LEBEN IN DER MESSAGE SOCIETY

Eine medizinethische Perspektive

Rafael Capurro
  
 
 
 
Vortrag im Rahmen des von der Paracelsus Medizinische Privatuniversität organisierten Kongresses: FORUM MEDIZIN 21 "Ärztin / Arzt sein im 21. Jahrhundert: Erwartung -  Selbstbild - Realität Salzburg, 29.-31. Januar 2009. Eine veränderte ins Spanische übersetzte Fassung dieses Beitrags mit dem Titel: "Medicina 2.0. Reflexiones sobre una patología de la sociedad de la información" [Medizin 2.0. Ansätze zu einer Pathologie der Informationsgesellschaft] erschien in der Zeitschrift Humanitas. Humanidades médicas, Februar 2010 (Siehe HTML-Version). Eine englische Version finden Sie hier. Zum Thema burnout vgl. Matthias Becker im Gespräch mit Patrick Kury: "Burnout ist die Krankheit der Digitalisierung" Telepolis 19.10.2012. Die vorliegende aktualisierte Fassung erschien in: Joachim Hruschka und Jan C. Joerden (Hrsg.): Jahrbuch für Recht und Ethik - Anuual Review of Law and Ethics, Themenschwerpunkt: Recht und Ethik im Internet - Law and Ethics on the Internet, Bd. 23, Berlin: Duncker & Humblot, 2015, 3-15.

 
 
  
INHALT


Einführung

Ein Erfahrungsbericht
Leben in der message society
Ausblick

Danksagung
Literatur






EINFÜHRUNG


Der Ausdruck information overload taucht Anfang der 60er Jahre im Zusammenhang mit innerstädtischer Kommunikation auf (Levy 2008, Meier 1962). Der Schriftsteller und Futurologe Alvin Toffler verwendete ihn in den 70er Jahren in bezug auf die aufkommende Informationsgesellschaft (Toffler 1970). Toffler meint, dass sowohl unser Organismus als auch unsere Entscheidungskapazität aufgrund des technischen Wandels von einer Industrie- zu einer Informationsgesellschaft überfordert sind. Er identifiziert drei Formen der Überstimulation von Wahrnehmungs-, Kognitions- und Entscheidungsprozessen. Von information overload war ebenfalls seit den 60er Jahren im Bereich des Bibliotheks- und Dokumentationswesens die Rede, diesmal bezogen auf das Phänomen des exponentiellen Zuwachses an Publikationen. Man sprach auch von ‚Literaturflut’, ‚Informationslawine’ und ‚Wissensexplosion’. Dieses bibliographische Problem wurde bereits seit Mitte des 19. und insbesondere Anfang des 20. Jahrhunderts wahrgenommen (Levy 2008, 505). Ende der 80er Jahre kam der Ausdruck ‚Informationsökologie’ in Mode. Der Informatiker Herbert Kubicek gründete 1989 ein Institut für Informations- und Kommunikationsökologie (Capurro 1990). Seit kurzem befasst sich eine interdisziplinäre Forschungsgruppe „Information Overload Research Group. Reducing information pollution“ mit der Auswirkung des information overload auf Firmen und Organisationen (IORG 2008).

Man kann aber mit Recht behaupten, der Begriff ‚Informationsflut’ sei ein Oxymoron, ein sich widersprechender Ausdruck, zumindest wenn man unter Information das Ergebnis eines Selektionsprozesses versteht, der genau das verhindern soll, was mit der maritimen Flutmetapher gemeint ist, nämlich eine lebensgefährliche Situation bei der man den Boden unter den Füßen verliert und fortgerissen wird. Der englische Ausdruck overload, d.h. Übergewicht, im Sinne zum Beispiel von overload in my stomach, verbindet metaphorisch die leibliche mit der seelischen Verstopfung. Man kann der Gefahr der maritimen Verstopfung oder des Übergewichts von Wassermassen durch Lebensrettungstechniken begegnen, wohl wissend, dass die Flut stärker ist als die Kraft des besten Schwimmers und dass sie manchmal, wie im Falle von Flutwellen oder gar bei einem Tsunami, ohne Vorwarnung stattfindet. Ein guter Schwimmer kann sich die Kraft einer Welle zunutze machen, indem er mit ihr und gegebenenfalls gegen sie schwimmt, obwohl oder gerade weil er weiß, dass er, um mit Freud zu reden, nicht Herr im eigenen geschweige denn im fremden Haus ist, will sagen: weder im eigenen Leib noch in seiner Umwelt. Das Wissen über die Grenzen der eigenen Kräfte ist allerdings nicht leicht zu ermitteln, sowenig wie es einfach ist, diese Grenzen zu beachten oder auch sie in gewissen Situationen zu überschreiten, um, zum Beispiel, das Leben eines anderen zu retten. Die maritime Flutmetapher liegt dem Internetsurfer näher als die leibliche Verstopfung. Dennoch lässt sich letztere auch sinnvoll auf das Leben in der Informationsgesellschaft anwenden. Sie kennzeichnet ein wichtiges Symptom dieser Gesellschaft mit Auswirkungen auf Leib und Seele von Millionen von Menschen.

Wenn man unter Information das Ergebnis einer Selektion aus dem Sinnangebot einer Mitteilung oder Botschaft versteht, dann sind es messages und nicht Informationen, die uns heute vor allem in digitaler Form überfluten, um bei der maritimen Metapher zu bleiben, und unsere Rechner sowie unser Leben verstopfen. Wir sollten deshalb besser von message overload oder von einer Flut von (vor allem digitalen) Boten und Botschaften sprechen. Mit dieser Terminologie schließe ich mich Niklas Luhmanns Unterscheidung zwischen Information und Mitteilung an, ohne aber dem Verwaltungswissenschaftler zu folgen, der eine menschenlose Gesellschaft bestehend aus formalen Kommunikationsprozessen imaginiert, wo Menschen oder „psychische Systeme“ zu Formularen mutieren und soziale Prozesse sich in entmaterialisierte phantomartige Strukturen und Prozesse verwandeln (Luhmann 1987).

Ich fange meine medizinethische Erkundung über das Leben in der, wie ich sie nenne, message society mit einem persönlichen Erfahrungsbericht an und gehe im zweiten Teil auf einige Grundfragen menschlichen Existierens in einer Lebenswelt ein, in der das Digitale in Wechselwirkung mit dem Leib immer mehr zu einem entscheidenden Lebens- und Leidensfaktor wird. Ich behaupte, dass dieses hybride Umfeld, sowohl im existentiellen als auch im ökologischen Sinne, eine Reihe von leiblichen und seelischen krankhaften Symptome hervorruft, worüber wir aber, sofern mir bekannt, noch keine systematische Übersicht haben. Eine künftige Pathologie der Informationsgesellschaft müsste sowohl leiblich-seelische als auch existenzielle Aspekte umfassen. Sie ist Voraussetzung für eine Änderung des aus dem 20. Jahrhundert stammenden Selbstbildes des Arztes – der Ärztin und des Patienten. Wir befinden uns am Anfang eines Weges, ohne genau zu wissen, ob die eine oder andere Richtung besser wäre, nicht zuletzt weil die durch Digitalisierung und Biotechnologien ermöglichten lokalen und globalen Wechselwirkungen sich kaum in ihren konkreten Auswirkungen im Voraus ahnen und bewerten lassen.

 

EIN ERFAHRUNGSBERICHT

Am Vormittag des 8. April des Jahres 2005, einige Monate vor meinem sechzigsten Geburtstag, nahm ich an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Forschung an Stammzellen – Wege und Handeln in Europa“ teil. Sie fand im Rahmen eines vom Max-Delbrück Centrum für Molekulare Medizin und der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstalteten internationalen Kongresses "Biopolitik und Regenerative Medizin" in Berlin statt. Ich fuhr am Nachmittag mit dem Zug von Berlin nach Karlsruhe zurück. Ich hatte eine ziemlich schwere Tasche dabei und kam gegen 21.00 Uhr sehr müde zu Hause an. Sofort setzte ich mich an den Schreibtisch und begann fiebrig meine Mails zu bearbeiten. Nach etwa einer Stunde, fragte mich meine Frau, ob ich nicht die 22.00 Uhr Fernsehnachrichten sehen wollte. Ich setzte mich vor dem Fernsehen und hörte plötzlich mein Herz rasen: bum bum bum. Ich versuchte mich selbst und meine Frau zu beruhigen: Das ist bloß Stress und geht sicherlich gleich vorbei. Es ging aber nicht vorbei, sondern blieb die ganze Nacht und hielt sogar mehrere Wochen an. Tag und Nacht: bum bum bum. Am nächsten Tag besuchte ich meinen Hausarzt. Er untersuchte mich, konnte aber keine Herzrhythmusstörungen oder eine sonstige Ursache feststellen und empfahl mir einen HNO-Spezialisten zu konsultieren. Dieser meinte es könnte ein Virus sein. Ich spürte starke Spannungen und Verkrampfungen an den Schultern und entschloss mich einen Orthopäden zu fragen.  Dieser sagte, die Ursache liege im Hals- und Wirbelsäulenbereich. Ich müsste mehrere Wochen eine Genickstütze tragen sowie täglich eine Massage bekommen. Diese Therapie linderte aber nicht das ständige Dröhnen.

Das belastete natürlich nicht nur stark unser Privatleben, sondern auch meine Lehrtätigkeit. Ich war mitten im Sommersemester und musste mehrmals in der Woche nach Stuttgart fahren. Ich versuchte mich während der Lehrveranstaltungen abzulenken. Bald unterbrach ich aber das Semester und meldete mich krank. Ich konnte kaum schlafen und begann auch zu leiden. Auf Anraten einer Bekannten ging ich zu einem Chiropraktiker. Er stellte fest, dass mein Becken sich in einer schiefen Lage befand, was sich wiederum auf die Wirbelsäule und auf die Nackenmuskeln auswirkte. Mit einer Bewegung rückte er mein Becken zurecht und das Dröhnen hörte schlagartig auf. Ich atmete tief aus. Bald fing es aber wieder an. Meine Nackenmuskeln hatten sich völlig verhärtet und drückten auf die Arterien. Diese Verhärtung musste physiotherapeutisch behandelt werden. Vor allem aber sagte er mir eines: „Herr Capurro, Sie sind nicht krank. Sie müssen bloß Ihr Leben ändern.“ Recht hatte er.

Denn natürlich war die wirkliche Ursache meines Leidens ein burn out oder was man früher ein surmenage nannte und was man heute auch mit dem Ausdruck information overload oder Mitteilungsflut bezeichnen könnte. Ich war ein Opfer der digitalen Informationsgesellschaft geworden. Meine PC-Abhängigkeit hatte sich in den letzten Jahren erheblich gesteigert, nicht zuletzt aufgrund der beruflichen internationalen Erfolge. Mein Bekanntheitsgrad nahm aufgrund meiner Internetpräsenz explosionsartig zu. Ich hatte 1999 ein internationales Netzwerk für Informationsethik gegründet, das sich sehr schnell weiterentwickelte. Ich vergaß öfter zu essen und war sehr unruhig, wenn ich mich von meinem PC entfernte. Seit 2001 gehörte ich dem European Group on Ethics in Science and New Technologies (EGE) der Europäischen Kommission an. Es war eine große Ehre und eine lohnende aber anstrengende Arbeit, denn ich musste monatlich nach Brüssel fliegen. Dies brachte viel Neid und Ressentiments mit sich, was mich dazu veranlaßte, noch härter zu arbeiten. Meine Frau sagte zu mir: „Du bist ein Getriebener“. Ich war nervlich am Ende. Ein guter Freund spendete mir den notwendigen Trost und ich begann mich langsam zu erholen. Ein Psychologe empfahl eine dreiwöchige Kur.

Eine Freundin erwähnte Friedborn, ein Kur- und Gesundheitszentrum in Südschwarzwald. Als ich an einem heißen Augustmittag dort ankam, hatte ich eine Tasche voll Bücher bei mir. Der Klinikchef sagte erstaunt: „Ich dachte, Sie kommen hier um sich zu erholen“. Die ersten Tage waren hart: Ich musste den Drang widerstehen, meine Mails abzurufen. Ich beschloss alle Medien zu verbannen. Ich füllte die Tage mit ausgedehnten Wanderungen. Der Hotzenwald ist eine reizvolle Gegend. Friedborn liegt etwa 700 Meter über dem Meeresspiegel umgeben von schönen Wäldern, einer mittelalterlichen Burg, der Murg mit ihrem romantischen Talweg und wunderbaren Wasserfällen. Das Kurzentrum bietet eine ausgezeichnete Kost an, bestehend vor allem aus Gemüse, Kartoffeln in der Schale, Salate, Tee und ein natürliches Wasser, dass seines gleichen sucht. Massage und Wärmetherapie kamen hinzu. Außerdem hatte ich das Glück, eine einfühlsame Ärztin zu begegnen. Ich begann eine spannende und entspannende leibliche und geistige Reise. Nach drei Wochen war ich wieder gesund. Ich hatte meine Lektion in Sachen Mitteilungsflut gelernt. Es dauerte aber eine ganze Weile, bis ich wieder Vertrauen in mein Leib hatte. Die Angst steckte noch zu sehr in den Knochen. Ich änderte mein Leben: Ein täglicher Waldlauf ohne Handy, Einladungen absagen, Mails nicht nach 20.00 Uhr abrufen, um 22.00 Uhr ins Bett gehen, das Privatleben wieder in den Mittelpunkt stellen, bei Anzeichen des Getriebenseins sofort achtsam werden, mir jährlich einen einwöchigen Aufenthalt in Friedborn gönnen, gesunde Kost zu Hause und anderes mehr. Mein Leib und mein geistiges Leben begannen sich wieder frei zu entfalten. Ich kann gelassener und souveräner mit Neid und Ressentiments sowie mit meinem Leben in der message society umgehen. Allgemeiner ausgedrückt: Ohne ein auf die Informationsgesellschaft angepasstes leibliches und seelisches Immunsystem hat man keine Überlebenschancen, geschweige denn Chancen zu einem guten Leben.

 

LEBEN IN DER MESSAGE SOCIETY 


Ist das Digitale so etwas wie das fünfte Element, jene von Magiern, Philosophen und Wissenschaftlern gesuchte auch Äther genannte ,quinta  essentia', die Vereinigung von Erde, Wasser, Luft und Feuer? Wohl kaum. Es handelt sich vielmehr um das ,In-formieren' eines Mikroprozessors, bestehend aus Halbleiter und elektrischem Strom, wo diskrete Signale in Form von, zum Beispiel, hoch-niedrig Zuständen verarbeitet werden. Unser symbolische Anteil an diesem ,In-formationsprozess' sind im Falle der Digitalelektronik die Werte 1/0. Der Prozessor weiß natürlich über solche Symbole nichts. Aus dem digitalen Medium wurde ziemlich schnell eine scheinbar von der realen Welt getrennte mit fast göttlichen Attributen versehenen Technosphäre, den sog. Cyberspace, und eine Ideologie, die Cybergnosis (Capurro 2009, 1999).

Die digitale Weltvernetzung vermittelt nicht nur alles, was digitalisierbar ist, sondern sie durchdringt den realen und physischen Alltag von Millionen von Menschen in ihren leiblichen und geistigen Handlungen und Haltungen. Wir können dafür den schillernden Begriff des Cyborgs verwenden, um diese Hybridität unserer individueller und sozialer Existenz zu kennzeichnen, die eine doppeldeutige ist: Wir leben eingebettet im digitalen Medium und dieses dringt immer stärker in unser Leib und Leben ein. Der amerikanische Philosoph Don Ihde hat den Ausdruck „bodies in technology“ geprägt (Ihde 2002, Capurro 2009a). Wir können auch von „technology in bodies“  (EGE 2005) sowie von einer Cyborgisierung der Gesellschaft sprechen.

Wir bedienen uns vielfältiger digitaler Netze, die nicht weniger hilfreich sind als Fischernetze. Das Internet lässt sich aber, so wenig wie die Autobahnen oder die Energienetze, nur sehr bedingt mit einem Werkzeug vergleichen. Die modernen technischen Medien sind eher wie die natürlichen Medien, Wasser, Luft, Feuer und Erde, nämlich etwas, das uns umgibt, wo wir uns bewegen, ohne es zu überblicken und dessen Herr werden könnten. Medien sind keine bloßen Mittel auch wenn sie auf den ersten Blick so aussehen und wir uns von ihnen wie von einem Werkzeug bedienen.

Das gilt auch für unser primäres Medium: den eigenen Leib. Weder durch introspektives Horchen noch durch Außenbeobachtung, die immer stärker mittels der digitalen Technik in den Leib eindringt, lässt sich letztlich die Opazität des Leiblichen und mit ihr die Gebrechlichkeit menschlichen Existierens aufheben. Das gilt trotz der begrüßenswerten Fortschritte in der Bio- und Nanotechnologie. Das hybride Medium in dem wir uns heute bewegen, d.h. die Durchdringung der digitalen Informationstechnologie in allen Bereichen individuellen und sozialen Lebens, verursacht nicht nur neue Formen des  Krank- und Gesundseins, sondern es verändert auch das Arzt-Patient-Verhältnis und das ärztliche Selbstverständnis. Wenn ich das richtig sehe, verfügen wir heute noch nicht, wie ich anfangs bereits sagte, über einen systematischen Überblick über die für unsere Epoche charakteristischen Krankheiten, worauf der Ausdruck Informationsflut stellvertretend hinweist. Wir brauchen eine philosophische Anthropologie, oder besser gesagt eine Bio-Techno-Anthropologie, die die vielfältigen Vernetzungen und Verflechtungen menschlichen Existierens nicht nur mit anderen Lebewesen und der Natur überhaupt, sondern auch mit der Informationstechnik phänomenologisch erforscht und ethische Alternativen, d.h. mögliche Wege eines gelungenen Lebens aufzeichnet, jenseits dessen, was die heutige Flut (!) an Ratgeberliteratur bietet.

Ansätze zu einer solchen Bio-Techno-Anthropologie bietet Georg Francks „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ (Franck 1998). Wenn die Botschafts- und Botenflut ein symptomatisches Kennzeichen für ein Ungleichgewicht und Übergewicht unserer Epoche ist – und wir erinnern uns dabei auch an den englischen Ausdruck overload – dann ist das vorwiegend ein Problem der Aufmerksamkeit. Diese hat wiederum mit den Selektionsmechanismen zu tun, nach welchen wir eine Botschaft als relevant oder irrelevant einstufen. Franck skizziert zwei Lebensstrategien, die nicht in Widerspruch, sondern in Spannung zueinander stehen oder stehen sollten. Die eine nennt er „Kultur der Intentionalität“. Diese basiert auf der Rationalität und dem kategorialen Denken. Sie orientiert sich am Ideal der Effizienz. Die andere ist die „Kultur der Phänomenalität“, die auf einer Praxis „arationaler Verfahren“ sowie „akategorialer Bewusstseinszustände“ basiert und in Form von meditativen Praktiken der Selbstaufmerksamkeit geübt wird (Franck 1998, 239-240). Wenn diese Antinomie zu einem existenziellen Widerspruch führt, treten vielfältige leibliche und seelische Krankheitsformen auf – man denke an Internet-, E-Mail- und Handysucht als Nachfolge und Verstärkung des bisherigen Medienstress durch die Massenmedien, deren Ursachen, wie bei meinem eigenen Fall ersichtlich, zumindest teilweise in den Interaktionsformen zu suchen sind, die ein hybrides digitales Umfeld bietet, worin sich unser Dasein heute abspielt  (Capurro 2008). Wir leben heute vermutlich mehr denn je im jenen Zustand, den Blaise Pascal „divertissement“ nannte (Pascal 1977, Fr. 123-129). Hauptsache, so Pascal, der König ist nicht allein und fähig für sich zu denken („en état de penser à soi“). Er würde dann auch merken, dass er voller Gebrechlichkeit ist („qu’il sera misérable, tout roi qu’il est, s’il y pense“) (Pascal 1977,  Fr. 127).

Wie Franck in Anschluss an Martin Heidegger und Emmanuel Lévinas darlegt, können sich beide Kulturen zu einer Synthese entwickeln, indem das Selbsterleben sich auf das Da des Seins des anderen Menschen öffnet (Franck 1998, 244-245). Ich würde den Ansatz von Lévinas in seiner metaphysischen und anthropozentrischen Orientierung abschwächen und diese Erfahrung auf alles Seiende, mit unterschiedlicher Intensität und den jeweiligen Situationen angepasst, ausweiten. Denn das Da ist nicht primär das Da eines Selbst oder eines Anderen, sondern, wie die östlichen Weisheiten wissen, das Zwischen dem Selbst und dem Anderen, worin alles zum Erscheinen kommt. Ohne schwebende Aufmerksamkeit in bezug auf dieses „Zwischen“ – das Freud auf das psychoanalytische Setting einschränkte – koppeln wir uns von der Quelle ab, die uns eigentlich erst ermöglicht, die angeblichen Absolutheitsansprüche bestimmter Boten und Botschaften zu relativieren, in welchem Namen und von wem auch immer sie verkündet und mit welchen Werbemaßnahmen sie auch immer verstärkt werden. Und wir können auch unseren eigenen Absolutheitsanspruch und unseren angeblichen Vorrang gegenüber dem nicht menschlichen Seienden abschwächen, was sonst zu vielfältigen Formen ökologischen Ungleichgewichts und anthropozentrischer Verstopfung führt, vor allem im Namen einer einseitig auf die Ökonomie ausgerichteten Aufmerksamkeit. Diese lenkt uns immer mehr von der leiblichen Aufmerksamkeit ab und zwar nicht nur in Bezug auf das Funktionieren unseres Körpers, sondern auch auf das 'Leiben' unserer Existenz mit anderen Menschen und Lebewesen in einer gemeinsamen Welt.

Katherine Hayles spricht in Anschluss an Michel Foucault von „embodiment“ im Sinne eines leiblichen und existenziellen Eingebettetseins in einem nicht völlig beherrschbaren oder rational steuerbaren Prozeß, im Gegensatz zu „body“ als bloßes Vorhandensein eines Körpers (Hayles 1999, 193ff). Dieser Unterscheidung liegt auch die von Franck erwähnte Phänomenologie zugrunde sowie auch der vom Schweizer Psychiater Medard Boss zusammen mit Martin Heidegger erarbeitete „Grundriss der  Medizin und der Psychologie“ (Boss 1975). Dabei wird vor allem ersichtlich, dass wir leiblich mit anderen eine Welt, d.h. ein Netz von Bedeutungs- und Verweisungszusammenhängen, teilen, so dass vom Da eines isolierten Menschen, wie Franck irrtümlicherweise mit Bezug auf Heidegger behauptet, keine Rede sein kann (Franck 1998, 244). Eine Fortschreibung und Aktualisierung des Ansatzes von Medard Boss, der sich ausdrücklich auf die „moderne Industrie-Gesellschaft“ bezieht, und der von ihm gegründeten Schule der Daseinsanalyse wäre in bezug auf die digitale Informationsgesellschaft dringend notwendig. Dabei müsste gezeigt werden:

  • welche möglichen hypertrophen Formen des Leiblich-seins, des Sich-einräumens und des Sich-zeitigens des heutigen digitalen bzw. hybriden In-der-Welt-seins es gibt,
  • welche Störungen durch eben diese hybride Welt im Gestimmt-sein des Menschen auftreten,
  • und ob und wie die digitale Weltvernetzung das Offenständigsein und die Freiheit des Da-seins fördert oder beeinträchtigt.

Ich stimme dem Ansatz von Alice Holzhey-Kunz, einer kritischen Schülerin von Medard Boss, zu, wenn sie schreibt, dass das Leibliche sowohl „vernehmend-offener Art“ ist als auch eine „Eigenständigkeit und Eigengesetzlichkeit“ hat (Holzhey-Kunz 2001, 64). Auf diese Eigengesetzlichkeit leiblicher Prozesse zu achten ist eine ethische Pflicht des medizinischen Berufs. Zugleich aber müssen Ärztinnen und Ärzte darauf achten, dass die lebensweltliche Einbettung solcher Prozesse nicht aus dem Blick verloren geht, zumal wenn die Lebenswelt aufgrund ihrer jetzigen und künftigen Hybridität mit den Informationstechnologien eine direkte oder indirekte Aus- und Einwirkung auf die autonom verlaufenden Lebensprozesse hat. Dies gilt genauso für den Zusammenhang zwischen den leiblichen, den psychischen und den existenziellen Ebenen eines Patienten. Wir müssen, schreibt Holzhey-Kunz, „nicht die Krankheit, sondern den kranken Menschen ins Zentrum des therapeutischen Bemühens“ stellen (Holzhey-Kunz 2001, 65). Man kann noch weiter gehen und sagen: Wir müssen nicht nur den kranken Menschen, sondern die kranke Gesellschaft und deren uns verstopfende informationstechnische Prozesse ins Zentrum der Medizin im 21. Jahrhundert stellen. Der Leib steht dann nicht nur im Gegensatz zum Körper, sondern schließt sowohl autonom verlaufende organische Prozesse als auch einmalige kulturelle und historische Prägungen ein, die sich in ihrer Bedeutsamkeit nicht naturwissenschaftlich erschließen lassen.

Unsere Informationsüberflutung ist paradoxerweise eine Überflutung durch leere Botschaften und Boten. Wir leben, so Peter Sloterdijk, in einer „Epoche der leeren Engel“ oder in einem „mediatischen Nihilismus“, der durch eine Überwucherung der Übertragungsmedien gekennzeichnet ist. „Das ist das eigentliche Dysangelium der Gegenwart“. (Sloterdijk 1997, 75). Ich spreche deshalb von der Notwendigkeit einer Theorie von Boten und Botschaften oder einer Angeletik, in Anklang an das griechische Wort für Bote („angelos“) bzw. Botschaft („angelia“) (Capurro 2008a). Ich betrachte zwei extreme Möglichkeiten in bezug auf eine Boten- und Botschaftskultur. Zum einen die wohl psychotische Vorstellung, alles was mich als Botschaft erreicht, hat irgendwie eine Bedeutung für mich. Ich kann dann keinen Abstand davon nehmen. „Ich“ ist deshalb nicht möglich. Zum anderen die gegenteilige Vorstellung, nämlich eines „Boten-Ich“, das glaubt, eine Botschaft für alle zu haben und dementsprechend alle Medien ständig nutzt, um diese zu verbreiten. Das ist der Fanatismus eines eingebildeten Weltenretters gegenüber dem, der von der Welt gerettet werden will. Eine weitere damit verbundene Vorstellung besteht darin, zu glauben, man kann und sogar soll alles allen mitteilen, am besten gleich und in YouTube oder MySpace. Ich meine aber, dass jede menschliche Gesellschaft sich in der Spannung zwischen Offenheit und Geschlossenheit, dem Geheimen und dem Offenen, dem Privaten und dem Öffentlichen, bildet und umbildet, und dass diese Differenzen nicht ein für alle mal definiert werden können, sondern aufgrund wissenschaftlicher, technischer und kultureller Umwälzungen immer wieder in Frage gestellt werden (Capurro und Capurro 2008).

Georg Marckmann von der Abteilung für medizinische Ethik der Universität Tübingen und Kenneth Goodman, Direktor des Bioethik-Programms der University of Miami, haben in ihrer Einleitung zum Heft „Ethics and Information Technology in Health Care“ der von mir herausgegebenen Zeitschrift International Review of Information Ethics (Marckmann und Goodmann 2006) folgende Fragen im Zusammenhang mit der Zukunft der Medizin und des Arzt-Patienten-Verhältnisses in einer von der digitalen Technologie geprägten Kultur hervorgehoben:

  • “What are appropriate uses of health information systems?
  • Who should use these systems?
  • What benefits and risks do these technologies have for patients?
  • How does information technology change the physician-patient relationship?
  • How does (and will) medical decision making change?
  • Perhaps more fundamentally: How does (and will) information technology transform the medical construction of the human body and disease?” (Marckmann und Goodmann 2006, 3)

Das sind Fragen, die den Einsatz der Informationstechnologien in der Medizin sowohl auf Seiten des Arztes wie des Patienten und ihre Wechselwirkung ansprechen. Die grundsätzliche Frage bezieht sich auf den Krankheitsbegriff und auf die Konstruktion des menschlichen Körpers im Sinne von Körper („body“) und Leib („embodiment“). Die digitale Informationstechnologie ermöglicht nämlich eine Konstruktion des Körpers als digital erfassbare Daten (‚body as data’). Das gilt auch für leibliche Prozesse mit digitalen Implantaten deren Auswirkungen zum Beispiel auf die Persönlichkeit eines Patienten gravierend sein können (Clausen 2006; Hildt 2006; EGE 2005). Nicht zuletzt deshalb ist die Frage des Datenschutzes und der Datensicherheit jetzt und in Zukunft ein hoch sensitives medizin-ethisches, -rechtliches und -politisches Thema. Datenmanipulation kann sich auf Körper und Leib sowie auf die gesamte Existenz des Patienten auswirken vor allem sofern sie Teil einer externalisierten und digital-vernetzten Privatsphäre ist (Nagenborg und El-Faddagh 2006). Auf der Alltagsebene eines Arztes im Krankenhaus stellt die Informationstechnologie bereits vielfältige Möglichkeiten der Diagnose und Betreuung dar. Letzteres kann aber, wie Dirk Hagemeister hervorhebt, zu Missbrauch führen, zum Beispiel in bezug auf die Manipulation von angeblichen Dienstleistungen. Britta Schinzel bemerkt, dass moderne Bildtechnologie, wie zum Beispiel im Fall der Magnetresonanztomographie (MRT), viele Deutungsmöglichkeiten von „krank“, „gesund“, „normal“ oder „gender“ bietet, die genauso interpretationsbedürftig sind wie etwa standardisierte Modelle des Gehirns. Solche Bildverfahren, so Schinzel, könnten zum Beispiel den falschen Eindruck erwecken, als ob es bestimmte biologisch fixierte Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen gäbe (Schinzel 2006).


AUSBLICK

Wir sind von den Metaphern der Überflutung, des Übergewichts und der Verstopfung ausgegangen, um ein Grundproblem der Informationsgesellschaft, nämlich das der rastlosen Vermehrung von digitalen Boten und Botschaften und deren möglichen Auswirkungen auf das Leben von Ärztinnen, Ärzten und Patienten in der message society zu erörtern. Das ist eine dystopische Sicht der Informationsgesellschaft, die sowohl utopische als auch heterotopische Alternativen voraussetzt oder hervorruft (Grimm und Capurro 2008). In beiden Fällen können und sollten Ärztinnen und Ärzte eine ethisch-kritische Sicht einnehmen, zum einen um auf mögliche Illusionen bezüglich der Perfektibilität des menschlichen Leibes und Lebens aufmerksam zu machen.  Man denke zum Beispiel an den heutigen Hype des sog. Transhumanismus mit seinen vielfältigen Glücksversprechungen über enhancements aller Art. Zum anderen aber ist es eine ethische Pflicht sowohl der Prävetivmedizin als auch der Therapeutik auf Orte und Zeiten außerhalb des mainstream der Informationsgesellschaft hinzuweisen, die dem Patienten erlauben, von ihrer rastlosen Boten- und Botschaftsflut, heterochronisch und heterotopisch Abstand zu nehmen.

Wir müssen uns digital-freie Räume und Zeiten leisten.  Miriam Meckel spricht mit Recht vom „Glück der Unerreichbarkeit“ (Meckel 2007). Ohne individuelle und soziale Lebensstrategien des Widerstands gegen den Bio- und Infotech-Terrorismus des Glücks werden wir wohl den Anforderungen und Wucherungen der message society im 21. Jahrhundert nicht gewachsen sein, weder als Patienten noch als Ärztinnen oder Ärzte. Das gilt ganz besonders in bezug auf die Auswirkungen der Informationstechnologien auf die ältere Generation (Mordini und Mannari 2008). Es gehört zu den berufsethischen Verpflichtungen einer Ärztin und eines Arztes im 21. Jahrhundert dazu beizutragen, dass diese möglichen psychischen und leiblichen Auswirkungen thematisiert und offen in der Arztpraxis erörtert werden. Dazu müssen aber Ärztinnen und Ärzte überhaupt in der Lage sein, diese Technologien nicht nur zu verstehen, sondern sie auch bei ihrer Diagnose und Therapie zu berücksichtigen. Das setzt wiederum voraus, dass Krank- und Gesundsein in einem gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Sinne verstanden werden. Mit anderen Worten, man müsste Medizin im Rahmen einer umfassenden Reflexion über Lebenskünste stellen so wie sie zum Beispiel Michel Foucault oder Wilhelm Schmid mit Bezug auf ältere philosophische und medizinische Traditionen getan haben (Capurro 1995). Für den Arzt Medard Boss bilden die von Heidegger erörterten  „extremen Möglichkeiten“ der „Fürsorge“, nämlich die „einspringend-beherrschende“ und die „vorspringend-befreiende“, die ethische Basis  medizinischen und psychotherapeutischen Handelns (Boss 1977, 31-32; Heidegger 1976, 122).

In Anschluss an die Rezeption des daoistischen Denkers Zhuangzi durch den französischen Philosophen François Jullien, möchte ich den ethischen Grundsatz für einen angemessen Umgang sowohl mit Natur- als auch mit Technikprozessen so formulieren: Blockiere nicht! (Jullien 2005, Capurro 2006). Das Selektieren ist dabei eine notwendige aber wohl nicht hinreichende Lebenstechnik. Man kann sich von morgens bis abends und in Bezug auf alle Lebensfragen und Lebenslagen googeln lassen. Wir wären dann von Schopenhauers „Welt als Vorstellung“ zur ‚Welt als Google’ übergegangen. Der Sinn des Lebens ist dann erreicht, wenn die Gleichung Leben = Google gelingt. Gegen Informationsüberflutung, so Geert Lovink, brauchen wir eine „kreative Netzkultur“ (Lovink 2008). Vielleicht fehlt aber dazu nur noch eine „Kleinigkeit“ würde sicherlich Sokrates sagen („smikron toinun“ Charm. 173d).

 
DANKSAGUNG

Ich danke Francesca Vidal (Universität Koblenz-Landau), Michael Nagenborg (University of Twente, The Netherlands) und Max Senges für Korrekturen und Kommentare.

LITERATUR

Boss, Medard (1975). Grundriss der Medizin und der Psychologie. Ansätze zu einer phänomenologischen Physiologie, Psychologie, Pathologie, Therapie und zu einer daseinsgemässen Präventiv-Medizin in der modernen Industrie-Gesellschaft. Bern. Zweite, ergänzte Auflage.

Boss, Medard (1977): Zollikoner Seminare. In: G. Neske Hrsg.: Erinnerungen an Martin Heidegger. Pfullingen, 31-45. 

Capurro, Rafael (2009a). Towards a Comparative Theory of Agents. In: Mireille Hildebrandt und Antoinette Rouvroy (Hrsg.): Autonomic Computing, Legal Identity, and Human Subjectivity (in Vorb.)
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Capurro, Rafael (2008a). Theorie der Botschaft. In: Erich Hamberger und Kurt Luger (Hrsg.): Transdisziplinäre Kommunikation. Wien, 65-89.
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Capurro, Rafael (1999). Beiträge zu einer digitalen Ontologie.
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Capurro, Rafael (1995). Leben in der Informationsgesellschaft. Berlin.

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Capurro, Rafael und Capurro, Raquel (2007). Secreto, lenguaje y  memoria en la sociedad de la información (Geheimnis, Sprache und Gedächtnis in der Informationsgesellschaft). Porto.
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Clausen, Jens (2006). Ethische Aspekte von Gehirn-Computer-Schnittstellen in motorischen Neuroprothesen. In: International Review of Information Ethics, Vol. 5.
 http://www.i-r-i-e.net/issue5.htm

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Letzte Änderung:  5. Mai  2015



 
    

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