"Ich weiss
vielleicht wie sies so weit gebracht:
Sie denken: wenn sie
denken seis gedacht!"
(R. Fahrner, Drei
Spiele, 243) (1)
Einleitung
Die Systeme der
"Künstlichen Intelligenz" (Roboter, Expertensysteme u.a.) sind
bereits
zum Teil aus der Experimentierstube heraus und verbreiten sich
zunächst bei der
Industrieproduktion bald aber in vielen anderen Bereichen des
gesellschaftlichen Lebens. Daß diese "Speerspitze" der Informatik
eine neue epochale Umwälzung ("dritte industrielle Revolution")
mit
sich bringt, ist
bereits zu einem
Gemeinplatz geworden. Was sich aber dabei verändert sind nicht
zuletzt - wir
selbst. Insofern ist jede Technik nicht bloß instrumentell und
somit auch
"neutral" sondern von ihrer ethischen Seite her zu betrachten.
Eine
ethische
Reflexion über KI (Künstliche Intelligenz) setzt wiederum
eine Erhellung des Gesamtzusammenhangs
zwischen der technologischen Zivilisation und den (überlieferten)
ethischen Maßstäben
voraus, die kaum geleistet worden ist. (2). Einige Hinweiseauf die
folgenden
drei Ansätze mögen hier, um die "Weitsicht" zu eröffnen,
genügen. Mit
seinem "Prinzip Verantwortung" stellt Hans Jonas die
herkömmliche
Ethik der Pflichten und der Einzelverantwortung in Frage. Jonas
denkt an eine
Gesamt- oder Kollektiverantwortung für die Folgen unseres
technischen Handelns,
die auf die Zukunft hin gerichtet ist (im Gegensatz zur Betonung der
Gegenwart
in der herkömmlichen Ethik) und die sich auf die gesamte
Natur (im Gegensatz
zum Anthropozentrismus) erstreckt (3). Der "homo faber" braucht nach
Jonas ein verschärftes kritisches Bewußtsein gegenüber
utopischen Zielen.
Vorsicht ist angesagt, sowie das (neu) Erlernen von Furcht und Sorge
(4). Jonas'
Ethik gründet auf einer Ontologie aber, im Gegensatz zu Platon,
auf einer
Ontologie des Vergänglichen.
Im Zeichen der
"dritten industriellen Revolution" sieht Günther Anders
den Menschen
als "antiquiert" (5). Er betrachtet als einer der Hauptaufgaben der
Philosophie der Technik, "den dialektischen Punkt ausfindig zu machen
und
zu bestimmen, wo sich unser Ja der Technik gegenüber in Skepsis
oder in ein
unverblümtes Nein zu verwandeln hat." (6) Diese Skepsis, auf die
Zukunft
hin gerichtet, wird zur "prognostischen Hermeneutik". Deuten wird zu
einer „moralischen Aufgabe": Die Apparate "verraten uns die Welt von
morgen
und den Typ unserer Kindeskinder, sofern es solche noch
geben wird.“ (7)
Schließlich
möchte ich
auf den "a-logischen" Ansatz des belgischen Philosophen Gilbert
Hottois hinweisen (8). Hottois sieht die technische Entwicklung als
einen
Durchbruch unseres logischen, instrumentellen und theoretischen
Anthropozentrismus. Die Technik wird von einem nicht-ethischen Prinzip
("Alles ist möglich") geleitet, demgegenüber auf der einen
Seite
"Vorsicht", auf der anderen Seite eine
ethische Option für die Menschheit zu gelten haben.
Mit der KI sowie
mit
der Computertechnik insgesamt steht m.E. der menschliche "logos"
nicht vor der Frage des Deutens und Verantwortens einer ihm
"äußerlich"
bleibenden Technik, sondern er steht selbst auf dem Prüfstand,
Ankläger und
Angeklagter zugleich. Wenn das aber so ist, dann tritt die ethische
Frage hier unausweichlich und in
aller Schärfe hervor: Der "logos" nämlich, so sagt
Aristoteles im 6. Buch
der Nikomachischen Ethik, ist, in Sachen Sittlichkeit, zugleich
"phronesis" (1144 b 23ff). Wie aber, wenn es uns technisch gelingt,
"logos" und "phronesis" voneinander zu trennen? Wie stellt
sich dann die Frage nach der Verantwortbarkeit dieses "Denkens"?
Daß
Sprache und Denken keine "unschuldige"
Angelegenheit sind, daß man, mit anderen Worten, nicht nur
"bestraft"
werden kann für das, was "tut" sondern auch für das, was man
"sagt", das erfahren wir nicht zuletzt am Beispiel jener Schicksale,
die u.U. mit ihrem Leben dafür zahlten und noch zahlen, an den
"Andersdenkenden"
also in den Diktaturen aller Zeiten. Eine Geschichte des Denkens in
diesem
Sinne bleibt bis heute weitgehend
noch ungeschrieben. Der Titel "Ethik und Denken" verliert dabei seine
scheinbare philosophische Abstraktheit. Ein Kapitel aus dieser
Geschichte
stellt die heutige Diskussion um die "künstliche Intelligenz" dar.
Im Folgenden
möchte
ich einige Kernpunkte der heutigen Diskussion erörtern, die
ihren
Ausgangspunkt in Joseph Weizenbaums' "Anklage" nimmt. In der
Bundesrepublik
wird diese Diskussion vorwiegend im Rahmen des Arbeitskreises "Grenzen
eines verantwortbaren Einsatzes von Informationstechnik" der
Gesellschaft
für Informatik (GI/FB 8)
sowie des "Forum Informatik für Frieden und gesellschaftliche
Verantwortung" (FIFF)
geführt.
1. Der Fall Weizenbaum...
Es gibt Aufgaben,
so
Weizenbaum im Vorwort seines berühmten Buches "Die Macht der
Computer und
die Ohnmacht der Vernunft" (9) "zu deren Lösung keine Computer
eingesetzt
werden sollten, ungeachtet der Frage, ob sie zu deren Lösung
eingesetzt werden
können." (10) Weizenbaums Einstellung gegenüber der KI ist
also eine durch
und durch ethische. Sie kommt vor allem in den Kapiteln 8
("Künstliche
Intelligenz") und 10 ("Gegen den Imperialismus der instrumentellen
Vernunft") zum Ausdruck.
Wenn wir den
Menschen,
so W. im Kap. 8, zu einer Spezies der Gattung
"informationsverarbeitender
Systeme" reduzieren, werden sowohl der Intelligenzbegriff als auch die
Probleme, mit denen wir als Menschen konfrontiert sind, auf
unzulässige
(sprich: unverantwortliche) Weise verkürzt. Diese Verkürzung
hat, nach W.,
nicht nur falsche methodische Voraussetzungen, sondern auch ethisch
nicht
verantwortbare Folgen. Weizenbaums Kritik des Intelligenzbegriffs der
"künstlichen Intelligentsia" zielt vor allem darauf hin zu zeigen,
daß
die Rede von der Intelligenz, die unabhängig von jedem
Bezugssystem (Individuum,
Familie, Kultur usw.) darstellbar (und meßbar)
wäre, sinnlos ist. Der
Intelligenzbegriff wird ferner von anderen menschlichen
Fähigkeiten isoliert,
was, im Falle einerrückwirkenden Deutung auf den Menschen, zu
verkehrten Schlußfolgerungen
führt. Weizenbaum hält, m.E. zu Recht, die Frage, was
Computer jemals werden
leisten können oder nicht (11), für eine „fruchtlose
Übung“ (12). In Wirklichkeit
handelt es sich darum zu zeigen, daß die menschliche
(individuelle und
gattungsmäßige) Sozialisation ganz anders verläuft als
im Falle eines
"sozialisierten Computers".
Dementsprechend
werden
also "menschliche Probleme" (oder "Angelegenheiten", da der
Begriff "Problem" vorbelastet ist) für den Computer stets fremd
bleiben. Oder, anders ausgedrückt, die Analogie zwischen der
menschlichen und
der Computer-Intelligenz trifft nur in einem "äußerst
schwachen
Sinne" zu. Dasselbe gilt für die Rede vom
"informationsverarbeitenden
System". Menschliches Denken schließt Eingebungen, Ahnungen sowie
unsystematische und "ganzheitliche" Modalitäten ein, die zu einer
"intuitiven" bzw. "metaphorischen" Auffassung der
Wirklichkeit führen. Die Konstruktion einer Maschine "nach dem
Bild des
Menschen", die aber ausschließlich mit logisch-rationalen Mitteln
arbeitet, wird deshalb niemals das
"tiefe" Verständnis besitzen, um jenen "Rest von
Geheimnis"
aufzuspüren, der in jedem Wort, in jedem Ausdruck eines
mit allen
biologischen, psychologischen, sozialen und kulturellen
Bedingtheiten reifenden menschlichen Lebens, steckt.
Diese
(meistens
"unbewußt") bleibende Schicht ist dem Computer
"absolut
fremd" und dementsprechend fordert W., daß Computer
gerade bei jenen
Entscheidungen nicht eingesetzt werden sollten, die Klugheit
erfordern. Damit ist vor allem die meistens unthematisch
bleibende
Kenntnis des "Wertkontextes", worin z.B. juristische und
psychiatrische aber auch politische Urteile eingebettet
sind,
gemeint. Nicht nur das moralische, sondern auch Kants (vor allem in
Hannah Arendts
Interpretation) (13) ästhetisches Urteil ist also damit gemeint.
Weil wir so
wenig von der menschlichen Intelligenz, auch und gerade auf der
biologischen Ebene,
wissen, ist also bei der Computeranalogie größte Vorsicht
geboten.
Weizenbaum warnt
mit
Recht vor der Gefahr der Instrumentalisierung der Vernunft,
wodurch wir unsere
Sprache und damit uns selbst "entmannen" (14). Wenn er die Mystifizierung bzw. "Pseudo-Konkretheit"
(Whitehead) von Begriffen wie "Sprache", "Verstehen", "Intelligenz",
"Denken" usw. in Zusammenhang mit dem Computer zu entlarven versucht,
dann mit der Absicht, nicht die Vernunft an sich, sondern "den
Imperialismus der instrumentellen Vernunft" zu bekämpfen (15).
Dieser
"Imperialismus" führt, nach W., zu einem "neuen
Konformismus". Das bedeutet, m.E., der Vollzug der Anfangs
erwähnte
Trennung von "logos" und "phronesis" und die Aufgabe der
letzteren unter der Herrschaft des ersteren in der Form der
"instrumentellen Vernunft". Der "neue Konformismus" erlaubt,
nach W., den
ethischen Bezug ("die wenigen einfachen Wahrheiten, die in
unseren Herzen und in die Heiligen Bücher einer jeden
der vielen
Religionen der Menschheit geschrieben sind") nicht (15).
Hier
sieht W. die Wurzel der "Enthumanisierung des Menschen": Der Mensch
wird als "Objekt" anstatt als "ganzer Person" behandelt.
Nicht nur in bezug
auf
den Computer hat also die Erkenntnis die Unschuld verloren.
Was
tun? Weizenbaum warnt u.a. vor Versuchen, das Gehirn eines
Tieren mit einem Computer zu koppeln (so etwas wäre
"obszön"), vor
dem Ersatz menschlicher Funktionen, die mit Respekt,
Verständnis
und Liebe zusammenhängen, sowie vor der automatischen
Erkennung menschlicher Rede (nicht also "bloß" vor dem
"Verstehen" einer natürlichen Sprache). Es geht ihm aber
dabei stets um die
Beurteilung der konkreten Forschungsziele, etwa im
militärischen
Bereich, die das konkrete ethische Urteil des Einzelnen
herausfordert und die hier, wie anderswo, keine "einfache"
allgemeine Lösung erlaubt. Das Buch schließt mit einem
Appell an die
Zivilcourage.
Weizenbaums Buch wurde
im Jahr seiner Erscheinung (1976) vor drei MIT-Kollegen
besonders
scharf kritisiert (17). Man warf ihm u.a. vor, sich auf ethische
Prämissen zu stützen, die er (Weizenbaum) für
außerhalb jeder argumentativen Begründung hielt (Buchanan).
Diesen "anti-rationalistischen" Vorwurf faßte Lederberg als
"Obskurantismus" auf: Weizenbaum behauptet eine fundamentale
Nicht-Verstehbarkeit des menschlichen Gehirns. Am schärfsten ging
McCarthy mit W. ins Gericht: Seine Attacken scheute Argumente "ad
hominem" nicht. Anstelle der bisher erfolglos gebliebenen Philosophie
sowei der "Ideologien" gilt es für McCarthy, den Weg der
Wissenschaft und (Computer-)Technik zur Enträtselung des Menschen
(weiter-) zu gehen. In seiner Antwort schrieb Weizenbaum:
"Kann es
einen Weg in Richtung eines wahrhaften Modells des Menschen geben, der
philosophisches und moralisches Denken nicht nur einschließt,
sondern auch letztlich voraussetzt?" (18)
Eine ausgewogenere
Beurteilung der Thesen Weizenbaums vertritt Pamela McCorduck, die
Weizenbaums
"Schrei vom Herzen" zwar ernst nimmt ohne aber die Befürchtungen
(voll) zu teilen. Die Relativierung der menschlichen "Spezies" durch
das Computermodell führt zu der Frage, ob der Mensch eine
höhere Beachtung
verdient als andere Arten. Die Antwort der "Humanisten",
einschließlich
W., ist ein entschiedenes "Ja". Daraus wurde aber, wie McCorduck
richtig
bemerkt, oft ein Freibrief für die Ausbeutung anderer Arten
abgeleitet. Gegenüber
diesem Mißbrauch könnte die KI zur Ernüchterung
beitragen, d.h. sie könnte als
Korrektiv dienen, um unsere Beziehungen zu den anderen Dingen zu
überdenken:
"Wir sind teil, nicht Herrscher, des Universums.“ (19) Weizenbaums
Suche nach
"klaren Grenzen" wirkt für McCorduck nicht überzeugend. Mir
scheint
aber, daß McCarthys Rezept ("Was nicht getan werden sollte,
sollte von
niemandem ("anyone or anything") getan werden") uns die von
McCorduck erhoffte Lösung nicht gibt, sondern erst die Frage
aufwirft, um die
es eigentlich geht.
Diese Soll-Frage ist also noch offen. Wir
müssen uns
fragen, so McCorduck, wie diese Maschinen uns vor uns selbst anders
erscheinen
lassen (werden). Es geht also dabei um nichts mehr und nichts weniger
als um
uns selbst (20)
. Wird uns die "Maschine
als
Lehrerin" (Nietzsche) (21) zu
einer Neubestimmung
("redefinition") des Menschseins führen? Und werden wir dabei eher
die Geführten sein? Wenn wir heute eine "praktische Entscheidung"
treffen (treffen wir sie eigentlich?), und KI weiter betreiben, ist
nicht bereits (!) dabei eine
Entscheidung über uns selbst im Gange? Die "praktischen
Entscheidungen",
die die Verantwortung für einen möglichen "Kurs auf den
Eisberg"
betreffen, sollten, nach Weizenbaum, nicht "in abstracto" sondern
hier und heute getroffen werden (22).
Wir müssen uns, mit
anderen Worten, weigern in "Laboratorien des Todes" (weiter) zu
arbeiten.
Das gilt vor allem in bezug auf die militärischen Anwendungen der
KI.
Paradigmatisch sind hierzu in der Bundesrepublik die Argumente von D.L.
Parnas ("Warum
ich an SDI nicht mitarbeite") auf der einen und H.W.
Hofmann ("Einsatz
moderner Informationstechnik im militärischen
Bereich: Für den
Verteidiger notwendig und verantwortbar") auf der anderen Seite (23).
2. ... und die Folgen
Unter der Überschrift
"Sanity & Survival" erörtert D.R. Hofstadter den Wahnsinn des
Augenverschließens vor der Möglichkeit eines Nuklearkrieges,
vor allem aber des
Augenverschließens vor denen, die bereits konkrete Schritte
unternehmen, um
einen solchen Krieg „denkbar" zu machen. Hofstadter setzt seine
Hoffnung
auf eine "phase transition", d.h. auf eine kollektive Einsicht in die Verrücktheit dieses "Weges"
(24).
Hofstadters
Ansatz
scheint mir (weiterhin) von einem "bio-technischen" Solipsismus
geprägt
zu sein, d.h. die Zusammenhänge der Weltoffenheit und
Intersubjektivität
bleiben bei der Erörterung dessen, was "cognition" heißen
soll, aus.
Weitreichend scheint mir der "konstruktivistische" Ansatz von H.R.
Maturana und F.J. Varela: Der Baum der Erkenntnis (München 1987),
der von T.
Winograd und F. Flores (a.a.O.) auf die Informatik "übertragen"
wurde.
Wenn nicht nur die "inneren Stimmen" der Maschine sondern auch die
der Gesellschaft die makroskopische Erscheinung bestimmen, wenn die
Argumente
oder die verbalisierten Gründe an der Oberfläche nur die
Spitze des Eisbergs
eines unendlich reichen "Kampfes" von Einzelbestimmungen, Ängsten,
Riten, Überzeugungen usw. sind, dann ist eine solche Sicht von
"Maschine" oder "Gesellschaft" nicht mehr, nach Hofstadter,
eine "mechanistische" sondern eine "organische und lebendige".
Die "Menschheit als Ganzes" erscheint dabei Hofstadter als
"heilig" oder, zumindest etwas "in" ihr. Der Bedrohung dieser
Erscheinungsweise des Menschseins durch das "Schreckliche und
Profane" in jedem von uns gilt jetzt mit der "heiligen" (und man
könnte vielleicht auch sagen "heilenden") Kraft in ebenfalls jedem
(!) von uns entgegenzutreten. Nur so können wir vielleicht
diejenigen werden,
die wir (noch) sind (25).
Auch
eine "optimistische"
Betrachtung der Kl in theoretischer und praktischer Hinsicht, wie sie
etwa M. Boden vertritt, (26) läßt
so etwas wie "moral
dignity" in bezug auf
die "Handlungsweisen" dieser Maschine nur
in einem sehr "schwachen Sinne" Maschine zu. Im
"Humanismusstreit" um die KI hebt etwa P.C. Rogers die
"kognitivistische" und "rationalistische" Einseitigkeit,
die die Analogie Menschen/KI
in sich trägt, als eine Verkürzung des Menschseins hervor (27). Rogers' Argumentation
scheint mir insoweit richtig, als es vor allem darum geht, die
Computermetapher zu erkennen (dazu mehr am Schluß dieses
Aufsatzes). Seine Erörterung der "Intuition" und der "Emotionen"
gibt aber m.E. wiederum nur eine verkürzte Fassung dieser
Phänomene wieder. Die Gegenüberstellung Intuition vs.
Rationallität bleibt eine vordergründige, solange man nicht
etwa das Phänomen des "Vorverständnisses" in Betracht zieht
(28). Die "Emotionen" sind nicht bloß subjektiv,sondern vor allem
in ihrem "welterschließenden" Charakter deutbar (29).
Der Zusammenhang zwischen
KI bzw. Computer und Verantwortung läßt sich, nach
Snapper (30), nicht auf die
ganze Breite (und Tiefe)
des menschlichen Handlungs- und Entscheidungsbegriffs ausdehnen, wohl
aber
partiell: Computer können in einem juristischen Sinne für
ihre "Entscheidungen"
verantwortlich gemacht werden, ohne ihnen dabei "Absichten" zu
unterstellen. Diese Auffassung, die Snapper im Rahmen der
Aristotelischen Ethik
(Nikom. Ethik, 3. Buch) entfaltet,
wäre z.B.
für versicherungsrechtliche Fragen von praktischer Bedeutung. Eine
weitergehende Deutung etwa des (Dennettschen)
Intentionalitätsbegriffs auf
KI-Systeme, die u.a. dazu führt, die dabei immer noch
verbleibenden
Unterschiede zwischen dem In-der-Welt-sein des Menschen und dem einer
sich ihrer
"Umwelt" anpassenden "Maschine" "vertuscht", und
von
Verantwortung
gleichermaßen spricht, scheint mir verfehlt (31).
Wie
aber, wenn "Frankenstein's
children" tatsächlich "auf die Welt" kommen? (32)
Dann hätten wir ihnen
gegenüber, so Lloyd, eine ethische Verantwortung, die aber im
Falle einer
"Kollision" mit unseren Werten zu unseren Gunsten sich verschieben
müsste!
Die andere "Alternative", nämlich uns solche "artificial
minds" untertan zu machen, erscheint (mit Recht!) als eine ethisc
dubiose Sache:
"On balance, we should not pursue artificial minds." (33)
Die ethische Frage
stellt sich aber, wie Torrance richtig bemerkt, (34)
wenn wir nicht nur
"Teile" unserer "Intelligenz" in Form von
Computerprogrammen verkörpern (der "enge Anspruch"/"narrow
claim") sondern im Falle des "weiten Anspruchs" ("wide claim"),
wenn wir also von "metal life" im vollen Sinne des Wortes sprechen.
Warum? Weil dieses nämlich erst die Fragen nach
dem Glücklichsein, dem
Leiden usw. aufwirft, die wir etwa bereits gegenüber
den Tieren,
aber nicht gegenüber einer "bloß" intelligenten
Maschine haben. Wenn
wir also, so Torrance, in der Lage wären, Maschinen mit
Bewußtsein zu schaffen,
dann hätten wir auch mit "einigen wichtigen neuen ethischen
Problemen"
zu tun. Vor ein solches "Faktum" gestellt, wäre das nicht
bloß Sache
unserer ethischen Entscheidung, so Torrance gegen Sloman, ob wir sie so
ansehen wollen oder
nicht. Mir scheint, daß Torrance die ethischen Fragen in dem
Sinne verkürzt, daß
er etwa das Anliegen der Ethik gegenüber der Natur insgesamt
("ökologische
Ethik"), die die Technik umfassen sollte (ohne aber dabei
notwendigerweise
"bewußtseinszentriert" oder gar anthropozentrisch zu sein), nicht
berücksichtigt.
Daß ethisches Bewußtsein sich
erst ergibt, wenn
Bewußtsein im Spiele
ist, ist trivial solange man, wie Torrance hervorhebt, nicht
Bewußtsein mit
"Intelligenz" verwechselt. Wir sind also mit anderen Worten
mit-verantwortlich
für das Gelingen des offenen (!) Ganzen (Natur, Mensch, Technik),
dessen
"verborgene" Ordnung uns "in aenigmate" in der Kunst auf-
(und ein-) leuchten mag. Nicht bloß dadurch, daß wir
Bewußtsein
"haben", müssen wir uns "ethisch verhalten" (d.h. Rücksicht
nehmen), sondern dadurch, daß wir, wie Schirmacher bemerkt, die
Techniker inmitten
der Natur sind. (35) Unsere moderne Technik ist
weitgehend rücksichtslos,
d.h. "unmoralisch", weil wir dadurch, so wie wir sie heute betreiben,
die Welt und uns selbst zerstören. Durch unsere technischen
Handlungen tragen wir am Weitergelingen (oder Nichtgelingen)
einer
nicht bloß nahrung-, sondern auch sinnstiftenden "Ordnung"
(deren Maßstäbe
weder "naturgegeben" noch bloß "gesellschaftsbezogen" sind)
bei.
Letzteres scheint
mir
der "gattungszentrierten" Vorstellung über die
Einbettung der KI
in der "sozialistischen Gesellschaft" zugrunde zu liegen
(36). Die Entscheidung gegen den Profit zugunsten der
Gesellschaft ist
zwar ein, ethisch gesehen, wichtiger "Fortschritt", der aber (nicht
notwendigerweise!) eine anthropozentrische Vision voraussetzt. Das
bedeutet
wiederum, daß der Marxismus, wenn auch meistens in seinen
"unorthodoxen"
Formen (37), ein sinnstiftendes ja "revolutionäres" Potential zu
entfalten vermag, zumal wenn er sich von den Überresten
theologischer Dogmatik befreit
und sich auf den Weg in eine nicht vorgezeichnete Richtung macht.
Marxismus und
"Perestroika"?
3. Die Verantwortbarkeit
des Denkens
Die Frage nach der
Verantwortbarkeit (auch des "künstlichen" ) Denkens bzw. nach den
"Grenzen des verantwortbaren Computereinsatzes" (C. Floyd) (38)
läßt
sich, wie wir gesehen haben, nicht ohne Deutung des Menschen als
"denkendes Wesen" stellen. Was heißt "Denken"? Die Antwort
eines "unverdächtigen" Denkers lautet: "Aber, was bin ich denn?
Ein
denkendes Ding. Was ist ein denkendes Ding? Ein Ding das zweifelt,
begreift,
bejaht, verneint, will, nicht will, vorstellt und auch empfindet." (39)
"Denken"
bedeutet also, auch schon bei Descartes, eine reichhaltigere
Tätigkeit als
etwa die der "intelligenten" logisch ablaufenden "Symbolmanipulation".
Sie ist eine Tätigkeit, die als Teil (!) unserer Antwort auf die
Welt aufgefaßt
werden kann. Sie ist deshalb, sofern wir sie als menschliche
Tätigkeit
verstehen, von den anderen Bedingungen des Menschseins (Leiblichkeit,
Natalität,
Mortalität, Weltlichkeit, Sozialität usw.) untrennbar (40).
Daß wir diese Antwort
stets zu verantworten haben, versteht sich fast von selbst. Daß
wir sie aber,
auch im Falle einer "künstlichen Nachahmung" unseres Denkens,
verantworten müssen, ist die Aufgabe, die wir uns selbst als dieœ
Techniker, die
wir nun einmal sind, stellen. Im Hinblick auf die Sittlichkeit
steht die
Schaffung "künstlicher Intelligenz" vor drei Alternativen:
1) Homunkulus-Alternative:
d.h. wir versuchen den Menschen in all seinen Bedingtheiten
nachzuahmen. Wie?
Die "triviale" Lösung: wie bisher. Oder durch "andere
Mittel", die aber genau (!) dieselben Bedingungen zu
erfá�üen hätten. Wir
hätten in diesem Falle "weiterhin" die Verbindung von Vernunft und
Sittlichkeit.
2) Frankenstein-Alternative:
d.h. wir versuchen selbstbewußte (!) Intelligenz ohne
Sittlichkeit zu schaffen.
Die Gefahr unserer Selbstzerstörung wäre dabei groß. Um
diese Gefahr zu meiden,
könnten wir versuchen "ihm/ihr" (!?) sittliche Normen
"beizubringen". Das läuft
aber (letztlich) entweder auf die Homunkulus-Alternative oder auf die
Unmöglichkeit
allgemeine Gebote mit passenden
Interpretationen für alle Situationen einzuprogrammieren,
hinaus. Um ein
"vollwertiges" sittliches "System" zu erzeugen, müssten es
letztlich alle Bedingungen erfüllt werden, die auch für uns
gelten (Alternative
1). Die unsittlichen Varianten, die sich z.B. aufgrund der
Gen-Technologie eröffnen (Bestiarium-Alternative!),
müssen insgesamt von uns verantwortet werden.
3) Golem-Alternative:
das ist das Gebiet der "science fiction", so wie in der Literatur
seit vielen Jahrhunderten und neulich, z.B. von S. Lem, beschrieben
wird (41). Auf
die Bedeutung der Geschichte der Automaten kann hier nicht näher
eingegangen
werden. "Künstliche Intelligenz", das wäre so etwas wie das
Produkt
unserer Selbstvergötterung. Keine Menschen? Keine Maschinen?
sondern? Die
Religionsmythologie hat eine passende Gestalt: die Engel.
Verkörpern
"Golemscomputer" die mythologische Engelsgestalt im technologischen
Zeitalter? Eine Beurteilung
dieser "Sittlichkeit" würde sich uns, wie Lem es
beschreibt, weitgehend
entziehen.
Die zweite
Alternative, mit ihrem asymptotischen Ziel, ist die, die wir,
vermutlich für
lange Zeit, zu verantworten haben. Es geht dabei u.a. um den
Fortschritt des
Wissens über uns selbst. Es ist aber zu bemerken, daß auch
wenn es uns eines Tages
gelänge, auf diese Art und Weise verblüffende
"menschenähnliche" Wirkungen
zu erzielen, wir ja, wie die Wissenschaftstheorie unserer
Tage immer
wieder betont, niemals eine absolute Sicherheit über die
Vollständigkeit
unseres Ursachenwissens hätten. Mit anderen Worten, wir
könnten uns des
"Erfolgs" wegen rühmen, hätten wir ihn zu verantworten, und
könnten
uns trotzdem nicht einbilden, wir hätten "den Menschen
durchschaut",
genausowenig, wie wir uns des völligen
(!) "Durchschauens" von irgendetwas rühmen können.
Ob
dieser Weg hier und heute praktisch, d.h. im Hinblick auf
den möglichen
Mißbrauch, (weiter-)beschritten werden sollte, das ist die
konkrete ethische
Frage, die z.B. Weizenbaum mit allem nötigen
Ernst gestellt hat. Guter Rat ist, auch hier, teuer. In
praktischer
Hinsicht ist Vorsicht, im ethischen Sinne der
"prudentia" (oder "phronesis"), wie sie z.B. Hottois
fordert, das Gebot der
Stunde. In theoretischer Hinsicht, also in bezug auf den
"Humanismusstreit", möchte ich folgende Bemerkung, in
Anschluß an Ortega
y Gasset, machen (42).
Während die geläufige
Meinung das wissenschaftliche Denken als "eindeutig"
bzw. "metapher-frei" hält, hebt Ortega die
Unerläßlichkeit" (!)
der Metaphern nicht nur in der Dichtung, sondern auch in Philosophie
und
Wissenschaft hervor. Allerdings ist der Unterschied der, daß
Philosophie und
Wissenschaft sich der Metaphern bedienen, während Dichtung
Metapher ist. Mit
anderen Worten: Philosophie und Wissenschaft verstehen Metaphern
grundsätzlich "in
modo obliquo" d.h. im übertragenen, Dichtung "in modo
recto", d.h. im wörtlichen Sinne. Bei der Philosophie
kommt es vor allem auf
die "Bewegung" zwischen diesen beiden Möglichkeiten an.
Die
Wissenschaft benutzt also wissentlich (!) die Metaphern,
indem
sie auf die Teilidentität des Verglichenen achtet. Ab da wird die
Metapher wissenschaftlich falsch, künstlerisch aber
interessant!
Und umgekehrt: Das künstlerische Schaffen von neuen
Metaphern birgt ein wissenschaftliches Potential in sich.
Dichtung
ist auch Forschung und - Forschung kann zur, im
schlechten Sinne, "Dichtung" werden, wenn sie glaubt,
wissenschaftlich
zu bleiben und dabei unkritisch die Teilidentitäten
einer
Metapher "vergißt". Hier liegt die Gefahr des
theoretischen
Menschenmodells, das der KI zugrunde liegt. Dieser Gefahr
können
wir auf zweifacher Weise begegnen: erstens, indem wir
Wissenschafts- und Metaphernkritik in der Wissenschaft
betreiben. Zweitens,
indem wir uns in Kunst, Dichtung und Philosophie immer von
Neuem schaffen, d.h. indem wir unsere Selbst- bzw.
Fremdbestimmungen/deutungen, individuell und sozial, von den
eigenen
Neurosen bis hin zu den "schreienden" Situationen sozialer
Ungerechtigkeit und unerträglicher Gefahr durch selbstverschuldete
Entwicklungen,
in Frage stellen und verändern.
Wenn wir die KI in
diesem Sinne im
metaphorischen und selbstkritischen Gespräch der Menschheit
einbinden, d.h.
wenn wir sie hermeneutisch verstehen (43), dann kommt alles darauf an,
auf die außerhalb
der Identität verbleibende Verbindung von "logos" und "phronesis",
auf den ethischen Charakter der Sprache also, immer von Neuem
hinzuweisen.
Sollten wir von der scheinbaren Unschuld der Sprache als KI so
beeindruckt
werden, daß wir sie auch wörtlich ("in modo recto")
verstehen, wären
wir wahrscheinlich nah dran, ein Volk
(bzw. eine Menschheit) von Knechten zu werden, der
elektronischen
Massensteuerung mehr oder weniger total unterworfen. Wir
hätten
dabei das "vergessen", was Aristoteles im 6. Buch seiner
Nikomachischen Ethik sagt, daß die Sprache ("logos")
die Verabredung ("phronesis") ist, die wir jeweils treffen, um
miteinander
(wie es die "sophia" fordert) auszukommen, daß sie also das
Ethische
its (44t. In einem beachtenswerten neuen Ansatz haben T. Winograd und
F. Flores
gezeigt, daß die KI in unserem auf Verantwortung basierendem
Gespräch,
eingebettet werden kann und sollte (45). Was wir über unser Denken
denken und was wir
dabei tun ist nicht "gleich-gültig". Der Dichter warnt uns vor der
möglichen
Täuschung:
"Ich
weiss
vielleicht wie sies so weit gebracht:
Sie denken: wenn sie
denken seis gedacht!"
"Sie", das
sind wir, wenn wir z.B. KI betreiben. Die Täuschung
liegt aber nicht nur
darin, daß unser Denken nie das Denken ist, sondern
auch darin, daß
wir glauben, wenn wir denken sei es gedacht, d.h. daß wir
glauben, wir wussten
schon, was Denken "heißt", auch und vor allem im Heideggerschen
Sinnen dessen, was uns "zu denken gibt" (46). In
bezug auf die KI
ist dieses nicht zuletzt - wir selbst, sofern wir uns dabei immer
rätselhafter werden.
Im
"Informationszeitalter" ist die Bildung zum "Non-Konformismus"
höchstes Gebot. Sie ist auch nicht von der Verantwortung zum
Kompromiß zu
trennen. Mit der Waffe des Wortes, unserer stärksten Waffe,
können
wir töten oder Freundschaft schließen. Sie ist aber kein
Instrument,
sondern wir sind ihr, d.h. uns selbst immer schon einander
überantwortet.
Anmerkungen
1.
Rudolph
Fahrner: Drei Spiele. München 1972.
2.
Vgl. C. Mitcham, R.
Mackey Ed.: Philosophy and
Technology. New York
1983; H. Lenk, G. Ropohl Hrsg.: Technik und Ethik. Stuttgart 1987; P. Durbin Ed.:
Technology and
Responsibility. Dordrecht
1987.
3.
Hans Jonas:
Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für
die technologische Zivilisation (Frankfurt:
Suhrkamp, 1984).
4.
a.a.O. S. 64,
391-393. Zu den Phänomenen "Furcht" und "Angst" vgl. v.Vf.: Frohmutiges Denken. Aspekte der Angst bei Platon
und Heidegger. In:
Schriftenreihe der Freien Akademie, Hrsg. v. J. Albertz (Wiesbaden 1988).
5.
Günther
Anders: Die Antiquiertheit des Menschen (München 1987, 2 Bde.)
Bd. 2, S. 347:
"Wir selbst bleiben dem Stande unserer Technik nicht angemessene
antiquierte
Wesen, nämlich nach wie vor wie zu Großvaters Zeiten darauf
angewiesen, es uns
Zeit kosten zu lassen, um an einen anderen Raumpunkt zu gelangen. Was
unsere
Bilder können, können wir noch nicht.“
6.
a.a.O.
S. 127.
7.
a.a.O.
S. 428.
8.
Gilbert
Hottois:
Le signe et la technique. La philosophie à l’
épreuve de la technique (Paris
1984); vgl. auch v.Vf.: Technics, Ethics, and the Question of
Phenomenology.
In: A.-T. Tymieniecka, Hrsg.: Morality within the Life- and Social
World. Analecta Husserliana XXII (Dordrecht 1987)
S. 475-482.
9. Joseph Weizenbaum:
Die
Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft (Frankfurt
a.M. 1978).
10. a.a.O. S.10.
11. Vgl. Hubert L. Dreyfus:
Die Grenzen künstlicher Intelligenz. Was Computer nicht
können
(Königstein/Taunus 1985); H.L. Dreyfus, S.E. Dreyfus:
Künstliche
Intelligenz. Von den Grenzen der Denkmaschine und dem Wert der
Intuition
(Reinbeck b. Hamburg 1986).
12. J. Weizenbaum,
a.a.O. S. 279.
13. Vgl. Hannah Arendt:
Das Urteilen. Texte zu Kants politischer Philosophie (München
1985) S. 170.
14 J. Weizenbaum,
a.a.O. S. 327.
15. a.a.O. S. 334.
16. a.a.O. S. 346.
17. Three
Reviews of J. Weizenbaum's
"Computer Power and Human Reason" by B.G. Buchanan, J. Lederberg, J.
McCarthy (Stanford Artificial Intelligence Laboratory, Nov. 1976,
Report Nr. STAN-CS-76-577).
18. J. Weizenbaum: A Response to
John McCarthy. In: Three Reviews, a.a.O. S. 28.
19. Pamela
McCorduck: Machines Who Think. San Francisco 1979, S. 326.
20. Vgl. Terry
Winograd, Fernando
Flores:
Understanding Computers and Cognition (New Jersey 1986). Dazu v.Vf.: Die
Informatik und das hermeneutische Forschungsprogramm. In:
Informatik-Spektrum 10 (1987). Vgl. auch meine "Hermeneutik der
Fachinformation" (Freiburg/München 1986).
21. Vgl.
F. Nietzsche:
Menschliches, Allzumenschliches, Bd.2, 2.Abt. (Der Wanderer und sein
Schatten)
Nr. 218 (Werke, hrsg. K. Schlechta, Frankfurt 1972, Bd.1). Eine
umfassende
Studie zur Frage der Technik bei Nietzsche liegt, m.W., nicht vor. Zum
Einfluß
des Computers für die Selbsbestimmung des Menschen vgl. Sherry Turkle: Die
Wunschmaschine. Vom Entstehen der Computerkultur (Reinbek b. Hamburg,
1984)
(engl. Orig.: The Second Self. Computers and the Human Spirit. New York
1984). Vgl.
v.Vf.: Zur Computerethik. Ethische Fragen der Informationsgesellschaft.
In: H.
Lenk, G. Ropohl: Technik und Ethik, a.a.O. S. 259-273; ferner: La cosa
para
pensar (Das Ding zum Denken). In: Cuaderno de psicoanálisis
freudiano (Montevideo)
1986, S. 147-155 (franz. Orig.: La chose à penser.
Inst.f. Romanistik, Univ. Mannheim; Die Inszenierung des Denkens.
In: Mensch - Natur - Gesellschaft (1988).
22. J. Weizenbaum:
Kurs auf
den Eisberg (Piper, 1987).
23. D.L. Parnas:
Warum ich
an SDI nicht mitarbeite. In: Informatik-Spektrum 10 (1987) S. 3-10;
H.W.
Hofmann: Einsatz moderner Informationstechnik im militärischen
Bereich. In:
Informatik-Spektrum 10 (1987) S. 11-23.
24. Douglas
R. Hofstadter: Metamagical Themas:
Questing for the Essence of Mind and Pattern (New York 1985) S. 790 ff.
25. D.R.
Hofstadter:
Metamagical Themas, op.cit. S. 795- 796.
26. Margeret
Boden: AI and human freedom. In:
M. Yazdani, A. Narayanan, Hrsg.:
Artificial Intelligence. Human effects
(Chichester:
Horwood, 1985) S. 196-221; vgl. a.a.O.: Artificial Intelligence and
Natural Man
(Hassocks, 1977) bes. S. 454-473; sowie: Methodological Links between
Artificial Intelligence and other disciplines. In: F. Machlup, U.
Mansfield,
Hrsg.: The Study of Information. Interdisciplinary
Messages (New York: Wiley, 1983) S. 229-236. Zum Informationsbegriff
vgl.
v.Vf.: Was ist Information? In: H. Heilmann, Hrsg.: Handbuch der
modernen Datenverarbeitung 133
(1987) S. 107-114.
27. P.C. Rogers: AI as a dehumanising force. In: M. Yazdani, A. Narayanan, op.cit.
S. 222-234.
28. Vgl. v.Vf.: Hermeneutik
der Fachinformation, a.a.O.
29. Vgl. Medard Boss:
Grundriß
der Medizin und der Psychologie (Bern 1975, 2.Aufl.), der auf die
Heideggersche Analyse der "Stimmung" zurückgreift.
30. J.W. Snapper: Responsibility for
Computer-Based Errors. In:
Metaphilosophy 16 (1985) 4, S. 296-306.
31. Vgl. W. Bechtel: Attributing Responsibility
to Computer Systems. In: Metaphilosophy
16 (1985) 4, S. 289-295.
32. D. Lloyd:
Frankenstein's Children:
Artificial Intelligence and Human Value. In:
Metaphilosophy 16 1985) 4, S. 307-318.
33. a.a.O. S. 317
34. S. Torrance:
Ethics, Mind and Artifice. In: Karamjit S. Gill Ed.: Artificial
Intelligence for Society. Chichester 986, S. 55-72
35. Wolfgang
Schirmacher: Technik und Gelassenheit. Zeitkritik nach Heidegger
36. Vgl. die
Beiträge im Jg. 31 (1985) Heft 6 der Wiss. Zeitschrift der TH
Ilmenau.
37. Vgl. z.B. die
Werke L. Kolakowskis. Anknüpfungspunkte zu einem Dialog zwischen
Hermeneutik u. (marxistischer) Dialektik in bezug auf die
Computertechnologie findet man z.B. in meiner "Hermeneutik der
Fachinformation" a.a.O. S. 14-15.
38. Christiane
Floyd: Wo sind die Grenzen des verantwortbaren Computereinsatzes?
In: Informatik-Spektrum 8 (1985), S. 3-6.
39. R. Descartes:
Oeuvres et Lettres (Paris 1952) S. 278. Vgl. v.Vf. La chose à
penser (a.a.O.)
40. Vgl.
v.Vf. Hermeneutik der Fachinformation, a.a.O. S. 98-119.
41. Vgl. Stanislaw Lem: Also
sprach GOLEM (Frankfurt a.M. 1984). Auf die Bedeutung der Geschichte
der Automaten kann hier nicht näher eingegangen werden. Vgl. H.
Swoboda: Der künstliche Mensch (München 1967); M. Tietzel:
L'homme machine. In: Zt. f.allg. Wiss.theorie XV/1 (1984) S. 34-71.
42. Vgl. José Ortega y Gasset:
Las dos grandes metáforas. In: ders.: El Espectador (Madrid
1966) Bd. III/IV, S. 199-215.
43. Vgl. v.Vf. Die
Inszenierung des Denkens, a.a.O. Ferner: Hermeneutik der
Fachinformation, a.a.O. S. 204-209; Hermeneutics and the
Phänomenon of Information.
44. Diese Einsicht
verdankt der Vf. einem persönlichen Gespräch mit Hans-Georg
Gadamer.
45. T. Winograd, F.
Flores: Understanding Computers and Cognition, a.a.O.
46. Vgl.
Martin
Heidegger: Was heißt Denken? (Tübingen 1971); vgl. Martin
Heidegger: Was heißt Denken? (Tübingen 1971); vgl. L.
Rubinoff: The Metaphysics of Technology and the Crisis of Rationality.
In: D. Lovekin, D.P. Verene, Eds.: Essays in Humanity and Technology
(Dixon 1978): "We must look perhaps, as
Heidegger
has urged, to the history of metaphysics in
order to learn how it is possible for us to have grown
thoughtless
without having been aware of it." (S.
35); eine
fruchtbare Deutung des Denkens Heideggers (und Nietzsches) vertritt Gianni Vattimo:
La fine della modernità (Mailand 1985) vgl. meine Rezension: Das
Ende der Moderne. In: Philos. Jahrbuch 94 (1987) 1, S. 205-209. Zur
Kritik der
KI aus Heideggerschen Sicht vgl. auch K. Leidlmair: Artificial
Intelligence
als ein philosophisches Problem. In: Philos. Jahrbuch 94 (1987) 2, S.
372-387.
Letzte Änderung: 4. Januar 2010