INFORMATIONSETHIK

R. Capurro, A. Brellochs, K. Wiegerling, Hrsg.
 
 
 
 
Auszüge aus: R. Capurro, A. Brellochs, K. Wiegerling Hrsg.: Informationsethik. Universitätsverlag Konstanz 1995.
 

 
 
Inhalt

1. Einleitung
2. Grundfragen der Informationsethik  
N. Henrichs: Menschsein im Informationszeitalter   
K. Wiegerling: Medium und Verhalten   
D. Bougnoux: Qui a peur de l'information?
3. Ethische Fragen in der Informationspraxis  
3.1 Ethische Fragen auf Makroebene   
R. Capurro: Moral Issues in Information Science   
Th. Froehlich: Ethical Considerations in Technology Transfer   
Ronald D. Doctor: Information Technologies and Social Equity   

3.2 Ethische Fragen auf Mesoebene und Mikroebene   
Robert F. Barnes: Ethical and Legal Issues Raised by Information Technology   
Thomas J. Froehlich: Ethics, Ideologies, and Practices of Information Technology and Systems   
Rosemary R. Du Mont: Ethics in Librarianship: A Management Model   
Robert Hauptman: Ethical Concerns in Librarianship: An Overview   
John Swan: Ethics Inside and Out: The Case of Guidoriccio   
Martha Smith: Infoethics for Leaders: Models or Moral Agency in the Information Environment   

3.3 Ethische Fragen in Lehre und Forschung   
Barbara J. Kostrewski, Charles Oppenheim: Ethics in information science   
Bernd Frohmann: The Power of Images: A Discourse Analysis of the Cognitive Viewpoint

4. Ein- und weiterführende Bibliographie  

5. Ethik-Kodizes 

ASIS Professional Guidelines
American Library Association: Code of Ethics  
Ethische Leitlinien der Gesellschaft für Informatik
EUSIDIC: Collected Guidelines  and  Codes of Practice
6. Die Autoren
 
 
 
 

1. Einleitung

"Wir haben Beiträge versammelt, die einen Einblick in die Grundfragen und eine Übersicht über die Problembezirke der Informationsethik verschaffen.  
Sie sind in drei Abteilungen gegliedert, wobei eine eindeutige und ausschließliche Zuweisung zum jeweiligen Problemkreis kaum möglich ist.

In der ersten Abteilung - Grundfragen einer Informationsethik - werden anthropologische Probleme im Informationszeitalter, mediale Neudimensionierung aller Lebensbereiche, Fragen einer neuen Wissensordnung und die Frage nach der Bestimmung des Informationsbegriffs behandelt.

Die zweite Abteilung - Ethische Fragen der Informationspraxis - umfaßt Beiträge über ethische Fragen auf Makro-, Meso- und Mikroebene. Bei der ersten Ebene handelt es sich um allgemeine soziale und politische Fragen, vor allem um Fragen der Gerechtigkeit in Zusammenhang mit dem Verhältnis zwischen den informationsarmen und -reichen Ländern.
In einer zweiten Gruppe, welche Fragen auf Meso- und Mikroebene anspricht, haben wir Beiträge ausgewählt, die sich sowohl mit ethischen Fragen elektronischer Informationsvermittlung als auch bibliotheksbezogener Ethik-Beiträge befassen.

In der dritten Abteilung - Ethische Fragen in Lehre und Forschung - bringen wir zwei Aufsätze, die sich in einem Abstand von zwölf Jahren kritisch mit der Informationswissenschaft, ihrer Forschung und Lehre und ihrem Jargon auseinandersetzen." (S. 10) 

"Die Frage nach Sinn und Zweck von Ethik-Kodizes ist umstritten. Hier liegt ein offenes Feld für künftige Untersuchungen in unserem Bereich. Wir haben einige Beispiele ausgewählt.

Unser Reader enthält schließlich eine einführende Bibliographie. Da die ausgewählten Beiträge jeweils ausführliche bibliographische Angaben enthalten, soll diese Bibliographie lediglich eine Anregung für eine weitere Vertiefung dieses Themas oder auch für den Bestandsaufbau sein. Dieser Reader erscheint nicht zuletzt mit der Absicht, daß die hier erörterten Fragen Gegenstand der Diskussion und Forschung, Lehre und Praxis werden. Wir meinen, daß sie zum Pflichtkanon in der Ausbildung von Informationsspezialisten - Bibliothekaren, Dokumentaren, Informatikern, Journalisten usw. - gehören sollten.  

Pädagogische Überlegungen zu unserem Thema sind, zumindest hierzulande, beinah inexistent. Kein Wunder da die Vermittlung dieses Stoffes kaum stattfindet. Hier besteht wohl akuten Handlungsbedarf, zumal wenn eine Gesellschaft und vielleicht auch ein Zeitalter immer mehr durch den Bezug zur Information bestimmt werden."  
(S. 19)

2. Grundfragen der Informationsethik

2.1 Norbert Henrichs: Menschsein im Informationszeitalter

"Norbert Henrichs eröffnet mit "Menschsein im Informationszeitalter" die Diskussion der ersten Abteilung über Grundfragen der Informationsethik. Er behandelt das Thema einer anthropologischen Fundierung der Informationswissenschaft. Ausgehend von der Veränderung der Lebens- und Kommunikationsformen durch die Informationssysteme und -netze weist Henrichs auf die unmittelbaren Auswirkungen für die Verwirklichung menschlicher Grundrechte hin. Das wird am Begriff des menschlichen Handelns aufgezeigt, in dem dieser durch die Möglichkeit weltweiter unmittelbarer Wirksamkeit eine neue Qualität gewinnt.  
Das hat Auwirkungen auf die bisherigen Formen der sozialen und politischen Partizipation, der Organisation, der Arbeit und des Denkens. Die Kommerzialisierung des Informationswesens führt, so Henrichs, auch zu einer neuen Form des 'homo oeconomicus' sowie zu neuen Strukturen kollektiven Daseins in immer engerer Symbiose und in wachsender Abhängigkeit mit dem Funktionieren oder Nicht-Funktionieren technischer Systeme. Die Mediatisierung des Geistes steht der unserer leiblichen Kräfte nicht nach. Die Frage des "Menschseins im Informationszeitalter" bildet den Kern einer Informationsethik, und diese ist wiederum ein überfälliger Titel für das Nachdenken über die ethische Rechtfertigung der herrschenden (A-)Moralität in einer informatisierten Welt." (S. 11)


N. Henrichs: Menschsein im Informationszeitalter

(...)

"2. Das Fehlen einer Informationsethik

Wo informationswissenschaften sich aber auch dieser Folgendiskussion gegenüber nicht blind und taub verhalten haben, haben sie die aufgeworfenen Fragen jedoch bislang als eher politische bzw. wirtschaftspolitische und juristische Fragen oder gar als nur technische Fragen verstanden und kaum als Fragen, die den informationstechnischen Möglichkeiten künftiger bessr angepaßten Katalog von neuen Handlungs- und Verhaltensnormen erfordern. Ich will solche auf die Folgendiskussion bisland nur vordergründig erfolgte Reaktion nun kurz an wenigen Beispielen erläutern." (S. 25)

"Schließlich fehlt in den Informationswissenschaften auch noch die Ausbildung eines entsprechenden Wissenschaftsethos im Sinne einer "informationswissenschaftlichen Standesethik".
Solch eine "Standesethik" soll uns im folgenden nicht beschäftigen. Aber auch um die geforderte materiale Informationsethik - und sei es nur skizzenhaft - kann es hier noch nicht gehen, solanre nicht die Fragen der anthropologsichen Fundierung einer solchen Ethik diskutiert sind, d.h. bevor nicht klarer ist als heute, ob und in welchem Maße menschliche Lebens- und Kommunikationsformen in einere von Informationssystemen und -netzen bestimmten Welt tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt sind. Aus dem Blickwinkel ethischen Interesses steht indes auch in diesem Punkt die Diskussion noch am Anfang. Immerhin sind Ansätze dafür erkennbar, daß diese Fragestellung künftig wohl doch aufgegriffen wird". (S. 27)


"5. Problemfelder des "Menschseins" im Informationszeitalter

Und noch an einem zweiten Fragekomplex soll verdeutlicht wrden, daß die Entwicklung einer Informationsetzik nur aus einer anthropologisch interessierten und geleiteten Auswertung der informationstechnischen Erscheinungswelt resultieren kann. Gemeint ist das Thema "Macht".

Wenn es Ethik allgemein um Gerechtigkeit zu tun ist, dann muß der Frage der Macht unter den Bedingungen der Informatisierung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es seien nur einige der vielfältigen Machtverhältnisse genannt, die das Informationszeitalter bestimmen werden und die eben ein hohes Maß an Problembewußtsein verlangen:
  • die Macht der Chip-Hrstelle, von denen alle Hardware-Hersteller abhängen. (Die außereordentlichen Investitionen für Weiterentwicklungen verstärken in diesem Bereich die Monopolisierungstendenzen);
  • die Macht der Markführer im Hard- und Softwarebereich (die über Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten befinden);
  • die Macht der Betreiber großer (Service-)Rechenzentren (düe über Funktionstüchtigkeit oder Zusammenbruch von Unternehmen und Verwaltungen befinden);
  • die Macht der Netzbetreiber und Anbieter von Telekommunikationsdiensten (ohne die der Informationsaustausch zum Erliegen kommt);
  • die Macht der Wartungstechniker (ohne die bei Systemausfällen nichts mehr geht);
  • die Macht der Datenbankhersteller, -anbieter und -vertreiber (die über die Speicherinhalte verfügen und die Zugangsbedingungen setzen);
  • die Macht derjenigen, die über die Bedienungs- und Benutzungskompetenz der Systeme verfügen (und daher leicht Abhängigkeitsverhältnisse schaffen können).
Dies sind nur Beispiele für sich im Informationswesen abzeichnende neue Spielaften menschlicher Machtverhältnisse, die eine sehr genaue Beachtung erfordern. Es muß nämlich sicher nicht betont werden, welche globalen Dimensionen, welche globale Reichweite solche Macht im einzelnen annehmen kann (gerade auch die Macht einzelner) und wie endgültig folgen eines Machtmißbrauchs oder auch nur fahrlässigen Umgangs mit dieser Macht sind. Zu denken ist an alle Formen der Computerkriminalität, an unbefugtes Eidringen in Netze und Systeme un der "Infizierung" von Systemen mit der Folge der Datenlöschung, Ergebnisfälschung, Programmvernichtung usw. Zu denken sit auch an mögliche politische Probleme und Konsequenzen aus den genannten Machtverhältnissen. Tangiert sind Fragen nationaler Sicherheit und der Sicherheit von Bündnissen (Know-How-Ausverkauf, Geheimnisverrat). Erwähnt sei schließlich noch, daß sich aus der ungleich fortschreitenden Informatisierung das gesamte Nord-Süd-Gefälle weiter verstärkt und sich daraus resultierende Konflikte künftig kaum werden vermeiden lassen können.

Bei der nicht überschaubaren Zahl der Beteiligten im Zeitalter der Masseninformatik ist eine Risikoabschätzung unmglich. Ist die heutige Gesellschaft, die jeder einzelne, der involviert ist (ihre Zahl wächst täglich), vorbereitet auf den Umgang mit dieser Macht? Welche natürlichen und elektronischen Kontrollmechanismen sind denkbar, und wer kontrolliert die Kontrolleure? Welche Rolle muß dabei das Bildungswesen spielen? Welche Aufgabe füllt dem demokratischen Rechtsstaat zu?

Die Liste der Fragen, die aus der Analyse der geschilderten Sachverhalte resultieren, läßt sich beliebig verlängern. Nicht zuletzt gilt auch für den Bereich der Informationsverarbeitung, was für eine Reihe von Feldern wissenschaftlicher Betätigung gilt, daß der Mensch offensichtlich schon mehr kann, als er zumindest derzeit versteht.

Wer vermag auf diese Fragen momentan bereits Antworten zu geben, die mehr sind als schöne Beschwichtigunten? Wer entwickelt den anthropologischen Bezugsrahmen, der der Herausforderungen durch die Informationstechnologie standhält? Wer spricht mit wem? Welche Kompetenzen ist dazu erforderlich? Welche Funktion hat die Wissenschaft, die Wirtschaft, der Staat?

Bevor Antworten gesucht werden, wird es erforderlich sein, für diese Fragestellung zuallererst ein Bewußtsein zu wecken, dafür zu sensibilisieren, daß nicht nur die Oberfläche unserer Alltage, sondern das Menschsein selbst durch die fortschreitenden Informatisierung betroffen ist.

Zu Beginn war die Rede davon, daß die Informationswissenschaften sich auf dem Terrain dieser Problemstellungen noch sehr unsicher bewegen, wenn sie es dann überhaupt schon betreten haben. Doch selbst, wenn sie auf ihrem "Neuland" tatsächlich sicherer werden sollten, wird man sie nicht allein lassen dürfen - so wie von Mediznern und Biologen alleine auch keine allseits befriedigende Lösung der ethischen Probleme der Gentechnologie erwartet werden kann. Es sind daher die professionellen Ethiker um Hilfestellung gebeten und aufgefordert, miteinzutreten in die Auseinandersetzung um Analyse und Bewertung unserer informationstechnisch immer stärker geprägten Lebenswelt." (S. 33-36)


Zuerst erschienen in: N. Henrichs: Menschein im Informationszeitalter. In: Steigleder, K., Mieth, D. (Hrsg.:): Ethik in den Wissenschaften. Ariadnefaden im technischen Labyrinth? Tübingen: Attempto Verlag 1991 (2. Aufl.;  1. Aufl. 1990), S. 51-64.


2.2 Klaus Wiegerling: Medium und Verhalten

"In seinem Beitrag "Medium und Verhalten" definiert Klaus Wiegerling den Begriff des Mediums als informelle und zugleich ethiche Prägeinstanz, mit der sich menschliche Personalität ausbildet. Medien sind also prinzipiell keine neutralen Gegebenheiten.  
Er verzichtet dabei auf die zu Verwirrungen führende Scheidung von ideellen und materiellen Momenten, betont dagegen, daß Medien Sinn und Wert von einer bestimmten Weise ihrer Einrichtung erfahren. Der transportierte Inhalt erweit sich als den jeweiligen medialen Bedingungen angepaßt. Information ist keine vom jeweiligen Träger und seinen Werthierarchien unabhängige Größe. Sie läßt sich niemals ohne Sinn- und Werteverlust von einem in das andere Medium übertragen. Dies hat grundsätzliche Bedeutung für ihre Wirkung auf das mediale Verhalten: Wenn Informationen in einem medialen Wertzusammenhang formiert und transponiert werden, dann ändern sich mit dem Auftreten eines neuen Leitmediums auch menschliche Verhaltensweisen.  
In der Gegenwart heißt das, daß mit der Dominanz der visuellen und rechnergestützten Medien eine zunehmende Mediatisierung der Welt- und Lebenserfahrung stattfindet: Der Verlust eines unmittelbaren Verantwortungsbezuges und die Auflösung von gemeinschaftlichen und individuellen Wertehierarchien in einer gleichgeordneten, entropischen Welt sind die Folgen." (S. 11-12)  
 

2.3 Daniel Bougnoux: Qui a peur de l'information?

Daniel Bougnoux schränkt in seinem Beitrag "Qui a peur de l'information?" den Informationsbegriff anthropologisch ein: Es gibt keine 'Information an sich', sondern Information ist immer bezogen auf ein erkennendes Subjekt, mit bestimmten Interessen, einer bestimmten Vorbildung usw.  
Er zeigt, wie wir Informationen nach dem Grad unserer Offenheit oder Verschlossenheit filtrieren und selektieren, und wie unsere individuellen und sozialen Stereotypen die Zirkulation von Information, die Kommunikation also, ermöglichen.  
Dies geschieht indem sie den Neuigkeitswert reduziert und einen leichteren Lernerfolg bewirkt. Dementsprechend zeichnet sich Information dadurch aus, daß sie einen Unterschied oder eine Veränderung verursacht und dadurch, im etymologischen Sinne des Wortes 'informiert'.  
Nach Bougnoux unterscheidet sich der Vorgang der Information von dem des Reiz-Reaktions-Verhältnisses durch eine Undeterminiertheit des Bezuges zwischen Sender und Empfänger, die einen Raum der Interpretation und somit der Kritik offenläßt.  
Dieser kritische Raum verringert sich, so Bougnoux, wenn - wie bei den Fernseh-live-Übertragungen - der Abstand zwischen Sache und Zeichen, wirklich oder nur scheinbar, nicht gegeben ist.  
Anhand dieser und anderer Analysen, zum Beispiel zur Frage der Manipulation, zeigt Bougnoux, daß Information als anthropologisches Phänomen eine fundamentale ethische Dimension einschließt, die sich auf den Ebenen ihrer Produktion, Vermittlung und Nutzung aufgrund der dabei stattfindenden Selektion aufweisen läßt."  
(S. 12)  
  

3. Ethische Fragen in der Informationspraxis

3.1 Ethische Fragen auf Makroebene

Rafael Capurro: Moral issues in information science
 
"Rafael Capurro verweist in seinem Aufsatz "Moral issues in information science" auf die Verankerung des Grundsatzes der Informationsfreiheit in der UN-Charta der Menschenrechte und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Grundsatz stellt die Basis für die Erörterung von ethischen Prinzipien in den Bereichen der Informationsproduktion, -vermittlung und -nutzung.  
Capurro geht zunächst auf die umstrittene Frage nach Sinn und Grenzen der Kodifizierung von ethischen Maximen ein.  
Makro-ethische Dilemmata in den Bereichen: Sicherheit, Beschäftigung, Industrie, Planung, Dezentralisierung, 'Informationsüberflutung' werden identifiziert.  
Er verweist aber auch auf ethische Fragen auf Meso- und Mikroebene.  
Das Paradigma der "idealen Kommunikationsgemeinschaft" (K.O. Apel, J. Habermas) bietet nach Capurro eine zwar notwendige aber nicht hinreichende Begründung der Informationsethik. Denn eine solche Basis verweist letztlich auf eine Totalität, die dem offenen und kontingenten Charakter menschlichen Mitteilens widerspricht." (S. 12-13)  

 

Thomas J. Froehlich: Ethical Considerations in Technology Transfer

"Thomas J. Froehlich diskutiert in "Ethical Consideration in Technology Transfer" Fragen des Informationstransfers im Verhältnis zwischen der 'Ersten' und der 'Dritten Welt'. Dabei versucht er die Probleme sowohl aus der Kantischen als auch aus der utilitaristischen Perspektive zu beschreiben, um am Ende zu einer Art Synthese beider Positionen zu kommen, mit der die Transferfrage einer Lösung zugeführt werden soll.  
Doch während der Utilitarismus das Moralische dem politischen und ökonomischen Kalkül opfert, gibt der Kantianismus keine Handhabe, um die Handlungsmotive zu objektivieren. Das Grundproblem des Informationstransfers ist die Orientierung an kulturellen, ökonomischen und politischen Standards der 'Ersten Welt'. Der utilitaristische Ansatz führt zu ethischen Konflikten zum Beispiel im Falle einer landwirtschaftlichen Bibliothek in einem Land der 'Dritten Welt', wo die Faktoren der sozialen Verantwortung, der sozialen Nutzung und des institutionellen Überlebens nicht im Einklang gebracht werden können.  
Froehlich zeigt die Schwierigkeit solcher Abschätzungen beim Transfer von Informationsdiensten und -technologien aus der 'Ersten' in die 'Dritte Welt'.  
Am Ende greift er Ideen einer feministischen, antirigoristischen Vorsichtsethik auf, die ihre Basis in einem fürsorglichen, familiären Verhalten hat, welches allerdings den Sinn für die Kleinheit des Planeten und die gemeinsame Geschichte verliert.  
Froehlich sieht letztlich in einer Balance von Rechts- und Vorsichtsethik das entscheidende Mittel, moralische Fragen im Informationstransfer zu handhaben."  
(S. 13)   

Ronald D. Doctor: Information Technologies and Social Equity: Confronting the Revolution

"Ronald D. Doctor behandelt in seinem Beitrag "Information Technologies and Social Equity" das innergesellschaftliche Informationsgefälle. Die bereits existierende Kluft zwischen denjenigen, die über Informationen verfügen und denjenigen, denen Kompetenz und Möglichkeiten fehlen, um an Informationen zu gelangen ('information rich' / 'information poor'), könnte durch die Verbreitung von Computer- und Telekommunikation nach verschärft werden.  
Doctor schlägt ein Konzept vor, in dem regionale und gesamtstaatliche Institute eng kooperieren, um Probleme der Informationsvermittlung, Ursachen und Charakter von Informationslücken, sowie Informationsbedürfnisse zu erforschen und Wege aufzuzeigen, wie Informationsungleichheit abgebaut werden könnte.  
Doctor beruft sich dabe auf ein Konzept, das Harold Sackman in den frühen 70er Jahren unter dem Titel "Experimental Mass Information Utility" (EMIU) entwickelt hat.  
In diesem Konzept sollen in einer experimentellen Verfahrensweise für eine Kommune maßgeschneiterte Masseninformationssysteme, die die bestehenden Informationsbedürfnisse befriedigen, herausgefunden und geeignete Schulungsprogramme - zum Beispiel an Schulen und öffentlichen Bibliotheken - v.a. für sozial Schwache angeboten werden.  
Doctor macht konkrete Vorschläge für ein solches experimentelles Evaluierungs- und Schulungssystem in den Vereinigten Staaten, wobei viele Ansätze durchaus als Anregungen für eine vielerots ins Stocken geratene nationale und internationale Informationspolitik verstanden werden können." (S. 14)

3.2 Ethische Fragen auf Meso- und Mikroebene

Robert F. Barnes: Ethical and Legal Issues Raised by Information Technology: The Professional-Producer-Product Mix

"Der zweite Teil der zweiten Abteilung, der sich mit ethischen Fragen auf Meso- und Mikroebene befaßt, beginnt mit dem Beitrag "Ethical and Legal Issu-es Raised by Information Technology" von Robert F. Barnes, der die Frage der Haftbarkeit (strict liabality) des Informationsspezialisten gegenüber seinen Produkten erörtert.  
Sicherlich problematisch, wenn auch aus utilitaristischen Prämissen verstänlich, ist Barnes' Auffassung, daß rechtliche Streitfragen letztlich ethische sind.  
Nimmt man Information als Produkt, so ist zuerst der Hersteller dafür haftbar, wenn ein fahrlässiger Umgang (negligence) damit nicht nachzuweisen ist. So klar dieser Sachverhalt für die Hardware ist, so problematisch ist er für die Software, da die Produktdefinition hier schwierig und eine ökonomische Absicherung problematisch ist. Das gilt vor allem für den Fall einer maßgeschneiderten Software, die aufgrund ihrer Einmaligkeit nicht als 'Produkt', sondern als 'Dienstleistung' bezeichnet werden sollte. In diesem Fall wären die Haftungskosten im engen Sinne des Wortes (strict liability) nicht durch den weiteren Verkauf gedeckt. Bei Mischfällen - wenn also eine Standardsoftware nach individuellen Wünschen verändert wird - ist das Problem schwieriger, wenn eine Nachlässigkeit bei der Veränderung bewiesen werden muß. Schließlich erwähnt Barnes die Frage der Sicherheit und Vertraulichkeit seitens des Informationsspezialisten. Auch wenn viele dieser Fragen rechtlicher Natur sind, stellt sich die Aufgabe die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren als eine echte ethische Herausforderung dar." (S. 14)


Thomas J. Froehlich: Ethics, Ideologies, and Practices of Information Technology and Systems

Thomas J. Froehlich untersucht in seinem Beitrag "Ethics, Ideologies, and Practices of Information Technology and Systems" die Frage nach der ethischen Neutralität von Informationstechnologien. Er geht zunächst von der im informationswissenschaftlichen Bereich üblichen Unterscheidung zwischen den "intellektuellen Technologien" - d.h. jenen Technologien, die der Organisation, Speicherung und Verbreitung von Informationen dienen - und den "Technologien" selbst - im Sinne einer Gesamtheit von Werkzeugen oder Prozeduren, die der Erfahrung der Informationssuche zugrundeliegen - aus. Beide greifen  in  der Praxis ineinander. Er zeigt, wie Computertechnologien, wenn man sie aus einer konkreten sozialen Perspektive analysiert, ihre angebliche Neutralität verlieren. Ihre Möglichkeiten und Grenzen treten gegenüber den Nutzern, ihren Werten, kulturellen Gewohnheiten usw. offen zutage. Das gilt um so mehr für die 'Informationstechnologien', wie er am Beispiel von Erschließungs-methoden (Klassifikationen, Thesauri) und Online-Retrieval-Systemen aufweist.  

Aus einem Mangel an Einsicht in diese Fragestellungen ergibt sich eine zunehmend instrumentalistische Perspektive, wonach Technologien bzw. Informationstechnologien nur als Mittel betrachtet werden, während sie tatsächlich Wertzusammenhänge verkörpern und herstellen. Das führt zu Vorurteilen, wie zum Beispiel zu der Vorstellung, daß mehr Daten zugleich besseres Verstehen bedeu-tet. "Computer literacy" wird zum Euphemismus für "consumer training", unter Vernachläßigung der kritisch-hermeneutischen Fähigkeiten bei der Auswahl und der Nutzung von Computertechnologien und ihrer Verbidung mit den "intellektuellen Technologien". (S. 14-15)  

Rosemary R. Du Mont: Ethics in Librarianship: A Management Model

"Rosemary Ruhig Du Mont schlägt in ihrem Beitrag  "Ethics in Librarianship" ein Management-Modell für ethische Entscheidungen in der Bibliothekspraxis vor. Sie geht vom Unterschied zwischen Recht und Ethik aus: Nicht alles, was illegal ist, ist notwendigerweise unmoralisch, und umgekehrt; nicht alles, was moralisch geboten ist, wird auch vom Gesetz garantiert. Zugleich gibt es aber so etwas wie eine Kodifizierung von moralischen Normen, die in Zusammenhang mit der Diskussion über Fragen der Verantwortung entsteht.  

Diese Diskussion flammte im bibliothekarischen Bereich vor allem in den 60er Jahren wieder auf, und rückte die Verantwortung gegenüber den Nutzern in den Mittelpunkt. Du Mont sieht dabei eine Entwicklung, in der der Begriff der 'sozialen Verantwortung' immer deutlicher an Bedeutung gewinnt. Dieser Entwicklung gehen zwei Etappen voraus, nämlich die Zeit vor 1930, als die Zeit der Verantwortung für den Aufbau und die Erhaltung des Bestandes, und die Zeit zwischen 1930 und 1950, als die Zeit in der ein Bewußtsein über die Verantwortung des Bibliothekars für die eigene Institution entsteht. Eine vierte Etappe läßt die Gesellschaft als Ganzes, und nicht nur die tatsächlichen Nutzer der Bibliothek als Horizont bibliothekarischer Verantwortung aufkommen.  

Demnach werden ethische Dilemmata der bibliothekarischen Praxis immer mehr in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext reflektiert. Während der Grundsatz der Denkfreiheit in der dritten Phase im Sinne von Neutralität verstanden wurde, wird er heute immer mehr im Sinne einer zu fördernden pluralistischen Gesellschaft verstanden. Die neue Richtung in der Debatte zwingt ausgehend von Fragen des Bestandsaufbaus bis hin zu Fragen der Kriterien für die bibliothekarische Erfolgsmessung zum Umdenken.  

Für Du Mont ist Management wesentlich eine ethische Aufgabe. Bibliothekarische Entscheidungen haben Auswirkungen auf individuelle Ebene der Individuen und auf der Ebene der Organisation und der Zugänglichkeit zum System. Schließlich schlägt Du Mont ein Handlungsplan für die Weiterentwicklung und praktische Awendung dieser Perspektiven - beginnend mit ihrer Vermittlung während der bibliothekarischen Ausbildung - vor." (S. 15-16)

Robert Hauptman: Ethical Concerns in Librarianship: An Overview

 "Robert Hauptman befaßt sich in seinem Beitrag "Ethical Concerns in Librarianship" mit ethischen Konfliktfeldern in Bibliotheken. Ein klassisches Beispiel ist das Dilemma zwischen der Informationspflicht seitens des Bibliothekars und der Nachfrage nach 'gefährlichen' oder 'unmoralischen' Informationen.  

Hauptman favorisiert den Vorrang der persönlichen gegenüber der beruflichen Verantwortung. Er hebt drei Bereiche der bibliothekarischen Praxis, in denen ethische Überlegungen eine wichtige Rolle spielen sollten, hervor. So zum Beispiel beim Aufbau und bei der Erschließung des Bestandes - man denke an die Verwendung von diskriminierenden oder verharmlosenden Schlagwörtern -, bei der Benutzerberatung und bei der elektronischen Informationssuche. Hauptman befaßt sich insbesondere mit ethischen Konflikten der Benutzerberatung bei medizinischen und juristischen Anfragen. Er fragt sich dabei, ob eine restriktive Praxis seitens der Bibliotheken weniger den Benutzern als den speziellen Berufsinteressen, zum Beispiel der Juristen, dient. Fragen der Vertraulichkeit, der allgemeinen Zugänglichkeit, der Fachkompetenz u.a.m. gehören für Hauptman zum Kern einer lebendigen bibliothekarischen berufsethischen Reflexion." (S.16)   

John Swan: Ethics Inside and Out: The Case of Guidoriccio

 "Auch John Swan befaßt sich in seinem Beitrag "Ethics Inside and Out: The Case of Guidoriccio" mit Fragen bibliothekarischer Ethik. Er analysiert einen Fall bei dem zwei Kunsthistoriker -  nämlich ein Amateur (Gordon Moran) und ein Fachmann (Mi-cha-el Mallory) - in Frage stellten, ob ein berühmtes Fresko - die Darstellung des Reiters Guidoriccio da Fogliano im Rathaus von Siena - tatsächlich von Simone Martini stamme, wie die Fachwelt bisher annahm. In einem Aufsatz aus dem Jahre 1977 behauptete Moran, daß das ursprüngliche Fresko vernichtet und durch das nach dem Tode Martinis bemalte und bis heute erhaltene ersetzt wurde.  

Bibliotheksethik fängt, so Swan, mit dem Informationsprozeß selbst an, nämlich dort, wo Entscheidungen darüber fallen, wel-che Information erzeugt und wie sie an vorrangiger Stelle präsentiert wird. Und so kam es, daß aus einem Gelehrtendisput ein Fall von Zensur mittels Verschlagwortung wurde. Denn man vertrat man von offizieller Seite im Kunsthistorischen Institut zu Florenz die herkömmliche Auffassung, so daß seit 1980 eine 'selektive' Indexierung der Aufsätze von  Moran und Mallory stat-tfand. Sie wurden ohne Verweis auf Simone Martini in einer Mappe mit der ominösen Aufschrift "Miscellanea Moran" aufbewahrt. Die Aufschrift diente also tatsächlich der Verdeckung eines Sachverhalts ('concealment by subject heading'). Im Sach- und Autorenkatalog konnte man allerdings diejenigen Veröffentlichungen wiederfinden, welche die herkömmliche Auf-fassung vertraten. Swan analysiert im weiteren Mortons Fall als einen Konflikt mit dem wissenschaftlichen Berufethos, dem Prinzip der Kollegialität, das eine scharfe Trennung zwischen Fachkollegen und Außenseitern schafft.  

Nach Swans Auffassung sind Bibliothekare ethisch verpflichtet, über beide Seiten, Amateure und Fachleute, qualitativ und quantitativ zu informieren. Das Verhältnis der Bibliothek zu Zensur und Kontrolle hat eine eminent sozialethische Bedeutung. Durch die Nutzung der elektronischen Informationstechnologien in Bi-blio-theken können zwar Fragen der Erschließung und des Zugangs leichter gelöst werden, sofern man das Problem wahrnimmt. Swan artikuliert mit seinem Beitrag die Frage nach dem Verhält-nis von ethischen Normen zwischen wissenschaftlichen Bibliotheken und der 'scientific community'." (S. 16-17)

Martha Smith: Infoethics for Leaders: Models or Moral Agency in the Information Environment

"Martha Smiths Beitrag "Infoethics for Leaders" behandelt Fragen der ethischen Verantwortung von Informationsspezialisten in führenden Positionen. Sie gebraucht den Ausdruck Infoethik ('infoethics'), der so unterschiedliche Bereiche wie Computerethik, Medienethik und Bibliotheksethik umfaßt.  
Ihr Ansatz stellt das moralische Selbst als Handlungsinstanz in persönlichen, privaten, professionellen und öffentlichen Verantwortungskontexten in den Mittelpunkt. Dementsprechend gibt es zahlreiche Loyalitätskonflikte, die sie mit Hilfe eine vierstufigen Modells analysiert:  
1) Problemdefinition,  
2) Analyse der Werte,  
3) Bestimmung der involvierten ethischen Prinzipien,  
4) Prioritätensetzung bezüglich Loyalitätsverpflichtungen.  

Smith unterscheidet ferner fünf Ebenen für die ethische Orientierung am Arbeitsplatz, die sie mit Beispielen aus dem Bibliotheksbereich erläutert, nämlich  
1) allgemeine ethische Werte, die von der Gesellschaft insgesamt getragen werden, 2) institutionelle berufsethische Ziele, die der Bibliothekar bei seinen unterschiedlichen Tätigkeiten anzuwenden hat,  
3) private Ziele oder Situationen, die unter Umständen in Konflikt mit der Institution treten können,  
4) Gruppenbildung innerhalb des Berufes, um bestimmte Ziele durchzusetzen,  
5) reine individuelle oder persönliche Ziele, die zur Isolierung des Betroffenen führen könnten." (S. 17-18)


3.3 Ethische Fragen in Lehre und Forschung

Barbara J. Kostrewski, Charles Oppenheim: Ethics in information science   
  
 "Die dritte Abteilung dieses Readers betrifft ethische Fragen in Lehre und Forschung. Barbara J. Kostrewski und Charles Oppenheim haben vor fünfzehn Jahren die neuere Diskussion vor allem im Hinblick auf die sich akademisch etablierende Informationswissenschaft eingeleitet.  
In ihrem Beitrag Ethics in information science gehen sie zunächst auf die vorausgegangene Diskussion um den professionellen Ethikkodex der American Library Association und anderer Organisationen vor allem in den USA ein. Sie heben zwei Aspekte moralischer Konfliktfelder in der Forschung hervor, nämlich das 'publish or perish'-Syndrom und die Frage der mehrfachen Autorenschaft. Aufgrund des Veröffentlichungsdrucks ist die Gefahr des Betrugs in der Forschung insgesamt groß, aber die Autoren sehen, zumindest im Jahre 1980 (!), dieses Problem in der Informationswissenschaft als nicht gravierend an, und zwar zum einen, weil es hier weniger Akademiker gibt als in anderen Bereichen und, zweitens, weil sie die Informationswissenschaft eher als eine (praktische) Kunst auffassen, die (relativ) wenig Forschungsergebnisse produziert.  

Auch verfügt die Informationswissenschaft über keine eigenen theoretischen Grundlagen. Bezüglich der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen sollte, nach Meinung der Autoren, einem jüngen Wissenschaftler erlaubt sein, allein zu publizieren, wenn er die Untersuchungen weitgehend selbst durchgeführt hat, sein Betreuer aber die Veröffentlichung unter seinem eigenen Namen nicht wünscht. Kostrewski und Oppenheim befürworten, in Anschluß an Belkin und Robertson, eine Grenzziehung gegenüber Forschungsbereichen, die für Manipulationszwecken eingesetzt werden könnten.  

Ethische Fragen in der Lehre der Informationswissenschaft unterscheiden sich nach meiner der Autoren nicht wesentlich von denen in anderen Bereichen, sie betreffen vor allem intellektuelle Rechtschaffenheit und Selbstkritik. In diesem Beitrag werden auch ethische Fragen der Informationspraxis behandelt. Die Autoren vertreten dabei die Ansicht, daß Information nicht neutral ist bzw. daß sie stets eine sozialethische Dimension einschließt." (S. 18)  

Bernd Frohmann: The Power of Images: A Discourse Analysis of the Cognitive Viewpoint

"Bernd Frohmann untersucht in "The Power of Images: A Discourse Analysis of the Cognitive Viewpoint"  die dem kognitivistischen Ansatz in Bibliotheks- und Informationswissenschaft (N.J. Belkin, S.E. Robertson, B.C. Brookes) zugrundeliegenden Machtimplikationen, die mit diesem wie auch mit jedem anderen angeblich rein theoretischen Diskurs verbunden sind. Ziel seiner von Michel Foucault inspirierten machtanalytischen Kritik des kognitivistischen informationswissenschaftlichen Diskurses ist es nachzuweisen, daß dieser Diskurs Information als Ware konstituiert und Personen als berechenbare Informationsver-braucher innerhalb marktökonomischer Bedingungen bestimmt.  

Information wird wie ein Gegenstand naturwissenschaftlicher Untersuchung behandelt, und deren metaphysische 'Aufhebung' kulminiert in K. Poppers 'dritte Welt'. Der kognitivistische Ansatz gibt vor die einzige und zugleich globale Theorie des gesamten Bereiches Bibliotheks- und Informationswissenschaft zu sein. Ihre Rhetorik von 'Bildern', 'Modellen', 'Wissensspeicherung', 'Abbildstrukturen' als 'mentale Ereignisse' im Innern von 'Individuen' usw. steht in krassen Gegensatz zu einem von diesem Ansatz ausgeklammerten Diskurs von Informationsprozessen als soziale Praktiken.  

Durch diese strikte Reglementierung der Weisen, in denen über Information gesprochen wird, erweisen sich die konstituierten Gegenstände als Auswirkungen von Macht eher als 'objetive' und 'naturgegebene' Phänomene. Dieser Diskurs spiegelt die Macht von bestimmten Machern und institutionellen Größen, die den Informationsmarkt einrichten und beherrschen. Die Verwandschaft zwischen der Diskursstrategie des kognitivistischen Ansatzes und der kapitalistischen Konsumtheorie ist offensichtlich, trotz oder gerade wegen der vordergründigen Betonung der 'Nutzerzentrierung'." (S. 18-19) 

  
 
 
  

4. Ein- und weiterführende Bibliographie

Adam, R.: Laws for the lawless: ethics in (information) science. In: Journal of Information Science 17 (1991) 357-372.   

Becker, J., Bickel, S.: Datenbanken und Macht. Konfliktfelder und Handlungsräume. Opladen: Westdeutscher Verlag 1992.   

Bougnoux, D.: Sciences de l' information et de la communication. Collection "Textes essentiels", Paris 1993.   

Capurro, R.: Hermeneutik der Fachinformation. Freiburg/München 1986.   

-: Leben im Informationszeitalter. Berlin: Akademie Verlag 1995.   

Finks, L.W.: Librarianship needs a new code of professional ethics. In: American Libraries, January 1991, 84-92.   

Floyd, Ch.: Wo sind die Grenzen des verantwortbaren Computereinsatzes? In: Informatik-Spektrum (1985) 8, S. 3-6   

Froehlich, Th.J.: Ethical Considerations of Information Professionals. In: M.E. Williams, Ed.: Annual Review of Information Science and Technology, Vol. 27, 1992, S. 291-324.   

Gould, C.C. (ed.): The Information Web - Ethical and Social Implications of Computer Networking. San Francisco, London 1989.   

Hauptman, R.: Ethical Challenges in Librarianship. Phoenix, AZ: Oryx Press. 1988.   

Hauptman, R., Issue Editor: Ethics and the Dissemination of Information. Library Trends, Fall 1991.   

Johnson, D.G., Snapper, J.W. (eds.): Ethical Issues and the Use of Computers. Belmont, Wadsworth 1985.   

Katz, B., Fraley, R. (eds.): Ethics and Reference Services. In: The Reference Librarian 1982 (entire issue).   

Kornwachs, K.: Kommunikation und Information. Zur menschengerechten Technikgestaltung. Berlin 1993.   

Lancaster, F.W., Ed.: Ethics and the Librarian. Proceedings of the Allerton Park Institute: Vol. 31, 1989. Monticello,IL. Urbana-Champaign, IL: University of Illinois, Graduate School of Library and Information Science, 1991.   

Lenk, H.: Können Informationssysteme moralisch verantwortlich sein? In: Informatik-Spektrum (1989) 12, S. 248-255.   

Lyotard, J.-F.: Das postmoderne Wissen. Wien: Böhlau 1986.   

McBride, S. ed.: Many Voices One World. Report of the International Commission for The Study of Communication Problems. New York, NY, UNIPUB, 1980.   

Mintz, A.P. ed.: Information Ethics: Concerns for Librarianship and the Information Industry. New Brunswick, NJ.: McFarland & Co; 1990.   

Mintz, A.P.: Ethics and the News Librarian. In: Special Libraries 82 (1991) 1, 7-11.   

Postman, N.: Das Technopol. Frankfurt 1992   

Roszak, Th.: Der Verlust des Denkens. München 1988.   

Rubin, R.: Ethical Issues in Library Personnel Management. In: Journal of Library Administration (1991) 14, 4, S. 1-16.   

Schmidmaier, D.: Ethik in der Nutzerschulung. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 103 (1989) 7, 297-301.   

Shaver, D.B., Hewison, N.s., Wykoff, L.W.: Ethics for Online Intermediaries. In: Special Libraries 76 (Fall 1985), S. 238-245.   

Slack, J.D., Fejes, F., eds.: The Ideology of the Information Age. Ablex Publ. Corp., Norwood, N.J., 1987.   

Spinner, H.: Die Wissensordnung. Opladen 1994.   

Steinmüller, W.: Informationstechnologie und Gesellschaft. Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft 1993.   

Sugnet, Chr. (ed.): Ethics in the Marketplace. Library Hi Tech, Special Issue 16, 1986.   

Swan, J.C., Peattie, N.: The Freedom to Lie: A Debate about Democracy. Jefferson, NC: McFarland & Co. 1989.   

Wersig, G.: Faktor Mensch: Bezugspunkte postmoderner Wissenschaft. Wissen, Kommunikation, Kultur. Frankfurt a.M.: Lang 1993.   

Woodward, D., Issue Editor: Intellectual Freedom/Parts I & II. Library Trends 39, 1990 (Special issue).   
   
Journal of Information Ethics, Robert Hauptman, Editor. McFarland & Co., North Carolina 
 

 
 
  
  

5. Ethik-Kodizes

ASIS Professional Guidelines
American Library Association: Code of Ethics
Ethische Leitlinien der Gesellschaft für Informatik
EUSIDIC: Collected Guidelines  and  Codes of Practice

ASIS Professional Guidelines

Dedicated to the Memory of Diana Woodward   

The following set of "Professional Guidelines" was adopted for t-he ASIS membership by the Board of Directors in July 1993, finalizing a process involving Professionalism Committees, the ASIS Board of Directors and ASIS' legal counsel for more than a decade.   

ASIS recognizes the plurality of uses and users of information technologies, services, systems and products, as well as the diversity of goals or objectives, sometimes conflicting, among producers, vendors, mediators and users of information systems.   
ASIS urges its members to be ever aware of the social, economic, cultural and political impacts of their actions or inaction.
ASIS members have obligations to employers, clients and systems users, to the profession and to society, to use judgement and discretion in making choices, providing equitable service and in defending the rights of open inquiry. 

Responsibilities to Employers/Clients/System Users 

  • To act faithfully for their employers or clients in professional matters
  • To uphold each user's, provider's or employer's right to privacy and confidentiality and to respect whatever proprietary rights belong to them by limiting access to, providing proper security for and ensuring proper disposal of data about clients, patrons or users.
  • To treat all persons fairly.
  • Responsibility to the Profession
    • To truthfully represent themselves and the information systems which they utilize or which they represent by
      • not knowingly making false statements or providing erroneous  or misleading information
      • informing their employers, clients or sponsors of any circumstances that create a conflict of interest.
      • not using their positions beyond their authorized limits or  by not using their credentials to misrepresent themselves
      • following and promoting standards of conduct in accord with   the best current practices
      • undertaking their research conscientiously, in gathering, tabulating or interpreting data; in following proper appro-val procedures for subjects; and in producing or disseminating their research results
      • pursuing ongoing professional development and encouraging and assisting colleagues and others to do the same
      • adhering to principles of due process and equality of opportunity.
    Responsibility to Society   
    • To improve the information systems with which they work or which they represent to the best of their means and abilities by
      • providing the most reliable and accurate information and acknowledging the credibility of the sources as known or unknown
      • resisting all forms of censorship, inappropriate selection and acquisition policies and biases in information selection, provision and dissemination
      • making known any biases, errors and inaccuracies found to exist and striving to correct those which can be remedied.
      • To promote open and equal access to information, within the scope permitted by their organizations or work, and to resist procedures that promote unlawful discriminatory practices in access to and provision of information by
      • seeking to extend public awareness and appreciation of in-formation availability and provision as well as the role of information professionals in providing such information
      • freely reporting, publishing of disseminating information subject to legal and proprietary restraints of producers, vendors and employers, and the best interests of their employers or clients.
    Information professionals shall engage in principled conduct whether on their own behalf or at the request of employers, colleagues, clients, agencies or the profession.   

    (Bulletin of the American Society for Information Science 20(2):4 (December/January), 1994)

    American Library Association

    Code of Ethics

    1) Librarians must provide the highest level of service through appropriate and usefully organized collections, fair and equitable circulation and service policies, and skillful, accurate, unbiased, and courteous responses to all requests for assistance.   

    2) Librarians must resist all efforts by groups or individuals to censor library materials.   

    3) Librarians must protect each user's right to privacy with respect to information sought or received, and materials consulted, borrowed, or acquired.   

    4) Librarians must adhere to the principles of due process and equality of opportunity in peer relationships and personnel actions.   

    5) Librarians must distinguish clearly in their actions and statements between their personal philosophies and attitudes and those of an institution or professional body.   

    6) Librarians must avoid situations in which personal interests might be served or financial benefits gained at the expense of library users, colleagues, or the employing institution.   

    (Adopted June 30, 1981, by ALA Membership and ALA Council)   
    American Libraries, 13: 595 (October 1982)   

    Ethische Leitlinien der Gesellschaft für Informatik

    Präambel   

    Das Handeln von Informatikerinnen und Informatikern steht in Wechselwirkung mit unterschiedlichen Lebensformen und -normen, deren besondere Art und Vielfalt sie berücksichtigen sollen und auch wollen. Dementsprechend sind diese Leitlinien nicht nur ethische Forderungen; sie sind zugleich Ausdruck des gemeinsamen Willens, diese Wechselwirkungen als wesentlichen Teil des eigenen individuellen und institutionellen beruflichen Handelns zu betrachten. Der offene Charakter dieser Forderungen wird mit dem Begriff Leitlinien unterstrichen.   

    Die Gesellschaft für Informatik (GI) will mit diesen Leitlinien bewirken, daß berufsethische Konflikte Gegenstand gemeinsamen Nachdenkens und Handelns werden. Ihr Interesse ist es, ihre Mitglieder, die sich mit verantwortungsvollen Verhalten exponiert haben, zu unterstützen. Vor allem will sie den Diskurs über ethische Fragen in der Informatik mit der Öffentlichkeit aufnehmen und Aufklärung leisten.   

    Handlungsalternativen und ihre absehbaren Wirkungen fachüber-greifend zu thematisieren, ist in einer vernetzten Welt eine notwendige Aufgabe; hiermit sind einzelne zumeist überfordert. Deshalb hält die GI für unerläßlich, die Zusammenhänge zwischen individueller und kollektiver Verantwortung zu verdeutlichen und dafür Verfahren zu entwickeln. Im Sinne dieser Ausführungen bindet sich die GI an die folgenden Leitlinien.   

    I Das Mitglied   

    Art. 1: Fachkompetenz   
    Vom Mitglied wird erwartet, daß es seine Fachkompetenz nach dem Stand von Wissenschaft und Technik ständig verbessert.   

    Art. 2: Sachkompetenz   
    Vom Mitglied wird erwartet, daß es sich über die Fachkompetenz hinaus in die seinen Aufgabenbereich betreffenden Anwendungen von Informatiksystemen soweit einarbeitet, daß es die Zusammenhänge versteht. Dazu bedarf es der Bereitschaft, die Anliegen und Interessen der verschiedenen Betroffenen zu verstehen und zu berücksichtigen.   

    Art. 3: Juristische Kompetenz   
    Vom Mitglied wird erwartet, daß es die einschlägigen rechtlichen Regelungen kennt, einhält und an ihrer Fortschreibung mitwirkt.   

    Art. 4: Kommunikative Kompetenz und Urteilsfähigkeit   
    Vom Mitglied wird erwartet, daß es seine Gesprächs- und Urteilsfähigkeit entwickelt, um als Informatikerin oder Informatiker an Gestaltungsprozessen und interdisziplinären Diskussionen im Sinne kollektiver Ethik mitwirken zu können.   

    II Das Miglied in einer Führungsposition   

    Art. 5: Arbeitsbedingungen   
    Vom Mitglied in einer Führungsposition wir zusätzlich erwartet, daß es für Arbeitsbedingungen Sorge trägt, die es Informatikerinnen und Informatikern erlauben, ihre Aufgaben am Stand der Technik kritisch zu überprüffen.   

    Art. 6: Beteiligung   
    Vom Mitglied in einer Führungsposition wird zusätzlich erwartet, daß es dazu beiträgt, die von der Einführung von Informatiksystemen Betroffenen an der Gestaltung der Systeme und ihrer Nut-zungsbedingungen angemessen zu beteiligen. Von ihm wird insbesondere erwartet, daß es keine Kontrolltechniken ohne Beteiligung der Betroffenen zuläßt.   

    Art. 7: Organisationsstrukturen   
    Vom Mitglied in einer Führungsposition wird zusätzlich erwartet, aktiv für Organisationsstrukturen und kommunikative Verfahren einzutreten, die die Wahrnehmung von Verantwortung im sinne kollektiver Ethik ermöglichen.   

    III Das Mitglied in Lehre und Forschung   

    Art. 8   
    Vom Mitglied, das Informatik lehrt, wird zusätzlich erwartet, daß es die Lernenden auf deren Verantwortung sowohl im individuellen als auch im kollektiven Sinne vorbereitet und selbst hierbei Vorbild ist.   

    IV Die Gesellschaft für Informatik   

    Art. 9: Zivilcourage   
    Die GI ermutigt ihre Mitglieder in Situationen, in denen deren Pflichten gegenüber ihrem Arbeitgeber oder einem Kunden im Konflikt zur Verantwortung gegenüber Betroffenen stehen, mit Zivil-courage zu handeln.   

    Art. 10: Mediation   
    Die GI übernimmt Vermittlungsfunktionen, wenn Beteiligte in Konfliktsituationen diesen Wunsch an sie herantragen.   

    Art. 11: Interdisziplinäre Diskurse   
    Die GI ermöglicht interdisziplinäre Diskurse zu ethischen Problemen der Informatik; die Auswahl der Themen wird selbst in solchen Diskursen getroffen. Vorschläge hierzu können einzelne Mitglieder und Gliederungen der GI machen. Die Ergebnisse der Diskurse werden veröffentlicht.   

    Art. 12: Fallsammlung   
    Die GI legt eine allgemein zugängliche Fallsammlung über ethi-sche Konflikte an, kommentiert und aktualisiert sie regelmäßig.   

    Art. 13: Ehrenrat   
    Die ethischen Leitlinien unterstützen den Ehrenrat nach § 11 der Satzung der GI in seinen Aufgaben und Entscheidungen.   

    Art. 14: Fortschreibung   
    Die ethischen Leitlinien werden regelmäßig überarbeitet.   

    Erläuterungen

    Betroffener   

    Der Begriff wird in den Datenschutzgesetzen definiert als die natürliche Person, über die Daten etwas aussagen. Er umfaßt sowohl organisationsinterne (Beschäftigte, Nutzer) als auch organisationsexterne Personen (Bürger, Kunden). Es empfiehlt sich, diesen eingebürgerten Begriff für jegliche Form des Einsatzes von Informatiksystemen zu übernehmen. Die im englischen Sprachraum gebräuchliche Unterscheidung von "user" (intern) und "usee" (extern) hat sich in Deutschlad bis jetzt nicht durchsetzen können.

    Diskurs   

    Diskurse sind Verfahren gemeinschaftlicher Reflexion von Proble-men mit einem normativen, d.h. wertbezogenen Hintergrund, die vom einzelnen oder einer einzelnen Fachdisziplin nicht überschaut werden können. Ihre wesentliche Leistung liegt darin, in der fachübergreifenden Kommunikation Erkenntnis- und Verständnisgrenzen zu überwinden sowie Vor-Urteile zu hinterfragen und im Licht anderer Positionen zu rechtfertigen oder zu modifizieren, um Verständigung zu ermöglichen. Allein die Überwindung der Sprachbarrieren erweist sich als langwieriges Problem. Deshalb sollen Diskurse auf eine mittelfristige Dauer angelegt sein.   
       

    Fallsammlung   

    Unter Fallsammlung wird eine Zusammenfassung von wirklichen Begebenheiten verstanden, in denen Beschäftigte (vorzugsweise Informatikerinnen und Informatiker) durch die ihnen übertragenen Aufgaben in ethische Konflikte geraten sind. Der Arbeitskreis "Informatik und Verantwortung" der GI wird diese Fälle zusammentragen und kommentieren. Die Sammlung hat den Sinn, diese Leitlinien zu konkretisieren und sie anhand praktischer Beispiele besser vermittelbar zu machen. Einzelne können diese Beispiele in vergleichbaren Situationen als Leitlinie für ihr Verhalten zu Rate ziehen.    

    Informatiksystem   

    Unter einem Informatiksystem wird die Einheit von Hard-, Software und Netzen einschließlich aller durch sie intendierten oder verursachten Gestaltungs- und Qualifizierungsprozesse bezügl. Arbeit und Organisation verstanden..

    Kollektive Ethik   

    Ethik befaßt sich mit dem vorbedachten Verhalten von Menschen, die die Folgen ihres Verhaltens für andere Menschen, ihre Mit-geschöpfe und die Umwelt in noch unerfahrenen, durch Sitten und Rechtsnormen noch nicht geprägten Situationen bedenken (reflektieren). Hierbei können die Folgen des Verhaltens unmittelbar oder über längere Zeiten und größere Räume zu bedenken sein. Was der einzelne Mensch hinsichtlich dieser Verhaltensfolgen bedenken kann, umfaßt die individuelle Ethik.   
    Für den einzelnen Menschen sind aber nicht immer die Folgen von Verhalten in Kollektiven (Organisationen, Gruppen, Wirtschaften und Kulturen) überschaubar. Kollektives Verhalten bedarf deshalb zusätzlich zur individuellen der kollektiven Reflexion. Kollektive Ethik beruht auf der Möglichkeit, mit "Vorsicht" künftige kollektive Handlungen, die sich nicht an Erfahrungen und daraus entwickelten Normen orientieren können, gemeinschaftlich zu bedenken. Eine besondere Notwendigkeit solcher Reflexion ergibt sich immer dann, wenn individuelle Ethik oder Moral mit der kollektiven Ethik in Konflikt geraten.

    Kontrolltechnik   

    Unter Kontrolltechnik werden analog zum Betriefsverfassungsgesetz "technische Einrichtungen" verstanden, die objektiv geeignet sind, "das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen" (§ 87 Abs.1 Nr.6 BetrVG). Bei der Einführung solcher Systeme steht den Interessenvertretungen ein Mitbestimmungsrecht zu.   
       

    Mediation   

    Unter Mediation werden Verhandlungsprozesse verstanden, mit deren Hilfe Interessenkonflikte zwischen zwei oder mehreren Parteien unter Hinzuziehung eines neutralen Dritten (Mediator) beigelegt werden. Das Ziel sind Problemlösungen, die von allen am Prozeß Beteiligten akzeptiert werden. Der Mediationsprozeß ist durch die Suche nach neuen Lösungen gekennzeichnet. Die Ergebnisse sind nicht rechtlich verpflichtend; als erfolgreich erweisen sich allgemein "jeder-gewinnt-Lösungen".   
       

    Rechtliche Regelungen   

    Rechtliche Regelungen, die für die Gestaltung von Informatiksystemen bedeutsam sind, finden sich inzwischen an zahlreichen Stellen der Rechtsordnung. Die wichtigsten sind:   
       

  • Allgemeiner und bereichsspezifischer Datenschutz, einschließ-lich Arbeitnehmerdatenschutz
  • Freedom of information - Gesetzgebung (Informationszugangsgesetze, z.B. für den Umweltbereich)
  • Computerstrafrecht
  • Gewerblicher Rechtsschutz, insbesondere Urheber- und Patentrecht
  • Allgemeine zivilrechtliche und strikte Produkthaftung
  • IT-Sicherheitsrecht
  • Telekommunkationsrecht
  • In vielen, bei weitem aber nicht in allen Fällen begründet die Einhaltung technischer Normen und Standards (DIN, EN, ISO) die Vermutung der Rechtstreue.   
       

    Stand der Wissenschaft und Technik   

    Die Leitlinien wären schon bei ihrer Verkündung veraltet, wenn man sie auf eine schon bekannten Wissensfundus in der Informatik bezöge. Statt starrer Verweise bietet sich als Ausweg an, das Prinzip der sog. offenen normativen Standards zu übernehmen, fürdas sich das deutsche technische Sicherheitsrecht entschieden hat. Das Bundesverfassungsgericht hat dieses Prinzip in mehreren Grundsatzentscheidungen zu einer sog. "Dreistufenlehre" konkretisiert (BVerfGE 49,89ff., BVerfGE 53,30ff., BVerfGE 56,54ff.):   

    1. Stufe: Allgemein anerkannte Regeln der Technik   

    Eine Regel ist dann allgemein anerkannt, wenn die herrschende Meinung der Praktiker eines Fachgebiets von ihrer Richtigkeit überzeugt ist und dies auch dokumentiert hat. Die Regel muß in der Fachpraxis  bewährt  und erprobt sein. Maßgebend ist die Durchschnittsmeinung der Praktiker, abweichende Auffassungen von Minderheiten sind unerheblich. Eine starke faktische Vermutung für die allgemeine Anerkennung besteht, wenn z.B. DIN- oder ISO-Normen für das Problem existieren.   

    2. Stufe: Stand der Technik   

    Der Maßstab für das Gebotene wird an die Front der technischen Entwicklung verlagert, für die die allgemeine Anerkennung und die praktische Bewärung alleine nicht ausreicht. Bei dieser Formel müssen Meinungsverschiedenheiten unter technischen Praktikern ermittelt werden. Die meisten Datenschutzgesetze enthalten in ihren Datensicherungsvorschriften einen Hinweis auf den "Stand der Technik (und Organisation)".   

    3. Stufe: Stand von Wissenschaft und Technik   

    Mit der Bezugsnahme auf diese Formel wird ein noch stärkerer Zwang dahin ausgeübt, daß eine Regel mit der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung Schritt hält. Geboten ist, was nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisssen für erforderlich gehalten wird. Das jeweils Erforderliche wird also nicht durch das technisch gegenwärtige Machbare begrenzt. Einen Verweis auf den "Stand von Wissenschaft und Technik" enthält z.B. das Pro-dukthaftungsgesetz von 1989, das zumindest für Standardsoftware anwendbar ist. Es bietet sich an, an die Fachkompetenz der In-formatiker besonders hohe Maßstäbe anzulegen (3. Stufe). Bei der Realisierung von Informatiksystemen müßte es im allgemeinen ausreichen, die Erwartungen, wie sie z.B. Datenschutzgesetze an Informatiker haben, jedenfalls nicht zu unterschreiten.   

    (Informatik-Spektrum 16 (1993) 4, 239-240)   
     

    EUSIDIC (The European Association of Information Services)

    Collected Guidelines  and  Codes of Practice

    (Auszug/Selection)

    INFORMATION BROKERS (2) 

    Introduction   

    As part of the Impact (Information Market Policy Actions) Pro-gramme the Commission of the EC has supported the work of EUSIDIC, the European Association of Information Services, EIIA, the European Information Industry Association, and EIRENE, the European Information Researchers Network, in producing a Code of Practice for Information Brokers. This work was untertaken by members of the three bodies, supported by staff of the School of Information Studies of the University of Central England in Birmingham.   

    The three principal organisations concerned with the professional development of information brokers and with the promotion of their role, EIRENE, the European Information Researchers Network, AFII, Association Française des Intermédiaires en Information, and DGD, the Deutsche Gesellschaft für Dokumentation, have undertaken to adopt the code and to put in place procedures to ensure adherence within their organisations.   

    The reason for creating this Code of Practice is to allow users of the services of Information Brokers to feel confident that there exists a framework of professional ethics which governs provision of these services.   
    The Broker/client relationship should be of such a nature that it fosters confidence and mutual respect and is characterised by honesty and confidentiality.   
    In offering to provide services, a professional Information Broker implies that there is a level of competence and the range of skills and experience available to carry out the work.   
    Information Broking is the generic term for a person or organisation contracting to provide information services. There are several terms in use by people in the field:   

     information broker   
     information consultant   
     freelance librarian   
     information specialist   
     information on demand   
     fee-based information service   
     information retailer   
     infomediary   

    Generally, an Information Broker is seen as someone providing information services for profit.   

    The working structures fall into two main categories:   

  • Idependent Information Broker whose main source of income is   gained by selling information services
  • Fee-based services attached to a privately or publicly owned   organisation
  • Definitions   

    There are several definitions of the term Information Broker used by different organisations:   
       

  •  an individual or organisation who - on demand - seeks to   answer questions using all sources available and who is in business for a profit (ASIS Bulletin 2, (7) special issue, Fe-bruary 1976)
  • an individual or organisation carrying out information sear-ches on behalf of a third party, individual or organisation (EUSIDIC, 1984)
  • an individual or organisation who - on demand - seeks to answer questions using all sources available and who is in business for a profit (EIRENE, 1993)
  • Note   

    This Code of Practice is designed to apply to individuals acting as Information Brokers, regardless of whether they work individually or as part of a company. It is anticipated that Information Brokers will incorporate this Code of Practice as part of their company policy.   

    A: ETHICAL PRINCIPLES   

    Integrity   

    A Broker shall:   
       

  • uphold the good standing and reputation of professional Information Brokers
  • be honest in performing professional services
  • conduct business activities with courtesy, integrity and   humanity
  • show respect for:
  • individuals
  • professional colleagues
  • the client
  • the scholarship of others
  • the law
  • A Broker shall not:   
  • knowingly encourage discrimination, on the grounds of race, colour, creed, gender or sexual orientation
  • claim to offer services or subject coverage which cannot be provided
  • deliberately misrepresent themselves for any purpose
  • Confidentiality   

    A Broker shall:   

  • hold the affairs of the client in the strictest confidence,   except where the law requires disclosure
  • declare any conflicts of interest, if they are likely to   undermine confidentiality
  • undertake not to re-use information gained as part of the client contract, for personal or professional gain
  • Businness Ethics   

    A Broker shall:   

  • honour contractual and legal obligations
  • only search for information by legal means
  • disclose their ownership and/or the level and purpose of any public subsidy supporting their services
  • abide by Copyright and Data Protection laws
  • specify any ethical limits to the information they are willing to supply
  • not falsify records or knowingly provide misleading informa-  tion
  • Objectivity   

    A Broker shall:

  • be fair and not allow prejudice or bias or influence of others to override objectivity
  • when forwarding information to the client, clearly indicate on what criteria the research was done
  • B: QUALITY OF SERVICE TO THE CLIENT   

    Good Business Practice   

    The Broker and client shall agree in advance the outcome sought.   
    The Broker shall:   

  • inform clients if they think that there is more efficient way of doing the work that is requested
  • comply with the relevant laws in the jurisdiction
  • clarify their copyright position vis à vis the information suppliers and inform the client of their copyright obligations as regards the information provided
  • clarify their position vis à vis Data Protection legislation and inform the client accordingly
  • in presenting the project, endeavour to distinguish clearly between results andthe Broker's interpretation of those results and subsequent recommendations
  • respect the originality of the work of others
  • state clearly wherethey are quoting form or paraphrasing   published or unpublished literature
  • identify and acknowledge the original source of any data or information they use
  • The Broker shall not:   
  •  undertake work which is outside their ability
  • misrepresent themselves to gain information which would not otherwise be available
  • misrepresent themselves to win a contract
  • misrepresent another's work as their own
  • misrepresent the value of information supplied
  • The term of business shall be clearly stated, with charging policy/policies declared   

    The Broker shall:   

  • record and observe customer's instructions
  • provide customers with an estimate of costs, before work is   undertaken , if required supply invoices which detail costs/-  charges, if required
  • Within the client's budget and time frame, the Broker shall:   
  • provide the client with a realistic expectation of what information is likely to be provided
  • undertake to search the most appropriate information sour-ces, to provide current and accurate information
  • keep the client informed of progress, if requested
  • Professional Competence   

    The Broker has a duty to maintain their knowledge and improve continuously their professional skills. The Broker shall ensure that all who work with them or for them have the appropriate levels of expertise for the efficient execution of the research tasks entrusted to them   

    Normaly, the  Broker  shall be the single interface with the cli-ent and thus will, with the agreement of the client:   

  •  forward searches outside their competence to appropriate specialists in the field
  • inform the client as to why a sub-contractor has been or will be used
  • name the sub-contractor, where applicable
  • The Broker shall:   
  •  clearly state services and areas of competence which they can provide
  • clearly state individual and technical qualifications, competence and experience
  • only accept for themselves work for which they are suitably qualified
  • Confidentiality   

    A Broker shall maintain confidentiality in relation to business transactions.   

    This confidentiality will be applied:   

  •  within an organisation, where a broker is working for one part of that organisation
  • between the Broker and other clients
  • Any commissioned research or report remains confidential to the client, unless specified otherwise. Any research or report which is supplied by the Broker is being original work on the client's ehalf, should be prepared specifically for that client, although the background information on which the search or report is based, or information that is in the public domain, may not have been obtained soleley for that particularly client. The confidentiality of commissioned research may be defined by individual contractual agreement of all parties   

    Liability   

    The professional skills of the information broker will be applied with reasonable care and diligence   

    A Broker shall   

  • clearly state the accuracy limits of the information provided, within their professional competence and available sources
  • state clearly their liability and will not use total disclaimers
  • abide by the existing local laws regarding liability, arbitration procedures or professional negligence, when providing information services
  • accept limited liability up to the value of the contract between Broker and client
  • indicate their arbitration procedures in their terms of business
  • Advertising and Competition   

    A Broker may engage in advertising, in conformity with local legislation, but not in any form of unfair competitive activity. This specifically excludes comparative advertising which calls into question the professional competence of other Brokers.

    (EUSIDIC, Collected Guidelines and Codes of Practice, Edition 1994)

     
     

     

    6. Die Autoren

    Robert F. Barnes, geb. 1931; 1957 M.A. in Mathematik am Dartmouth College (USA); 1966  Ph.D. in Logik und Methodologie der Wissenschaften an der University of California, Berkeley. Lehr als Professor of Computer Science and Philosophy an der Lehigh University (USA).  
    Veröffentlichungen: Some Thoughts on Professional Ethics Codes. In: Bulletin of the ASIS, 12 (4), 1986.  

    Daniel Bougnoux, Studium und außerordertliche Professur (agrégé) für Philosophie an der Ecole Normale Supérieure. Lehrt als Professor der Kommunikationswissenschaften an der Université Stendhal in Grenoble.  
    Veröffentlichungen: La communication par la bande. Paris 1991; Sciences de l'information et de la communication, Collection Textes Essentiels, Paris 1993  

    Andreas Brellochs, geb. 1962 in Weinstadt, ursprünglich gewerbliche Berufsausbildung, kam nach langjährigen, verschiedenen Tätigkeiten in Industrie und Handel über den zweiten Bildungsweg zum Hochschulstudium. 1995 Dipom in Dokumentation an der FH Stuttgart, Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen, Stuttgart.  

    Rafael Capurro, geb. 1945 in Montevideo (Uruguay), Studium der Geisteswissenschaften und Philosophie in Chile und Argentinien; Wissenschaftlicher Dokumentar am Lehrinstitut für Dokumenation (Frankfurt a. M.) (1973). Promotion in Philosophie an der Universität Düsseldorf (1978). Managementtätigkeit im Fachinformationszentrum Karlsruhe (1980-1985). Habilitation in Philosophie an der Universität Stuttgart (1989). Seit 1986 Professur für Informationswissenschaft an der Fachhochschule für Bibliothekswesen Stuttgart und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Seit 1990 Ethik-Beauftragter der FH Stuttgart, Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen.  
    Veröffentlichungen: Information (München 1978); Hermeneutik der Fachinformation (Freiburg/München 1986); Leben im Informationszeitalter (Berlin 1995).    

    Ronald D. Doctor, geb. 1935 in Brooklyn, New York; Masters und Ph.D. in Ingenieurwissenschaften von der University of Los Angeles, California (UCLA), USA. Masters in Library and Information Science (MLS) von der School of Library and Information Science, University of Washington. Projektmanager der Rand Corporation. Economics Commissioner der California State Energy Commission. Associate Professor der School of Library and Information Studies, University of Alabama.  
    Veröffentlichungen: Seeking equity in the National Information Infrastructure, Internet Research, Vol. 4, 3, Oct. 1994; Justice and social equity in cyberspace, Wilson Library Bulletin, Vol. 68, 5, Jan. 1994.  
      
    Rosemary R. Du Mont, geb. 1947 in Chicago, Masters in Library Science von der Syracuse University, New York, USA. Ph.D. in Library and Informa-tion Science von der University of Pittsburgh, Pennsylvania. Seit 1986 Professor und Dekanin der School of Library and Information Science, Kent State University, Ohio. Preise und Ehrungen, u.a.: "Foreign Expert", Volksrepublik China, 1992. Herausgeberin des Journal of Education for Library and Information Science.  
    Veröffentlichungen: Cultural Diversity in Libraries (Greenwood Press, 1994).  
      
    Thomas J. Froehlich, geb. 1941 in Johnstwon, Pennsylvania; 1975 Ph.D. in Philosophie von der Duquesne University, USA, Masters in Informationswissenschaft von der University of Pittsburgh (1982). Professor an der School of Library and Information Science, Kent State University, Ohio.  
    Veröffentlichungen: Ethical Considerations of Information Professionals, In: Annual Review of Information Science and Technology (ARIST), Vol. 27 (1992); zusammen mit Richard Rubin: Ethical Aspects of Library and Information Science, In: Encyclopedia of Library and Information Science.  
      
    Bernd Frohmann, geb. 1946 in Karlsruhe, Master in Library and Information Science und Ph.D. in Philosophie von der University of Toronto (Canada). 1988-1991 und seit 1992 Professor an der Graduate School of Library and Information Science, University of Western Ontario (Canada), 1991-1992: Assistant Professor an der Faculty of Library of Information Science, University of Toronto (Canada).  
    Veröffentlichungen: Playing with Language. In: J.V. Canfield, S.G. Shanker eds.: Wittgenstein's Intentions (Garland 1995); Cognitive Paradigms and User Needs. In: A. Neelamaghan, M.A. Gopinath, K S. Raghavan, P. Sankaralingam eds.: Cognitive Paradigms in Knowledge Organization (Bangalore 1992); Knowledge and Power in Library and Information Science. In: P. Vakkari, B. Cronin, eds.: Conceptions of Library and Information Science (Taylor Graham 1992).  
      
    Robert Hauptman, Ph.D. in Komparatistik. Lehrt als Professor an der St.Cloud State University (USA), Herausgeber der Zeitschrift: Journal of Information Ethics.  
    Veröffentlichungen: Ethical Challenges in Librarianship, Phoenix/New York 1998; Ethics and the Dissemination of Information, Library Trends, 1991, 40 (2).  

    Norbert Henrichs, geb. 1935, Studium der Philosophie, Theologie, Psychologie und Geschichte in Bonn, München, Köln. Promotion über Heideggers Hermeneutikkonzeption. Seit 1974 Professor für Philosophie und Informationswissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Leiter der Forschungsabteilung für philosophische Information und Dokumentation des Philosophischen Instituts. 1980-1985 Wiss. Geschäftsführer der Gesellschaft für Information und Dokumentation, Frankfurt, danach verantwortlich für den Studiengang Informationswissenschaft an der Universität Düsseldorf.  
    Veröffentlichungen: ALBUM: Ein Verfahren für Literaturdokumentation, München: Siemens AG 1971.  
      
    Barbara J. Kostrewski: Centre for Information Science, The City University, London.  
    Veröffentlichungen: Education in medical documentation in West Germany. In: Journal of Inf. Science 3 (2) 1981; Biomedical information, education and decision support systems. In: Journal of Inf. and Image Management 12, 1986  

    Charles Oppenheim,  Zwischen 1976 und 1980 Lecturer in Information Science an The City University, London; Lehrt als Professor und Head of Department of Information Science an der University of Strathclyde, Glasgow. President Elect des Institute of Information Scientists. Vizepräsident von Aslib. Vertreter am European Commission's Legal Advisory Board.  
    Veröffentlichungen: Ethics for Information Supply. London, Library Association 1981; Librarianship and information work in context. In: Librarianship and Information Work Worldwide 1991: An Annual Survey.  
       
    Martha Smith, geb. 1945 in Jacksonville, Florida. Ph.D. in Religion an der Duke University (1980), Ph.D. in Information and Library Science an der University of NC-Chapel Hill, USA. 1983-84 Director of der Library, NC Wesleyan. Seit 1990, Chair, Mid-Carolina Academic Library Network. Seit 1984 Head Librarian, Saint Mary's College.  
    Veröffentlichungen: Guest Editor for "Information Ethics", Special Issue, North Carolina Libraries, Spring 1993; Column "Educating for Information Ethics" in: Journal of Information Ethics (seit 1993).  

    John Swan (1945-1994). Masters in Library Science am Simons College, USA, Ph.D. in Englischer und Amerikanischer Literatur von der Tufts University. 1978: Audio-visual und Reference Assi-tant, Hingham (Mass.) Public Library. 1975-77: Gründer und Koordinator des audiovisuellen Programms, Boston Public Library. 1979-1986: Reference Librarian, Wabash Colle-ge. Seit 1986 Head Librarian, Bennington College. Seit 1991, Trustee und Member, Board of Managers, Bennington Free Library. Seit 1990: Trustee, McCullough Public Library, North Bennington. Seit 1986: Chair des Intellectual Freedom Committee, Vermont Library Association. Preise und Ehrungen u.a.: State Intellectual Freedom Committee Program National Award (American Library Association (1986).  
    Veröffentlichungen: The Freedom to Lie: A Debate about Democracy (McFarland, 1989) (zusammen mit Noel Peattie); The Triumph of Pierrot: The Commedia dell'arte and the Modern Imagination (Macmillan 1986) (zusammen mit Martin Green).  
      
    Klaus Wiegerling, Jahrgang 1954. Studium der Philosophie, Kom-paratistik und Dt. Volkskunde an der Johannes Gutenberg-Univer-sität Mainz. Promotion an der Universität Mainz. 1982-1984 Mit-herausgeber der Zeitschrift "Forum Mainzer Texte". Seit 1984 freie Seminar- und Vortragstätigkeit, sowie freie Tätigkeit als Schriftsteller. Seit 1987 Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften, Mainz. Seit 1991 Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Mainz. Beauftragter des VS Rheinland-Pfalz zur Organisation und Durchführung der Ersten Rheinland-Pfälzischen Literaturtage. Lehrbeauftragter der Universität Kaiserlautern und der Universität Stuttgart (Fachbereich: Philosophie).  
    Veröffentlichungen: Husserls Begriff der Potentialität, Bonn 1984; Die Erzählbarkeit der Welt, Lebach 1989; Das Ende der moralischen Instanzen, In: Terror 93, Landeszentrale für politische Bildung, RLP, 1993.


    Letzte Änderung: 12. February  2014
     

        

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