GEDEHNTER BLICK UND BEHARRLICHE LANGSAMKEIT

Gegen das Mythologem der beschleunigten Wissensgesellschaft


Rafael Capurro
  
 
 
  
Vortrag im Rahmen der 31. Römerberggespräche: "Die Sache mit der Bildung. Versuche über Lernen und Leben". Chagallsaal der Städtischen Bühnen Frankfurt, 13. November  2004. Moderation: Jürgen Kaube. Referenten: Ivan Nagel, Jürgen Mittelstrass, Rafael Capurro, Manfred Osten, Anna Katharina Braun, Enja Riegel. Erschienen in Information. Wissenschaft & Praxis 55 (2005) 8, 463-468 sowie in Petra Grimm, R. Capurro, Hrsg.: Tugenden der Medienkultur. Zu Sinn und Sinnverlust tugendhaften Handelns in der medialen Kommunikation. Stuttgart: Franz Steiner Verlag (2005) Schriftenreihe Medienethik, Bd. 5, 31-41.




  

EINLEITUNG

Die beschleunigte Wissensgesellschaft ist jene Gesellschaft, in der sich jede/r ständig vergewissern muss und will, wo er/sie sich gerade befindet. „Ich bin hier – wo bist Du?“ Diese typische Frage eines Handy-Nutzers zeigt zunächst eine scheinbar banale Veränderung gegenüber dem herkömmlichen Telefon. In Wahrheit bedeutet es aber, dass wir ständig und überall ansprechbar sind. Man ist nicht mehr bereit für eine alltägliche oder geschäftliche Antwort lange zu warten. Die Konsequenz dieser Beschleunigung lautet meistens Hektik und Stress. Diese Veränderung der Kommunikationsverhältnisse – und Kommunikation ist der Kitt menschlichen Zusammenseins – vollzieht sich auf der Grundlage der digitalen Weltvernetzung, bekannt als das Internet. Das Handy ist nicht nur die bloße Summe herkömmlicher Geräte, nämlich Telefon, Kamera, Fax und dergleichen, sondern diese Summe auf Internet-Basis.

Das verändert grundlegend nicht nur unsere Arbeits- sondern auch unsere sonstigen Lebensverhältnisse in nicht geringerem Maße als es bei den Transport- und Kommunikationsmitteln im 19. und 20. Jahrhundert der Fall gewesen ist. Der springende Punkt ist dabei zweifellos die Interaktivität und zwar im Unterschied zu jenen Formen der Verbreitung digitaler Botschaften, die das Monopol der Massenmedien des 20. Jahrhunderts bildeten. Das Neue besteht nämlich in der Möglichkeit eines jeden im digitalen Netz Eingeloggten messages nicht nur an Einzelne, sondern auch an viele zu senden oder sie von ihnen zu empfangen und mit solchen messages direkt oder indirekt eine Wirkung zu erzielen. Diese interaktive und wirkungsmächtige Struktur der digitalen Vernetzung stellt jene hierarchische Monopolstruktur der Massenmedien in Frage, die aus dem Empfänger der Sendung nur einen Rezipienten machen, während jetzt im Prinzip jeder Empfänger zugleich ein potentieller Sender und  ein digital Handelnder wird, jenseits der individualistischen Version des klassischen Telefons. Wenn wir davon ausgehen, dass menschliches Wissen das Produkt sozialer Interaktion und die Grundlage unseres politischen, kulturellen und ökonomischen Lebens ist, dann leuchtet ein, dass eine solche Veränderung der Kommunikationstechnik zugleich eine Beschleunigung in der Wissensproduktion, -verbreitung und -nutzung mit sich bringt, die sich hinter dem verbrauchten Schlagwort von der Wissensgesellschaft oder auch von der Informationsgesellschaft verbirgt. 

Diese Beschleunigung führt zu einem neuen Selbstverhältnis im Sinne nämlich eines vernetzten Subjekts, das die Spannung zwischen Autonomie und Heteronomie im digitalen Netz anders begreifen und gestalten lernen muss als bisher. Wir sind digital vernetzt. Das ist der Grundsatz der vernetzten Wissensgesellschaft. Was wir über die Welt wissen, wissen wir nicht mehr bloß durch die Massenmedien, wie noch Niklas Luhmann behauptete, sondern durch vielfältige interaktive digitale Kanäle, die inzwischen weitgehend die Basis unseres In-der-Welt-seins bilden. Wer aber sind ‚wir’? Die digitalen Kanäle verbinden und spalten uns zugleich, sofern sie nämlich, aus unterschiedlichen Gründen, für einen großen Teil der Weltbevölkerung de facto unzugänglich bleiben. Wir sind vernetzt gespalten (Scheule/Capurro/Hausmanninger 2004). Wir pflegen diesen Zustand mit dem Ausdruck ‚digitale Spaltung’ (digital divide) zu kennzeichnen, wohl wissend, dass damit bisherige ökonomische, politische, technische und kulturelle Spaltungen berührt sind (Scheule/Capurro/Hausmanninger 2004). Die ethisch-politische Debatte um die künftige Wissensgesellschaft beschäftigt zur Zeit den von den Vereinten Nationen einberufenen Weltgipfel über die Informationsgesellschaft (World Summit on the Information Society) worauf ich noch zu sprechen komme. 

Die folgenden Überlegungen sind zugleich bejahend und kritisch gegenüber der heutigen beschleunigten Wissensgesellschaft. Sie sind bejahend, indem sie versuchen, diese Veränderung im Sinne eines epochalen kulturellen Einschnittes zu würdigen. Sie sind kritisch, indem sie zeigen, dass der Mensch sich durch sein Wissen und, wie Aristoteles mit Recht betont, durch sein Handeln (praxis) auszeichnet, so dass in der Wissensgesellschaft alles auf diese Verbindung zwischen der Bildung des Verstandes und der des Charakters ankommt. Wissensprozesse beruhen auf Informationsprozessen: Wie soll man etwas erfahren, wenn dies nicht mitgeteilt wird? Indes, Information und Bildung scheinen in unserem überkommenen Verständnis in einem beinah unversöhnlichen Gegensatz  zu stehen. Der Wissensbegriff, als Kern der Bildung, scheint etwas Höheres anzusprechen als die bloße Information. Die Begriffsgeschichte belehrt uns aber, bei näherer Betrachtung, eines Besseren. Das deutsche Wort ‚Bildung’ ist die im 18. Jahrhundert entstandene Übersetzung der aus dem Französischen übernommenen Begriffe ‚Edukation’ und ‚Information’ wie zum Beispiel der Ausdruck „Information des Verstandes und des Herzens“ bei Christoph Martin Wieland (1733-1813) bezeugt, der maßgeblich an dieser Übersetzung beteiligt war. Der Informationsbegriff selbst geht zurück auf das Lateinische informatio im Sinne von materieller und geistiger Formung, und verweist wiederum auf die bedeutungsschweren besonders von Platon und Aristoteles geprägten Begriffe idea/eidos, morphe und typos (Capurro 1978).

Man sieht aus diesen knappen Hinweisen, dass Ausdrücke wie ‚Informationsgesellschaft’ und ‚Wissensgesellschaft’ in ihrem vordergründigen Gebrauch nicht das Ganze dessen umfassen, was gebildet werden kann und soll, wenn es ums menschliche Leben geht. Hier setzt die Kritik am Mythologem einer Wissensgesellschaft ein, das von der notwendigen Lokalisierung menschlichen Wissens in jeweils unterschiedlichen historischen, geographischen, kulturellen und theoretischen Kontexten absieht. Das ist hier mit Information genau gemeint: nämlich die situationsbedingte Wissensselektion. Sieht man von dieser Lokalisierung ab, gerät man leicht, in pseudo-religiöser Manier, in die gnostische Vorstellung einer Epiphanie, im Sinne eines technologisch herstellbaren höheren Seins- und Wissenszustandes – eines Computers oder der ganzen Menschheit – wie  in zahlreichen Romanen und Filmen spätestens seit dem Meisterwerk von Stanley Kubricks 2001:  A Space Odyssey aus dem Jahre 1968 oder in den Romanen von Stanislaw Lem evoziert wird (Capurro 1995). Das bedeutet wiederum nicht, dass die zunehmende, wie wir sie nennen könnten, Cyborgisierung der Gesellschaft im Sinne einer immer enger werdenden Verknüpfung zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen aufgrund des Zusammenwirkens von Biotechnologie, Nanotechnologie, Informationstechnologie und Hirnforschung, ein Irrweg wäre. Denn Kultur umfasst sowohl die geistige als auch die materielle Bildung unseres Seins, deren Sinn und Grenzen sich aber nur in einer geduldigen, dialogischen und prüfenden Haltung öffnen. 

Wir können sagen, dass im Mittelpunkt der Kultur des beginnenden 21. Jahrhunderts Künstlichkeit und Kommunikation stehen, im Gegensatz zum Beispiel zum 19. und 20. Jahrhundert, wo Natur und Geschichte den Horizont für Wissenschaft und Politik bildeten. Sofern Künstlichkeit und Kommunikation bereits zum Kern mythischer Erzählungen über uns selbst gehören, lassen sie sich als Mythologeme bezeichnen und – vermarkten. So berichtete zum Beispiel die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Oktober 2004 mit dem Titel „Bill Gates in Hollywood. Windows on the World“  über dessen Auftritt im Shrine Auditorium in Los Angeles anlässlich der Präsentation von Windows XP Media Center. Bill Gates pries das künftige digitale Entertainment als die ultimative, alle Copyright-Rechte schützende Form der Vernetzung der Lebenswelt, als ein „Ökosystem“, nach dem Motto: Was gut ist für Windows, ist auch gut für die Menschheit!

GEDEHNTER BLICK

Zweifellos hat die digitale Weltvernetzung unseren Wissensblick weltweit erweitert. Das drückt die Bezeichnung World Wide Web deutlich aus. Die Fenster zu diesen digitalen Weiten nennt man Suchmaschinen. Der Primus unter ihnen, nämlich Google, gibt an, selektiven Zugriff auf mehr als vier Milliarden Websites zu ermöglichen. Was das genau bedeutet im Sinne von Qualität, Glaubwürdigkeit, Selektionskriterien und so weiter ist nicht leicht zu ermitteln und gibt Anlass zu ethischem und rechtlichem Nachdenken zum Beispiel in Bezug auf gekaufte Rankingergebnisse oder auf anstößige Inhalte wie Kinderpornografie. 

Im Mittelpunkt der heutigen Debatte um die Wissensgesellschaft steht ohne Zweifel die Frage, wie diese Weite der elektronischen Vernetzung und ihre Offenheit und Freizügigkeit zu schützen sind. Denn sie ist durch eine zunehmende Ökonomisierung, Überwachung und Monopolisierung bedroht. Wenn wir zurückblicken, stehen wir vor einer historisch vergleichbaren Situation wie der Kampf um Zensurfreiheit zur Zeit der Aufklärung auf der Basis der damals führenden Wissenstechnologie, nämlich des Buchdrucks. Heute geht es zum Beispiel darum, ob und inwieweit das Recht auf Kommunikation, verstanden als Recht zu Lesen und zu Schreiben in elektronischen Räumen als Menschenrecht aufgefasst werden sollte (Kuhlen 2004).

Die vor fünfzig Jahren verfasste Allgemeine Deklaration der Menschen- rechte hat diese Situation nicht ahnen können. Während das bisherige aus der Gutenbergtechnik herrührende Copyright-Paradigma vor allem die Eigentumsrechte von Wissensproduzenten und -vermittlern schützt, öffnet die neue Technologie die Möglichkeit eines freizügigeren und letztlich universal ausgerichteten Wissenszugangs, was letztlich auch der Traum der Aufklärung war. Das hat Auswirkungen auf allen Ebenen, von der Vorstellung einer durch vernetzten Wissensaustausch ausgeweiteten deliberativen Demokratie bis hin zum freieren Zugang zu von der öffentlichen Hand finanzierten Forschungsergebnissen. Letzteres Ziel wurde zuletzt in der von führenden europäischen Forschungsinstitutionen im Jahre 2003 unterzeichneten Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen klar und deutlich vertreten.

Die elektronische Weltvernetzung führt zu keinem höheren geistigen Zustand für einzelne Menschen, Gruppen oder sogar für die ganze Menschheit, sondern sie droht inzwischen in ein technokratisches System auszuarten, das den ökonomischen Machtinteressen einer Minderheit dient. Der Weltinformationsgipfel entwarf demgegenüber eine inklusive und solidarische Gesellschaft, bei der die Organisation und Verteilung von Wissen in elektronischen Netzen nicht allein in den Händen der politischen und wirtschaftlichen Akteure, sondern ebenso sehr in denen der civil society, der Bürger also, liegt. Dementsprechend wurde in der im Dezember 2003 verabschiedeten Prinzipiendeklaration des Weltinformationsgipfels der gemeinsame Wunsch und die Verpflichtung bekundet „eine menschenzentrierte, inklusive und nachhaltige Informationsgesellschaft zu gestalten, wo jeder Information und Wissen schaffen, nutzen und mit anderen teilen kann.“

Als deutscher Beitrag zu diesem Gipfel wurde auf Anregung der Heinrich-Böll-Stiftung eine  Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft  entworfen, die auf dem Prinzip des nachhaltigen Umgangs mit Wissen und Information basiert. Im einzelnen führt die „Charta“ folgende ethische Grundsätze und politische Ziele auf

  • Wissen ist Erbe der Menschheit und damit frei.
  • Der Zugriff auf Wissen muss frei sein.
  • Die Verringerung der digitalen Spaltung muss als Politikziel hoher Priorität anerkannt werden.
  • Alle Menschen haben das uneingeschränkte Recht auf Zugang zu den Dokumenten öffentlicher und öffentlich kontrollierter Stellen.
  • Die ArbeitnehmerInnenrechte müssen auch in der elektronisch vernetzten Arbeitswelt gewährleistet und weiterentwickelt werden
  • Kulturelle Vielfalt ist Bedingung für individuelle und nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung.
  • Mediale Vielfalt und das Angebot von Information aus unabhängigen Quellen sind unerlässlich für den Erhalt einer aufgeklärten Öffentlichkeit.
  • Offene technische Standards und offene Formen der technischen Produktion garantieren die freie Entwicklung der Infrastrukturen und somit eine selbstbestimmte und freie Kommunikation.
  • Das Recht auf Achtung der Privatheit ist ein Menschenrecht und ist unabdingbar für die freie und selbstbestimmte Entfaltung von Menschen in der Wissensgesellschaft.

Das ist nicht nur ein gänzlich anderer gesellschaftlicher Entwurf der digitalen Weltvernetzung als jene „Declaration of Independence of Cyberspace“, die 1996 in Davos von John Perry Barlow verkündet wurde, sondern dieser Entwurf unterscheidet sich auch maßgeblich von Windows-Mythologemen, die das Gemeinwohl auf Firmeninteressen hin projizieren. In der Informationswirtschaft tut eine Kehre in Richtung corporate social responsibility Not.

Ethische Prinzipien stehen nicht im leeren Raum, sondern sie werden in Zusammenhang mit  geschichtlich gewachsenen Lebensformen, Eigentumsregimen und Denktraditionen interpretiert, die ihnen ein unterschiedliches politisch und kulturell wirkungsvolles Gepräge geben. Solche Prinzipien sind in einem Geflecht von je nach Situation und Machtkonstellationen wechselnden Hierarchien eingebettet aus denen sich sowohl theoretische als auch praktisch-politische Spannungen aller Art ergeben. Man denke zum Beispiel an die Forderung des freien Zugangs zu Wissen für alle vs. das Recht am geistigen Eigentum oder an die Frage der Software-Patentierung.

Die Ausdehnung des Blickes, die uns die digitale Weltvernetzung gebracht hat, bedeutet also keineswegs die deterministische Vorgabe eines angeblichen informationstechnischen Fortschritts auf eine Vision hin, die alles außer Acht lässt, was nicht im Horizont der gegenwärtigen digitalen Weltvernetzung passt. Das wäre schon deshalb fatal, weil hier, unabhängig vom Medium, eine Ausblendung der Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Wissen, die dem Wissensbegriff innewohnt, stattfindet. Denn Wissen meint ein Für-wahr-halten auf der Basis von revidierbaren Annahmen, die sich nie ganz explizieren lassen, weil menschliche Erkenntnis, aufgrund ihrer evolutionären Abkünftigkeit sowie der konkreten materiellen Verfasstheit unseres Gehirns und unseres Leibes insgesamt, stets auf Grenzen stößt, die wir aufschieben aber nicht aufheben können. Das ist die Lehre Kants gegenüber den Ansprüchen der Metaphysik gewesen. Sie war auch, in anderer Perspektive, die Lehre des sokratischen Nicht-Wissens und wiederum in anderer Perspektive die praktische Weisheit des Buddhismus. Das Wissen, das in digitalen Speichern sowie in den inzwischen multimedialen Bibliotheken abrufbereit steht, ist das explizite Wissen. Dabei handelt es sich, im Gegensatz zur geläufigen Meinung, um potentielles Wissen, das zu seiner Aktualisierung der selektiven Erinnerung, Interpretation und Mitteilung bedarf.

Der Kern der heute in der Bildungsdiskussion viel gepriesenen Medienkompetenz, besteht darin, zu lernen, die Differenzen zwischen den Medien nicht zu verwischen, sowie auf jene implizite Dimension zu achten, die sich anders im Text, nämlich zwischen den Zeilen, als etwa in den vielfältigen Formen des Schweigens im mündlichen Gespräch kundtut, wobei man auf der Hut sein muss, sie nicht zu übersehen oder zu überhören. Die Konsequenz eines solchen Fehlers kann in der Praxis unter Umständen tödlich sein. In der Theorie führt sie zum Dogmatismus oder, in schwächeren Varianten, zur bloßen Sturheit bei der Verteidigung einer so genannten persönlichen Meinung. Eine Wissensgesellschaft, die sich dieser Problematik, nämlich ihres Verhältnisses zum Nicht-Wissen, nicht bewusst wird, perpetuiert auf fatale Weise nachhaltig die eigenen Vorurteile oder beschränkt sich auf den beschleunigten Abruf von explizitem Wissen, ohne zu merken, dass diese konsumistische Haltung nur zur Befriedigung einer momentanen Neugier führt, nicht aber zu jener gedehnten Perspektive des wissenden Nicht-Wissens, die Bedingung der Möglichkeit allen Lernens und Forschens ist. Kurz: eine Wissensgesellschaft, die sich maßgeblich von ihrem Bezug zum expliziten Wissen her versteht, ist keine nachhaltige, sondern nur eine aufgeblähte Wissensgesellschaft.

Zu Beginn der abendländischen Denktradition steht der Satz des Heraklit: „Polymathie noon echein ou didaskei.“ Zu Deutsch: „Vielwisserei lehrt kein Verständnis.“ In einem Interview mit dem Münchner Gitarrenbaumeister Sebastian Stenzel, das in „American Lutherie“ Nr. 66 Sommer 2001 erschienen ist und durch die Eingabe des Suchbegriffs  „polymathie“ in Google leicht zu finden ist, bezieht Stenzel dieses Zitat auf seine Arbeit mit folgenden Worten:

„Es beschreibt genau die Situation, in der ein Gitarrenbauer eigentlich ständig ist. Er muß sämtliche wissenschaftliche Möglichkeiten ausschöpfen, um das Instrument zu verbessern, um zu lernen, welche Konstruktionselemente welchen Einfluß haben. Er muß die Statik kennen, die physikalischen Grundlagen verstehen. Aber das allein reicht nicht, man muß auch die alten Meister studieren, also auch aus der Erfahrung anderer Gitarrenbauer lernen können, indem man versucht, ihre Konzepte zu verstehen. Und wenn man all das getan hat, dann kommt ein Moment, wo man letztendlich aus dem Bauch heraus entscheiden muß: mache ich die Anordnung der Balken jetzt so, oder mache ich sie ein bisschen anders? Mache ich die Decke ein Zehntel stärker oder ein Zehntel dünner? Das sind Entscheidungen, die letztendlich nicht auf wissenschaftlicher Ebene zu lösen sind, beziehungsweise deren wissenschaftliche Lösung so komplex wäre, daß sich kein Mensch je die Mühe machen würde, das zu machen. Und ich finde diesen scheinbaren Widerspruch eigentlich wunderschön, daß nach aller Gelehrsamkeit letztlich das Gefühl entscheidet. Und natürlich ist es kein Widerspruch, sondern eine Synthese.“ 

Womit wir beim zweiten Teil dieser zugleich bejahenden und kritischen Bemerkungen zur beschleunigten Wissensgesellschaft angekommen wären.


BEHARRLICHE LANGSAMKEIT

Das Mythologem der beschleunigten Wissensgesellschaft beruht auf der Annahme, dass die durch die digitale Weltvernetzung ermöglichte Geschwindigkeit der Wissensverbreitung und ihre Gehirn-ähnliche Vernetzung letztlich zu einem qualitativen Sprung menschlichen Seins, im Sinne einer Art höherer Intelligenz führen würde. Dieser technologische Mythos ist nicht weit entfernt von jenem theologischen Mythos von so genannten ‚getrennten Intelligenzen’, die aufgrund ihrer Unabhängigkeit vom irdischen materiellen Substrat, über eine höhere Form von Intelligenz als die der menschlichen diskursiven Erkenntnis verfügten. Die Theologie nannte solche höheren Intelligenzen bekanntlich Engeln. Sie spielten in der mittelalterlichen Anthropologie eine entscheidende Rolle, denn sie ermöglichten dem Philosophen den Menschen in seiner Mittelstellung zwischen Tier und Engel zu bestimmen, ein Topos, der später zum Beispiel bei Blaise Pascal folgendermaßen zur Sprache kommt: „L’homme n’est ni ange ni bête, et le malheur veut que qui veut faire l’ange fait la bête.“ (Pascal 1977). Zu Deutsch: „Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und unglücklicherweise derjenige, der den Engel nachahmen [wörtlich: machen, RC] will, macht sich zum Tier.“ In der technologischen Zivilisation hat die mythische Vorstellung von intelligenten Maschinen jene theologische Stelle neu besetzt, wodurch wir uns jetzt als mittlere Wesen zwischen Tier und ‚künstlicher Intelligenz’ bestimmen und auf eine technologische Angleichung zu diesem techno-metaphysischen Vorbild hinarbeiten, zum Beispiel in der Vision jener zu Beginn erwähnten Cyborgisierung der Gesellschaft. Eine andere heutige Bezeichnung für dieses Mythologem lautet Transhumanismus.

Die Massenmedien des 20. Jahrhunderts gaben uns einen Vorgeschmack von den sozialen Auswirkungen einer Vernetzung von zentral gesendeten Botschaften. Wir leben heute in der Zeit nach CNN, das heißt, wir leben noch mit solchen Anstalten aber auch darüber hinaus, so wie wir auch mit und nach dem Buchdruck leben und natürlich auch in der Zeit mit und nach dem Internet. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass wir in einer multimedialen Gesellschaft, besser: in Gesellschaften mit unterschiedlichen Formen der Nutzung und Aneignung von Medien der Wissensmitteilung leben, wobei vielen anderen Gesellschaften die Möglichkeit der Aneignung bestimmter Medien aus unterschiedlichen Gründen verwehrt bleibt. 

In einer berühmten im Jahre 1935 gehaltenen Rede mit dem Titel „Die Mission des Bibliothekars“ schrieb der spanische Philosoph und Journalist José Ortega y Gasset, dass die Demokratie ein „Kind des Buches“ ist, weil sie auf dem Sieg „des von einem Schriftsteller geschriebenen Buches über das von Gott offenbarte Buch und über das von einem Alleinherrscher diktierte Gesetzesbuch“ basiert (Ortega y Gasset 1962). Das Buch wird zum Substitut Gottes, zum Mythologem und letztlich – zum Konflikt. Es gibt zu viele Bücher in Europa, bemerkt Ortega kritisch, und der Leser braucht Hilfe, um sich in der „selva selvaggia“ zurecht zu finden. Gemeint ist eine qualitative Selektion, die auch zu einer neuen Definition des Bibliothekarsberufs – wir sprechen heute von Informationsberufen – führt. Entscheidend ist aber, dass die Basisorientierung nicht allein von den vermittelnden menschlichen und/oder technischen Instanzen – wir nennen sie heute Suchmaschinen oder knowbots – sondern von der „vitalen Situation“, in die wir immer schon eingebettet sind, abhängt. Ortegas Formel dafür lautet „Yo soy yo y mi circunstancia“. Zu Deutsch: „Ich bin ich und meine Situation“.

Im Anschluss an die platonische Schriftkritik bemerkt Ortega, dass alles schriftlich Fixierte, will es gewusst werden, in Zusammenhang mit der jeweiligen Situation aktualisiert, besser: kontextualisiert werden muss, wozu ein, etymologisch gedacht, wechselseitiger ‚Informationsprozess’ notwendig ist. Nur derjenige liest richtig, so Ortega, der zuvor für sich selbst über das Thema nachdenkt und dadurch, so können wir hinzufügen, sich auf implizites eigenes und fremdes Vorwissen besinnt. Denn, wie die Hermeneutik lehrt, Texte sind nicht bloß Aussagen, sondern Antworten auf Fragen. Im Kontext von Kommunikation sind Texte Botschaften. Niklas Luhmann unterscheidet mit Recht zwischen „Mitteilung“ oder Sinnangebot, „Information“ oder Selektion und „Verstehen“ oder die Einbettung des Ausgewählten im Kontext des jeweiligen Systems als die drei Komponenten von Kommunikation (Luhmann 1987). Wenn wir, wie bei den Echtzeit-Medien, keine Zeit mehr haben, um zwischen den Sinnmöglichkeiten dessen, was uns geboten wird, eine auszuwählen, dann sinken die Chancen, etwas zu verstehen und wir verkommen zu bloßen Empfängern von scheinbar für alle relevanten Botschaften.

Die knappe Ressource Aufmerksamkeit wird dabei vergeudet. Je enger wir an die Verfügbarkeit im Jetzt gebunden sind, umso beschränkter wird das Wissen. Die so beschleunigte Wissensgesellschaft endet vorläufig im erstarrten Augen-Blick eines Handy-Nutzers, der fassungslos feststellen muss, dass keine message für ihn/sie da ist, oder, noch schlimmer, dass der oder die Angerufene schon wieder nicht sofort erreichbar ist. Das kann sich bis zu einem neurotischen, ja sogar zu einem psychotischen Zustand steigern. Umso deutlicher muss wiederum jeder Handy-Nutzer allen um sie/ihn Herumstehenden oder –sitzenden in der dafür nötigen Lautstärke wissen lassen, dass er oder sie sich gerade hier oder dort befindet. Höflichkeit ist die Grundlage menschlichen Zusammenlebens. Die Pathologie der beschleunigten Wissensgesellschaft muss noch erforscht werden.

Medien sind Raum- und Zeitmaschinen. Wissen braucht nicht nur des gedehnten Blicks, sondern auch der beharrlichen Langsamkeit. Wissen braucht Zeit. Geduld ist eine wichtige Tugend des beginnenden Informationszeitalters. Der Umgang mit Wissen in der beschleunigten Wissensgesellschaft gehört zu jenen Techniken, die die philosophische Tradition mit dem Ausdruck Lebenskunst bezeichnet. Gemeint ist damit nicht bloß die vordergründige Wahl eines digitalen life style, sondern die Einübung in jene vom französischen Philosophen Michel Foucault genannten „Technologien des Selbst“ die uns erlauben, auf der Mikroebene des individuellen Lebens eine Auseinandersetzung mit den uns dressierenden und uniformierenden „Dispositiven“ zu führen (Foucault 1993). Anstatt uns von den Medien mit ihren jeweiligen Raum- und Zeitvorgaben unsere Lebenszeit stets vorschreiben zu lassen, sollten wir zum Beispiel lernen, uns Schonzeiten der Nicht-Verfügbarkeit in den weiten Räumen der digitalen Weltvernetzung zu gönnen.

Wir verfügen nur in Ansätzen über eine Informationsethik in der die klassischen Themen einer Theorie der Lebenskunst, wie zum Beispiel Selbsterkenntnis, Freundschaft, Sorge um den eigenen und den fremden Leib oder Sorge um die „Information des Verstandes und des Herzens“ (Wieland) im Horizont der digitalen Weltvernetzung dekliniert werden (Capuro 1995, 2003). Auch hierfür sollten wir uns Zeit lassen, um sowohl selbst nachzudenken als auch um uns mit anderen, im Rahmen eines erst beginnenden interkulturellen Dialogs, der weit über die Grenzen der gegenwärtigen Wissensgesellschaft reicht, gedanklich austauschen. Ich nenne dieses Wissensgebiet interkulturelle Informationsethik (Capurro 2005).
 

AUSBLICK

Die digitale Weltvernetzung hat viele Engpässe der Gutenbergtechnik gelöst aber ganz neue Fragen aufgeworfen. Wie bestimmt sich zum Beispiel Privatheit innerhalb digitaler Kommunikation? Wer finanziert eine solidarische Weltvernetzung? Wer regiert das Netz? Welche Szenarien zeichnen sich in einer so genannten Post-Internet-Ära bereits ab, in der smarte Gegenstände aller Art sowie vielfältige Formen des mobile computing, bis hin zu Implantaten im menschlichen Körper, in potentiell dauerhaften Datenaustausch miteinander treten? Welche Chancen und Gefahren für Mensch und Umwelt bringt diese zweifellos beschleunigte Vernetzung aller Lebensbereiche mit sich? Das Gespenst einer rund um die Uhr flächendeckend überwachten Gesellschaft (surveillance society) nimmt allmählich Konturen an, bei denen die Suche nach Sicherheit mit dem Schutz der Privatheit kollidiert. In vielen Fällen wird sich die beschleunigte Wissensgesellschaft paradoxerweise mit dem Recht auf Nicht-Wissen auseinandersetzen müssen, nicht zuletzt um den Raum der Freiheit gegenüber Orwellscher Schreckensvisionen zu schützen 

Die möglichen Interpretationen und Handlungsoptionen in diesen und anderen Bereichen müssen in formalen und informalen Diskursen, in Parlamenten, Bürgerforen, Ethikkommissionen, in der akademischen Lehre und Forschung und im Dialog mit der Privatwirtschaft und den sonstigen stake holders einer nicht bloß beschleunigten, sondern nachhaltigen Wissensgesellschaft auf nationaler und lokaler Ebene geführt werden, nicht zuletzt unter Nutzung des digitalen Netzes selbst. Die Umsetzung dieser Grundsätze und Ziele bedarf aber auch der Schaffung neuer Institutionen auf internationaler Ebene. Das ist eine Herausforderung für die zweite Phase des Weltinformationsgipfels im Jahre 2005. Bereits diese sich über eine Periode von mehreren Jahren ausstreckende Konferenz ist ein Modell dafür. Wir werden vermutlich eine UN Internet-Agentur brauchen, so wie wir im 20. Jahrhundert eine UN Atomkernenergiebehörde geschaffen haben. Denn in Zukunft werden Informationskonflikte aller Art, über geographische und rechtliche Grenzen hinweg zunehmen, wie wir sie schon heute im Falle von Viren, SPAM-Mail und Nutzung des Netzes für kriminelle Zwecke aller Art täglich erleben, die sich nicht a priori durch Deklarationen und Prinzipien allein lösen lassen. Parallel zu dieser top-down-Strategie der Internet-Governance brauchen wir aber auch vielfältige bottom-up-Initiativen auf der Basis von Open Source und Freier Software auf der formalen, sowie von Open Access auf der inhaltlichen Ebene. Nur so kann eine Balance, wie prekär auch immer, gesucht werden, die es freilich in Bezug auf andere Medien und unter Berücksichtigung von lokalen Bräuchen, historischen Entwicklungen, geographischen Gegebenheiten usw. zu gestalten gilt. Eine zu starke Regulierung von oben lähmt die rasante technische Entwicklung dieses Mediums. Eine totale Deregulierung verkennt die Komplexität der realen Macht- und Interessenverhältnisse in und außerhalb des Netzes.

Die Grundfrage einer so anvisierten nicht mythologischen, sondern solidarischen und nachhaltigen Wissensgesellschaft, besser: von kulturell unterschiedlich geprägten Wissensgesellschaften, lautet: Wie begreifen und gestalten wir – und dieses ‚wir’ ist keine einheitliche Masse von sechs Milliarden Menschen – Freiheit im Kontext der digitalen Weltvernetzung? Oder auch: Wie lässt sich das Gemeinwohl von Gesellschaften im Horizont dieses Mediums je nachhaltig begreifen und fördern? Diese Frage betrifft einen technischen (code) und einen inhaltlichen (knowledge sharing) Aspekt und zielt auf Kulturen des freien Entschlusses zur digitalen Kommunikation.

Die politische Herausforderung besteht erstens darin, den digitalen code der Weltvernetzung, der zu einem de facto Gesetz ohne demokratische Legitimierung ausarten kann, im Rahmen von gemeinsamen ethischen Prinzipien sowie von transparenten, demokratisch legitimierten und einschließenden Institutionen und Verfahren so einzubinden, dass sich, zweitens, vielfältige Wissenskulturen bilden und in Wechselwirkung treten können. Kurz: es geht nicht darum, die eine Wissensgesellschaft zu bilden, sondern eine Pluralität von sozialen und kulturell differenzierten Formen der Wissensschaffung, Wissensspeicherung, Wissensordnung, Wissens- teilung, Wissensbewahrung und Wissensnutzung zu ermöglichen, im Rahmen der digitalen Vernetzung und – darüber hinaus.

Das ist aber wiederum kein Plädoyer für ein bloßes Nebeneinander von scheinbar statischen und wasserdichten Kulturen, die in Konflikt miteinander treten, wie der Ausdruck ‚Krieg der Kulturen’ missverständlich suggeriert (Huntington 1997). Ein solcher multikulturalistischer Blick verfehlt die Dynamik und Hybridität von Kulturen, die sich über ausgedehnte Räume und Zeiten mit vielfältigen gegenseitigen Einflüssen und auf der Basis eines sich immer wieder durch Erinnerung erneuernden Gedächtnisses, eines kulturellen Gedächtnisses also, entfalten. Diese Wissensbildungsprozesse mit ihren materiellen und institutionellen Strukturen, die wir auch Kulturen nennen, schließen nicht nur Dimensionen der Wissenserhaltung, sondern auch der Wissensdeutung und Weitergabe ein. Der Ausdruck ‚Dialog der Kulturen’ ist eine Metapher für diese komplexen Wechselwirkungen.


LITERATUR


Barlow, John Perry (1996): A Declaration of the Independence of Cyberspace.


Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (2003).

Capurro, Rafael (2005): Intercultural Information Ethics. In: Johannes Frühbauer, Rafael Capurro, Thomas Hausmanninger (eds.): Localizing the Internet. Ethical Issues in Intercultural Perspective. München: Fink:.
Capurro, Rafael (2003): Ethik im Netz. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.

Capurro, Rafael (1995): Leben im Informationszeitalter. Berlin: Akademie Verlag.


Capurro, Rafael (1978): Information. Ein Beitrag zum etymologischen und ideengeschichtlichen Begründung des Informationsbegriffs. München: Saur


Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft (2003).


Foucault, Michel (1993): Technologies of the Self.A Seminar with Michel Foucault. Ed. by L.H. Martin, H. Gutman, P.H. Hutton. The University of Massachusetts Press.


Huntington, S.P. (1997): Der Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. München/Wien: Europaverlag (2. Aufl.).


Kuhlen, Rainer (2004): Informationsethik. Konstanz: Universitätsverlag.


Luhmann, Niklas (1987): Soziale Systeme. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.


Ortega y Gasset, José (1962): Misión del bibliotecario. Madrid: Revista de Occidente,


Pascal, Blaise (1977): Pensées. Paris: Gallimard.


Scheule, Rupert / Capurro, Rafael / Hausmanninger, Thomas Hrsg. (2004): Vernetzt gespalten. Der Digital Divide in ethischer Perspektive. Schriftenreihe des ICIE Bd. 3, München: Fink.


World Summit on the Information Society

Letztes update: 8  Januarr 2012


 

   
 
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