INFORMATIONSETHIK

R. Capurro, A. Brellochs, K. Wiegerling, Hrsg.
 
 
 
 
Auszüge aus: R. Capurro, A. Brellochs, K. Wiegerling Hrsg.: Informationsethik. Universitätsverlag Konstanz 1995.
 

 
 
Inhalt

1. Einleitung
2. Grundfragen der Informationsethik  
N. Henrichs: Menschsein im Informationszeitalter   
K. Wiegerling: Medium und Verhalten   
D. Bougnoux: Qui a peur de l'information?
3. Ethische Fragen in der Informationspraxis  
3.1 Ethische Fragen auf Makroebene   
R. Capurro: Moral Issues in Information Science   
Th. Froehlich: Ethical Considerations in Technology Transfer   
Ronald D. Doctor: Information Technologies and Social Equity   

3.2 Ethische Fragen auf Mesoebene und Mikroebene   
Robert F. Barnes: Ethical and Legal Issues Raised by Information Technology   
Thomas J. Froehlich: Ethics, Ideologies, and Practices of Information Technology and Systems   
Rosemary R. Du Mont: Ethics in Librarianship: A Management Model   
Robert Hauptman: Ethical Concerns in Librarianship: An Overview   
John Swan: Ethics Inside and Out: The Case of Guidoriccio   
Martha Smith: Infoethics for Leaders: Models or Moral Agency in the Information Environment   

3.3 Ethische Fragen in Lehre und Forschung   
Barbara J. Kostrewski, Charles Oppenheim: Ethics in information science   
Bernd Frohmann: The Power of Images: A Discourse Analysis of the Cognitive Viewpoint

4. Ein- und weiterführende Bibliographie  

5. Ethik-Kodizes 

ASIS Professional Guidelines
American Library Association: Code of Ethics  
Ethische Leitlinien der Gesellschaft für Informatik
EUSIDIC: Collected Guidelines  and  Codes of Practice
6. Die Autoren
 
 
 
Konstanz

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2. Grundfragen der Informationsethik




N. Henrichs: Menschsein im Informationszeitalter

(...)

"2. Das Fehlen einer Informationsethik

Wo informationswissenschaften sich aber auch dieser Folgendiskussion gegenüber nicht blind und taub verhalten haben, haben sie die aufgeworfenen Fragen jedoch bislang als eher politische bzw. wirtschaftspolitische und juristische Fragen oder gar als nur technische Fragen verstanden und kaum als Fragen, die den informationstechnischen Möglichkeiten künftiger bessr angepaßten Katalog von neuen Handlungs- und Verhaltensnormen erfordern. Ich will solche auf die Folgendiskussion bisland nur vordergründig erfolgte Reaktion nun kurz an wenigen Beispielen erläutern." (S. 25)

"Schließlich fehlt in den Informationswissenschaften auch noch die Ausbildung eines entsprechenden Wissenschaftsethos im Sinne einer "informationswissenschaftlichen Standesethik".
Solch eine "Standesethik" soll uns im folgenden nicht beschäftigen. Aber auch um die geforderte materiale Informationsethik - und sei es nur skizzenhaft - kann es hier noch nicht gehen, solanre nicht die Fragen der anthropologsichen Fundierung einer solchen Ethik diskutiert sind, d.h. bevor nicht klarer ist als heute, ob und in welchem Maße menschliche Lebens- und Kommunikationsformen in einere von Informationssystemen und -netzen bestimmten Welt tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt sind. Aus dem Blickwinkel ethischen Interesses steht indes auch in diesem Punkt die Diskussion noch am Anfang. Immerhin sind Ansätze dafür erkennbar, daß diese Fragestellung künftig wohl doch aufgegriffen wird". (S. 27)


"5. Problemfelder des "Menschseins" im Informationszeitalter

Und noch an einem zweiten Fragekomplex soll verdeutlicht wrden, daß die Entwicklung einer Informationsetzik nur aus einer anthropologisch interessierten und geleiteten Auswertung der informationstechnischen Erscheinungswelt resultieren kann. Gemeint ist das Thema "Macht".

Wenn es Ethik allgemein um Gerechtigkeit zu tun ist, dann muß der Frage der Macht unter den Bedingungen der Informatisierung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es seien nur einige der vielfältigen Machtverhältnisse genannt, die das Informationszeitalter bestimmen werden und die eben ein hohes Maß an Problembewußtsein verlangen:
  • die Macht der Chip-Hrstelle, von denen alle Hardware-Hersteller abhängen. (Die außereordentlichen Investitionen für Weiterentwicklungen verstärken in diesem Bereich die Monopolisierungstendenzen);
  • die Macht der Markführer im Hard- und Softwarebereich (die über Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten befinden);
  • die Macht der Betreiber großer (Service-)Rechenzentren (düe über Funktionstüchtigkeit oder Zusammenbruch von Unternehmen und Verwaltungen befinden);
  • die Macht der Netzbetreiber und Anbieter von Telekommunikationsdiensten (ohne die der Informationsaustausch zum Erliegen kommt);
  • die Macht der Wartungstechniker (ohne die bei Systemausfällen nichts mehr geht);
  • die Macht der Datenbankhersteller, -anbieter und -vertreiber (die über die Speicherinhalte verfügen und die Zugangsbedingungen setzen);
  • die Macht derjenigen, die über die Bedienungs- und Benutzungskompetenz der Systeme verfügen (und daher leicht Abhängigkeitsverhältnisse schaffen können).
Dies sind nur Beispiele für sich im Informationswesen abzeichnende neue Spielaften menschlicher Machtverhältnisse, die eine sehr genaue Beachtung erfordern. Es muß nämlich sicher nicht betont werden, welche globalen Dimensionen, welche globale Reichweite solche Macht im einzelnen annehmen kann (gerade auch die Macht einzelner) und wie endgültig folgen eines Machtmißbrauchs oder auch nur fahrlässigen Umgangs mit dieser Macht sind. Zu denken ist an alle Formen der Computerkriminalität, an unbefugtes Eidringen in Netze und Systeme un der "Infizierung" von Systemen mit der Folge der Datenlöschung, Ergebnisfälschung, Programmvernichtung usw. Zu denken sit auch an mögliche politische Probleme und Konsequenzen aus den genannten Machtverhältnissen. Tangiert sind Fragen nationaler Sicherheit und der Sicherheit von Bündnissen (Know-How-Ausverkauf, Geheimnisverrat). Erwähnt sei schließlich noch, daß sich aus der ungleich fortschreitenden Informatisierung das gesamte Nord-Süd-Gefälle weiter verstärkt und sich daraus resultierende Konflikte künftig kaum werden vermeiden lassen können.

Bei der nicht überschaubaren Zahl der Beteiligten im Zeitalter der Masseninformatik ist eine Risikoabschätzung unmglich. Ist die heutige Gesellschaft, die jeder einzelne, der involviert ist (ihre Zahl wächst täglich), vorbereitet auf den Umgang mit dieser Macht? Welche natürlichen und elektronischen Kontrollmechanismen sind denkbar, und wer kontrolliert die Kontrolleure? Welche Rolle muß dabei das Bildungswesen spielen? Welche Aufgabe füllt dem demokratischen Rechtsstaat zu?

Die Liste der Fragen, die aus der Analyse der geschilderten Sachverhalte resultieren, läßt sich beliebig verlängern. Nicht zuletzt gilt auch für den Bereich der Informationsverarbeitung, was für eine Reihe von Feldern wissenschaftlicher Betätigung gilt, daß der Mensch offensichtlich schon mehr kann, als er zumindest derzeit versteht.

Wer vermag auf diese Fragen momentan bereits Antworten zu geben, die mehr sind als schöne Beschwichtigunten? Wer entwickelt den anthropologischen Bezugsrahmen, der der Herausforderungen durch die Informationstechnologie standhält? Wer spricht mit wem? Welche Kompetenzen ist dazu erforderlich? Welche Funktion hat die Wissenschaft, die Wirtschaft, der Staat?

Bevor Antworten gesucht werden, wird es erforderlich sein, für diese Fragestellung zuallererst ein Bewußtsein zu wecken, dafür zu sensibilisieren, daß nicht nur die Oberfläche unserer Alltage, sondern das Menschsein selbst durch die fortschreitenden Informatisierung betroffen ist.

Zu Beginn war die Rede davon, daß die Informationswissenschaften sich auf dem Terrain dieser Problemstellungen noch sehr unsicher bewegen, wenn sie es dann überhaupt schon betreten haben. Doch selbst, wenn sie auf ihrem "Neuland" tatsächlich sicherer werden sollten, wird man sie nicht allein lassen dürfen - so wie von Mediznern und Biologen alleine auch keine allseits befriedigende Lösung der ethischen Probleme der Gentechnologie erwartet werden kann. Es sind daher die professionellen Ethiker um Hilfestellung gebeten und aufgefordert, miteinzutreten in die Auseinandersetzung um Analyse und Bewertung unserer informationstechnisch immer stärker geprägten Lebenswelt." (S. 33-36)


Zuerst erschienen in: N. Henrichs: Menschein im Informationszeitalter. In: Steigleder, K., Mieth, D. (Hrsg.:): Ethik in den Wissenschaften. Ariadnefaden im technischen Labyrinth? Tübingen: Attempto Verlag 1991 (2. Aufl.;  1. Aufl. 1990), S. 51-64.

  
 
 
  

4. Ein- und weiterführende Bibliographie

Adam, R.: Laws for the lawless: ethics in (information) science. In: Journal of Information Science 17 (1991) 357-372.   

Becker, J., Bickel, S.: Datenbanken und Macht. Konfliktfelder und Handlungsräume. Opladen: Westdeutscher Verlag 1992.   

Bougnoux, D.: Sciences de l' information et de la communication. Collection "Textes essentiels", Paris 1993.   

Capurro, R.: Hermeneutik der Fachinformation. Freiburg/München 1986.   

-: Leben im Informationszeitalter. Berlin: Akademie Verlag 1995.   

Finks, L.W.: Librarianship needs a new code of professional ethics. In: American Libraries, January 1991, 84-92.   

Floyd, Ch.: Wo sind die Grenzen des verantwortbaren Computereinsatzes? In: Informatik-Spektrum (1985) 8, S. 3-6   

Froehlich, Th.J.: Ethical Considerations of Information Professionals. In: M.E. Williams, Ed.: Annual Review of Information Science and Technology, Vol. 27, 1992, S. 291-324.   

Gould, C.C. (ed.): The Information Web - Ethical and Social Implications of Computer Networking. San Francisco, London 1989.   

Hauptman, R.: Ethical Challenges in Librarianship. Phoenix, AZ: Oryx Press. 1988.   

Hauptman, R., Issue Editor: Ethics and the Dissemination of Information. Library Trends, Fall 1991.   

Johnson, D.G., Snapper, J.W. (eds.): Ethical Issues and the Use of Computers. Belmont, Wadsworth 1985.   

Katz, B., Fraley, R. (eds.): Ethics and Reference Services. In: The Reference Librarian 1982 (entire issue).   

Kornwachs, K.: Kommunikation und Information. Zur menschengerechten Technikgestaltung. Berlin 1993.   

Lancaster, F.W., Ed.: Ethics and the Librarian. Proceedings of the Allerton Park Institute: Vol. 31, 1989. Monticello,IL. Urbana-Champaign, IL: University of Illinois, Graduate School of Library and Information Science, 1991.   

Lenk, H.: Können Informationssysteme moralisch verantwortlich sein? In: Informatik-Spektrum (1989) 12, S. 248-255.   

Lyotard, J.-F.: Das postmoderne Wissen. Wien: Böhlau 1986.   

McBride, S. ed.: Many Voices One World. Report of the International Commission for The Study of Communication Problems. New York, NY, UNIPUB, 1980.   

Mintz, A.P. ed.: Information Ethics: Concerns for Librarianship and the Information Industry. New Brunswick, NJ.: McFarland & Co; 1990.   

Mintz, A.P.: Ethics and the News Librarian. In: Special Libraries 82 (1991) 1, 7-11.   

Postman, N.: Das Technopol. Frankfurt 1992   

Roszak, Th.: Der Verlust des Denkens. München 1988.   

Rubin, R.: Ethical Issues in Library Personnel Management. In: Journal of Library Administration (1991) 14, 4, S. 1-16.   

Schmidmaier, D.: Ethik in der Nutzerschulung. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 103 (1989) 7, 297-301.   

Shaver, D.B., Hewison, N.s., Wykoff, L.W.: Ethics for Online Intermediaries. In: Special Libraries 76 (Fall 1985), S. 238-245.   

Slack, J.D., Fejes, F., eds.: The Ideology of the Information Age. Ablex Publ. Corp., Norwood, N.J., 1987.   

Spinner, H.: Die Wissensordnung. Opladen 1994.   

Steinmüller, W.: Informationstechnologie und Gesellschaft. Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft 1993.   

Sugnet, Chr. (ed.): Ethics in the Marketplace. Library Hi Tech, Special Issue 16, 1986.   

Swan, J.C., Peattie, N.: The Freedom to Lie: A Debate about Democracy. Jefferson, NC: McFarland & Co. 1989.   

Wersig, G.: Faktor Mensch: Bezugspunkte postmoderner Wissenschaft. Wissen, Kommunikation, Kultur. Frankfurt a.M.: Lang 1993.   

Woodward, D., Issue Editor: Intellectual Freedom/Parts I & II. Library Trends 39, 1990 (Special issue).   
   
Journal of Information Ethics, Robert Hauptman, Editor. McFarland & Co., North Carolina 
 

 
 
  
  

5. Ethik-Kodizes

ASIS Professional Guidelines
American Library Association: Code of Ethics
Ethische Leitlinien der Gesellschaft für Informatik
EUSIDIC: Collected Guidelines  and  Codes of Practice

ASIS Professional Guidelines

Dedicated to the Memory of Diana Woodward   

The following set of "Professional Guidelines" was adopted for t-he ASIS membership by the Board of Directors in July 1993, finalizing a process involving Professionalism Committees, the ASIS Board of Directors and ASIS' legal counsel for more than a decade.   

ASIS recognizes the plurality of uses and users of information technologies, services, systems and products, as well as the diversity of goals or objectives, sometimes conflicting, among producers, vendors, mediators and users of information systems.   
ASIS urges its members to be ever aware of the social, economic, cultural and political impacts of their actions or inaction.
ASIS members have obligations to employers, clients and systems users, to the profession and to society, to use judgement and discretion in making choices, providing equitable service and in defending the rights of open inquiry. 

Responsibilities to Employers/Clients/System Users 

  • To act faithfully for their employers or clients in professional matters
  • To uphold each user's, provider's or employer's right to privacy and confidentiality and to respect whatever proprietary rights belong to them by limiting access to, providing proper security for and ensuring proper disposal of data about clients, patrons or users.
  • To treat all persons fairly.
  • Responsibility to the Profession
    • To truthfully represent themselves and the information systems which they utilize or which they represent by
      • not knowingly making false statements or providing erroneous  or misleading information
      • informing their employers, clients or sponsors of any circumstances that create a conflict of interest.
      • not using their positions beyond their authorized limits or  by not using their credentials to misrepresent themselves
      • following and promoting standards of conduct in accord with   the best current practices
      • undertaking their research conscientiously, in gathering, tabulating or interpreting data; in following proper appro-val procedures for subjects; and in producing or disseminating their research results
      • pursuing ongoing professional development and encouraging and assisting colleagues and others to do the same
      • adhering to principles of due process and equality of opportunity.
    Responsibility to Society   
    • To improve the information systems with which they work or which they represent to the best of their means and abilities by
      • providing the most reliable and accurate information and acknowledging the credibility of the sources as known or unknown
      • resisting all forms of censorship, inappropriate selection and acquisition policies and biases in information selection, provision and dissemination
      • making known any biases, errors and inaccuracies found to exist and striving to correct those which can be remedied.
      • To promote open and equal access to information, within the scope permitted by their organizations or work, and to resist procedures that promote unlawful discriminatory practices in access to and provision of information by
      • seeking to extend public awareness and appreciation of in-formation availability and provision as well as the role of information professionals in providing such information
      • freely reporting, publishing of disseminating information subject to legal and proprietary restraints of producers, vendors and employers, and the best interests of their employers or clients.
    Information professionals shall engage in principled conduct whether on their own behalf or at the request of employers, colleagues, clients, agencies or the profession.   

    (Bulletin of the American Society for Information Science 20(2):4 (December/January), 1994)

    American Library Association

    Code of Ethics

    1) Librarians must provide the highest level of service through appropriate and usefully organized collections, fair and equitable circulation and service policies, and skillful, accurate, unbiased, and courteous responses to all requests for assistance.   

    2) Librarians must resist all efforts by groups or individuals to censor library materials.   

    3) Librarians must protect each user's right to privacy with respect to information sought or received, and materials consulted, borrowed, or acquired.   

    4) Librarians must adhere to the principles of due process and equality of opportunity in peer relationships and personnel actions.   

    5) Librarians must distinguish clearly in their actions and statements between their personal philosophies and attitudes and those of an institution or professional body.   

    6) Librarians must avoid situations in which personal interests might be served or financial benefits gained at the expense of library users, colleagues, or the employing institution.   

    (Adopted June 30, 1981, by ALA Membership and ALA Council)   
    American Libraries, 13: 595 (October 1982)   

    Ethische Leitlinien der Gesellschaft für Informatik

    Präambel   

    Das Handeln von Informatikerinnen und Informatikern steht in Wechselwirkung mit unterschiedlichen Lebensformen und -normen, deren besondere Art und Vielfalt sie berücksichtigen sollen und auch wollen. Dementsprechend sind diese Leitlinien nicht nur ethische Forderungen; sie sind zugleich Ausdruck des gemeinsamen Willens, diese Wechselwirkungen als wesentlichen Teil des eigenen individuellen und institutionellen beruflichen Handelns zu betrachten. Der offene Charakter dieser Forderungen wird mit dem Begriff Leitlinien unterstrichen.   

    Die Gesellschaft für Informatik (GI) will mit diesen Leitlinien bewirken, daß berufsethische Konflikte Gegenstand gemeinsamen Nachdenkens und Handelns werden. Ihr Interesse ist es, ihre Mitglieder, die sich mit verantwortungsvollen Verhalten exponiert haben, zu unterstützen. Vor allem will sie den Diskurs über ethische Fragen in der Informatik mit der Öffentlichkeit aufnehmen und Aufklärung leisten.   

    Handlungsalternativen und ihre absehbaren Wirkungen fachüber-greifend zu thematisieren, ist in einer vernetzten Welt eine notwendige Aufgabe; hiermit sind einzelne zumeist überfordert. Deshalb hält die GI für unerläßlich, die Zusammenhänge zwischen individueller und kollektiver Verantwortung zu verdeutlichen und dafür Verfahren zu entwickeln. Im Sinne dieser Ausführungen bindet sich die GI an die folgenden Leitlinien.   

    I Das Mitglied   

    Art. 1: Fachkompetenz   
    Vom Mitglied wird erwartet, daß es seine Fachkompetenz nach dem Stand von Wissenschaft und Technik ständig verbessert.   

    Art. 2: Sachkompetenz   
    Vom Mitglied wird erwartet, daß es sich über die Fachkompetenz hinaus in die seinen Aufgabenbereich betreffenden Anwendungen von Informatiksystemen soweit einarbeitet, daß es die Zusammenhänge versteht. Dazu bedarf es der Bereitschaft, die Anliegen und Interessen der verschiedenen Betroffenen zu verstehen und zu berücksichtigen.   

    Art. 3: Juristische Kompetenz   
    Vom Mitglied wird erwartet, daß es die einschlägigen rechtlichen Regelungen kennt, einhält und an ihrer Fortschreibung mitwirkt.   

    Art. 4: Kommunikative Kompetenz und Urteilsfähigkeit   
    Vom Mitglied wird erwartet, daß es seine Gesprächs- und Urteilsfähigkeit entwickelt, um als Informatikerin oder Informatiker an Gestaltungsprozessen und interdisziplinären Diskussionen im Sinne kollektiver Ethik mitwirken zu können.   

    II Das Miglied in einer Führungsposition   

    Art. 5: Arbeitsbedingungen   
    Vom Mitglied in einer Führungsposition wir zusätzlich erwartet, daß es für Arbeitsbedingungen Sorge trägt, die es Informatikerinnen und Informatikern erlauben, ihre Aufgaben am Stand der Technik kritisch zu überprüffen.   

    Art. 6: Beteiligung   
    Vom Mitglied in einer Führungsposition wird zusätzlich erwartet, daß es dazu beiträgt, die von der Einführung von Informatiksystemen Betroffenen an der Gestaltung der Systeme und ihrer Nut-zungsbedingungen angemessen zu beteiligen. Von ihm wird insbesondere erwartet, daß es keine Kontrolltechniken ohne Beteiligung der Betroffenen zuläßt.   

    Art. 7: Organisationsstrukturen   
    Vom Mitglied in einer Führungsposition wird zusätzlich erwartet, aktiv für Organisationsstrukturen und kommunikative Verfahren einzutreten, die die Wahrnehmung von Verantwortung im sinne kollektiver Ethik ermöglichen.   

    III Das Mitglied in Lehre und Forschung   

    Art. 8   
    Vom Mitglied, das Informatik lehrt, wird zusätzlich erwartet, daß es die Lernenden auf deren Verantwortung sowohl im individuellen als auch im kollektiven Sinne vorbereitet und selbst hierbei Vorbild ist.   

    IV Die Gesellschaft für Informatik   

    Art. 9: Zivilcourage   
    Die GI ermutigt ihre Mitglieder in Situationen, in denen deren Pflichten gegenüber ihrem Arbeitgeber oder einem Kunden im Konflikt zur Verantwortung gegenüber Betroffenen stehen, mit Zivil-courage zu handeln.   

    Art. 10: Mediation   
    Die GI übernimmt Vermittlungsfunktionen, wenn Beteiligte in Konfliktsituationen diesen Wunsch an sie herantragen.   

    Art. 11: Interdisziplinäre Diskurse   
    Die GI ermöglicht interdisziplinäre Diskurse zu ethischen Problemen der Informatik; die Auswahl der Themen wird selbst in solchen Diskursen getroffen. Vorschläge hierzu können einzelne Mitglieder und Gliederungen der GI machen. Die Ergebnisse der Diskurse werden veröffentlicht.   

    Art. 12: Fallsammlung   
    Die GI legt eine allgemein zugängliche Fallsammlung über ethi-sche Konflikte an, kommentiert und aktualisiert sie regelmäßig.   

    Art. 13: Ehrenrat   
    Die ethischen Leitlinien unterstützen den Ehrenrat nach § 11 der Satzung der GI in seinen Aufgaben und Entscheidungen.   

    Art. 14: Fortschreibung   
    Die ethischen Leitlinien werden regelmäßig überarbeitet.   

    Erläuterungen

    Betroffener   

    Der Begriff wird in den Datenschutzgesetzen definiert als die natürliche Person, über die Daten etwas aussagen. Er umfaßt sowohl organisationsinterne (Beschäftigte, Nutzer) als auch organisationsexterne Personen (Bürger, Kunden). Es empfiehlt sich, diesen eingebürgerten Begriff für jegliche Form des Einsatzes von Informatiksystemen zu übernehmen. Die im englischen Sprachraum gebräuchliche Unterscheidung von "user" (intern) und "usee" (extern) hat sich in Deutschlad bis jetzt nicht durchsetzen können.

    Diskurs   

    Diskurse sind Verfahren gemeinschaftlicher Reflexion von Proble-men mit einem normativen, d.h. wertbezogenen Hintergrund, die vom einzelnen oder einer einzelnen Fachdisziplin nicht überschaut werden können. Ihre wesentliche Leistung liegt darin, in der fachübergreifenden Kommunikation Erkenntnis- und Verständnisgrenzen zu überwinden sowie Vor-Urteile zu hinterfragen und im Licht anderer Positionen zu rechtfertigen oder zu modifizieren, um Verständigung zu ermöglichen. Allein die Überwindung der Sprachbarrieren erweist sich als langwieriges Problem. Deshalb sollen Diskurse auf eine mittelfristige Dauer angelegt sein.   
       

    Fallsammlung   

    Unter Fallsammlung wird eine Zusammenfassung von wirklichen Begebenheiten verstanden, in denen Beschäftigte (vorzugsweise Informatikerinnen und Informatiker) durch die ihnen übertragenen Aufgaben in ethische Konflikte geraten sind. Der Arbeitskreis "Informatik und Verantwortung" der GI wird diese Fälle zusammentragen und kommentieren. Die Sammlung hat den Sinn, diese Leitlinien zu konkretisieren und sie anhand praktischer Beispiele besser vermittelbar zu machen. Einzelne können diese Beispiele in vergleichbaren Situationen als Leitlinie für ihr Verhalten zu Rate ziehen.    

    Informatiksystem   

    Unter einem Informatiksystem wird die Einheit von Hard-, Software und Netzen einschließlich aller durch sie intendierten oder verursachten Gestaltungs- und Qualifizierungsprozesse bezügl. Arbeit und Organisation verstanden..

    Kollektive Ethik   

    Ethik befaßt sich mit dem vorbedachten Verhalten von Menschen, die die Folgen ihres Verhaltens für andere Menschen, ihre Mit-geschöpfe und die Umwelt in noch unerfahrenen, durch Sitten und Rechtsnormen noch nicht geprägten Situationen bedenken (reflektieren). Hierbei können die Folgen des Verhaltens unmittelbar oder über längere Zeiten und größere Räume zu bedenken sein. Was der einzelne Mensch hinsichtlich dieser Verhaltensfolgen bedenken kann, umfaßt die individuelle Ethik.   
    Für den einzelnen Menschen sind aber nicht immer die Folgen von Verhalten in Kollektiven (Organisationen, Gruppen, Wirtschaften und Kulturen) überschaubar. Kollektives Verhalten bedarf deshalb zusätzlich zur individuellen der kollektiven Reflexion. Kollektive Ethik beruht auf der Möglichkeit, mit "Vorsicht" künftige kollektive Handlungen, die sich nicht an Erfahrungen und daraus entwickelten Normen orientieren können, gemeinschaftlich zu bedenken. Eine besondere Notwendigkeit solcher Reflexion ergibt sich immer dann, wenn individuelle Ethik oder Moral mit der kollektiven Ethik in Konflikt geraten.

    Kontrolltechnik   

    Unter Kontrolltechnik werden analog zum Betriefsverfassungsgesetz "technische Einrichtungen" verstanden, die objektiv geeignet sind, "das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen" (§ 87 Abs.1 Nr.6 BetrVG). Bei der Einführung solcher Systeme steht den Interessenvertretungen ein Mitbestimmungsrecht zu.   
       

    Mediation   

    Unter Mediation werden Verhandlungsprozesse verstanden, mit deren Hilfe Interessenkonflikte zwischen zwei oder mehreren Parteien unter Hinzuziehung eines neutralen Dritten (Mediator) beigelegt werden. Das Ziel sind Problemlösungen, die von allen am Prozeß Beteiligten akzeptiert werden. Der Mediationsprozeß ist durch die Suche nach neuen Lösungen gekennzeichnet. Die Ergebnisse sind nicht rechtlich verpflichtend; als erfolgreich erweisen sich allgemein "jeder-gewinnt-Lösungen".   
       

    Rechtliche Regelungen   

    Rechtliche Regelungen, die für die Gestaltung von Informatiksystemen bedeutsam sind, finden sich inzwischen an zahlreichen Stellen der Rechtsordnung. Die wichtigsten sind:   
       

  • Allgemeiner und bereichsspezifischer Datenschutz, einschließ-lich Arbeitnehmerdatenschutz
  • Freedom of information - Gesetzgebung (Informationszugangsgesetze, z.B. für den Umweltbereich)
  • Computerstrafrecht
  • Gewerblicher Rechtsschutz, insbesondere Urheber- und Patentrecht
  • Allgemeine zivilrechtliche und strikte Produkthaftung
  • IT-Sicherheitsrecht
  • Telekommunkationsrecht
  • In vielen, bei weitem aber nicht in allen Fällen begründet die Einhaltung technischer Normen und Standards (DIN, EN, ISO) die Vermutung der Rechtstreue.   
       

    Stand der Wissenschaft und Technik   

    Die Leitlinien wären schon bei ihrer Verkündung veraltet, wenn man sie auf eine schon bekannten Wissensfundus in der Informatik bezöge. Statt starrer Verweise bietet sich als Ausweg an, das Prinzip der sog. offenen normativen Standards zu übernehmen, fürdas sich das deutsche technische Sicherheitsrecht entschieden hat. Das Bundesverfassungsgericht hat dieses Prinzip in mehreren Grundsatzentscheidungen zu einer sog. "Dreistufenlehre" konkretisiert (BVerfGE 49,89ff., BVerfGE 53,30ff., BVerfGE 56,54ff.):   

    1. Stufe: Allgemein anerkannte Regeln der Technik   

    Eine Regel ist dann allgemein anerkannt, wenn die herrschende Meinung der Praktiker eines Fachgebiets von ihrer Richtigkeit überzeugt ist und dies auch dokumentiert hat. Die Regel muß in der Fachpraxis  bewährt  und erprobt sein. Maßgebend ist die Durchschnittsmeinung der Praktiker, abweichende Auffassungen von Minderheiten sind unerheblich. Eine starke faktische Vermutung für die allgemeine Anerkennung besteht, wenn z.B. DIN- oder ISO-Normen für das Problem existieren.   

    2. Stufe: Stand der Technik   

    Der Maßstab für das Gebotene wird an die Front der technischen Entwicklung verlagert, für die die allgemeine Anerkennung und die praktische Bewärung alleine nicht ausreicht. Bei dieser Formel müssen Meinungsverschiedenheiten unter technischen Praktikern ermittelt werden. Die meisten Datenschutzgesetze enthalten in ihren Datensicherungsvorschriften einen Hinweis auf den "Stand der Technik (und Organisation)".   

    3. Stufe: Stand von Wissenschaft und Technik   

    Mit der Bezugsnahme auf diese Formel wird ein noch stärkerer Zwang dahin ausgeübt, daß eine Regel mit der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung Schritt hält. Geboten ist, was nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisssen für erforderlich gehalten wird. Das jeweils Erforderliche wird also nicht durch das technisch gegenwärtige Machbare begrenzt. Einen Verweis auf den "Stand von Wissenschaft und Technik" enthält z.B. das Pro-dukthaftungsgesetz von 1989, das zumindest für Standardsoftware anwendbar ist. Es bietet sich an, an die Fachkompetenz der In-formatiker besonders hohe Maßstäbe anzulegen (3. Stufe). Bei der Realisierung von Informatiksystemen müßte es im allgemeinen ausreichen, die Erwartungen, wie sie z.B. Datenschutzgesetze an Informatiker haben, jedenfalls nicht zu unterschreiten.   

    (Informatik-Spektrum 16 (1993) 4, 239-240)   
     

    EUSIDIC (The European Association of Information Services)

    Collected Guidelines  and  Codes of Practice

    (Auszug/Selection)

    INFORMATION BROKERS (2) 

    Introduction   

    As part of the Impact (Information Market Policy Actions) Pro-gramme the Commission of the EC has supported the work of EUSIDIC, the European Association of Information Services, EIIA, the European Information Industry Association, and EIRENE, the European Information Researchers Network, in producing a Code of Practice for Information Brokers. This work was untertaken by members of the three bodies, supported by staff of the School of Information Studies of the University of Central England in Birmingham.   

    The three principal organisations concerned with the professional development of information brokers and with the promotion of their role, EIRENE, the European Information Researchers Network, AFII, Association Française des Intermédiaires en Information, and DGD, the Deutsche Gesellschaft für Dokumentation, have undertaken to adopt the code and to put in place procedures to ensure adherence within their organisations.   

    The reason for creating this Code of Practice is to allow users of the services of Information Brokers to feel confident that there exists a framework of professional ethics which governs provision of these services.   
    The Broker/client relationship should be of such a nature that it fosters confidence and mutual respect and is characterised by honesty and confidentiality.   
    In offering to provide services, a professional Information Broker implies that there is a level of competence and the range of skills and experience available to carry out the work.   
    Information Broking is the generic term for a person or organisation contracting to provide information services. There are several terms in use by people in the field:   

     information broker   
     information consultant   
     freelance librarian   
     information specialist   
     information on demand   
     fee-based information service   
     information retailer   
     infomediary   

    Generally, an Information Broker is seen as someone providing information services for profit.   

    The working structures fall into two main categories:   

  • Idependent Information Broker whose main source of income is   gained by selling information services
  • Fee-based services attached to a privately or publicly owned   organisation
  • Definitions   

    There are several definitions of the term Information Broker used by different organisations:   
       

  •  an individual or organisation who - on demand - seeks to   answer questions using all sources available and who is in business for a profit (ASIS Bulletin 2, (7) special issue, Fe-bruary 1976)
  • an individual or organisation carrying out information sear-ches on behalf of a third party, individual or organisation (EUSIDIC, 1984)
  • an individual or organisation who - on demand - seeks to answer questions using all sources available and who is in business for a profit (EIRENE, 1993)
  • Note   

    This Code of Practice is designed to apply to individuals acting as Information Brokers, regardless of whether they work individually or as part of a company. It is anticipated that Information Brokers will incorporate this Code of Practice as part of their company policy.   

    A: ETHICAL PRINCIPLES   

    Integrity   

    A Broker shall:   
       

  • uphold the good standing and reputation of professional Information Brokers
  • be honest in performing professional services
  • conduct business activities with courtesy, integrity and   humanity
  • show respect for:
  • individuals
  • professional colleagues
  • the client
  • the scholarship of others
  • the law
  • A Broker shall not:   
  • knowingly encourage discrimination, on the grounds of race, colour, creed, gender or sexual orientation
  • claim to offer services or subject coverage which cannot be provided
  • deliberately misrepresent themselves for any purpose
  • Confidentiality   

    A Broker shall:   

  • hold the affairs of the client in the strictest confidence,   except where the law requires disclosure
  • declare any conflicts of interest, if they are likely to   undermine confidentiality
  • undertake not to re-use information gained as part of the client contract, for personal or professional gain
  • Businness Ethics   

    A Broker shall:   

  • honour contractual and legal obligations
  • only search for information by legal means
  • disclose their ownership and/or the level and purpose of any public subsidy supporting their services
  • abide by Copyright and Data Protection laws
  • specify any ethical limits to the information they are willing to supply
  • not falsify records or knowingly provide misleading informa-  tion
  • Objectivity   

    A Broker shall:

  • be fair and not allow prejudice or bias or influence of others to override objectivity
  • when forwarding information to the client, clearly indicate on what criteria the research was done
  • B: QUALITY OF SERVICE TO THE CLIENT   

    Good Business Practice   

    The Broker and client shall agree in advance the outcome sought.   
    The Broker shall:   

  • inform clients if they think that there is more efficient way of doing the work that is requested
  • comply with the relevant laws in the jurisdiction
  • clarify their copyright position vis à vis the information suppliers and inform the client of their copyright obligations as regards the information provided
  • clarify their position vis à vis Data Protection legislation and inform the client accordingly
  • in presenting the project, endeavour to distinguish clearly between results andthe Broker's interpretation of those results and subsequent recommendations
  • respect the originality of the work of others
  • state clearly wherethey are quoting form or paraphrasing   published or unpublished literature
  • identify and acknowledge the original source of any data or information they use
  • The Broker shall not:   
  •  undertake work which is outside their ability
  • misrepresent themselves to gain information which would not otherwise be available
  • misrepresent themselves to win a contract
  • misrepresent another's work as their own
  • misrepresent the value of information supplied
  • The term of business shall be clearly stated, with charging policy/policies declared   

    The Broker shall:   

  • record and observe customer's instructions
  • provide customers with an estimate of costs, before work is   undertaken , if required supply invoices which detail costs/-  charges, if required
  • Within the client's budget and time frame, the Broker shall:   
  • provide the client with a realistic expectation of what information is likely to be provided
  • undertake to search the most appropriate information sour-ces, to provide current and accurate information
  • keep the client informed of progress, if requested
  • Professional Competence   

    The Broker has a duty to maintain their knowledge and improve continuously their professional skills. The Broker shall ensure that all who work with them or for them have the appropriate levels of expertise for the efficient execution of the research tasks entrusted to them   

    Normaly, the  Broker  shall be the single interface with the cli-ent and thus will, with the agreement of the client:   

  •  forward searches outside their competence to appropriate specialists in the field
  • inform the client as to why a sub-contractor has been or will be used
  • name the sub-contractor, where applicable
  • The Broker shall:   
  •  clearly state services and areas of competence which they can provide
  • clearly state individual and technical qualifications, competence and experience
  • only accept for themselves work for which they are suitably qualified
  • Confidentiality   

    A Broker shall maintain confidentiality in relation to business transactions.   

    This confidentiality will be applied:   

  •  within an organisation, where a broker is working for one part of that organisation
  • between the Broker and other clients
  • Any commissioned research or report remains confidential to the client, unless specified otherwise. Any research or report which is supplied by the Broker is being original work on the client's ehalf, should be prepared specifically for that client, although the background information on which the search or report is based, or information that is in the public domain, may not have been obtained soleley for that particularly client. The confidentiality of commissioned research may be defined by individual contractual agreement of all parties   

    Liability   

    The professional skills of the information broker will be applied with reasonable care and diligence   

    A Broker shall   

  • clearly state the accuracy limits of the information provided, within their professional competence and available sources
  • state clearly their liability and will not use total disclaimers
  • abide by the existing local laws regarding liability, arbitration procedures or professional negligence, when providing information services
  • accept limited liability up to the value of the contract between Broker and client
  • indicate their arbitration procedures in their terms of business
  • Advertising and Competition   

    A Broker may engage in advertising, in conformity with local legislation, but not in any form of unfair competitive activity. This specifically excludes comparative advertising which calls into question the professional competence of other Brokers.

    (EUSIDIC, Collected Guidelines and Codes of Practice, Edition 1994)

     
     

     

    6. Die Autoren

    Robert F. Barnes, geb. 1931; 1957 M.A. in Mathematik am Dartmouth College (USA); 1966  Ph.D. in Logik und Methodologie der Wissenschaften an der University of California, Berkeley. Lehr als Professor of Computer Science and Philosophy an der Lehigh University (USA).  
    Veröffentlichungen: Some Thoughts on Professional Ethics Codes. In: Bulletin of the ASIS, 12 (4), 1986.  

    Daniel Bougnoux, Studium und außerordertliche Professur (agrégé) für Philosophie an der Ecole Normale Supérieure. Lehrt als Professor der Kommunikationswissenschaften an der Université Stendhal in Grenoble.  
    Veröffentlichungen: La communication par la bande. Paris 1991; Sciences de l'information et de la communication, Collection Textes Essentiels, Paris 1993  

    Andreas Brellochs, geb. 1962 in Weinstadt, ursprünglich gewerbliche Berufsausbildung, kam nach langjährigen, verschiedenen Tätigkeiten in Industrie und Handel über den zweiten Bildungsweg zum Hochschulstudium. 1995 Dipom in Dokumentation an der FH Stuttgart, Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen, Stuttgart.  

    Rafael Capurro, geb. 1945 in Montevideo (Uruguay), Studium der Geisteswissenschaften und Philosophie in Chile und Argentinien; Wissenschaftlicher Dokumentar am Lehrinstitut für Dokumenation (Frankfurt a. M.) (1973). Promotion in Philosophie an der Universität Düsseldorf (1978). Managementtätigkeit im Fachinformationszentrum Karlsruhe (1980-1985). Habilitation in Philosophie an der Universität Stuttgart (1989). Seit 1986 Professur für Informationswissenschaft an der Fachhochschule für Bibliothekswesen Stuttgart und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Seit 1990 Ethik-Beauftragter der FH Stuttgart, Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen.  
    Veröffentlichungen: Information (München 1978); Hermeneutik der Fachinformation (Freiburg/München 1986); Leben im Informationszeitalter (Berlin 1995).    

    Ronald D. Doctor, geb. 1935 in Brooklyn, New York; Masters und Ph.D. in Ingenieurwissenschaften von der University of Los Angeles, California (UCLA), USA. Masters in Library and Information Science (MLS) von der School of Library and Information Science, University of Washington. Projektmanager der Rand Corporation. Economics Commissioner der California State Energy Commission. Associate Professor der School of Library and Information Studies, University of Alabama.  
    Veröffentlichungen: Seeking equity in the National Information Infrastructure, Internet Research, Vol. 4, 3, Oct. 1994; Justice and social equity in cyberspace, Wilson Library Bulletin, Vol. 68, 5, Jan. 1994.  
      
    Rosemary R. Du Mont, geb. 1947 in Chicago, Masters in Library Science von der Syracuse University, New York, USA. Ph.D. in Library and Informa-tion Science von der University of Pittsburgh, Pennsylvania. Seit 1986 Professor und Dekanin der School of Library and Information Science, Kent State University, Ohio. Preise und Ehrungen, u.a.: "Foreign Expert", Volksrepublik China, 1992. Herausgeberin des Journal of Education for Library and Information Science.  
    Veröffentlichungen: Cultural Diversity in Libraries (Greenwood Press, 1994).  
      
    Thomas J. Froehlich, geb. 1941 in Johnstwon, Pennsylvania; 1975 Ph.D. in Philosophie von der Duquesne University, USA, Masters in Informationswissenschaft von der University of Pittsburgh (1982). Professor an der School of Library and Information Science, Kent State University, Ohio.  
    Veröffentlichungen: Ethical Considerations of Information Professionals, In: Annual Review of Information Science and Technology (ARIST), Vol. 27 (1992); zusammen mit Richard Rubin: Ethical Aspects of Library and Information Science, In: Encyclopedia of Library and Information Science.  
      
    Bernd Frohmann, geb. 1946 in Karlsruhe, Master in Library and Information Science und Ph.D. in Philosophie von der University of Toronto (Canada). 1988-1991 und seit 1992 Professor an der Graduate School of Library and Information Science, University of Western Ontario (Canada), 1991-1992: Assistant Professor an der Faculty of Library of Information Science, University of Toronto (Canada).  
    Veröffentlichungen: Playing with Language. In: J.V. Canfield, S.G. Shanker eds.: Wittgenstein's Intentions (Garland 1995); Cognitive Paradigms and User Needs. In: A. Neelamaghan, M.A. Gopinath, K S. Raghavan, P. Sankaralingam eds.: Cognitive Paradigms in Knowledge Organization (Bangalore 1992); Knowledge and Power in Library and Information Science. In: P. Vakkari, B. Cronin, eds.: Conceptions of Library and Information Science (Taylor Graham 1992).  
      
    Robert Hauptman, Ph.D. in Komparatistik. Lehrt als Professor an der St.Cloud State University (USA), Herausgeber der Zeitschrift: Journal of Information Ethics.  
    Veröffentlichungen: Ethical Challenges in Librarianship, Phoenix/New York 1998; Ethics and the Dissemination of Information, Library Trends, 1991, 40 (2).  

    Norbert Henrichs, geb. 1935, Studium der Philosophie, Theologie, Psychologie und Geschichte in Bonn, München, Köln. Promotion über Heideggers Hermeneutikkonzeption. Seit 1974 Professor für Philosophie und Informationswissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Leiter der Forschungsabteilung für philosophische Information und Dokumentation des Philosophischen Instituts. 1980-1985 Wiss. Geschäftsführer der Gesellschaft für Information und Dokumentation, Frankfurt, danach verantwortlich für den Studiengang Informationswissenschaft an der Universität Düsseldorf.  
    Veröffentlichungen: ALBUM: Ein Verfahren für Literaturdokumentation, München: Siemens AG 1971.  
      
    Barbara J. Kostrewski: Centre for Information Science, The City University, London.  
    Veröffentlichungen: Education in medical documentation in West Germany. In: Journal of Inf. Science 3 (2) 1981; Biomedical information, education and decision support systems. In: Journal of Inf. and Image Management 12, 1986  

    Charles Oppenheim,  Zwischen 1976 und 1980 Lecturer in Information Science an The City University, London; Lehrt als Professor und Head of Department of Information Science an der University of Strathclyde, Glasgow. President Elect des Institute of Information Scientists. Vizepräsident von Aslib. Vertreter am European Commission's Legal Advisory Board.  
    Veröffentlichungen: Ethics for Information Supply. London, Library Association 1981; Librarianship and information work in context. In: Librarianship and Information Work Worldwide 1991: An Annual Survey.  
       
    Martha Smith, geb. 1945 in Jacksonville, Florida. Ph.D. in Religion an der Duke University (1980), Ph.D. in Information and Library Science an der University of NC-Chapel Hill, USA. 1983-84 Director of der Library, NC Wesleyan. Seit 1990, Chair, Mid-Carolina Academic Library Network. Seit 1984 Head Librarian, Saint Mary's College.  
    Veröffentlichungen: Guest Editor for "Information Ethics", Special Issue, North Carolina Libraries, Spring 1993; Column "Educating for Information Ethics" in: Journal of Information Ethics (seit 1993).  

    John Swan (1945-1994). Masters in Library Science am Simons College, USA, Ph.D. in Englischer und Amerikanischer Literatur von der Tufts University. 1978: Audio-visual und Reference Assi-tant, Hingham (Mass.) Public Library. 1975-77: Gründer und Koordinator des audiovisuellen Programms, Boston Public Library. 1979-1986: Reference Librarian, Wabash Colle-ge. Seit 1986 Head Librarian, Bennington College. Seit 1991, Trustee und Member, Board of Managers, Bennington Free Library. Seit 1990: Trustee, McCullough Public Library, North Bennington. Seit 1986: Chair des Intellectual Freedom Committee, Vermont Library Association. Preise und Ehrungen u.a.: State Intellectual Freedom Committee Program National Award (American Library Association (1986).  
    Veröffentlichungen: The Freedom to Lie: A Debate about Democracy (McFarland, 1989) (zusammen mit Noel Peattie); The Triumph of Pierrot: The Commedia dell'arte and the Modern Imagination (Macmillan 1986) (zusammen mit Martin Green).  
      
    Klaus Wiegerling, Jahrgang 1954. Studium der Philosophie, Kom-paratistik und Dt. Volkskunde an der Johannes Gutenberg-Univer-sität Mainz. Promotion an der Universität Mainz. 1982-1984 Mit-herausgeber der Zeitschrift "Forum Mainzer Texte". Seit 1984 freie Seminar- und Vortragstätigkeit, sowie freie Tätigkeit als Schriftsteller. Seit 1987 Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften, Mainz. Seit 1991 Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Mainz. Beauftragter des VS Rheinland-Pfalz zur Organisation und Durchführung der Ersten Rheinland-Pfälzischen Literaturtage. Lehrbeauftragter der Universität Kaiserlautern und der Universität Stuttgart (Fachbereich: Philosophie).  
    Veröffentlichungen: Husserls Begriff der Potentialität, Bonn 1984; Die Erzählbarkeit der Welt, Lebach 1989; Das Ende der moralischen Instanzen, In: Terror 93, Landeszentrale für politische Bildung, RLP, 1993.


    Letzte Änderung: 16. Juli  2017
     

        

    Copyright © 1999 by Rafael Capurro, all rights reserved. This text may be used and shared in accordance with the fair-use provisions of U.S. and international copyright law, and it may be archived and redistributed in electronic form, provided that the author is notified and no fee is charged for access. Archiving, redistribution, or republication of this text on other terms, in any medium, requires the consent of the author.   
     

     

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