LEBENSSPRÜCHE & ZITATE

MAXIMS & QUOTES

 
Rafael Capurro
   
  

    


LEBENSSPRÜCHE - MAXIMS


Der schwierigste Kampf? Der Kampf gegen die eigenen Gedanken



Veritas adaequatio intellectus ad vitam



Das Denken kann man nicht erzwingen

Denken braucht Zeit

Die Konsumgesellschaft ist nicht an Philosophie interessiert

Scientia ancilla vitae

Immer ist Übergangszeit. Manchmal ist sie sichtbar


Die Trümmer einer Welt sind nicht die Trümmer der Welt

Letztes Ziel: Nicht Mandarinat, sondern Forschung

Nur die Arbeitsmethode, nicht die Resultate sind des Lebens würdig



Wer etwas wissenschaftlich leisten will, muß Autodidakt sein

Was ist Philosophie? Starker, umfassender Wirklichkeitssinn

Das Schwerste? Sich selbst zu kennen.
Nicht wissenschaftlich, nicht psychologisch, nicht rationalistisch, sondern geschichtlich. Die Geschichte meiner Seele zu erfahren und zu prüfen, ist der Weg der Wahrheit

Die Therapie einer Gesellschaft ist wie die eines Körpers: Bewegung

Zur Bestimmung der Wissenschaft: 
Dazu gehört der Mönch, der Professor und der Bürokrat

Sapere aude! Habe den Mut, gemeinsam mit Anderen vor- und nachzudenken!

Wie man die Welt schaffen muß? Rezeptlos

Es fehlen Denker, die sich mit der Aufgabe des Denkens befassen



In kritischen Zeiten muß man nicht nur auf den Abgrund zeigen,
sondern auch Brücken schlagen


Was ist eine laudatio? Eine Liebeserklärung





 
     
 
ZITATE - QUOTES

HORATIUS

Vitae summa brevis spem nos
vetat incohare longam

Carmina I, IV, 15

Brevis esse laboro, obscurus fio

De arte poetica 25



BRASSAÏ

PICASSO: ... mais tous les documents de toutes les époques sont faux! Tous représentent la vie "vue par les artistes". Toutes les images que nous avons de la nature, c'est aux peintres que nous les devons. C'est par eux que nous les percevons. Rien que cela devrait les rendre suspects... Vous parlez de la "réalité objective". Mais qu'est-ce, la réalité objective? Elle n'est valable ni pour les coutumes ni pour les types humains, pour rien... Justement ce matin, en me rasant, il m'est venu cette phrase, je vous la donne: la réalité objective il faut la plier soigneusement comme on plie un drap et l'enfermer dans uns placard une fois pour toutes...

HENRI MATISSE: Les souvenirs de mon voyage à Tahiti ne me sont revenus que maintenant, quinze ans après, sous forme d'images obsédantes: madrépores, coraux, poissons, oiseaux, méduses, éponges... Il est curieux, n'est-ce pas, que tous ces enchantements du ciel et de la mer ne m'aient guère inciité tout de suite... Je suis revenu des îles les mains absolument vides... Je n'ai même pas rapporté des photos... J'ai acheté pourtant un appareil très coûteux. Mais, là-bas, j'ai hésité: "Si je prends des photos, me suis-je dit, de tout ce que je vois en Océanie, je ne verrai désormais que ces pauvres images. Et les photos empêcheront peut-être mes impressions d'agir en profondeur..." J'avais raison, il me semble. Il importe plus de s'imbiber des choses que de vouloir les saisir sur le vif. Tous ces élements, je les découpe et le fixe aux murs, provisoirement. Les petits traits représentent la ligne d'horizon... Je ne sais pas encore ce que ça donnera... Ça fera peut-être des panneaux, des tentures murales... Toutes ces images ont disparu du mur... Et je lui demande ce qu'elles sont devenues...

Conversations avec Picasso, Gallimard 1964, 197-198; 305



LUDWIG WITTGENSTEIN

Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen

Tractatus, 7 (meine Hervorhebungen)

MAX PLANCK

Freilich wird durch nachträgliches Analysieren der Ursachen fehlerhafter Handlungen weder der entstandene Schaden ersetzt, noch die Unzufriedenheit behoben, ja es ist in gewisser Hinsicht sogar gefährlich, sich allzu lange und allzu tief zu versenken in Betrachtungen von bedauerlichen Ereignissen, die nun einmal geschehen und nicht mehr zu ändern sind. Aber andererseits kann es uns doch häufig eine merkliche Erleichterung gewähren und zu einer Milderung des Verdrusses beitragen, wenn wir uns nachträglich klarmachen können, daß unter den damaligen Umständen, bei unserer damaligen Gemütsverfassung und den vorliegenden äußeren Einflüssen für uns gar keine anderen Motive entscheidend sein konnten als gerade diejenigen, die unsere Handlung herbeigeführt haben. Wird dadurch auch an den tatsächlich eingetretenen bedauerlichen Folgen nichts geändert, so stehen wir doch dem Ablauf der Dinge ruhiger gegenüber und ersparen uns namentlich das Bittere und unaufhörlich Nagende der Selbstvorwürfe, mit welchen sich manche Menschen in solchen Fällen ihr ganzes Leben hindurch quälen.

Es kommt aber hier noch ein weiteres hinzu. Wenn wir beim Zurückblicken auf ein von uns als unliebsam empfundenes Ereignis uns ehrlich bemühen, über alle Folgen desselben im einzelnen ins klare zu kommen, so können wir wohl einmal zu der Entdeckung geführt werden, daß ein Ereignis, das wir früher als ein Unglück beklagten, durch seine Folgen in Wirklichkeit zu unserem Vorteil ausgeschlagen ist, etwa dadurch, daß es nur ein für einen höheren Gewinn gebrachtes Opfer darstellt, oder daß wir dadurch vor einem noch größeren Unglück bewahrt geblieben sind; dann wird vielleicht unser Bedauern in Befriedigung und Freude über das Ereignis verkehrt werden. In dieser Hinsicht hat der volkstümliche Spruch „Wer weiß, wozu es gut ist“ seine tiefe Bedeutung. Und wir können niemals wissen, ob nicht solche erfreulichen Folgen vielleicht erst zukünftig noch uns offenbar werden. Ja, grundsätzlich steht gar nichts im Wege anzunehmen, daß sie über kurz oder lang in jedem Fall eintreten, wenn wir auch nicht hellsichtig genug sind, um jedesmal Kenntnis von ihnen zu erhalten. Wem es gelingt, sich bis zu dieser Lebensanschauung zu erheben, die durch keine Wissenschaft und keine Logik zu widerlegen ist, und die uns, wie wir sahen, nur durch den Willen, nicht durch den Verstand vermittelt werden kann, der darf sich wahrhaft glücklich preisen. Denn wie er stets empfänglich bleibt für alles Gute und Schöne, das ihm jeder Tag und jede Stunde bringen kann, so bleibt er zugleich von vornherein gefeit gegen die inneren und äußeren Gefahren, welche das seelische Gleichgewicht unablässig bedrohen.

Vorträge und Erinnerungen. Darmstadt 1975, 301-317. Vom Wesen der Willensfreiheit. Vortrag gehalten in der Ortsgruppe der Deutschen Philosophischen Gesellschaft am 27. November 1936, 317-316

CARL FRIEDRICH VON WEIZSÄCKER

Philosophie ist aber unentbehrlich, wo wir, die mit in irgendeinem Gebiet Fachleute sind, uns über unsere Vorurteile klar werden wollen.

Die Tragweite der Wissenschaft, 1964, 1

HEINRICH HELMHOLTZ


Wir suchen jetzt nicht mehr Maschinen zu bauen, welche tausend verschiedenen Dienstleistungen eines Menschen vollziehen, sondern verlangen im Gegenteil, daß eine Maschhine eine Dienstleitung, aber an Stelle von tausend Menschen, verrichte.

Über die Wechselwirkung der Naturkräfte. Ein populärwissenschaftlicher Vortrag gehalten am 7.2.1874 in Preußen. In: Populäre wissenschaftliche Vorträge, 2. Heft. Braunschweig 1871, 139

J. L. AUSTIN


I will mention two points of method which are, experience has convinced me, indispensable aids [...] On is that a word never — well, hardly ever — shakes off its etymology and its formation. In spite of all changes in  and extensions of and additions to its meanings, and indeed rather pervading and governing these, there will still persist the old idea.

A Plea for Excuses. In: S.A. Erickson: Language and Being. An Analytic Phenomenology, Yale Univ. Press 1970, 4

MARIO BUNGE

To call what is known, i.e. knowledge, a world and assume that it is superimposed on the world of fact (Popper, 1968) is an unnecessary Platonic fantasy. There is only one world and cognitive subjects are part of it and intent on knowing (or ignoring) some chunks of it.

Treatise on Basic Philosophy, Vol. 2, Dordrecth 1974, 186

OMAR KHAYAM


Von diesem Kreis, in dem wir uns drehn,
Kann ich nicht Anfangspunkt, nicht Endpunkt sehen.
Noch keiner sagt' mir, wo wir kamen her,
Und keiner weiß, wohin von hier wir gehen.

Islamische Geistesweltm Hrsg. R. Jockel, Wiesbaden 1981, 187

GEORGES-LOUIS LECLERC
Comte de Buffon

Le style c'est l'homme même

Discours sur le style, 1753

WILHELM VON HUMBOLDT


Der Empfangende muß die Sprache in die Form gießen, die er für sie bereithält,  und das ist es, was man Verstehen nennt.

WW, VI, 121. Zitat nach K.O. Apel: Das Verstehen, Archiv f. Begriffsgeschichte 1955,1, 170


FRIEDRICH NIETZSCHE

Mitunter grüsst er selbst über weite verdunkelnde und verwirrende Jahrhunderte hinweg die Seele seines Volkes als seine eigne Seele; ein Hindurchfühlen und Herausahnen, ein Wittern auf fast verlöschten Spuren, ein instinctives Richtig-Lesen der noch so überschriebenen Vergangenheit, ein rasches Verstehen der Palimpseste, ja Polypseste – das sind seine Gaben und Tugenden.

Unzeitgemäße Betrachtungen, II, 3

SENECA

simplici stilo scribe
omnis vita servitium est
humanius est deridere vitam quam deplorare

De tranquillitate animi 1.14; 10.3; 15.5


homo, sacra res homini

Epist.  95,33

Vivere et singulos dies singulas vitas puta

Epist. 101, 10

MARTIN HEIDEGGER

Die Größe des Menschen bemißt sich nach dem, was er sucht, und nach der Inständigkeit, kraft deren er der Suchende bleibt.

Grundfragen der Philosophie, Ausgewählte "Probleme" der "Logik", WS 1937/38, GA 45, 5

KURT TUCHOLSKY

"Man muß", hat ein kluger Inder gesagt, "den Tiger vor der Jagd in Gedanken töten — der Rest ist dann nur noch eine Formalität."

Schloß Gripsholm, Rowohlt 1964, 175

JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

Das Leben ist ein Gänsespiel

Das Leben ist ein Gänsespiel: 
Je mehr man vorwärts gehet, 
Je früher kommt man an das Ziel, 
Wo niemand gerne stehet.

Man sagt, die Gänse wären dumm, 
O, glaubt mir nicht den Leuten: 
Denn eine sieht einmal sich 'rum, 
Mich rückwärts zu bedeuten.

Ganz anders ist's in dieser Welt, 
Wo alles vorwärts drücket: 
Wenn einer stolpert oder fällt, 
Keine Seele rückwärts blicket. 

THEODOR FONTANE

Archibald Douglas

Ich hab' es getragen sieben Jahr, 
und ich kann es nicht tragen mehr, 
wo immer die Welt am schönsten war, 
da war sie öd' und leer.

Ich will hintreten vor sein Gesicht 
in dieser Knechtsgestalt, 
er kann meine Bitte versagen nicht, 
ich bin ja worden alt,

Und trüg' er noch den alten Groll, 
frisch wie am ersten Tag, 
so komme, was da kommen soll, 
und komme, was da mag.


 


    

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