WEB 2.0

Gesellschaftliche, mediale und politische Auswirkungen

Rafael Capurro

  
 

     

Vorlage für einen Vortrag auf Einladung der
Katholischen Akademie in Bayern und des Deutschen Museum Reihe Wissenschaft für Jedermann. München, 12. November 2008. Vortrag auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung in Ansbach und der Fachhochschule Ansbach, 13. Mai 2009 (Siehe: PowerPoint).


 
 
 

EINLEITUNG

Die digitalen Informationstechnologien entwickeln sich rasant. Das nun schon bald vierzig Jahre alte Internet – es ging aus dem 1969 entstandenen ARPANET Projekt der Advanced Research Project Agency (ARPA) des US Verteidigungsministerium hervor – befindet sich in einer Umbruchphase, die mit dem Begriff Web 2.0 gekennzeichnet wird. Gemeint sind damit sozio-technische Dispositive wie zum Beispiel blogs, social software, social bookmarking, Podcasting, Wikipedia, Video-Portale und Online-Treffpunkte aller Art (1). Die aus der Softwareentwicklung entlehnte Bezeichnung einer Versionsnummer bedeutet, dass eine grundsätzliche Änderung stattfindet und deshalb eine neue Release-Nummer, anstelle einer bloßen Veränderung der Level-Nummer, notwendig ist (2). Nach Meinung von Tim Berners-Lee, dem Gründer des World Wide Web, handelt es sich um einen „Jargonausdruck“ oder um eine „Marketingblase“, da das Internet von Anfang an als interaktiv konzipiert war (3).

Die sich daraus ergebenden Auswirkungen lassen für viele die Grenzen zwischen virtuell und real, zwischen privat und öffentlich als unscharf und fließend erscheinen. Auch der Einfluss auf die Massenmedien ist unübersehbar. Fragen der Medienkonvergenzen und -divergenzen sowie der Herstellung von Öffentlichkeit(en) stehen im Vordergrund heutiger Mediendebatten. Wir befinden uns mitten in einem Strukturwandel medialer Öffentlichkeiten auf lokaler und globaler Ebene mit weitreichenden sozialen, politischen und, wie man gerade in diesen Tagen deutlich wahrnehmen kann, auch ökonomischen Konsequenzen.


GESELLSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN

Unter dem Schlagwort Web 2.0 entsteht also zur Zeit eine neue Informationsutopie, die sich aber in eine Dystopie verwandeln könnte, falls die Menschen ihre Autonomie zugunsten einer fortschreitenden digitalen Kollektivierung abgeben, was der Künstler und Informatiker Jaron Lanier, der den Begriff „virtual reality“ prägte, als „digital maoism“ bezeichnet. Demgegenüber plädiert er für individuelle Verantwortung und regulierte Qualitätsprüfung. Er schreibt: „The best guiding principle is to always cherish individuals first (4). Wir sollten uns also um den Einzelnen Sorgen machen. Eine ganz und gar aufklärerische Maxime, die an Michel Foucault sowie an die antike und die neu erwachte Lebenskunst erinnert (5). Philip Rosedale, Gründer von SecondLife antwortete kürzlich die Frage in welche Richtung sich das Internet entwickeln wird, mit dem prägnanten utopischen Satz: „Wir werden dahin kommen, alle Medien der Welt aufzusaugen.“ Und auf die Frage, ob er Muster von Onlinesucht erkennen würde: „Wir würden uns auch nicht wohl dabei fühlen, die Nutzer so genau zu überwachen“ (6).

DER SPIEGEL betitelte die Titelseite der Ausgabe vom 11. August 2008 mit der Aufschrift: „Macht Das Internet Doof?“ [sic] Untertitel: „Vernetzt, verquatscht, verloren“ sowie: „Suche: Freunde, Sex, Irgendetwas“ (angeklickt ist: „Irgendetwas“) (7). „Doof“ erschien im Google-Design. Der Beitrag über „Daten-Sucht“ weist auf „E-Mail-Fluten und grenzenlose Online-Informationen“ sowie auf den „Kommunikationswahn im Netz“, der „verhaltensauffällige und hochnervöse Individuen hervorgebracht hat, die immer mehr erfahren und immer weniger wissen“ hin. Paradox ist diese Ausgabe insofern, als DER SPIEGEL auch im Internet erscheint. Demnach wäre die Frage mit „nein“ zu beantworten, sofern nämlich die user sich nicht von diesem, aber auch nicht von anderen Medien, wie eben die Printmedien selbst, vereinnahmen lassen.

Mit anderen Worten, jede Medienrevolution bringt zunächst, wie wir seit Platons Schriftkritik wissen, eine Pauschalverdammung des neuen Mediums hervor, die meistens aus der Angst vor dem Verlust einer Machtposition hervorgeht. So wehrten sich die Massenmedien zu Beginn dieses Jahrhunderts mit Händen und Füssen gegen das neue Medium, dass ihr Informationsmonopol bedrohte. Dieser Kampf dauert noch an, wie man auch an diesem SPIEGEL-Artikel sehen kann, mit inzwischen paradoxen Eigentoren. Wenn wir uns nicht nur mitten in einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern auch in einer Informationskrise befinden, dann sind dabei alle Medien betroffen. Die Frage müsste also heißen: „Machen Medien doof?“ was eine wiederum paradoxe Frage ist, denn sie findet immer in irgendeinem Medium statt, ob es das gesprochene Wort, die Schrift, die gedruckte Fassung, ihre Verbreitung durch die Online-Ausgabe des SPIEGEL ist. Die Frage lautet vielmehr: Warum fällt es uns heute so schwer in diesem wie in anderen Lebensbereichen Maß zu halten? Und die Antworten auf diese Frage sind sehr vielfältig, wie der SPIEGEL-Beitrag zur Datensucht belegt (8).

Wir entwerfen uns als vernetzte, mobile und ständig in der realen Welt erreichbare und somit im wahrsten Sinne des Wortes utopische, an keinen Ort gebundene Existenzen. Man könnte sie auch ‚heterotopische’ nennen, sofern wir uns ständig in einem beliebigen digitalen Ort befinden, der sich vom realen, physischen Ort unterscheidet und teilweise ausblendet, manchmal mit gravierenden Konsequenzen aufgrund der fehlenden Aufmerksamkeit für das, was sich gerade hier und jetzt leiblich ereignet. Allmählich wird dabei klar, dass diese Form ort- und zeitunabhängigen Existierens individualethisch und sozialpolitisch ambivalent ist.

Der japanische Filmemacher Tatsuya Mori deutete kürzlich das Phänomen des Amoklaufs des 25-jährigen Tomohiro Kato, der am 8. Juni 2008 in Tokyo sieben Personen tötete und dutzende verletzte, als Ausdruck tiefer Verzweiflung (9). Wenn der Alltag vorwiegend aus virtuellen Elementen besteht, führt das dazu, dass man nicht „aus der Realität“, sondern „in die Realität“ flüchtet. Das Gefühl, in einer nichtigen Welt der Fiktionalität zu leben, führt dazu, dass bei dieser Flucht, kein Bewusstsein entsteht, einen Mord begangen zu haben. Man müsste, so Mori, den Individuen wieder ein Realitätsgefühl geben. Erhöht man aber die sozialen Überwachungsmechanismen wird das Gegenteil davon erzeugt (10). Der amerikanische Philosoph Michael Heim hebt drei existentielle Grundzüge hervor, die der Erfahrung eines freien Lebens in der virtuellen Realität ein anderes, reales Gegengewicht – einen Anker – geben, nämlich die Mortalität und mit ihr die Natalität, die Temporalität und mit ihr die Erfahrung der Einmaligkeit und die Fragilität oder die Sorge menschlichen Existierens. Ich glaube, dass wir heute mehr den je Praktiken der Lebensformung brauchen, um diese Dimensionen individuell und gesellschaftlich wieder zu erfahren (11). Dazu gehören zum Beispiel so einfache Praktiken wie ein Waldlauf ohne Handy (12).

Wir fangen an, Gewinn und Verlust an Lebensqualität in der bereits konkreten digitalen Kommunikationsutopie kritisch abzuwägen:

  • Müssen wir tatsächlich permanent und scheinbar jenseits aller raum-zeitlichen Lokalität erreichbar sein? Wann und wie sollten wir uns digitalfreie Zeiträume verschaffen, in denen wir „nur für uns“ sind?
  • Welche Einschluss- und Ausschlussmechanismen sind mit diesen Technologien verbunden?
  • Welche Auswirkung hat ihre massive Nutzung in Bezug auf die Umwelt? Wer kümmert sich um die ökologisch vertretbare Beseitigung des Elektronikschrotts?
  • Wie lässt sich die digitale Weltvernetzung regulieren, so dass ihr offener, freier und interaktiver Charakter erhalten bleibt?
  • Welche technischen, rechtlichen und moralischen Grenzen wollen wir uns in Bezug auf die fortschreitende Informatisierung aller Lebensbereiche setzen?
  • Wie wollen wir der Entstehung einer surveillance society und der weitgehenden Preisgabe der Privatheit begegnen?
  • Welche Formen der Rücksichtnahme wollen wir entwickeln, damit wir nicht in öffentlichen Räumen paradoxerweise immer stärker mit der Privat-, öfter auch Intimsphäre anderer Menschen ungewollt und meistens auch unerwünscht konfrontiert werden, ohne dass manchmal ein höfliches Überhören möglich wäre?

Kurz: Wir sollten uns verstärkt sowohl dem positiven als auch dem negativen Utopiegehalt zuwenden, der in unseren sich rasch entwickelnden sozio-technischen Verhältnissen steckt. Diesen Mut, uns des eigenen Verstandes zu bedienen, um vor- und rückwärts zu schauen, ist ein bleibendes Vermächtnis der Aufklärung. Der Wert von Kommunikation, die unsere Gesellschaft neben dem des Künstlichen auszeichnet, sollte uns also zu Denken geben. Dies alles lässt sich anhand von vielen anderen Beispielen erläutern wie die tägliche Überflutung durch Mails, das digitale Mobbing in den Schulen, Selbstmordgemeinschaften im Internet, Virenattacken aller Art, Verletzung des Copyright oder Gefährdung der Privatheit. Ein weites Feld also, das wir inzwischen unter dem Titel Informationsethik – im Unterschied zur herkömmlichen auf die Massenmedien bezogenen Medienethik – erforschen.

Peter Sloterdijk hat darauf hingewiesen, dass wir in einer „Epoche der leeren Engeln“ oder in einem „mediatischen Nihilismus“ leben, in der wir, bei einer Vervielfältigung der Übertragungsmedien, die zu vermittelnden Botschaft vergessen haben: „Das ist das eigentliche Dysangelion der Gegenwart“ (13). Das Wort Dysangelion hebt, gegenüber 'euangelion', die Eigenschaft der Leere jener Botschaften hervor, die durch die Massenmedien verbreitet werden und die im Marshall McLuhans berühmten Spruch mündet: "The medium is the message". Hier entsteht gerade die Frage, inwiefern das Internet einen neuen ‚angeletischen’ Raum schafft, der in der Lage ist, neue Botschaftssynergien, ohne den hierarchischen und absoluten oder schein-absoluten Charakter der heiligen Botschaften und ihrer politischen Substitute, zu ermöglichen. Wenn es stimmt, dass die Massenmedien, wie Sloterdijk behauptet, von einer zynischen Stimmung sozusagen ‚be-stimmt’ sind (14), stellt sich die Frage nach dem, wie Slavoj Žižek es nennt, „phantasmatischen“ Charakter der neuen interaktiven, digital-vernetzten Medien (15).

Online communities wachsen täglich über alle politischen und sprachlichen Grenzen hinweg. Blogs und Wikis sind inzwischen Alltag und die Massenmedien suchen teilweise krampfhaft den Anschluss an die interaktive digitale Welt.  Man kann diese Phänomene aus der Sicht des medialen Ordnungsgefüges des 20. Jahrhunderts als chaotisch oder sogar als bedrohlich empfinden. Aber man kann es ebenso als Abschwächung hierarchische oder top-down Machtstrukturen und somit als Chance zur Verstärkung oder empowerment eines (oder mehrerer) sich neu konstitutierenden gesellschaftlichen Subjekts (oder Subjekte) verstehen. Die Entwicklung zeigt in Richtung Aggregation von Menschen und nicht bloß von Texten (oder Bildern), sowie auch in Richtung Aggregation von Dingen, die miteinander vernetzt sind. Dem Verlust (oder Abschwächung) der Privatsphäre entspricht die Veräußerung des Privaten im öffentlichen Raum und der Anonymität im öffentlichen Raum.

Diese Entwicklung ist der Verbreitung des Automobils im 20. Jahrhundert nicht unähnlich. Man denke an die Auswirkungen auf die autogerechte Stadt. So wie allmählich klar wurde, dass Fußgängerzonen kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für ein menschliches Miteinander in der Stadt sind, so wächst allmählich auch die Einsicht in die Notwendigkeit von digitalfreien (Lebens-) Zonen sowie auch von unterschiedlichen Mechanismen, Institutionen und Ritualen – bis hin zu extremen Formen von staatlich-sanktionierter Überwachung und Zensur – die allmählich das Netz stärker top-down regulieren (in vielen Fällen auch rechtlich reglementieren) zu Lasten oft von bottom-up Verfahren der freien Selbstkontrolle (17).


MEDIALE AUSWIRKUNGEN

Jürgen Habermas hat in seinem Buch „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ die Entstehung einer kritischen bürgerlichen Öffentlichkeit beschrieben (17). Inzwischen wissen wir, dass die von den Massenmedien des 20. Jahrhunderts hergestellte Öffentlichkeit ein, im Luhmannschen Sinne, System der Gesellschaft ist (18). Das gilt nicht weniger für die vor etwa fünfzehn Jahren entstandene digitale Weltvernetzung, die unter dem Titel Internet bekannt ist. Man könnte diese Entwicklung, die keineswegs in einer glatten linearen Form stattgefunden hat und die unterschiedliche Auswirkungen auf die anderen Systeme der Gesellschaft ausübt, so interpretieren, dass die von den Massenmedien, und allen voran die vom Fernsehen hergestellte Öffentlichkeit, zumal in Form öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten, den Schein einer kritischen bürgerlichen Öffentlichkeit gab, obwohl es sich um eine eindeutig hierarchische Sendestruktur handelt, die das Gegenteil vom demokratischen Ideal einer horizontalen und „herrschaftsfreien“ Kommunikation bedeutet. Mitten in diesem Fernseh-medialen öffentlichen Raum nahmen bald private Sender einen gewichtigen Platz ein.

Mit dem Aufkommen des Internet mit seiner interaktiven und dezentralen Struktur, wonach im Prinzip jeder Empfänger zum Sender mutieren kann, mussten sich die Massenmedien von ihrem Sendemonopol, sowie von ihrem Anspruch, eine vierte Gewalt zu sein, im Prinzip verabschieden. Das haben sie bis heute nicht verwunden. Auch wenn das Fernsehen weiterhin das Leitmedium dieser Gesellschaft ist, befinden wir uns bereits in einem Zustand höherer Medienkomplexität, jenseits eines Nebeneinander von Internet – dem Medium für die Massen – und den Massenmedien. Das zeigt sich darin, dass die Massenmedien nicht nur im Internet präsent sind, sondern dieses Medium mit seinen interaktiven Möglichkeiten für ihre Zwecke nutzen. Mit anderen Worten, es finden unterschiedliche Formen von Wechselwirkungen zwischen den Sphären des Staates, der „bürgerlichen Öffentlichkeit“, des privaten Bereichs, der Massenmedien und des Internet statt.

Auch wenn die bürgerliche Öffentlichkeit in den letzten zweihundert Jahren in ihrer medialen Struktur und somit auch in ihren Prinzipien sich mehrmals veränderte, übt die konkrete Informations- und Kommunikationsutopie der Aufklärung eine nachhaltige Anziehungskraft aus. Hegels Geschichtsphilosophie übernimmt das christliche Erbe und stellt die Idee eines Fortschritts im Bewusstsein der Freiheit als Kern menschlicher Selbstwerdung dar. Karl Marx lokalisiert das „Reich der Freiheit“ als einen durch den „Klassenkampf“ erreichbaren Zustand und kritisiert dementsprechend „den schafsköpfigen, sentimentalen, utopischen Sozialismus“ der französischen Utopisten (19). Die chiliastische Terminologie wird von den totalitären Bewegungen des 20. Jahrhunderts – Hitlers „tausendjähriges Reich“ – übernommen, wobei Kritiker sozialistischer und kommunistischer Ideen und Ideale diese oft als „utopisch“ abwerten. In der Gegenwart war es vor allem Ernst Bloch (1885-1977), der den Utopiebegriff positiv deutete, als das, was das Gegebene übersteigt und im paradoxen Begriff des „Konkret-Utopischen“ zum Ausdruck kommt (20).  An die kritische Funktion von Utopien bzw. an ihre Darstellung als Dystopien, knüpfen diejenigen Autoren im 20. Jahrhundert an, die schon früh das ambivalente Potential der modernen Technik im allgemeinen und der Informations- und Kommunikationstechnologien insbesondere erkennen, wie zum Beispiel Aldous Huxleys „Brave New World“ (1932) (21).  George Orwell schreibt in seinem berühmten Roman „Nineteen Eighty-Four“ (1949):

„Der Große Bruder ist unfehlbar und allmächtig. Jeder Erfolg, jede Leistung, jeder Sieg, jede wissenschaftliche Entdeckung, alles Wissen, alle Weisheit, alles Glück, alle Tugend werden unmittelbar seiner Führerschaft und Eingebung zugeschrieben. Niemand hat je den Großen Bruder gesehen. Er ist ein Gesicht an den Litfaßsäulen, eine Stimme am Televisor.“ (22)

Nach dem Fall des kommunistischen Imperiums schien es zunächst so, als ob das von Francis Fukuyama verkündete „Ende der Geschichte“ auf der Grundlage digitaler Informationstechnologie erreichbar wäre (23). Diese Utopie fand einen prägenden Niederschlag in McLuhans berühmter Metapher von dem „global village“ als Nachfolgeinformationsutopie der „Gutenberg-Galaxis“. Mit viel Pathos verkündete John Perry Barlow im Jahr 1996 die „Unabhängigkeit des Cyberspace“ (24). Aber nicht die Internet-Utopie, sondern die Internet-Realität brach mit der Vorstellung einer hierarchisch aufgebauten Beziehung zwischen einem Sender und vielen Empfängern (one-to-many), die das Spezifikum der Broadcasting-Medien des 20. Jahrhunderts war. Freilich, nach den ersten euphorischen Internet-Jahren und vor allem nach dem Platzen der „E-Economy“-Blase schwächte sich der real-utopische Gehalt des Internets ab, um aber in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts erneut Fuß zu fassen in einer nach dem 11. September 2001 veränderten weltpolitischen Lage. Dazu tragen nicht nur die rasante Entwicklung mobiler Technologien bei, sondern auch Bewegungen wie Open Source und Free Software. Demgegenüber stehen Monopolisten wie Microsoft, Google oder Lindenlabs mit eigenen utopischen Vorstellungen.

Unter dem Titel „Selbstdarstellung statt Information. Wie das Internet unsere Kommunikationskultur verändert“ berichtet die Journalistin Mirjam Hauck, dass obwohl das Internet schneller als Tageszeitungen und Fernsehen informiert, von den 76 Prozent der 14- bis 64-Jährigen, die inzwischen online sind, nach der aktuellen Computer- und Technik-Analyse (ACTA) der Allensbacher Meinungsforscher, nur 46 Prozent der Informationen aus dem Netz nimmt, wobei diese keineswegs auf gesellschaftliche Themen bezogen sind. Sie schreibt:

„Wichtig für die jungen User sind dagegen im Internet Multimedia-Inhalte wie Videos und User-generated Content wie selbst erstellte Inhalte. Sie wollen im Internet eigene Beiträge schreiben und Fotos ins Netz stellen. Allensbach hat für diese Aktionen drei unterschiedliche Motivstrukturen festgestellt: die Nutzer suchen eine Gemeinschaft, indem sie Teil der Web-Family werden, sie möchten sich mit Profilen in sozialen Netzwerken präsentieren und Inhalte wie Musik und Filme im Netz bewerten. Das wichtigste Instrument hierfür sind die Communities. 47 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sind Mitglied in einem sozialen Netzwerk, bei den 20- bis 29-Jährigen 40 Prozent. Bei den Älteren brechen die Mitgliederzahlen dagegen ein.

[…] Mit dieser Suche nach Nähe und der Abkehr von Nachrichten kapitulieren vor allem die jungen Nutzer vor der Fülle an Informationen, die das Internet bietet. Die Nutzer fokussieren und selektieren schärfer, sie blenden aus, was sie nicht interessiert. Im Internet ließe sich zwar das Wissen der Welt mit wenigen Mausklicks finden, aber viele Nutzer suchen gar nicht danach. Die Informationsfülle führt vielmehr zu einer stärkeren Bezogenheit auf das eigene Leben.“ (25)

Was bei dieser Interpretation der jetzigen Lage auffällt, ist die Tatsache, dass nicht gefragt wird, warum „Selbstdarstellung“ für die Nutzer einen größeren Wert hat als „Information“, wobei unter „Information“ die Fremddarstellung durch die Massemedien gemeint ist. Die Antwort auf diese Frage ist naheliegend aber aus der Sicht der Massenmedien schwer zu akzeptieren, nämlich, dass aufgrund der medialen Revolution des Internets die Herrschaft der Fremddarstellung durch die Massenmedien in Frage gestellt wurde. Dies als Desinteresse an Politik, Wirtschaft und Kultur zu deuten, mag auf den ersten Blick einleuchten, aber die massive Entwicklung von Blogs in allen Lebensbereichen belehren die Massenmedien eines Besseren. Gerade in der Politik, wie gleich zu erörtern ist, stellt sich die Möglichkeit der „Selbstdarstellung“ als ein Novum gegenüber der Selbstgefälligkeit der Massenmedien dar. Mit anderen Worten, die Möglichkeit der „Selbstdarstellung“ ist an sich alles andere als unpolitisch, gleichgültig, ob die Nutzer in den inzwischen im Internet etablierten Massenmedien suchen oder nicht. Sie bedeutet nämlich, dass das Individuum jetzt eine eigene Stimme hat und diese vielfältig zum Ausdruck bringen kann, ohne sich dem Filter der Massenmedien zu unterwerfen (26). Wenn die Politik diesem Umstand nicht positiv Rechnung trägt, sondern sich wie bisher auf die durch die Massenmedien vermittelte Stimme des Volkes verlässt, dann übersieht sie die Zeichen der Zeit und dass kann ihr, zumindest in einem demokratischen Gemeinwesen, nicht gleichgültig sein. Politik und Massenmedien müssen sich also positiv auf die Einmischung der Selbstdarstellung einstellen, denn das, was sie bisher getan haben und auch tun, ist ebenfalls Selbstdarstellung. So gesehen müssen sie  paradoxerweise die Information von einem anderen empfangen, anstatt zu glauben, sie hätten weiterhin ein Monopol. Das gilt sowohl für die Systeme von Politik und Massenmedien selbst als auch für die politische und journalistische Klasse.

POLITISCHE AUSWIRKUNGEN

Aufklärung ist für Kant „der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ Selbstverschuldet ist unsere Unmündigkeit, weil wir uns durch Zensur selbst daran hindern, zu erfahren, was andere denken (27). Und umgekehrt: Wir hindern uns selbst, das, war wir selbst denken, den anderen mitzuteilen. Kant dachte dabei an das leitende Medium seiner Zeit, nämlich die gedruckten Schriften, und er anvisierte zuerst den freien Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse zwischen den „Gelehrten“. Das konkret-utopische Ziel war aber nicht nur das Selbstdenken, sondern die freie Mitteilung dessen, was man meint, zu fördern, den Menschen also dazu zu ermuntern, sich nicht von anderen im Denken und Handeln regungslos führen zu lassen. Kants Utopie der Gedankenfreiheit ist keine idealistische Vorstellung eines Freidenkers im stillen Kämmerlein. „Gedanken sind frei“, heißt es in Joseph von Eichendorffs Gedicht „Verschwiegene Liebe“, das zugleich ein liebes- und ein zensurkritisches Gedicht ist (28). Das stimmt aber nur, wenn sie sich frei verbreiten oder, wie Kant in „Was heißt: sich im Denken orientieren?“ schreibt, wenn wir den anderen unsere Gedanken und diese uns ihre „mitteilen“ können. Gedankenfreiheit ist unlösbar mit der Freiheit „seine Gedanken öffentlich mitzuteilen“ verbunden (29). Man kann also die Freiheit zu denken nicht von der „Freiheit zu sprechen , oder zu schreiben“ trennen. Kants konkrete Informations- und Kommunikationsutopie beruht also auf dem moralischen Prinzip medialer Freiheit. Dieses Prinzip ist, wenn es gesetzlich verankert ist, die Basis für die „ungesellige Geselligkeit“ der bürgerlichen Gesellschaft. Im Licht der Geschichte der letzten zweihundert Jahre ergaben sich aber, so Jürgen Habermas, drei Entwicklungen, die die Kantischen Prämissen fragwürdig und sein Konstrukt reformbedürftig erscheinen lassen. Kant er traut im Hinblick auf den Weltfrieden drei natürlichen Tendenzen, nämlich:

  • der republikanischen Regierungsart,
  • der Kraft des Welthandels
  • der Funktion der politischen Öffentlichkeit

Zum ersten : Kant konnte nicht erkennen, dass Republiken sich zu nationalistischen Staaten entwickeln würden, wo also die Menschen doch nur „als Maschinen“ gebraucht wurden. Zugleich aber tendieren demokratische Staaten sich „weniger bellizistisch“ zu verhalten als autoritäre Regime.   

Zum zweiten : Der freie Handelsgeist mündete in die kapitalistische Ausbeutung, in Imperialismus und Bürgerkrieg. Erst die Katastrophen des 20. Jahrhunderts führten zu einer Abschwächung der einzelstaatlichen Interessen zugunsten „einer eigentümlichen Diffusion der Macht selber“.

Zum dritten : Kant rechnete mit der Möglichkeit einer öffentlichen freien Diskussion über das Verhältnis zwischen den Verfassungsprinzipien und den „lichtscheuen“ Absichten der Regierungen. Kant dachte an die Öffentlichkeit der „Gelehrten“. Was er nicht voraussehen konnte, war "der Strukturwandel dieser bürgerlichen Öffentlichkeit zu einer von elektronischen Massenmedien beherrschten, semantisch degenierten [sic], von Bildern und virtuellen Realitäten besetzten Öffentlichkeit" (30). Kant konnte also nicht mit den Massenmedien rechnen. Das Internet ist aber weder Kants „Leserwelt“ der Gelehrten noch Habermas' transparente Gesellschaft der rational face to face Argumentierenden.  Die Massenmedien des 20. Jahrhunderts brachten eine Universalität des Gesprochenen sowie des Visuellen in Form einer hierarchischen one-to-many Struktur, die anstatt alles an einem Ort sammeln zu wollen, von einem Ort aus ihre Botschaften an alle sandte. Die interaktive digitale Weltvernetzung stellt sich wiederum als ein Medium dar, das nicht nur die Universalität des Gedruckten, sondern auch die der Massenmedien abermals revolutioniert.

AUSBLICK

In naher Zukunft wird das Internet auf die Vernetzung von Dingen des Alltags erweitert. Informationstechnologien rund um Robotik, Bionik, pervasive computing sowie digitale vernetzte Technologien im und am   menschlichen Körper (Stichwort: Implantate) befinden sich bereits in der Anwendung. Web 3.0 steht also vor der Tür. Tim Berners-Lee sieht drei Entwicklungen voraus, nämlich

  • Datenintegration im Sinne von „semantic Web“
  • PC-unabhängiger Zugang zum Netz vor allem mittels Handys
  • Ubiquitäre Web-Anwendungen

Worauf kommt bei allen diesen technischen Entwicklungen an? Er drückt es so aus:

„Wie planen wir eine bessere Zukunft, eine bessere Gesellschaft? Wir tun alles, um sicherzustellen, dass sowohl die technischen Protokolle als auch die sozialen Konventionen Grundwerte respektieren. Das Netz bleibt eine universelle Plattform unabhängig von einer spezifischen Hardware, Software, Sprache, Kultur oder Behinderung. Wir tun alles, um sicherzustellen, dass das Netz weder von einem einzelnen Unternehmen noch von einem einzelnen Staat kontrolliert wird.“ (31)

Keine Technik ist neutral. Wenn wir Technik gestalten, verändern wir unsere mediale Existenz. Das gilt umso mehr für jene Techniken, mit denen wir Zeichen und Symbole als Medium menschlicher Kommunikation bearbeiten. Informations- und Kommunikationsutopien sind – so gesehen – die Kerntechnologien unseres auf Kommunikationsmedien fokussierten Zeitalters. Wir gewinnen ein freies Verhältnis zu ihnen, wenn wir bereit sind, sie individuell und sozial zu relativieren. Aufgrund der „menschlichen Natur“, um mit Kant zu sprechen, entspringen sie aus zwei Quellen, nämlich der Geselligkeit und der Ungeselligkeit des Menschen. Um sowohl lokal als auch global einigermaßen gesittet miteinander zu kommunizieren, ohne uns in eine Schafherde zu verwandeln oder in Chaos gegenseitiger Abschottung oder Vernichtung zu verfallen, brauchen wir sowohl die geduldige Arbeit an informationsethischen Prinzipien für eine sich rasch verändernde message society, als auch das politische, wirtschaftliche und ökologische Augenmaß, um die Würde des offenen und gemeinsamen In-der-Welt-Seins zu erhalten und zu fördern. Keiner hat den Gedanken des paradoxen Verhältnisses zwischen der Einschränkung bürgerlicher Freiheit und der Freiheit des Geistes schöner ausgedrückt als Kant:

„Ein größerer Grad bürgerlicher Freiheit scheint der Freiheit des Geistes des Volks vorteilhaft, und setzt ihr doch unübersteigliche Schranken; ein Grad weniger von jener verschafft hingegen diesen Raum, sich nach allem seinen Vermögen auszubreiten. Wenn denn die Natur unter dieser harten Hülle den Keim, für den sie am zärtlichsten sorgt, nämlich den Hang und Beruf zum freien Denken, ausgewickelt hat; so wirkt dieser allmählich zurück auf die Sinnesart des Volks (wodurch dieses der Freiheit zu handeln nach und nach fähiger wird) und endlich auch sogar auf die Grundsätze der Regierung , die es ihr selbst zuträglich findet, den Menschen, der nun mehr als Maschine ist, seiner Würde gemäß zu behandeln. Königsberg in Preußen, den 30. September 1784." (32)


ANMERKKUNGEN

1. Vgl. die „Schlagwortwolke“ (tag cloud) Web 2.0 in: http://tangyslice.wordpress.com/2007/09/25/a-web-20-tag-cloud/ .
Die wichtigen Schlagworte lauten: Participation, Usability, Convergence, Design, Economy, Standardization, Remixability, gefolgt von: Wikis, Folksonomy, Blogs, Joy of Use, Recommendation , Social Software, sowie, an dritter Stelle: Simplicity, Ajax, CSS, Mobility, Open APIs, RSS, Web Standards, The Long Tail, Microformats, Aggregators, User Centered, Six Degrees, Pagerank, XFN, Browser, Widgets, Videcasting, Podcasting, Sharing Collaboration, Perpetual Beta, IM, Semantic, SEO, OpenID, REST, XML, Accessibility, Syndication, Modularity, SOAP, Trust, VC, Ruby on Rail, XHTML; VC, Atom, UMTS.

2. Vgl. den Wikipedia-Eintrag: „Web 2.0 steht für eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des WWWs. Geprägt hatten den Begriff 2004 Dale Dougherty und Craig Cline. Richtig populär wurde er erst durch Tim O’Reilly, den Besitzer des gleichnamigen Verlags, mit dem Artikel „What is Web 2.0“ vom 30. September 2005.“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 ). Als typische Beispiele für Web 2.0 werden Wikis, Blogs, Foto- und Videoportale wie Flickr und YouTube), soziale Online-Netzwerke wie MySpace, facebook und studiVZ sowie Social-Bookmarking-Portale wie del-icio.us sowie die klassischen Tauschbörsen genannt.

3. "Web 1.0 was all about connecting people“ (Tim Berners-Lee). Zitat nach http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.

4. Jaron Lanier: Digital Maoism: The Hazards of the New Online Collectivism. 2006. In: Edge. The Third Culture. Online: http://www.edge.org/documents/archive/edge183. html
5. Vgl. Wolfgang Kersting, Claus Langbehn (Hrsg.): Kritik der Lebenskunst. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2007.

6.
Interview mit Helmut Martin-Jung: „Wir werden alles aufsaugen“ Second-Life-Gründer Rosedale über das Netz der Zukunft. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 237, 11./12. Oktober 2008, S. 22.

7.
DER SPIEGEL, Nr. 33, 11.8.08. Titelseite

8.
Frank Hornig, Martin Müller, Susanne Weingarten (2008). Die Daten-Sucht. E-Mail-Fluten und grenzenlose Online-Informationen: Der Kommunikationswahn im Netz hat verhaltensauffällige und hochnervöse Individuen hervorgebracht, die immer mehr erfahren und immer weniger wissen. Macht das Internet dumm?“ In: DER SPIEGEL, Nr. 33, 11.8.08, S. 80-9
2

9. Tatsuya Mori: Le meurtre comme expression d’un désespoir. In: Courrier International, No. 921, 26. Juni-2. August 2008, S.
28.

10. Michael R. Heim: The Metaphysics of Virtual Reality. Oxford University Press 1993.


11. Rafael Capurro: Leben im Informationszeitalter. Berlin: Akademie Verlag 1995, S. 114. Vgl. Peter Sloterdijk: Du mußt dein Leben ändern. Frankfurt am Main 2009.

12. Vgl. vom Vf.: Leben in der message society. Eine medizinethische Perspektive (2009a). Vgl. auch: Jessica Heesen: Medienethik und Netzkommunikation. Öffentlichkeit in der individualisierten Mediengesellschaft. Frankfurt am Main: Humanities Online 2008, die für IT-freie Bereiche plädiert (S. 185).

13.. Peter Sloterdijk: Kantilenen der Zeit. In: Lettre International, 1997, Nr. 36, S. 75.

14. Peter Sloterdijk: Kritik der zynischen Vernunft. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1983 (2 Bde.)

15. Slavoj Žižek : Die Pest der Phantasmen. Wien: Passagen Verlag 1997.

16. Michael Nagenborg: Das Private unter den Rahmenbedingungen der IuK-Technologie. Ein Beitrag zur Informationsethik. Wiesbaden: VS Verlag 2005, S. 204-206.

17. Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990 (Erstausgabe 1962).

18. Niklas Luhmann: Soziale Systeme. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1996.

19. K. Marx 1846, zitiert nach U. Dierse: Art. Utopie. In: J. Ritter, K. Gründer, G. Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft, Bd. 11, 2001, S. 518. Zum folgenden vgl. v.Vf. Informations- und Kommunikationsutopien. In: Rafael Capurro, Petra Grimm (Hrsg.): Informations- und Kommunikationsutopien. Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2008 (i.Dr.).

20. Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. Frankfurt am Main.: Suhrkamp 2001 (3 Bde.).

21. Vgl. Aldous Huxley: Brave New World. Stuttgart: Reclam 1992 (Erstausgabe 1932).

22. George Orwell: 1984. Stuttgart: Diana Verlag 1950, S. 190.

23. Francis Fukuyama: Das Ende der Geschichte. Berlin: Kindler 1992.

24. John Perry Barlow: Declaration of the Independence of  Cyberspace (1996).
http://homes.eff.org/~barlow/Declaration-Final.html

25. Mirjam Hauck: Selbstdarstellung statt Information. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 249, 17. Oktober 2008, S. 12.

26. Vgl. v.Vf.: Fremddarstellung – Selbstdarstellung. Über Grenzen der Medialisierung menschlichen Leidens. In: Stefan Alkier und Kristina Dronsch (Hrsg.): HIV-AIDS. Ethische Perspektiven. Proceedings der Interdisziplinären Fachtagung, Berlin: de Gruyter 2009, 143-156.

27. Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Kant. Werke, Hrsg. W. Weischedel, Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft, Bd.9, S. 53

28. Joseph von Eichendorff: Verschwiegene Liebe. In: ders.:  Werke in einem Band. Hrsg. W. Rasch. Stuttgart: Parkland Verl. 1977, S. 436.

29. Immanuel Kant: Was heisst: sich im Denken orientieren? In: Kant Werke. Hrsg. W. Weischedel. Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft, Bd. 5, S. 280.

30. Jürgen Habermas: Kants Idee des Ewigen Friedens. Aus dem historischen Abstand von 200 Jahren. In: Information Philosophie 5, Dezember, 1995, S. 11

31. Testimony of Sir Timothy Berners-Lee. CSAIL Decentralized Information Group , Massachusetts Institute of Technology, Before the  United States House of Representatives, Committee on Energy and Commerce Subcommittee on Telecommunications and the Internet Hearing on the "Digital Future of the United States: Part I -- The Future of the World Wide Web" : “So how do we plan for a better future, better for society? We ensure that both technological protocols and social conventions respect basic values. That Web remains a universal platform: independent of any specific hardware device, software platform, language, culture, or disability. That the Web does not become controlled by a single company -- or a single country.“
In: http://dig.csail.mit.edu/2007/03/01-ushouse-future-of-the-web.html

32. Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? a.a.O. S. 61.


BIBLIOGRAPHIE

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Letztes Update: 2. Januar  2014


 
     

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