn fragwürdig. Sie suggeriert, das aus etwas irgendwie etwas anderes entstehen kann. Man gibt Daten in den Computer ein und irgendwie wird daraus Information. Und aus vielen Informationen entsteht dann irgendwie Wissen und dann, wenn man viel weiß, wird man sogar weise. Ich parodiere dieses Modell, um zu zeigen, dass hier mit angeblich klaren Begriffen argumentiert wird, während in Wahrheit, die Sachverhalte, um die es geht, höchst problematisch sind. Bekanntlich definiert sich sogar die Philosophie nicht als Weisheit, sondern als Liebe zur ihr, so dass sie aus Wissen allein nie hervorgehen kann, ja alles Wissen immer unzureichend bleibt und derjenige, der sich als Weise ausgibt, entweder ein Gott oder ein Scharlatan ist. Die griechische Philosophie kennt eine Wissenstaxonomie, die zwischen Meinung (‚doxa’), praktischem Wissen (‚empeiría’), Wissen, wie man etwa herstellt (‚techné’), wissenschaftlichem Wissen (‚episteme’), ethischem Wissen (‚phronesis’) und Wissen der ersten Prinzipien (‚sophia’) unterscheidet. Diese klassische Taxonomie wurde im Laufe der Jahrhunderte verändert, sogar teilweise umgedreht wie etwa im Falle von Kant und Peirce, die das ‚höhere’ Wissen oder Weisheit nicht auf einer metaphysischen Ebene für sinnvoll oder möglich hielten. Für Kant bedeuten die „Daten“ der Erfahrung etwas anderes als für Platon oder für einen heutigen Physiker, der solche sinnliche Daten erst durch die Vermittlung einer komplexen Apparatur gewinnt und nur so wahrnehmen kann.

Eine gute phänomenologische Erörterung des Zeichenbegriffs findet sich in Heideggers Sein und Zeit und zwar in § 17 „Verweisung und Zeichen" [9]. Heidegger erörtert dort diese Begriffe in Zusammenhang mit der Weise, wie die Dinge als „Zuhandenes“, das heißt, in ihrer praktischen Verwendbarkeit, sind. Man kann zwar, so Heidegger, den Zeichenbegriff formalisieren im Sinne von „Zeichensein für…“ so wie Husserl es tat. Aber Heidegger argumentiert, dass Zeichen „zunächst“ im Sinne von „Zeuge“ oder „Zeigen“ zu deuten sind, etwa von Wegmarken, Signale oder Trauerzeichen. Sie verweisen also auf etwas. Es gibt aber andere Arten von Verweisungen wie zum Beispiel Symbole, Ausdruck oder Bedeutung. Ferner gibt Heidegger zu bedenken, dass Verweisungen zwar immer Beziehungen sind, aber der Beziehungsbegriff formalerer Art ist. Alle Verweisungen sind Beziehungen, aber nicht umgekehrt so wie nicht jede Verweisung ein Zeichen ist. Ich zitiere Heidegger:

„Unter den Zeichen gibt es Anzeichen, Vor- und Rückzeichen, Merkzeichen, Kennzeichen, deren Zeigung jeweils verschieden ist, ganz abgesehen davon, was je als solches Zeichen dient. Von diesen „Zeichen“ sind zu scheiden: Spur, Überrest, Denkmal, Dokument, Zeugnis, Symbol, Ausdruck, Erscheinung, Bedeutung. Diese Phänomene lassen sich auf Grund ihres formalen Beziehungscharakters leicht formalisieren." [10]

Als Beispiel für das besondere „Verweisen“ von Zeichen führt Heidegger den „roten, drehbaren Pfeil“ bei Kraftwagen („Sein und Zeit“ erschien im Jahr 1927!). Dieses Zeichen ist ein „Zeug“ mit dem Charakter des „Um-zu“ also mit einer bestimmten Dienlichkeit: „Es ist zum Zeigen“. Wichtig ist aber dabei, dass ein Zeigen des Zeichens (in diesem Fall) „im ganzen des Zeugzusammenhang von Verkehrsmitteln und Verkehrsregelungen“ steht (ebda.). Mit anderen Worten, „ein“ Zeichen gibt es nicht, sondern ein Zeichen befindet sich immer in einem bestimmten praktischen Weltzusammenhang oder einer „Zeugganzheit“. Das worauf das Zeichen verweist, ist also der Sinn oder die Bedeutung des Zeichens innerhalb einer Zeugganzheit für denjenigen (oder für diejenigen menschlichen Kulturen), die einen Unterschied zwischen „Zeug“ und „Zeichen“ machen, was zum Beispiel im Falle eines „Fetisch“ oder „Zauber“ nicht zutrifft.

Das Entdecken des Zeichens als Zeug bedeutet also, dass Dinge im „alltäglichen Besorgen“ in der Seinsart des „Zuhandenen“ wahrgenommen werden. Dies erlaubt wiederum, dass beim Wegfallen diese Verwendbarkeit, aus welchen Gründen auch immer, die Zeichen als bloß „vorhanden“ losgelöst von ihrem praktischen Zusammenhang gesehen werden. Man kann daraus schließen, dass wenn „Welt“ oder „Weltlichkeit“ im Heideggerschen Sinne durch einen solchen Bedeutungs- und Verweisungszusammenhang konstituiert wird, das Mitteilen von solchen Bedeutungen vor dem Hintergrund einer gemeinsamen „Welt“ erst möglich und sinnvoll wird. Dieses Mitteilen lässt sich dann auch im alltagssprachlichen Sinne als Informieren und das Mitgeteilte als Information bezeichnen.


In der Semiotik wird der Zeichenbegriff durch Relationen definiert und als Prozess (oder wie Peirce formuliert durch „semiosis“) bestimmt. Könnte man ähnlich dazu schon Informationen selbst als Prozesse begreifen?

Man müsste aber darauf achten, dass der Zeichenbegriff nicht verabsolutiert wird und daraus eine Zeichenmetaphysik aufgebaut wird. Diese ist zwar möglich, indem alles was ist, in irgendeiner Weise ALS Zeichen verstanden wird. Aber dadurch werden andere Möglichkeiten, nämlich die Dinge nur (!) ALS Zeichen wahrzunehmen, versperrt. Wir sind zwar, wie Octavio Paz schreibt, „grammatische Affen" [11], das heißt, wir haben die Fähigkeit, alles was uns begegnet, ALS Zeichen für etwas wahrzunehmen aber, so Octavio Paz, „Die Baumallee hat keinen Namen und diese Bäume sind keine Zeichen: sie sind Bäume" [12]. Wenn wir also, aufgrund unserer „grammatikalischen“ Verfasstheit, Bäume ALS Zeichen wahrnehmen, sie Benennen und dadurch auch Sinn erzeugen – und den Sinn an andere „grammatische Affen“ mitteilen, sie also darüber informieren – dann bedeutet das immer eine beschränkte Sicht der Dinge sowie auch des jeweiligen Bedeutungszusammenhang oder der „Welt“, von wo aus wir die Bäume ALS „etwas für…“ deuten. Zugleich ist es aber so, dass wir nicht auf eine bestimmte „Welt“ fixiert sind, sondern diese überschreiten oder endlich transzendieren können. Mit anderen Worten, wenn wir etwas ALS etwas wahrnehmen, dann tun wir das in einem Horizont von Unbestimmtheit jenseits dessen, was die Dinge für uns in ihrer Konkretheit bedeuten, und somit jenseits dessen, was wir denken, was sie ‚eigentlich’ sind. Dieser Horizont von Unbestimmtheit nennt Heidegger „Sein“ (auch „Seyn“), wobei hier das Paradoxon entsteht, dass etwas, was eigentlich kein ‚etwas’ ist, sprachlich gekennzeichnet werden soll. Die Welt ist zwar die jeweilige Ganzheit von Bedeutungs- und Verweisungszusammenhängen, in der wir als In-der-Welt-sein eingebettet sind, aber sie lässt die Fragilität unserer Deutungen erscheinen, indem die Dinge nie in einem bestimmten ALS erschöpft werden können. Wir leben immer in einer Welt.

Es scheint also so zu sein, dass für dieses „Es gibt“ (Heidegger) der Welt kein Bezeichnen möglich ist, denn Deutungen und Zeichen beziehen sich immer auf Dinge im Wozu ihrer Zuhandenheit. Die Welt selbst ist aber kein Ding, sowenig wie wir als diejenigen die, soweit wir wissen, von diesem „Un-Ding“ sozusagen angesprochen (eher angefühlt) werden. Wittgenstein schrieb am Schluss des „Tractatus“: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“. Aber indem er das sagt und schreibt, spricht er „davon“, obwohl er nicht „darüber“ sprechen will und kann. Heidegger hat auf diese Unterscheidung zwischen „Sprechen von“ und „Sprechen über“ aufmerksam gemacht und nach einer Art des Sprechens und vor allem des Schweigens gesucht jenseits der philosophischen und wissenschaftlichen Begrifflichkeit, die man zum Beispiel in der Dichtung oder in der Musik finden kann.


Ist durch Ihre Ablehnung eines einheitlichen Informationsbegriffs, auch die Möglichkeit einer „universellen Informationswissenschaft“ nach Søren Brier, die eine empirische Wissenschaft der Kognition und Kommunikation werden soll, ausgeschlossen?

Man kann Kognition und Kommunikation auf der Grundlage einer „cyber-kybernetischen“ Informationstheorie, wie sie Brier in der Nachfolge von Peirce entwickelt, erschließen und empirisch analysieren. So etwas findet man auch bei Luhmann, wenngleich auf Systeme bezogen, die Sinn erzeugen können. Die großen philosophischen Systeme, wie etwa die von Aristoteles, Thomas von Aquin oder Hegel, haben so etwas angestrebt. Heidegger nennt solche Versuche, „das Seiende im Ganzen“ zu erfassen, Metaphysik. Kant meinte, dass wir nicht unterlassen können, solche metaphysischen Fragen zu stellen, aber zugleich uns bewusst sein müssten, wo die Grenzen der reinen Vernunft bei der Beantwortung solcher Fragen liegen. Auch Peirce war sich darüber bewusst in Bezug auf die „sinnlichen“ Wirkungen der Begriffe.

Ich glaube, dass unsere Epoche durch die Phänomene der Artifizialität und der Kommunikation bestimmt ist, und nicht mehr von Natur und Geschichte, wie das im 19. und im 20. Jahrhundert der Fall war. Zugleich bedeutet diese Faszination, dass wir die Grenzen der künstlichen Herstellbarkeit nicht mehr sehen und uns der Naturbegriff abhanden gekommen ist. Das geschieht heute zum Beispiel im Zusammenhang mit der Nanotechnologie und der synthetischen Biologie. Auch die Faszination der Kommunikation verführt uns dazu, die Endlichkeit unseres persönlichen und sozialen Lebens nicht mehr wahrzunehmen und uns auf die reine Gegenwart zu beziehen, ohne die Dimensionen der Vergangenheit und Zukunft mehr richtig zu würdigen und in und von ihnen zu leben. Das kann sowohl individuell als auch gesellschaftlich zu schweren psychischen und sozialen Störungen führen. Man nennt das information overload.


Wo sehen sie die zukünftigen Aufgaben der Informationswissenschaft? Kann sie eine ähnliche Entwicklung nehmen wie andere Disziplinen zwischen Natur- und Kultur- wissenschaften? Welche Anforderungen stellen sich an diese Disziplin in Zukunft?

Ich glaube, dass die Informationswissenschaft sich verstärkt den gesellschaftlichen Fragen widmen und sich von ihrer Jahrzehnte andauernden Fixierung auf das Information Retrieval befreien sollte. Ansonsten wird sie sich kaum von einer angewandten Informatik unterscheiden. Sie müsste intermedial, interkulturell und epochenvergleichend jene sozialen und materiellen Phänomene untersuchen, die mit der Erstellung, Bewahrung, Erschließung, Weitergabe und Nutzung von Wissensformen aller Art zu tun haben. Das ist zwar dem Anschein nach in der klassischen Definition enthalten, aber das Gebiet wurde vor allem auf das digitale Medium eingeschränkt. Es entstand eine Informationswissenschaft als Information-Retrieval-Wissenschaft. Diese Verengung ist weder sinnvoll noch zeitgemäß und sie passt auch nicht in einen universitären Rahmen, in der die Informatik fest angesiedelt ist.

Ich plädiere deshalb dafür, eine künftige Informationswissenschaft in der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften anzusiedeln, wobei dies nicht heißen soll, dass viele Phänomene nicht mit den ‚harten’ Methoden der Naturwissenschaften sowie auch mit Hilfe der Informatik behandelt werden könnten und sollten. Man könnte sich für diese Neubestimmung an die „médiologie“ von Régis Debray orientieren, die den Schwerpunkt auf die Materialität der Träger – das nannte man früher „Dokumentation“ – sowie auf die Vermittlungsinstitutionen legt. Ich meine aber auch, dass die Medienwissenschaft und das, was ich „Angeletik“ nenne, also eine empirische Wissenschaft, die sich mit dem Phänomen von Boten und Botschaften auseinandersetzt, zum Kern dieser neuen Informationswissenschaft gehört.

Ferner glaube ich, dass in Zukunft eine immer größer werdende Vielfalt von digitalen und ‚hybriden’ Gegenständen aller Art das Leben ganzer Gesellschaften bestimmen werden. Das bedeutet, dass eine künftige Informationswissenschaft sich mit sozialen Fragen der Robotik, Bionik oder Nanotechnologie beschäftigen muss.

Schließlich muss man bedenken, dass es seit Jahren eine interdisziplinäre Gruppe von Wissenschaftlern gibt, die nach einer umfassenden Information Science oder Science of Information oder Information Studies strebt. Das Profil einer gesellschaftlich orientierten Informations­wissenschaft müsste deutlich hervorgehoben werden. Dazu können solche interkulturellen, intermedialen und epochenvergleichenden Studien dienen, die bisher vorwiegend auf Bibliotheken und Archive beschränkt blieben. Eine enge Verzahnung mit Medien- und Kommunikationswissenschaft ist die Folge. Die Fokussierung auf die gesellschaftliche Ebene bedeutet auch, dass die ethischen, rechtlichen und politischen Dimensionen der Wissensvermittlung zum Kern dieser Disziplin gehören.


Vielen Dank, Herr Capurro, für das Interview.


LITERATUR

Ackoff , Russell L.: From Data to Wisdom. In: Journal of Applied Systems Analysis 16(1989).

Capurro, Rafael: Information. Ein Beitrag zur etymologischen und ideengeschichtlichen Begründung des Informationsbegriffs. München: Saur, 1978.

Chomsky, Noam: Current Issues. In: Linguistic Theory. Mouton The Hague : Paris, [1. Auflage 1964],1970.

Heidegger, Martin: Sein und Zeit. Tübingen : Niemeyer, 1976.

Ortega y Gasset, José: Misión del bibliotecario. Madrid: Revista de Occidente, 1962.

Paz, Octavio: El mono gramático. Barcelona : Seix Barral, 1974.

Peirce, Charles S.: How to make our ideas clear. In: Popular Science Monthly 12(1878)1, S.286-302. Online verfügbar unter: http://www.peirce.org/writings/p119.html 

Scheule, Rupert; Capurro, Rafael; Hausmanninger, Thomas (Hrsg.): Vernetzt gespalten. Der Digital Divide in ethischer Perspektive. München: Fink, 2004, S.17.

Weizsäcker, Carl F. v.: Sprache als Information. In: ders.: Die Einheit der Natur. München: DTV, 1974..


FUSSNOTEN


[1] Capurro, Rafael: Information. Ein Beitrag zur etymologischen und ideengeschichtlichen Begründung des Informationsbegriffs. München: Saur, 1978.

[2] Weizsäcker, Carl F. v.: Sprache als Information. In: ders.: Die Einheit der Natur, München: DTV, 1974, S.51. Dieser Vortrag wurde in der Vortragsreihe Die Sprache der Bayerischen Akademie der schönen Künste in München und Berlin 1959 gehalten.

[3] Siehe dazu Scheule, Rupert; Capurro, Rafael; Hausmanninger, Thomas (Hrsg.): Vernetzt gespalten. Der Digital Divide in ethischer Perspektive. München: Fink, 2004, S.17.

[4] Der Kompetenzbegriff  geht u.a. auf den Linguisten Noam Chomsky zurück. Bei ihm bedeutet Kompetenz die grundsätzliche Kenntnis der Regeln einer Sprache im Gegensatz zu Performanz, als die konkrete Anwendung der Sprache. Siehe Chomsky, Noam: Current Issues. In: Linguistic Theory, 1970, S.8 ff.

[5] „La sociedad democrática es hija del libro, es el triunfo del libro escrito por el hombre escritor sobre el libro revelado por Dios y sobre el libro de las leyes dictadas por la autocracia.“ Siehe Ortega y Gasset, José: Misión del bibliotecario. Madrid: Revista de Occidente, 1962, S.33.

[6] Die Arbeit mit dem Titel Das Konzept Informationskompetenz. Ein Beitrag zur theoretischen und praxisbezogenen Begriffsklärung wurde am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin eingereicht und wird 2011 in der Reihe Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft veröffentlicht.

[7] Peirce, Charles S.: How to make our ideas clear. In: Popular Science Monthly, Vol. 12 (1), 1878, S.286-302. Online verfügbar unter: http://www.peirce.org/writings/p119.html.

[8] Data-Information-Knowledge-Wisdom, siehe dazu Ackoff , Russell L.: From Data to Wisdom. In: Journal of Applied Systems Analysis, Volume 16, 1989, S.3-9.

[9] Siehe Heidegger, Martin: Sein und Zeit. Tübingen : Niemeyer, 1976.

[10] Heidegger, Martin: Sein und Zeit. Tübingen : Niemeyer, 1976, S. 78.

[11] Paz, Octavio: El mono gramático, Barcelona : Seix Barral, 1974, S.97.

[12] Paz, Octavio,1974, S.97.

Letzte Änderung: 13. August  2015


 
    

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