MEDIENWIRKLICHKEIT VERSUS BIBLIOTHEKSKULTUR

Rafael Capurro
 
 

    
Erschienen in: Bibliothek. Forschung und Praxis, 20/2, 1996, 245-252.

Vgl.: Gerhard Fröhlich: Demokratisierung durch Datenbanken und Computernetze? in: Thomas Becker et al. (Hg.): Informationsspezialisten zwischen Technik und gesellschaftlicher Verantwortung, Stuttgart. ISBN 3-00-000386-X, 55-60.
Internationaler Kongreß 1995: "Informationsspezialisten zwischen Technik und gesellschaftlicher Verantwortung" Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen (HBI) Stuttgart, 4./5. 12.1995.



     

Kurzfassung
Das Verhältnis  zwischen Bibliotheken und neuen Medien wird seitens der Bibliotheken manchmal als eine Existenzbedrohung, manchmal als eine Integrationsaufgabe aufgefaßt. In diesem Beitrag wird für die Integration plädiert, ohne aber die Differenzen zwischen ihnen aufzuheben. Im ersten Teil werden einige Fakten über bestehende Integrationsformen dargelegt. Der zweite Teil behandelt drei sich daraus ableitende Themen, nämlich: die Zukunft der Bibliotheken im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit, die Auswirkungen der Vernetzung auf die lokalen Aufgaben der Bibliotheken und die Rolle der Bibliotheken in der Demokratie.

Abstract

The relationship between libraries and electronic media is sometimes being conceived as a mortal danger for the former, sometimes as an integrative task. This paper is a plea for the integration without forgetting the differences between both actors. In the first part, some facts concerning this integration is examined. The second part analyzes some ideas about the future of libraries in the era of their technological reproduction, about the impact of networks on their local services and about their role in democracy.

Einleitung

Medienwirklichkeit versus Bibliothekskultur? Gibt dieses Formel das adäquate Bild eines heute strittigen eines heute strittigen Sachverhalts? Befinden wir uns in einer Situation der Bedrohung einer jahrhundertealten bibliothekarischen Kulturtradition durch die zunehmende Macht der neuen Medien? Stellen die neuen Medien eine qualitative Veränderung in der Entwicklung der Kommunikationstechnologien dar, so daß sie die alten Medien und ihre Institutionen (Bibliotheken, Verlage, Buchhandlungen, Dokumentationsstellen, Archive) radikal transformieren oder gar ablösen werden? Ist es so, daß die Buchkultur – mit allen Nuancen, die dieser Begriff in der europäischen Geistestradition hat, vor allem aber mit der Betonung auf Lesekultur und insbesondere auf das Lesen von Literatur – Sache der Bibliotheken ist, während die neuen Medien sich dazu im Widerspruch befinden?

Medienwirklichkeit versus Bibliothekskultur: Wie ist diese Gegenüberstellung zu verstehen? Als ein Widerspruch, so daß beide Sachverhalte nicht gleichzeitig wahr sein können, d.h. entweder schlagen wir uns auf die Seite der Medien und ihrer kulturfeindlichen Wirklichkeit oder auf die Seite der Bibliotheken und der Kultur? Tertium non datur. Oder ist dieses versus so zu verstehen, daß wir hier nicht mit einem Widerspruch, sondern mit einem Widerstreit zu tun haben, so daß man sagen kann, daß zwischen beiden Sachverhalten so etwas wie eine Spannung herrscht, von der beide Konkurrenten profitieren können?

Oder, und damit will ich diese Vorbemerkungen zu meinem Thema vorläufig abschließen, ist diese Gegenüberstellung insofern nur eine verfälschende Vereinfachung, da man sagen kann, daß die neuen Medien nicht weniger zur Kultur gehören, wie das alte Medium Buch, und daß wir mit einer Bibliothekswirklichkeit zu tun haben, die nur eine bestimmte Modalität der kulturellen Entwicklung darstellt. Womöglich kehrt sich dann die Sache um, nämlich: Bibliothekswirklichkeit und Medienkultur!

Vielleicht verhält es sich aber so, daß weder der Satz: Medienwirklichkeit versus Bibliothekskultur noch seine Umkehrung die Sache zutreffend auf den Punkt bringen. Denn es könnte sein, daß sowohl die alten Medien und mit ihnen die Bibliotheken als auch die neuen Medien zur Kultur gehören und daß beide hinsichtlich ihrer heutigen Wirklichkeit als auch ihrer Entfaltungsmöglichkeiten nicht aufeinander reduziert werden können, sondern daß sie verschiedenen Kategorialen Ebenen angehören. Der Reduktionismus in dieser Frage führt entweder zum Mythos Information oder zum Mythos Bibliothek.

Wenn dem so ist, und ich möchte zu Beginn die These aufstellen, daß es so ist, dann ließen sich einige der heute zum Teil emotional geführten Diskussionen wie zum Beispiel, ob die Bibliotheken sich in der virtual reality des Internet auflösen werden, zumindest entschärfen. Dann versteht sich der Widerstreit zwischen Medienwirklichkeit und Bibliothekskultur als Frage wie die Verzahnung oder Integration im Rahmen einer gemeinsamen Kultur aussehen kann, ohne aber die Unterschiede zu verwischen. Diese Verzahnung ist, wie ich anhand einiger Fakten belegen möchte, im vollen Gange. von hier aus ergeben sich Fragen bezüglich der Auswirkungen der Medienwirklichkeit auf die Bibliothekskultur, und umgekehrt. Ich werde im zweiten Teil einige Thesen über diese Fragen zur Diskussion stellen. Meine Denkschritte lauten: Fakten, Fragen, Thesen.


1 Fakten

Eine 1994 durchgeführte Erhebung in ca. 90 US-research libraries zeigte folgendes Bild:
  • Alle befragten Bibliotheken bieten CD-ROM Dienste an, davon 41% mehr als 80 Produkte, 26% Multimedia, 30% bieten Online-Zugang zu CD-ROM an.
  • Mit einer Ausnahme bieten alle befragten Bibliotheken Online-Recherchen im Auftrag an. 95% verlangen dafür auch Gebühren.
  • Der Zugang zu Endnutzer-Online-Recherchen steigerte sich von 45% 1991 auf 66% 1994. Die meisten Bibliotheken bieten hierzu ein bis zwei Online-Systeme an, am häufigsten First Search von OCLC, sowie Lexis, Medlars, STN, CDP Online und LEXIS/NEXIS.
  • Fast alle Bibliotheken haben OPACs. Viele von ihnen laden auch Datenbanken auf. Von 36% in 1991 wuchs die Zahl auf 74% 1994.
  • Endnutzer-Zugang zu Internet gab es bei 77% der befragten Bibliotheken. Die Hälfte der Bibliotheken haben einen lokalen Gopher und einige eine WWW-Homepage. Nur 28% bieten E-mail an, wobei dann viele Nutzer die Terminals blockiere (Tenopier 1995).
Tilmann Bartz, Jochen Prestel und Hans Wagner von der Universität Konstanz führten zu Beginn dieses Jahres eine empirische Untersuchung über "Spezialbibliotheken und Internet in Deutschland" durch (Bartz 1995). Sie gingen von folgenden Prämissen aus, die ihnen die Grundlage für einen entsprechenden Fragektalog lieferten:
  • Der Wissensstand auf diesem Gebiet ist nicht sehr hoch.
  • Die Qualität der Internet-Dienste wird als unsicher erarchtet
  • Bibliotheken sehen sich als Filter- oder Ordnungsinstanzen.
  • Die Anwender nutzen hauptsächlich die Basisdienste wie z.B. e-mail.
  • Die Entscheidung über die Internet-Nutzung hängt sehr stark von der fachlichen Ausrichtung der betreffenden Institution ab.
  • Das traditionelle bibliothekarische Berufsbild ist noch fast ausschließlich an der "Buchkultur" orientiert.
  • Der Ausbau der Datennetze wird als Angriff auf die Print-Medien gewertet.
  • Durch den Einsatz von endnutzerorientierte Software wird die Bibliothek als Informationsvermittler irgendwann überflüssig.
  • Das elektronische Publizieren bedroht die Bibliotheken in ihren Nachweis- und Dokumentationsfunktionen.
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken, Herr Laux, stellte den Forschern die Adressen von ca. 650 Mitgliedern zur Verfügung, aus denen 447 Institutionen selektiert wurden. 177 Fragebögen wurden beinah vollständig ausgefüllt und termingerecht (31. januar 1995) zurückgesandt. Es waren dabei 111 öffentliche Einrichtungen, 28 privatwirtschaftliche Unternehmen und 36 Mischformen (z.B. Stiftungen). Was die fachliche Ausrichtung anbelangt, waren 51 naturwissenschaftlich-technisch, 54 geistes- und sozialwissenschaftlich, 27 Dienstleistungen, 16 Produktion und 17 Verwaltung

Dabei zeigt sich, daß die Print-Medien in der Informationsvermittlung nach wie vor eine herausragende Rolle spielen, gefolgt von Informationsbanken und CD-ROM. Die Mehrheit der Spezialbibliotheken hat lediglich Zugang zu den klassischen Online-Datenbanken, während Btx und Compuserve nur eine geringe Rolle spielen. Die Internet-Nutzung nimmt im naturwissenschaftlich-technischen Bereich einen größeren Raum ein. Knapp die Hälfte der Bibliotheken planen aber einen Netzzugang, 55% davon für 1995.

Die wichtigsten Gründe, warum kein Zugang zu Internet geplant ist, waren zu hohe Kosten und mangelnde Nachfrage. Von den 41 Bibliotheken, die bereits Internet nutzen, gab es aufgrund ihrer unterschiedlichen Größe auch sehr unterschiedliche Zahlen bezüglich der Kostenkalkulation: Die Angaben reichten von 500 bis 50 000 DM. Viele Bibliotheken haben noch keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zum WWW. Die BibliothekarInnen eignen sich ihr Internet-Wissen durch Fachliteratur, 'trial and error' sowie durch Gespräche mit Kollegen an. Als Hauptvorteile für die Internet-Nutzung wurden genannt:
  • schnelle Verfügbarkeit der Information,
  • die Möglichkeit in anderen Katalogen zu recherchieren,
  • Kommunikation über e-mail,
  • Aktualität der Daten,
  • Möglichkeit elektronische Publikationen in das eigene Angebot zu integrieren,
  • Zugang zu Diskussionslisten,
  • gemeinsame Nutzung von Daten.
Und als Hauptnachteile:
  • das unstrukturierte Angebot,
  • die schwierige Handhabung,
  • die hohen Ausfallzeiten,
  • der hohe Zeitaufwand.

Ich möchte an dieser Stelle die Bedeutung des Faktors Zeit betonen, worauf ich im zweiten Teil eingehen werde. Nur 5 Bibliotheken stellen ihren Benutzern alle Internet-Dienste (e-mail, Gopher, FTP, WWW, Newsgroups) zur Verfügung. 25 Bibliotheken, darunter auch kleinere mit unter 20 000 Medieneinheiten, erstellen OPACs und bieten sie in Internet an.
Viele Bibliotheken gehen aus organisatorischen oder aus Kostengründen dazu über, bestimmte Aufgabenbereiche, wie z.B. die Lieferung von Zeitschriftenartikeln, auszugliedern. Die Inanspruchnahme kommerzieller Dienstleistungen wird positiv beurteilt (besser, schneller, kostengünstiger), zugleich aber als Gefährdung der informationellen Vielfalt angesehen. Gegenüber der unübersichtlichen Vielfalt der über Internet zu beziehenden Informationen sehen die meisten Bibliotheken ihre traditionelle Nachweis- und Dokumentationsfunktion nicht gefährdet, sondern sich in ihrer Ordnungs- und Filterungsfunktion bestätigt, und einige sind der Meinung, daß nach dem Grundsatz der Informationsfreiheit der Zugang zu Internetdiensten gewährleistet werden sollte. Nur 4 Bibliotheken vertraten die Meinung, daß ihre Aufgabe als Informationsvermittler irgendwann überflüssig wird.

In ihrem Ausblick stellen die Autoren fest, daß die virtuelle Bibliothek bei den deutschen Spezialbibliotheken noch eine Utopie ist. Die klassischen Informationskanäle (persönlicher Kontakt, Post und Telefon) spielen die wichtigste Rolle in der Kommunikation mit Benutzern und Kollegen. Informationsvermittlung bleibt für die meisten Bibliotheken Vertrauenssache. Dennoch schließen sich die persönliche Beratung und die Nutzung von elektronischen Netzwerken nicht aus. Diese Aussage steht ganz in der Linie der von mir vertretenen These nach dem widerstreitenden Verhältnis von Medienwirklichkeit und Bibliothekskultur. Dementsprechend hält auch die Untersuchung fest, daß ein dringlicher Bedarf an Schulen von BibliothekarInnen im Umgang mit Netzdiensten besteht ('network literacy'). Als Beispiel für eine gelungene Integration der elektronischen Medien in einer Bibliothek analysiert die Studie die Universitätsbibliothek Lund (Schweden) (http://www.ub2.lu.se/), die Library of Congresss als Informationsanbieter (http://lcw-eb.loc.gov/homepage/lchp.html) sowie verschiedene Projekte von Bibliotheken und Forschungsinstituten.

Es gibt inzwischen auch Erfahrungen öffentlicher Bibliotheken mit Internet. Dazu gehören, wie Christine Wörter in ihrer Diplomarbeit dargestellt hat (Wörner 1995), das Projekt GAIN (USA), die Helsinki City Library und The Internet Public Library. Dabei gilt die Devise: Je kleiner und abgelegen eine Bibliothek, desto wichtiger die Technologie!

Im Rahmen des GAIN-Projekts – vom New York State Education and Research Network (NYSERNet) 1992 ins Leben gerufen – wurden im Zeitraum von Juni 1993 bis Juni 1994 fünf ländlichen Bibliotheken und einer Indian Nation School Hard- und Software, ein Internet Anschluß, finanzielle Unterstützung für die Telekommunikationsgebühren zum nächsten Knotenpunkt, Training u.a. zur Verfügung gestellt. Kostenpunkt pro Bibliothek ca. $ 19 000. Ergebnis Die Gemeinda sah die Bibliothek unter einem ganz neuen Gesichtspunkt, nämlich als innovative Einrichtung und Anbieter von Dienstleistungen, die sonst nicht vorhanden gewesen wären.

Die Helsinki City Library war im Rahmen eines Projekts mit dem Namen "Knot at the Cable" die erste öffentliche Bibliothek (seit Februar 1994) mit einem WWW-Server. Kostenpunkt: ca. 20 000 FIM für die geleaste Leitung sowie ca. 60 000 FIM für Training (http://www.kaape-li.fi/). Auf ihrer Homepage bietet die Bibliothek Informationen auf Finnisch, Schwedisch  und Englisch über sich und über die 35 Zweigstellen sowie weitere Links an.

The Internet Public Library (IPL) schließlich ist eine virtuelle öffentliche Bibliothek, die 195 als Projekt der Universität Michigan ins Netz ging (http://ipl.sils.umich.edu). Einige Dienste der IPL sind zum Beispiel im Auskuknnftsbereich mit der Möglichkeit Fragen über WWW Formulare und e-mail zu stellen, in der Jugendabteilung mit Märchenanimation, im Forum für Bibliothekare (Diskussionslisten), im virtuellen Klassenzimmer mit der Möglichkeit Computer- und Internetkenntnisse zu verbessern, im Ausstellungsbereich mit Hyper-Links zu Museen und schließlich im elektronischen Lesesaal mit Volltexten und Links zu Katalogen.

Nach einher im Auftrag der National Commission on Libraries and Information Science durchgeführten Studie über "Public Libraries and the Internet" hatten 1994 20,9% aller US-public libraries Zugang zu Internet. Tendenz steigend (McClure 1994).

Bayern plant eine Multimedia-Offensive, um Bayern "an die Spitze des Fortschritts" (Stoiber) zu bringen. Gemeint sind 16 Projekte, die unter dem Namen "Bayern online" bis 1998 (Kostenpunkt: 300 Millionen Mark) laufen sollten. Dabei schaltet sich Bayern als Anbieter mit statistischen, landeskundlichen und touristischen Informationen im WWW ein. Weitere Projekte betreffen Telearbeit bei BMW, Mittelstandsinformationen, Güterverkehrs- und Baulogistik (Magenheim-Hörmann 1995).

In der Abschlußveranstaltung des Bibliothekartages 1995 in Göttingen war von Herrn Dr. Hirsch (BMFT) zu hören, daß in sehr naher Zukunft allen Bildungseinrichtungen, einschließlich der Öffentlichen Bibliotheken, ein Zugang zu Internet gewährleistet wird. Nach einer Umfrage in den Öffentlichen Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigt sich ein großes Interesse an einem Internetanschluß.

Fazit: Multimediale Vernetzung ist weit mehr als die Möglichkeit des Abrufs elektronisch gespeicherte Informationen, sondern sie ist ein wirkungsvolles Kommunikationsmedium zur Unterstützung oder Schaffung von Gemeinschaft und hat eine herausragende kulturelle Dimension.

Zum Schluß etwas Anekdotisches. Immer mehr Zeitungen bieten elektronische Ausgaben an. Der virtuelle Kiosk ist nicht mehr weit (Piper 1995). Sogar die Wiener Kaffeehauskultur bekommt etwas vom Cyberspace ab, wie im "Virtually-Cybercafé" am Schwedenplatz zu erleben. "Eine Melange digital, der Herr?" betitelte "Die Presse" einen entsprechenden Bericht, in dem auch von Info-Surfen im "Cyberia", einem Londoner Kaffeehaus die Rede ist. Die Wiener werden aber sicher eine typisch Wienerische Internet-Café-Atmosphäre schaffen! (Fuglewicz 1995)


2 Fragen und Thesen

Diese Fakten und die sich ableitenden Tendenzen geben Anlaß zu unterschiedlichen Fragen und Thesen, wovon ich einige zur Diskussion stellen möchte.
  1. Verlieren die Bibliotheken im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit ihre Aura und sogar ihre Daseinsberechtigung?
  2. Welche Auswirkungen hat die Vernetzung der Bibliotheken auf ihre lokalen Aufgaben?
  3. Welche Rolle erfüllen die Bibliotheken in der Demokratie?

zu 1 Über die Zukunft der Bibliotheken im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit

Im Anklang an Walter Benjamins These vom Verlust der Aura des Kunstwerkes im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit kann man die Frage stellen, ob auch die Bibliotheken im Zeitalter ihre technischen Reproduzierbarkeit jene Aura verlieren – und damit tendenziell auch ihre Seinsbestimmung und Daseinsberechtigung  –, die sie vor allem seit der Neuzeit besaßen. Benjamins These hat sich nicht bewahrheitet, sondern es geschah paradoxerweise das Gegenteil. Mitten in der totalen Medialität erleben die Museen mit ihren Originalen – inklusive denjenigen, wie das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologien (ZKM), die sich auf neue Medien spezialisieren –  eine kaum vorauszuahnende Popularität. Man kann sagen, daß gerade die Reproduzierbarkeit das Auratische nicht aufgelöst, sondern seine Selbstverständlichkeit in Frage stellte. So könnte es also auch sein, daß im Zeitalter ihrer medialen Reproduzierbarkeit die Bibliotheken mit ihrer bisherigen spezifischen Aura, die ihrem Sammlungscharakter zum Ausdruck kommt, als Orte der realen Mediensammlung, vor allem aber als Orte, an denen sich Menschen real begegnen können, eine vielleicht sogar glänzende Zukunft vor sich haben.

An dieser Stelle ist aber eine wichtige Unterscheidung notwendig. Üblicherweise setzen wir dem Virtuellen das Reale gegenüber. Das aber erweckt den Eindruck, als ob das Virtuelle zugleich das Irreale, Unwirkliche, sogar das Imaginäre wäre. Dem ist zu widersprechen (Bartz 1995). Das Gegenteil vom Virtuellen ist das Aktuelle oder das Aktualisierte. Beides, das Virtuelle und das Aktuelle gehören zur menschlichen Realität. Man kann sogar sagen, daß der Mensch gerade durch seinen Bezug zur Virtualität, zum Möglichen, eine spezifische Seinsweise gegenüber den anderen Lebewesen hat (Levy 1995).

Der Verlust der bisherigen Aura bedeutet nur den Verlust des Mythos Bibliothek im Sinne eines Ortes, wo die Welt des Wissens enzyklopädisch sich versammelt. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Stuttgart (Gegenwart des Mythos) und insbesondere auf die Veranstaltungen ab September 1995: Mythos Bibliothek  (Stadtbücherei Stuttgart): Lesenächte und Ausstellung zur enzyklopädisch geordneten Welt der Wörter und Bilder. Der umgekehrte Mythos, der Mythos Information, will aus der Welt eine Riesenbibliothek machen. Der Kritik dieses Mythos war die diesjährige ars electronica in Linz gewidmet (Gebel/Weibel 1995). Weder ist aber die Welt des Wissens primär im Regal noch im Netz, sondern sie hat einen nicht abtrennbarer Bezug zu uns als die Wissenden und Nicht-Wissenden. Wie entscheidend unser Nicht-Wissen das Wissen prägt, wurde neulich bei einem diesem Thema gewidmeten UNESCO-Kongreß anläßlich des 50jährigen Bestehens der Vereinten Nationen deutlich.

Das Auratische der Bibliothek besteht nicht primär in der Sammlung von Büchern und anderen Medien, sondern in ihrer Räumlichkeit, das heißt in der Möglichkeit die sie bietet, daß Menschen, die sich mit der Produktion und/oder Nutzung von symbolischen Welten befassen, sich auch leibhaftig treffen können. In diesem Sinne schreiben die Teilnehmer des Computerprojekts IRONET, an dem sich Künstler und Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland und Tschechien beteiligen, im Pressetext der "Prager Zeitung" folgendes: "Die Kommunikation mit Menschen im physischen Raum ist durch nichts zu ersetzen. Computernetzwerke sind geeignete Medien zum Informationsaustausch. Wirkliche Kommunikation (im Sinne von lat. communicare "etwas gemeinsam machen, gemeinsam beraten, einander mitteilen") aber entsteht nur durch die reale (körperliche) Präsenz von Menschen, durch Körperlichkeit in jeder Hinsicht. Körperlichkeit hat außerdem eine völlig andere Zeitqualität als die (zumindest derzeitige beschränkte, körperdistanzierende) Telekommunikation. Realzeit und der Zeit-Punkt kann nur mit unserem Körper, mit unseren Sinnen erlebt und wahrgenommen werden. Gleichwohl bieten offene Computernetze wie das Internet die Möglichkeit, seine eigenen Grenzen (des habitus, der gewohnten Bezugsgruppen, der nationalen Grenzen) zu überschreiten und Kontakte zu Menschen zu knüpfen, die man auf "normale" Weise (etwa als Tourist) kaum kennen gelernt hätte. Ideal ist das Internet außerdem für Kranke, Behinderte oder aus einem sonstigen Grund an einen Ort gefesselte: Sie können virtuell auf Reisen gehen."

In einer gewissen Weise überbietet der bibliothekarische Raum auf der einen Seite die Kommunikationsfunktionen der Netze. Auf der anderen Seite aber bietet eine leiblich verarmte Kommunikation, wie Telephon, e-mail, Telekonferenzen usw. ganz andere ortsunabhängige Möglichkeiten des Zusammenkommens von Menschen. So wenig aber wie eine CD ein Live-Konzert überflüssig macht, so wenig machen die virtuellen Internet- oder Inteface-Gemeinschaften die örtlichen leibhaftigen "face-to-face" Begegnungen überflüssig (Barlow 1994). Ich würde eher sagen, daß sie sie, wie im Falle der Aura von Originalkunstwerken, viel anziehender machen. Je stärker die mediale Vernetzung unser soziales und kulturelles Leben bestimmt, umso mehr brauchen wir Orte wie die Bibliotheken, in denen wir Erfahrungen der unmittelbaren Begegnung mit Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern machen können. Man könnte auch sagen, daß gegenüber den individuell orientierten Möglichkeiten der multimedialen Vernetzung Bibliotheken so etwas wie eine notwendige soziale Kompensation sind. Sie gehören zu jenen vom französischen Philosophen Michel Foucault analysierten "Technologien des Selbst", die ihre Funktion gerade im Widerstreit mit den Informationstechnologien erfüllen (Capurro 1995).

Aber wenn man der Meinung wäre, daß der informationelle Mehrwert der Printmedien durch die neuen Medien aufgehoben wird, stellt sich die Frage, ob eine solche Aufhebung überhaupt technisch möglich ist. Mike Hawley von der MIT Media Library gibt zu bedenken, daß eine Bibliothek, die zehn Millionen Bücher besitzt und sie digitalisieren wollte etwa drei Hundert Jahre dazu brauchen würde – wenn man eine Sekunde pro Seite für optisches Scanning und 1000 Seite pro Buch berechnet –, ohne die Neuerwerbungen zu berücksichtigen! (Hawley 1995) Eine realistische Alternative ist dem gegenüber Book- oder Video-on-Demand.

Für Clemens Deider (dbi) bedeutet die aufkommende Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts keine Auflösung der Bibliotheken durch elektronische Netze, sondern ihnen wachsen neue Aufgaben der Filterung, Bewertung, Umwandlung und Verfügbarmachung der verschiedenen Dienste hinzu. Er schreibt: "Es ist also an der Zeit, daß den Bibliotheken, im vorliegenden Falle besonders den Öffentlichen Bibliotheken, die Möglichkeit geboten wird, ihren Benutzern elektronische Informationen nachzuweisen und zu vermitteln. Dafür ist ein Lektorat einzurichten, das Netze, Online-Dienste und die dort erreichbaren Angebote analysiert, bewertet und den Weg dorthin aufzeigt!" (Deider 1995). Nicht viel anders sieht es Heinz Hauffe (Universitätsbibliothek Innsbruck). Die Herausforderung der Bibliotheken durch die elektronische Revolution besteht für ihn vor allem darin, daß Bibliotheken zu "clearing-houses of information" werden (Hauffle 1994). Das gilt umso mehr für die Netze selbst, denn zur Zeit ist Internet, wie ein amerikanischer Kollege schreibt, weniger ein 'information superhighway' als vielmehr eine Eisenbahnlinie des 19. Jahrhunderts durch den Wilden Westen! (Wallich 1994)


zu 2 Lokalität und Universalität der Bibliotheken

Welche Auswirkungen hat die Vernetzung der Bibliotheken auf ihre lokalen Aufgaben? Wenn eines die elektronische Revolution uns gelehrt hat, dann dieses, nämlich, daß die Netze ein Medium in der Zeit sind, während die Bibliotheken ihre Stärke im Räumlichen haben. Raum und Zeit sind zwei Dimensioinen, die immer zusammen vorkommen, die sich aber nicht aufeinander reduzieren lassen, sondern im Widerstreit miteinander stehen. Das Zeitliche hängt mit der Fortbewegung im Rahme zusammen und das Sich-in-einem-Raum-befinden scheint die Zeit im 'hic et nunc' zum Stillstand zu bringen.

Man kann diese Einsicht auf die Frage des bibliothekarischen Raumes und der Netzwerk-Zeit übertragen. Netze sind ein Zeitmedium, wodurch wir den bibliothekarischen Ort verlassen können, um virtuell oder 'zeitweise' woanders zu sein. Eine Stärke der Bibliotheken besteht in der räumlichen Präsenz des Wissens, ihre Schwäche, wie am Problem des Leihverkehrs ersichtlich, in der (Un-)Rechtzeitigkeit ihrer Dienste. Netzwerke erlauben, zumindest der Idee nach, einen unmittelbaren zeitlichen Zugang zum Wissen, ihre Schwäche besteht aber darin, daß der Suchende sich erst auf die Zeitreise machen muß, um an einem Ort, nämlich dort, wo er ist, alles Zerstreute, elektronisch oder auf Papier, zusammenzutragen, zu sammeln also. Jenes pragmatische Wissen, das wir zum Handeln rechtzeitig brauchen, nennen wir Information. Aber zusätzlich zu dieser pragmatischen hat das Wissen auch eine theoretische oder musische Dimension. Aufgrund ihres Sammlungs- und Auskunftsauftrags verbinden die Bibliotheken beide Aspekte menschlichen Wissens, ohne ihre Differenz aufzuheben.

Dementsprechend müssen wir nicht nur den Begriff der bibliothekarischen Sammlung, sondern auch den des bibliothekarischen Raumes neu überdenken. Die Metaphern des Mosaiks oder der Fraktale sind dazu geeignet, um sich neue Möglichkeiten bibliothekarischen Im-Raum- und In-der-Zeit-seins vorzustellen. Nicht mehr die physische Integration von unterschiedlichen Medien ist dann entscheidend  – also CD-ROM in einem Raum, Bücher in einem anderen usw. – sondern, wie der französische Bibliothekar Bertrand Calenge ausführt, die Integration verschiedener Medien zum Beispiel nach Interessengebieten, im Falle von Öffentlichen Bibliotheken vor allem nach jenen Gebieten, die unseren Alltag bestimmen (Arbeit, Beruf, Wohnung, Rechtsfragen, Erziehung, Hygiene, Tourismus, Sport, Küche usw.) (Calenge 1995). Dafür ist ein neues enzyklopädisches Denken notwendig, das sich nicht an linearen hierarchischen Modellen wie die Dewey-Klassifikation orientiert, sondern möglicherweise die Form eines Labyrinthes (U. Eco) oder eines Rhyzoms (G. Deleuze, F. Guattari) annimmt. Architektonisch übersetzt, bedeutet dies eine andere Bibliothek, die Räume zugänglich und durchsichtig macht, die das statische Viereck mit dem zirkulierenden Kreis verbindet und keinen besonderen Zugangspunkt privilegiert (Carbone 1995). Die räumliche Vorstellung von einer Biblio- oder auch Medio-thek (griechisch 'theke': Behälter, Kiste) steht dabei im Widerstreit mit den Biblio- und Medio-netzen. In der Wirklichkeit des zeitlichen Medientaumels bieten Bibliotheken einen räumlichen Ruhepol. André-Pierre Syren, von der Bibliothèke municipale de Dijon, spricht von der "bibliothèque localement universelle", von einer Bibliothek also, welche die Vorteile der lokalen Verfügbarkeit von Information mit regionaler Bedeutung mit denen eines globalen Hypertextes verbinden (Syren 1995). Ähnlich äußern sic Osswald und Koch (Osswald/Koch 1994) sowie die Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände über die Aufgaben der Bibliotheken im Zeitalter der Datenautobahnen und internationaler Netze (Bundesvereinigung 1995).

Ein besonders interessantes Phänomen in Zusammenhang mit Internet sind die WWW-Homepages. Sie sind, wie Reva Basch bemerkt, eine Mischung aus "publishing, performance and promotion". Manche ähneln einer Visitenkarte oder einer Broschüre, andere bringen kaum etwas mehr, als das, was der Text von sich aus sagt, und andere schließlich haben sogar künstlerische Ambitionen mit ikonenhaften Verbindungen zum Rest der Welt! (Basch 1995) Letztere erfüllen in virtueller Form den Sammlungseffekt, der eine Bibliothek durch die Zusammenstellung verschiedener Medien im Regal erfüllte und noch erfüllt. Eine besnders geglückte Nutzung von WWW-Quellen als Grundlage einer linearen Diplom-Arbeit sowie des umgekehrten Weges, nämlich der Umsetzung einer Diplomarbeit in eine WWW-Homepage, stellt Chritine Wörners "Die Nutzung von Internet in Öffentlichen Bibliotheken" dar (Wörner 1995).

Ole Harbo plädiert für eine Bibliothek als Kulturzentrum, in dem lokalhistorische Sammlungen, aber auch zum Beispiel ein Theater und ein Kino sowie andere lokale Vereinsaktivitäten koordiniert werden können (Harbo 1993). Die dänische Bibliotheksschule bietet in Anschluß an die 4jährige Bibliothekarausbildung nicht nur eine 2jährige Magisterausbildung in Bibliotheks- und Informationswissenschaften (Information Ressource Management), sondern auch eine ebenfalls 2jährige Magisterausbildung im Fach Kulturvermittlung. Besser läßt sich die von mir angesprochene widerstreitende Verzahnung von Medienwirklichkeit und Bibliothekskultur in Form eines Ausbildungsprogramms nicht konkretisieren.

Die Vernetzung insbesondere der Öffentlichen Bibliotheken im Rahmen von Internet ist das Gebot der Stunde. Darin stimmen nicht nur der Verfasser der erwähnten Studien über öffentliche Bibliotheken und Internet, sondern auch zum Beispiel Horst Neißer überein (Neißer 1994). Höhere Effizienz ist durch bessere Steuerung und Zielkontrolle zu erreichen. Dabei gilt aber zunächst zu fragen, was braucht die Gemeinde, und was kann die Bibliothek dazu leisten. Zu den Gemeindezielen gehören ökonomische und politische Informationen, aber auch die Möglichkeit ihre kulturelle Identität zum Ausdruck zu bringen (Peters 1995). Womit wir bei unserer dritten Frage angekommen sind.

zu 3 Bibliotheken in der Demokratie

Worin besteht die Rolle der Bibliotheken in der Demokratie? Ich will dieses Thema mit einem Zitat von Peter Glotz einleiten. Er schreibt: "Europa sollte sich dem Kommerz entzogene kutureller Öffentlichkeiten leisten; und zwar als relevante Gesprächspartner. (...) Der Staat muß eine Moderatorenrolle für die vielfältige Entwicklung der Individual- und Geschäftskommunikation und der neuen elektronischen Lernsysteme übernehmen. Eine technologiepolitische Vision ist notwendig, und zwar eine mit gesellschaftspolitischer Zielsetzung, die soziale Ideen und Minima Moralia formulieren muß. Hierzu gehören etwa die Offenheit und Zugänglichkeit zu den wesentlichen Netzen und Medien, die Gewährleistung eines angemessenen Datenschutzes, den Schutz von einseitiger politischer Manipulation, vor Medienmachtpolitik usw." (Glotz 1994: 219).

Steht diese Vision der Privatisierung von Bibliotheken entgegen? Bedeutet der "Abschied vom Musenkäfig?" – so Rolf Michaelis in seinem Bericht in DIE ZEIT über den Göttinger Bibliothekartag  –  nur einen überfälligen Abschied vom Käfig oder auch einen Abschied von den Musen? Sind für Bibliotheken auch Formen des Widerstreits zwischen dem 'otium' und dem 'neg-otium' denkbar, wie im Falle anderer öffentlich subventionierter Kultureinrichtungen? Kulturförderung ist eine öffentliche Aufgabe, nicht aber die kulturelle Dienstleistung. Der Staat soll nicht Orchester oder Theater selber betreiben, sondern er soll ermöglichen, daß es sie gibt. So Holger Walla, Geschäftsführer des Theaterhauses Jena (Die Grünen). Dementsprechend stimmten zum Beispiel die Grünen für die Einführung von Gebühren in den Öffentlichen Bibliotheken, wenngleich die sozial Schwächeren davon befreit werden sollen (Greiner 1995).

Es ist kaum zu bestreiten, daß Netze und digitale Bibliotheken im nächsten Jahrhundert die Bedeutung haben werden, die Straßen und Energie für das 19. Jahrhundert hatten. Damals ging es um die Distribution von Waren und Dienstleistungen, heute um die von Ideen und Worten (Peters 1995). Die Konferenz der G7 über die Informationsgesellschaft im Februar 1995 hat dieser Tatsache Rechnung getragen. Dazu gehören aber auch die seit Jahren begonnene Informationspolitik der Europäischen Gemeinschaft, der Einsatz Al Gores für den Ausbau von Datenautobahnen in den USA und nicht zuletzt auch die immer noch sehr auf Fachinformation orientierte Politik der Bundesregierung.

Wer aber profitiert vom Ausbau der Infrastruktur und vom Angebot neuer Dienste? Wohl nicht allein die Privatwirtschaft. Der Staat muß dafür sorgen, daß die Gesellschaft sich nicht spaltet. In diesem Sinne fordert mit Recht Herbert Kubicek in seinem Beitrag "Sorge um die Habenichtse" den Zugang zu Informationen als ein Grundrecht aufzufassen, das sich aus dem Verfassungsgrundsatz über die Freiheit zur Meinungsbildung und aus der damit zusammenhängenden aufklärerischen Idee von der Mitwirkung am demokratischen Prozeß ableiten läßt. Al Gores Prinzip der Grundversorgung gilt für Schulen, Bibliotheken, Krankenhäuser und für Datenautobahnen. Als Konsequenz davon müßten Netzbetreiber und Dienstanbieter Abgaben zur Subventionierung Bedürftiger leisten (Kubicek 1995). Die Ideen von "herrschaftsfreier Kommunikation" sowie von einer "transzendentalen Kommunikationsgemeinschaft" (J. Habermas, K.-O. Apel) müssen aus der transnationalen Perspektive der weltweiten Nutzung neu durchdacht werden (Capurro1995).

Auch das UNESCO Public Library Manifesto von 1994 unterstreicht das Menschenrecht auf Information als Grundlage einer demokratischen Gesellschaft. Die Öffentlichen Bibliotheken sind eine lebendige Kraft im Dienste von Erziehung, Kultur und Information. Sie sind lokale Informationszentren, die ihren Nutzern alle Arten von Information, insbesondere die neuen Informationstechnologien und -medien, zur Verfügung stellen auf der Basis freien und unbeschränkten Zugang zu Wissen, Denken, Kultur und Information (UNESCO 1995; Niegaard 1994).

Rainer Kuhlen entwirft eine Informationsutopie, die von der Mediatisierung und Diversifikation der Wissensproduktion- und Verteilung ausgeht. Bücher, Datenbanken, Multimedia-Produkte und Internet-Dienste haben unterschiedliche Märkte und auch unterschiedliche informationelle Mehrwerte. Was Not tut, sind Verfahren der Organisation und der Integration heterogener Ressourcen maßgeschneidert nach individuellen Nutzerbedürfnissen. Die Hypertext-Metapher bietet hierfür ein mögliches Denkmodell für Informationsutopien. Kuhlen fordert eine Debatte über unser Verhältnis zu Wissen und Information unter den Bedingungen ihrer Informatisierung, vor allem in einer liberal-marktwirtschaftlichen Gesellschaftsordnung, bei der der Wert der Information primär in ökonomischen Kategorien bemessen wird. je nach Kontext kann der informationelle Mehrwert aber in einem vertraulichen Gespräch, in Form eines Buches oder in der elektronischen Auskunft bestehen. Entscheidend ist, daß wir eine solche Gesellschaft politisch wollen, in der zwar die verschiedenen Medien um ihrem Mehrwert konkurrieren, ohne daß sich aber privilegierte Schichten bilden (Kuhlen 1994).

Medienwirklichkeit bedeutet vor allem Medienkommerz und auch Medieninflation. Aber so wie die Kunst auf die Medieninflation nicht mit Absage und Abschottung reagierte, sondern diese Inflation mit den eigenen Mitteln kritisierte und eine neue Ästhetik schuf (Klotz 1995), so können die Bibliotheken eine Funktion als Katalysatoren erfüllen, indem sie sich nicht von Medientaumel abwenden, sondern die Medien aus dem kommerzgerichteten Zusammenhang herausreißen und diesen sowohl sozial als auch kulturell unterlaufen. Medien sind kulturell geprägt. Durch die globale Vernetzung finden neuartige Phänomene der kulturellen Beeinflussung statt. Diese sollte im Rahmen einer national, international und transnational gerichteten Technikfolgenabschätzung (TA) und Technikfolgenbewertung (TB) in den Ausbildungs- und Forschungsinstitutionen sorgfältig analysiert werden (Huwe/Schnier 1995).

Neben dem freien Zugang zu den Netzen hängt auch eine zweite kulturelle Herausforderung mit den neuen Medien zusammen, nämlich die Pflege der Fähigkeit zu unterscheiden und zu verknüpfen, also dessen, was traditionellerweise Urteilskraft und Denkvermögen heißen. Erst wenn die Blickrichtung auf diese Fähigkeiten eingestellt ist, kann der Benutzer mit der Überfülle an Verknüpfungsmöglichkeiten kreativ umgehen. Bibliotheken können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie dem Benutzer nicht nur Nutzeranleitungen geben, sondern auch bei der Aufgabe des Vergleichens, Unterscheidens und Synthetisierens helfen. Denn, wie Thomas Walker von der University of Wisconsin betont, Internet allein ist noch lange nicht die von H.G. Wells 1938 in seinem "World brain" dargelegte Utopie. Eher ist es zur Zeit "ein monumentales Sammelsurium, regelmäßig verdünnt, in keiner Weise durchsichtig, und es synthetisiert nichts" (Walker 1994). Von einer 'Interpedia' sind wir weit entfernt, aber wir sollten daran arbeiten (Kuhlen 1994). Vielleicht ähnelt eine solche Utopie jener "Bibliothek von Babel" von der Jorge Luis Borges erzählt, daß sein Buch, versteckt in einem geheimen Sechseck der Bibliothek, enthalten muß, "das Inbegriff und Auszug aller ist: ein Bibliothekar hat es geprüft und ist Gott ähnlich" (Borges 1981: 54). Ein solches unendliches Buch, ein "libro de arena", das wie der Sand weder Anfang noch Ende hat, und wovon Borges in einer anderen Geschichte erzählt, hat er kurz vor seiner Pensionierung in der Biblioteca Nacional von Buenos Aires versteckt (Borges 1984).


3  Schlußbetrachtung

Es ist zwar so, wie Hans-Dieter Kübler kritisch gegenüber Horst Heidtmann bemerkt, daß durch die Medienwirklichkeit die Lesekultur von gestern nicht notwendigerweise zugrunde geht, nach dem Motto: früher gab es Leser, jetzt gibt es Zuschauer! (Kübler 1995) Zwar spielen die elektronischen Medien – darunter insbesondere Fernsehen, Video, Hörfunk und Tonträger – im Tagesablauf von Jugendlichen (14- bis 19jährige) eine, gegenüber den gedruckten Medien, dominierende Rolle (Eimeren/Klingler 1995), zugleich aber zeichnet sich ein kreativer Umgang mit dem PC bei den Computerkids (6 bis 13 Jahren) ab. Allerdings sind es die besser situierten Kinder, die einen PC besitzen. Der Rest muß sich mit Gameboys begnügen (Weiler 1995).

Ich will also keineswegs die Medienwirklichkeit verschönern, sondern sie aus dem häufig erlebten Widerspruch mit der Buch- und Bibliothekskultur herauslösen, um neue Möglichkeiten für die Gestaltung einer multimedialen Kultur zu eröffnen. Die Verzahnung zwischen beiden Bereichen sollte ermöglichen, daß etwa Video-Kultur und Lesekultur nicht bloß Nebeneinander oder gar gegeneinander vorgestellt und erlebt werden, sondern, daß sie sich in ihrer Spannung gegenseitig befruchten, wie die Kunstgeschichte, aber auch die mit dem Bildungsbegriff eng zusammenhängende Entwicklung des Informationsbegriffs zeigt (Capurro 1978). Lesekultur schließt Medienkultur ein und umgekehrt. Anthropologisch bedeutet dies, daß wir selbst als multimediale Wesen, nicht hierarchisch von unten nach oben unsere, traditionell gesprochen, sinnlichen und intellektuellen Vermögen (Wahrnehmung, Einbildungskraft, Urteilskraft, Denken) einordnet sollten. Wir sollte aber auch nicht eine auf das Denken zugespitzte Hierarchie zugunsten der Wahrnehmung oder der Einbildung umkehren. Nicht nur Kant, sondern auch Aristoteles und Thomas von Aquin haben das Angewiesensein unseres Denkens auf Wahrnehmung und Einbildungskraft hervorgehoben. Eine in eine philosophischen Anthropologie fundierte Bibliotheks- und Informationswissenschaft ist heute notwendiger den je (Capurro 1986). Wir sehen und lesen anders seitdem wir fernsehen, wir schreiben anders, seitdem wir eine Schreibmaschine, ein Textverarbeitungssystem und Internet benutzen, so wie wir auch seit dem Buchdruck anders lesen und schreiben.

Es hilft nichts: Lesen und Schreiben – aber auch Filme anschauen und selber Filme drehen, Musik hören und selber Musik komponieren oder spielen usw. – ist nach wie vor harte Arbeit. Lesen und schreiben sind aber auch ein Vergnügen – zumindest, wenn man 'gute Bücher' liest und/oder schreibt! Und, wer kreativ liest, wer also beim Lesen sich selbst einbringt, der sucht auch eine Wiederholung des Gestus des Autors –  er schreibt selbst. Die neuen Technologien, zum Beispiel in Form von vernetzten weltweiten Diskussionsforen, bieten ein Feld für Scheibkreativität außerhalb der offiziellen durch Wissenschaft und/oder Kommerz dominierten Print-Medien, sowie auch für andere Formen künstlerischen Schaffens. In seiner genau vor sechzig Jahren in französischer Sprache vorgelesenen Eröffnungsansprache beim Internationalen Bibliothekskongreß am 20. Mai 1935 erinnerte der spanische Philosoph José Ortega y Gasset daran, daß Bücher aus der Situation, aus der "circunstancia", aus dem lebendigen Zusammenhang herausgerissene Aussagen enthalten, die erst durch den Nachvollzug dieser Situation durch den Leser einen möglichen Sinn erhalten. Dies tut derjenige, der "schon vor der Lektüre aus eigenem Antrieb über das Thema nachgedacht hat und dessen Bahnen kennt. Wird dies unterlassen, wird viel gelesen, aber wenig nachgedacht, so ist das Buch ein erschreckend wirksames Instrument zur Verfälschung des menschlichen Lebens", wie Ortega mit Hinweis auf die Platonische Schriftkritik ausführt (Ortega 1956: 601; 1962). Was von den Büchern gilt, gilt umso mehr von unserer gesamten Medienwirklichkeit. Damit ist aber keine vordergründige und rückwärtsgewandte Kulturkritik gemeint, denn derselbe Ortega forderte 1939 in seinem Prolog zum "Diccionario Enciclopédico Abreviado" mit dem prophetischen Titel "El libro-máquina" die Entlastung des menschlichen Gedächtnisses durch "maschinelle Bücher" auf der Basis von Indexierungstechniken. Diese Entlastung gehört für Ortega zu den drei Kulturaufgaben der Wissensvermittlung in unserer Zeit, nämlich die Wiedergewinnung von kultureller Nüchternheit, also der Fähigkeit das Wesentliche vom Überflüssigen zu trennen, und die Kultivierung der Fähigkeit der Synthese (Ortega 1962). Wenn man dies liest, glaubt man den Vorspann zu einem Einführungskurs für Dokumentare vor sich zu haben!

In seinem Beitrag zum internationalen Kongreß anläßlich des 50jährigen Bestehens unserer Hochschule schreibt Alfred Georg Frei: "Wenn Bibliotheken zu Zentren auch der neuen Medien werden, so müssen die Bibliothekarinnen und Bibliothekare gleichfalls die Frage stellen: Wer nutzt warum diese neue Medien, die für uns eine herrliche Vielfalt der Abwechselung und des Lernens bedeuten. Für uns: Die wir Glück gehabt haben, vielleicht hart arbeiten, auf jeden Fall lernen konnten, mit Büchern, Zeitschriften, CDs und Videos schwelgen und die große Auswahl genießen, knallen sich die anderen den Kopf mit Videos und Fernsehen zu." (Frei 1993, S. 38) Frei empfiehlt den Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, sich mit Habermas, Postman und Eco, also mit kulturphilosophischen Theoretikern, auseinanderzusetzen, denn, wie man weiß, es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie. Und er leitet gleich die Praxis davon ab, nämlich soziale Bibliotheksarbeit als demokratischer Auftrag gegenüber den Schwächeren. Das gilt meines Erachtens umso mehr für sozial schwächerer Länder, ja auch für ganze in ihrer kulturellen Existenz bedrohte Kontinente.

Bibliotheken erfüllen, überspitzt gesagt, die Aufgabe von geistigen Fitness-Zentren. Sie gehören zu jenen sozialen Technologien, mit denen eine Gesellschaft sich einen Rahmen für soziale Praktiken leisten sollte. Sie sind Teil einer Ethik der Lebenskunst (Capurro 1995). auf den Punkt gebracht heißt meine These, daß wir zwar die Bibliotheken auf high-tech-Niveau, als Knoten im Cyberspace, aufrüsten sollten, daß wir aber, um bei dieser kriegerischen Metapher zu bleiben, ihren musischen Charakter umso stärker betonen sollten. Je umfassender die Vernetzung, umso notwendiger die Pflege ihres lokalen und musischen Charakters. Die Spannung zwischen Lokalität und Universalität ist kein Spagat, keine gerade auseinanderstrebende Linie, sondern ein 'pas de deux' zwischen Medienwirklichkeit und Bibliothekskultur oder, anders ausgedrückt, zwischen Informationstechnik und gesellschaftlicher Verantwortung.


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Letzte Änderung: 12. Juli 2017 


 
    

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